Muse - Worte können tödlich sein - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min

Muse - Worte können tödlich sein Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Seit dem tragischen Tod seiner Freundin leidet der angesehene Literaturprofessor Samuel Solomon (Elliot Cowan) an einem Albtraum, in dem eine Frau Opfer eines brutalen Ritualmords wird. Als die Frau aus seinen Träumen unter exakt denselben Umständen ermordet aufgefunden wird, sucht Samuel den Tatort auf. Dort trifft er auf Rachel (Ana Ularu), die ebenfalls von dem Mord geträumt hat. Gemeinsam versuchen sie, die Identität der geheimnisvollen Frau zu entschlüsseln und betreten eine furchterregende Welt, die von den Figuren beherrscht wird, die die Künstler im Laufe der Zeit inspiriert haben: Die Musen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Muse - Worte können tödlich sein

Blu-ray
Muse - Worte können tödlich sein Muse - Worte können tödlich sein
Blu-ray Start:
09.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Muse - Worte können tödlich sein Muse - Worte können tödlich sein
DVD Start:
09.10.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.

Blu-ray Kritik - Muse - Worte können tödlich sein

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 9/10


Nach Erfolgsschockern wie "The Nameless", "REC" und "Sleep Tight" bringt der spanische Regisseur Jaume Balagueró mit "Muse" einen neuen übernatürlichen Thriller ins Heimkino, in dem sich alles um die sagenumwobenen Musen dreht, die hier in etwas anderer Form ihr Unwesen treiben, als man sie vielleicht kennt.

Szene aus Muse - Worte können tödlich sein
Szene aus Muse - Worte können tödlich sein © Eurovideo
Alles dreht sich um einen Philosophieprofessor namens Samuel Solomon, gespielt von Elliot Cowan ("Alexander", "Lost in Austin") der nach dem Selbstmord seiner Geliebten unter alptraumhaften Visionen leidet, in der eine ihm unbekannte Frau von mehreren Personen in einem Ritual grausam getötet wird. Als er wenige Tage später in den Nachrichten hört, dass eine Frau ganz in der Nähe auf dieselbe schreckliche Weise brutal ermordet worden ist, macht er sich mit Hilfe seiner Universitätskollegin Susan (Franke Potente; "Lola Rennt") auf die Suche nach Antworten, denn allem Anschein nach handelt es sich dabei eben um jene Frau aus seinen Träumen. Als Samuel im Haus der Ermordeten nach Spuren sucht begegnet er einer weiteren mysteriösen Frau (Ana Ularu; Outbound, Inferno), die behauptet durch den selben Traum an diesen Ort geführt worden zu sein, um wie er, nach Antworten zu suchen. Den Hinweisen ihres Traumes folgend entdecken sie bald eine Fotografie und eine versteckte Tür zu einem Raum, in dem sich nur ein Ei in einem Aquarium befindet. Als unerwartet die Polizei auftaucht schaffen sie es gerade noch es an sich nehmen und fliehen in verschiedene Richtungen, ohne dass Samuel den Namen der Unbekannten erfahren konnte. Mit dem Foto als einzigem Anhaltspunkt finden er und Susan bald heraus, dass alle abgebildeten Personen unter ungeklärten Umständen unnatürlich zu Tode gekommen sind, nachdem ihnen nachgesagt wurde mit Musen paktiert zu haben. Die Musen werden als sieben mystische Kreaturen in Frauengestalt beschrieben, die als Inspirationsquelle der bekanntesten Dichter und Philosophen fungierten. Ihr Ursprung geht zurück bis ins alte Griechenland. Jeder einzelnen von ihnen wird eine andere Fähigkeit zugeschrieben, doch ihre Intention ist nicht, wie der Volksmund glaubt, beflügelnder Natur, sondern finster und böse. Kurz darauf stattet eines dieser Wesen Samuel einen Besuch ab und fordert mit allen Mitteln sein Eigentum zurück, das sich jedoch nicht in seinem, sondern im Besitz einer Frau befindet, deren Namen er nicht einmal kennt. Ein unbarmherziger Wettlauf mit der Zeit beginnt...

