Monsieur Killerstyle - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.09.2020
Digital VoD: 24.09.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 77 min

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Inhalt

Georges (Jean Dujardin) steigt aus. Und zwar aus seinem Auto. Ein Blick in sein tankendes Spiegelbild sagt ihm: etwas ist falsch. Fundamental falsch. Die Jacke. Eine alltägliche Cordjacke. So gewöhnlich, dass er sie sofort im Tankstellenklo ertränkt. Er kauft sich eine neue Jacke, eine, die wirklich zu ihm passt: 100 % Hirschleder, Fransen, mörderstylisch. Ein echter Killerlook. So todschick ist diese Jacke, dass Georges findet, es dürfe neben ihr keine anderen Jacken geben. Je länger er sich im Spiegel betrachtet, desto möglicher scheint es ihm, das auch umzusetzen. George und die Jacke entwickeln einen Plan, der tödlich ist und dabei gut aussieht. Mit Hilfe der Hobby-Cutterin Denise (Adèle Haenel) dreht Georges einen Film über den Siegeszug einer Robe, die ein spektakuläres Eigenleben entwickelt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Films
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Audiokommentar von Quentin Dupieux & Jean Dujardin

Video on demand - Monsieur Killerstyle

DVD und Blu-ray | Monsieur Killerstyle

Blu-ray
Monsieur Killerstyle Monsieur Killerstyle
Blu-ray Start:
24.09.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 77 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Monsieur Killerstyle Monsieur Killerstyle
DVD Start:
24.09.2020
FSK: 16 - Laufzeit: 74 min.

Blu-ray Kritik - Monsieur Killerstyle

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Georges (Jean Dujardin) hat kein einfaches Leben. Er wurde von seiner Frau rausgeschmissen und das gemeinsame Konto wurde gesperrt. Doch er konnte sich noch rechtzeitig eine hohe Summe abheben und fährt in die Alpen, um eine Westernjacke zu kaufen. Diese möchte mit seiner Hilfe die Weltjackenherrschaft übernehmen, um die einzige Jacke auf der Welt zu sein. Das kommt Georges sehr entgegen, denn er möchte der einzige Mensch auf der Welt mit einer Jacke sein. Um seine Pläne in die Tat umzusetzen, engagiert er die Kellnerin und Cutterin Denise, die ihm beim Schneiden und Drehen seines Anti-Jacken Filmes helfen soll. Für diesen Film schreckt er vor Betrug und Gewalt nicht zurück. Genug Absurdität? Gut, willkommen zum neuen Film von Quentin Dupieux!

Kleider machen Leute. Diesem Sprichwort geht Georges in diesem Film nach. Er ertränkt seine alte und langweilige Jacke in einem Raststättenklo. Denn er möchte etwas in seinem Leben verändern, sich neu erfinden. Und womit kann er da besser anfangen als mit einer braunen Wildlederjacke, durch die er wie ein "Western-Star" aus den 50er Jahren aussieht und die sein breites Kreuz voll und ganz zur Schau stellt. Diese findet er in den Alpen. Allerdings blättert er dafür über 7000€ hin, die er sich kurz vorher von dem gemeinsamen Konto mit seiner Ex-Frau abgehoben hat. Zwar ist das Konto jetzt gesperrt, aber das ist Georges egal. Gratis zum Jackenkauf bekommt er noch einen Camcorder und macht sich mit seinen beiden neuen Waren auf den Weg in ein abgelegenes Hotel unten im Tal. Als Pfand für die Bezahlung des Zimmers lässt er seinen Ehering da. Nun hat er mit seiner Vergangenheit endgültig abgeschlossen und als die Jacke beginnt, mit ihm zu reden, hat er eine neue Bestimmung: Alle Jacken auf der Welt beseitigen, um der einzige Jackenträger mit der einzigen Jacke zu sein. Dass die Jacke Georges‘ Ego und Selbstbewusstsein extrem steigert, sieht man vor allem in einer Bar Szene, in der er vor zwei Frauen mit eben dieser angibt. In der Bar lernt er auch die Kellnerin und ehemalige Cutterin Denise (Adèle Haenel) kennen, der er erzählt, dass er ein Film Regisseur mit einem Produktionsstudio in Russland sei und dass er einen Film drehen wolle. Das ist natürlich gelogen und eigentlich möchte er von ihr nur Geld haben, um sein "Wild Leder/Western-Outfit" zu vervollständigen.

