My First Lady - Blu-ray

Blu-ray Start: 20.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 86 min

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Inhalt

Es ist ein sonniger Sonntagmorgen in Chicago im Jahr 1989, als sich der junge, selbstbewusste Jurist Barack Obama auf den Weg zu der attraktiven Anwältin, seiner ehrgeizigen Vorgesetzten, Michelle Robinson macht – für ihr erstes Date, wenn es nach ihm geht! Für Michelle ist es ein Treffen unter Kollegen und so lässt sie sich anfangs widerstrebend, aber auch ein wenig amüsiert darauf ein, begleitet Barack nicht nur zu der verabredeten Gemeindeversammlung, sondern auch in eine Ausstellung. Und in den Park. Und zum Mittagessen... Aus einem Termin wird ein ganzer, wunderbarer Sommertag. Michelle ist mehr als auf der Hut und kann doch nicht umhin, sich von dem unwiderstehlich frechen Charme des geistreichen Barack beeindrucken zu lassen. Als es Abend wird, haben sich die beiden – die noch nicht ahnen, welcher Weg vor ihnen liegt – als Kämpfer für dieselbe Sache erkannt. Und ineinander verliebt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Capelight Pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | My First Lady

Blu-ray
My First Lady My First Lady
Blu-ray Start:
20.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 86 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
My First Lady My First Lady
DVD Start:
20.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 83 min.

Blu-ray Kritik - My First Lady

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Pünktlich zum Ende seiner achtjährigen Amtszeit als mächtigster Mann der Welt erscheint nun bereits die erste Verfilmung des Lebens von Barack Obama auf Blu-ray. Nun, genauer gesagt greift das zu weit, denn das Debüt des erst 31-jährigen Regisseurs Richard Tanne beschäftigt sich mit einem eher unerwarteten Kapitel im Leben des nun ehemaligen US-Präsidenten. My First Lady SzenenbildIn „My First Lady“ (OT: Southside With You“) wird im Stile von Richard Linklaters „Before“-Trilogie nur ein einziger Tag in den Fokus genommen, an dem Barack und die damalige Michelle Robinson auf ihrem ersten Date durch die Chicagoer Southside flanieren und sich kennen lernen. Zugegeben, die Prämisse des Films regt auf den ersten Blick fast schon etwas zum Schmunzeln an und legt nahe, dass man hier etwas verfrüht das Leben einer realen Persönlichkeit ausbeuten will. Doch das Rosamunde Pilcher-Cover und der ebenso plakative wie kitschige deutsche Titel trügen: „My First Lady“ ist ein überraschend gelungener und vor allem feinfühliger, stiller und intelligenter Film, der zumindest auf dem Papier kaum funktionieren sollte.

Der Film zeigt Barack Obama (Parker Sawyers) als 28-jährigen Harvard-Studenten, der im Sommer 1989 bei einer Chicagoer Anwaltskanzlei arbeitet. An einem heißen Sommertag trifft er sich mit seiner Kollegin Michelle Robinson (Tika Sumpter), jedoch betont sie immer wieder, dass es sich hierbei nicht um ein Date handelt. Zu sehr fürchtet sie um ihren Ruf in der Kanzlei und überhaupt hat sie gar keine offensichtlichen Absichten bei dem gutaussehenden und lässigen Barack zu landen, den ihre Eltern als „another smooth-talking brother“ abtun. Obama ist in der Tat ein ziemlich cooler und selbstbewusster Typ, der vor seiner Zuneigung gegenüber Michelle auch keinen Hehl macht. Gemeinsam ziehen die Beiden durch die Gegend, unterhalten sich und tasten sich gegenseitig ab, während sie eine Kunstausstellung besuchen, gemeinsam essen, auf ein Gemeindetreffen gehen, im Kino den neuen Spike Lee-Film „Do the Right Thing“ sehen und schließlich bei einem gemeinsamen Eis ihren ersten Kuss teilen.

My First Lady Szenenbild „My First Lady“ erweist sich als angenehm zurückhaltender, entspannter und luftiger Film, der im Grunde völlig losgelöst von dem späteren politischen Hintergrund seiner überaus bekannten Hauptfiguren gesehen werden kann. Hier geht es im Grunde schlichtweg um das intime Portrait zweier junger schwarzer gebildeter Menschen in Amerika, die einen intelligenten und oft auch spielerischen Schlagabtausch führen. Wie eingangs erwähnt, erinnert Tannes liebenswerter Film zweifelsohne an Richard Linklaters „Before“-Filme, wobei hier besonders der erste Teil hervorzuheben ist. Man folgt als Zuschauer hier für gerade mal 75 Minuten dem Kennenlernprozess zweier idealistischer Menschen und spürt, wie sich nicht nur eine Freundschaft, sondern auch eine zarte Liebe anbahnt. Dabei geht es jedoch eben auch um gewichtige zeitgemäße soziale Themen, etwa die Bedeutung von Afroamerikanern in einem von Weißen dominierten Amerika, aber auch über die Rolle der Frau in einer männlich geprägten Gesellschaft. Tanne beobachtet das auf naturalistische Weise, ohne jemals plakativ und zu offensichtlich zu werden.