Szene aus Muse - Worte können tödlich sein
Szene aus Muse - Worte können tödlich sein © Eurovideo
Mehr sei zum Plot nicht verraten, denn das Katz und Mausspiel watet neben unerwartetem Handlungsverlauf auch mit zahlreichen Twists und falschen Fährten auf. Gleich zu Beginn wird der Zuschauer nach einem beeindruckend in Szene gesetzten Intro mitten ins Geschehen geworfen und man spart sich eine langatmige Einleitung. Die 107 Minuten Gesamtspielzeit werden voll und sinnvoll ausgereizt und wirken trotz raschem Voranschreiten der Handlung nie überladen oder übereilt. Jeder Schritt, den die beiden Hauptfiguren in Form von Samuel und Rachel machen, ist stimmig und verzichtet weitestgehend auf große Logiklöcher und Effektgewitter. Die Dialoge sind, wie es sich für einen Film über die Musen gehört, entgegen meiner Erwartungen, sehr poetisch und tiefgründig. So finden neben der Frage nach der Bedeutsamkeit des ICHs auch Themen wie Trauerverarbeitung, Schmerz und Machtmissbrauch tragende Rollen. Mit Elliot Cowan wählte man als Samuel erfreulicherweise einen Protagonisten, der nicht dem Klischee eines gebrochenen, selbst zerstörerischen Wracks entspricht, sondern jemanden, der authentisch den Verlustschmerz eines trauernden Mannes zu transportieren vermag und sowohl nüchtern als auch zielstrebig die Lösung eines Rätsels sucht ohne dabei abgedroschen oder überheblich zu erscheinen.

Ana Ularu in Muse
Ana Ularu in Muse © Eurovideo
Auf der anderen Seite verkörpert Ana Ularu als Rachel eine alleinerziehende Mutter, die die schlimmsten Erniedrigungen tagein tagaus über sich ergehen lässt um ihren Sohn zu beschützen, gutgläubig in der Hoffnung lebend irgendwann wieder sich selbst zu gehören. Ihre Figur und ihre Entwicklung wirken in der ersten Hälfte noch sehr eindimensional, fast schon 0815, was aber spätestens mit der zweiten Hälfte der Vergangenheit angehört. Beide Geschichten werden dem Zuschauer Stück für Stück serviert und laufen lange unabhängig voneinander aber dennoch parallel zueinander, bis sich beide überschneiden und auf einen unvorhersehbaren wie unausweichlichen Showdown hinsteuern. Besonders wenn es um die Auflösung von Filmen mit übernatürlichen Elementen geht fällt der Großteil der produzierten Massenware aufgrund mangelndem Einfallsreichtum haushoch durch. Nicht jedoch "Muse". Hier wird der Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Minute konsequent aufrecht erhalten, sodass ich beinahe traurig wurde, als der Abspann über den Bildschirm flimmerte. In unterstützenden Nebenrollen glänzen ein in die Jahre gekommener Christopher Lloyd und eine aus der Versenkung wieder aufgetauchte Franka Potente in Top Form. Übernatürliche Elemente werden dezent aber treffsicher in eine fast schon märchenhafte Schauergeschichte eingearbeitet, die durch die Musen und den Mythos dahinter eine bizarre und fast schon verstörende Eigennote annimmt.

Szene aus Muse - Worte können tödlich sein
Szene aus Muse - Worte können tödlich sein © Eurovideo
Das Bild ist im 1080p 16:9 und zeichnet sich vor allem durch eine düstere Grundstimmung mit satter, dunkler Farbgebung aus. Unterschiedliche Handlungsorte, seien es weite, neblige Wiesenlandschaften, verrottende Gemäuer oder dunkle, enge Gassen bringen genügend Abwechslung und auch der Detailreichtum in den dunkelsten Momenten lässt keine Wünsche offen.

Der Ton, vorhanden in zwei Tonspuren (englisch, deutsch) ist noch ein weiteres kleines Highlight des Films, da die gewählte Sounduntermalung besonders intensiver Momente entgegen vieler anderer Vertreter eine Spannungsfördernde anstatt vorwarnende Funktion einnimmt. Das bewirkt, dass bestimmte Situationen eine ganz andere Intensität verliehen bekommen. Auch das Lautstärkenverhältnis zwischen Dialog und Geräuschkulisse ist ausnahmsweise im Gleichgewicht. Dahingehend bleibt auch der Ton im DTS-HD 5.1 ohne Beanstandung.

In Punkto Extras hingegen geht der Gruselfan, der gern Backgroundinfos hat, komplett leer aus.


Fazit:
Muse lässt sich sehr schwer in eine Schublade einordnen, da sich Balagueró diverser Stilmittel verschiedener Genres bedient und ein bisschen experimentiert, was auf allen Eben hervorragend funktioniert. So wird eine starke poetische und gleichzeitig beunruhigende Grundstimmung geschaffen, die viel von ihren gut durchdachten Dialogen und der subtil aber wirkungsvoll eingesetzten Hintergrundmusik zehrt. Das in Verbindung mit den tollen, abwechslungsreichen Kulissen und den authentisch agierenden Protagonisten ergibt ein kleines Gruseljuwel, das sicher auch einem Dario Argento gefallen würde, wenn gleich der hier vorliegende Vertreter fast vollkommen ohne Blut auskommt und mehr auf unterschwelliges und bizarres Grauen setzt. Die beste Wirkung erzielt der Film, wenn man möglichst wenig über ihn weiß und auch nicht zu sehr durch Trailer vorbelastet ist.

by Christoph Berger
Bilder © Eurovideo