Mountain - Blu-ray

Blu-ray Start: 02.02.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 73 min

Mountain Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

MOUNTAIN wirft einen Blick auf die mit Rückschlägen und Erfolgen gesäte Geschichte unserer zeitlosen Faszination für die Bergwelt. Der Film beleuchtet die unschuldigen Anfänge der Bergerkundung mit all der ihr innewohnenden Freude, dem Nervenkitzel und der Gefahren. Die Bedeutung der Berge als spirituelle Symbole, als Grenzgebiete und Kriegsschauplätze. Aber auch ihre zunehmende Kommerzialisierung, unsere mannigfaltigen Versuche sie zu kontrollieren und ihre zentrale Rolle im Ökosystem unseres Planeten kommen nicht zu kurz.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / dcm
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making Of

DVD und Blu-ray | Mountain

Blu-ray
Mountain Mountain
Blu-ray Start:
02.02.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 73 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Mountain Mountain
DVD Start:
02.02.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 71 min.

Blu-ray Kritik - Mountain

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


„MOUNTAIN“ - Der Name ist Programm. Es geht um Berge, und das die ganze Zeit. Ein Doku-Projekt unter der Regie von Jennifer Peedom versucht mit Hilfe einer atemberaubenden Ästhetik die Faszination und die Macht der Berge einzufangen. In essayistischen Passagen wird dabei reflektiert über die historische Bewandnis, die philosophischen Ergründungen und die Beziehung des Menschen zu den Steinriesen dieser Erde. Begleitet vom Australischen Kammerorchester und der Sprecherstimme Willem Dafoes ist „MOUNTAIN“ dabei mehr als Erfahrung angelegt und verweigert sich eines Narrativs oder einer eindeutigen Struktur.

Szene aus Mountain
Szene aus Mountain © dcm
Schon direkt zu Beginn sind die Einflüsse klar erkennbar: Ähnliche Projekte der letzten Jahrzehnte, wie „Samsara“ oder „Koyaanisqatsi“ lassen klare Parallelen erkennen. Die oft nur mit Musik begleiteten Bildern zeigen gigantische Panorama-Aufnahmen von Berglandschaften der ganzen Welt - ob die eisigen Wüsten der Pole, den Himalaya oder die Mojave-Wüste mit ihren enormen Felsstrukturen. Der Naturgewalt rohen Steins wird nur durch die Bilder ein massives Epos entlockt, das sich eigentlich von selbst erzählt. Trotzdem trägt die Narration von Kultschauspieler Willem Dafoe einiges zum Erlebnis bei und offenbart einen zweiten, direkten Einfluss: das Oeuvre Werner Herzogs.

Wenn auch nicht ganz so existentialistisch wie die Werke, die Herzog in Dokumentation und Spielfilm abgeliefert hat, so behandeln sie doch eine ähnliche Thematik.

Denn „MOUNTAIN“ ist kein Lehrfilm. Es wird nicht versucht, zu erklären, wie Berge entstehen, oder was genau bei einer Besteigung vorgeht, etc. Es ist im Grunde ein Film über Menschen. Jene Menschen, die es über die Jahrhunderte immer wieder auf die trostlosen und lebensunfreundlichen Spitzen zog. Jene Menschen, die das Abenteuer suchen, jene, die von ihrem Alltag entfliehen wollen und jene, die sich selbst messen wollen. Das Individuum im Kampf und in Zweisamkeit mit der Natur und mit der Welt - alles symbolisiert im Aufstieg und Fall an den Gipfeln dieses Planeten.

Szene aus Mountain
Szene aus Mountain © dcm
„MOUNTAIN“ umgeht dabei einige Fallen, stellt sich damit allerdings neue, die er nicht so leicht umgehen kann.

Einerseits schafft es der Film - im Gegensatz zu „Bakara“ und „Samsara“ - Esoterik und Kitsch haarscharf zu umschiffen. Scheinen die Einstellungen zu mancher Zeit zwar sehr glattpoliert und gehübscht, eröffnet der Film durch die spärliche Narration, den Schnitt und die handliche Laufzeit von 74 Minuten eine knackige und kurzweilige Diskussion mit einer beachtlichen Ästhetik. Dies hat allerdings zum Nachteil, dass der Tiefgang, den Filme wie „Fitzcarraldo“oder „Koyaanisqatsi“ besitzen, an manchen Stellen verloren geht und die Philosophie oft an der Oberfläche kratzt. Außerdem wurde etwas die Chance verschenkt, einen einprägsamen und unterstützenden Score zu entwickeln. Und Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ scheinen eine zu offensichtliche Wahl der Untermalung, als dass im Gezeigten noch viel mehr erfahren werden könnte, als von den Machern intendiert.

Szene aus Mountain
Szene aus Mountain © dcm
Als positive Überraschung zu verzeichnen bleiben aber die anfangs gezeigten selbstreflektiven Passagen der Aufnahmen, die leider nach dem Vorspann verschwinden. Ein weiterer Schuss „Cinema verité“ hätte dem Film durchaus gut getan und ihn klar bereichert.

Das alles ändert aber nichts daran, dass „MOUNTAIN“ eine schön photographierte und beeindruckende Tour darstellt, die zwar keinen tiefschürfenden Diskurs eröffnet, aber interessante Überlegungen in einer handlichen und gut konsumierbaren Erfahrung darstellt. So bleibt der Film auch im besten Sinne familiengerecht und kann auch Schaulustigen einen netten Abend bieten. Und wen danach das Berg(-film)-Fieber gepackt hat, der hat genug Anhaltspunkten mit den deutlich raueren und mehr fordernden „Gasherbrum - der leuchtende Berg“ oder der Experimental-Odyssee „The Holy Mountain“. Es ist immerhin schon ein Erfolg, dass ein groß angelegter Essayfilm überhaupt Aufmerksamkeit und eine Heimkinoauswertung erhält - denn davon gibt es eindeutig nicht mehr genug.

Szene aus Mountain
Szene aus Mountain © dcm
Bild:
Die BD-Auswertung kann voll punkten. Auch wenn der Film darum bettelt, in einem Kinosaal gesehen zu werden, kann jeder, der einen halbwegs modernen Fernseher oder sogar einen Beamer besitzt, sich von der Ästhetik beeindrucken lassen, die integralen Teil des Ganzen ausmacht. Für eine Standard Blu-Ray ist der optische Aspekt weit über das Maß hinaus, das man erwarten kann.

Ton:
5.1 Sound in Deutscher und Englischer Sprache, obwohl klar gesagt werden sollte, dass es ein Muss ist, den Film im Original zu sehen. Selbst für diejenigen, die der englischen Sprache nicht hundertprozentig Herr sind, sollte der Film funktionieren, da die O-Ton Segmente spärlich gesät sind und die deutsche UT-Spur leistet für die restlichen Unkenntnisse (oder Verständnisprobleme durch Dafoes doch recht eigene Sprechweise) formidable Abhilfe.

Extras:
„Lediglich“ ein Making-Of. Aber es gibt auch nicht sonderlich viele Extras, die einen Film dieser Art noch bereichern könnten, also kann man hier mal ein Auge zudrücken. Für einen 74-Minuten Film kann man nicht erwarten, dass eine Standard-BD vollgepackt mit Bonusmaterial ist, das am Ende vielleicht noch vom Hauptfilm ablenkt.


Fazit:
Leichtherzige und unterhaltsame Erfahrung im besten Sinne. Kein bahnbrechendes Meisterwerk, aber „MOUNTAIN“ hält absolut, was er verspricht.

by Janosch Steinel
Bilder © Universum Film / dcm