Für Tanne ist der Film ein offensichtliches Leidenschaftsprojekt. Bereits 2007, also ein Jahr vor Obamas Wahl als US-Präsident, sah er die Beiden zusammen im Fernsehen und war fasziniert von den vertrauten Blicken, die sie austauschten. Auf Basis sämtlicher erhältlicher Dokumente über den Hergang ihres Kennenlernens schrieb er das Drehbuch zu dem Film, das letztlich natürlich nur darüber spekulieren kann, was Barack und Michelle an diesem Sommertag tatsächlich miteinander geredet haben. Die Stationen, die sie über den Tag besucht haben, sind jedoch laut Tanne zu 90 Prozent historisch belegt.

My First Lady Szenenbild Parker Sawyers, der bislang ironischerweise höchstens durch Miniparts in Filmen wie „Zero Dark Thirty“ oder „Snowden“ auffiel, hat zwar auf den ersten Blick nicht unbedingt viel Ähnlichkeit mit Obama, bringt jedoch die ganz bestimmten Eigenarten des ehemaligen Präsidenten mit subtiler Präzision und Einfühlungsvermögen auf den Punkt. Sein verschlagenes Grinsen, diesen bestimmten Blick oder seine beruhigende und sanftmütige Stimme und Sprechweise fängt Sawyers manchmal gespenstisch genau ein, ohne aber jemals wie ein billiges Imitat zu wirken. Er bringt jedenfalls Obamas unzweifelhaftes Charisma deutlich und glaubhaft zum Vorschein, fügt aber auch zusätzlich noch mit jugendlicher Coolness und schnippigem Humor Eigenschaften ein, die Obama zu einem der zugänglichsten und charmantesten amerikanischen Präsidenten gemacht haben. Weitere Sympathiepunkte sammelt er dadurch, dass er freimütig über Popkultur philosophiert, sei es über die Bedeutung der beliebten Sitcom „Good Times“ oder von Spike Lees revolutionärem Klassiker „Do the Right Thing“, der damals gerade ins Kino kam.

Nicht minder beeindruckend als Sawyers ist Tika Sumpter, die Michelle Obama ebenfalls überaus akkurat portraitiert. Auch hier muss festgestellt werden, dass die später öffentlich gewordene Persönlichkeit sehr gelungen als reif und in ihren Idealen geformt wiedergegeben wird. Sumpter bringt das Selbstbewusstsein, die Strahlkraft und die Intelligenz der späteren First Lady mühelos rüber. Was „My First Lady“ so gelungen macht, ist dann eben auch die mühelos wirkende Chemie zwischen den Beiden, genauso wie ihre intelligenten und emotionalen Schlagabtäusche. Darin sind mal mehr und mal weniger offensichtliche Anspielungen auf ihre späteren Rollen eingebaut, wodurch es zu manchen Aha-Momenten kommt. Eine der besten Szenen zeigt Obama bei einer Gemeinde-Veranstaltung in der Chicagoer Southside, wo der junge Anwalt seine bemerkenswerten rhetorischen Fähigkeiten als motivierender, an sozialen Interessen der Gemeinschaft interessierter Redner eindrucksvoll unter Beweis stellt.

My First Lady Szenenbild „My First Lady“ ist wahrscheinlich kein großartiger, dafür aber ein guter, warmherziger, charmanter und angenehm klischeebefreiter Film, der sein Publikum mit Respekt behandelt. Selten sieht man in romantischen Filmen diese Art von intelligenten und hintergründigen Gesprächen innerhalb dreidimensional gezeichneter junger (und schwarzer) Menschen, wofür der Film alleine schon empfehlenswert ist. Die Bedeutung seiner beiden Hauptfiguren ist da fast nur ein Extrabonus und sollte nicht von dem eigentlichen inhaltlichen Kern ablenken. Man mag über Obama und seine beiden Amtszeiten denken, was man möchte, jedoch hat „My First Lady“ sein Herz sicher am rechten Fleck.

Bild
Die Ästhetik von „My First Lady“ erscheint ein wenig eigenwillig. Scheinbar wurde der Film von Kameramann Patrick Scola digital auf Arri Alexa aufgezeichnet, jedoch präsentiert sich hier über eine etwas körnige Textur ein filmischer Look, der wohl in der Post-Production entstanden ist. In manchen dunklen Bereichen wirkt das Bild aber auch etwas rauschig, was eventuell auf leichte Kompressionsprobleme schließen lässt. Auch die Kontraste und Schwarzwerte machen gelegentlich einen wohl gewollten soften Eindruck, wodurch der Film wohl über ästhetische Mittel subtil in der Vergangenheit verortet werden soll. Die Schärfelevel bewegen sich auch nur auf gutem Niveau, was zu dem weicheren Eindruck der Ästhetik passt.

Ton
In akustischer Hinsicht präsentiert sich der Film überraschend räumlich. Musik und atmosphärische Klänge verteilen sich sehr differenziert um den Hörer auf sämtlichen Kanälen, wodurch eine schöne einnehmende Stimmung aufgebaut wird. Verständlichkeit und Klarheit der Stimmen sind erstklassig.

Extras
Trailer (02:25 Min.)
Filmtipps


Fazit:
„My First Lady“ ist sowohl ein überraschend intelligentes und zartfühlendes Stück über zwei junge ambitionierte Menschen, die sich kennen und lieben lernen. Dass diese beiden Menschen Barack und Michelle Obama sind, gibt dem Film eine besondere Perspektive, macht ihn aber nicht primär aus.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Capelight Pictures




My First Lady - Trailer