Monsieur Killerstyle: Jean Dujardin
Monsieur Killerstyle: Jean Dujardin © Koch Films
Und dass eben das Motiv dieses Outfits eine Hommage an die Western Stars aus vergangenen Jahrzehnten darstellt, ist offensichtlich. Georges will ein Cowboy sein und verhält sich auch wie einer. Außerdem ist die Tatsache, dass Denise eine ehemalige Cutterin ist, die sagt, sie habe versucht Pulp Fiction in eine chronologisch richtige Reihenfolge zu schneiden, eine Liebeserklärung an die Filmkunst und Filme alter Schule. Dupieux spinnt diese "Oldschool-Film Thematik" durch den ganzen Film, indem Georges seine Fortschritte bezüglich des Zieles, der einzige Jackenträger der Welt zu sein, auf einem Camcorder festhält und äußerlich dabei immer mehr in einen Western-Helden verwandelt. Und um gute und möglichst realitätsnahe Szenen für seinen Film zu drehen, den Denise schneiden soll, schreckt er auch vor den skrupellosesten und eiskältesten Methoden nicht zurück. Wenn dieser Teil des Filmes beginnt, sitzt man nur noch mit offenem Mund dar und fragt sich was der zuvor eigentlich ganz normal erscheinende Georges auf einmal für geistesgestörte Züge annimmt. Und das Beste dabei ist, dass diese Taten moralisch nicht auf die Waagschale gelegt bzw. sonst in irgendeiner Art und Weise von Filmfiguren kommentiert werden. Dafür ist das Ende dann umso grandioser und jede Figur bekommt das, was sie verdient. Aber das kann jeder beim Schauen des Filmes selber sehen. Der geradlinige, überschaubare sowie gleichzeitig sehr skurrile Handlungsverlauf kommt dem Film sehr zu gute, da sich die Charaktere so mehr entfalten können und der Zuschauer mehr Zeit bekommt, die skurrilen Handlungen (Bspw. Die Tatsache, dass die Jacke mit Georges redet) zu verarbeiten.

Monsieur Killerstyle: Jean Dujardin und Adèle Haenel
Monsieur Killerstyle: Jean Dujardin und Adèle Haenel © Koch Films
Auch Motive wie Maskulinität, Egoismus, Geld- und Machtgier und die häufigen Hommagen an die Filmkunst sind dynamisch eingewoben und werden in einer schönen Art und Weise behandelt. Neben den Motiven sind es eben die Figuren, die diesen Film tragen. Besonders Georges, der vom Oskar Gewinner Jean Dujardin verkörpert wird, legt eine unglaubliche Skrupellosigkeit an den Tag, handelt einfach so, wie er es möchte und nimmt keine Rücksicht auf Konsequenzen und sein Umfeld. Und das spielt Jean Dujardin wirklich super. Allein wenn er zum ersten Mal die Lederjacke anzieht und sich im Spiegel betrachtet, merkt man einfach seine stark gestiegene Selbstverliebtheit und seinen Drang, der Welt dieses einzigartige Outfit zu präsentieren. Und auch die geforderte Ernsthaftigkeit bei den wirklich absurden und irren Taten des Georges zu behalten, schafft Dujardin spitzenmäßig. Dafür großen Respekt! Bei all dem Lug und Betrug mit dem Georges sich durch den Film schlägt vermittelt Dujardin eine grandiose Gefühls- und Empathielosigkeit, was zu noch mehr Unverständnis beim Zuschauer führt und diesem gleichzeitig mehr Spielraum dafür lässt, die Taten selbst zu bewerten. Gemäß dem Motto "Show, don’t tell!" Kurz gesagt: Man geht trotz seiner moralisch verwerflichen Taten gerne mit dieser Figur mit und sieht Dujardin während der wirklich angenehmen Laufzeit von 77 Minuten gerne beim Spielen zu.  

Monsieur Killerstyle: Adèle Haenel
Monsieur Killerstyle: Adèle Haenel © Koch Films
Bild:
Durch die wackelige und emotional distanzierte Kameraführung von Quentin Dupieux weckt der Film den Anschein, eine Dokumentation direkt aus dem Camcorder von Georges zu sein. Da es sich hier aber natürlich um keine echte Dokumentation handelt, trifft der Begriff "Mockumentary" die Sache besser. Zur Distanziertheit und dem eher tristeren Setting dieses Filmes trägt auch die kühle Farbgebung bei, die nicht gerade eine große Anzahl an Farbtönen besitzt. Das liegt unter anderem auch an den vielen Szenen, die in der Nacht spielen. Die wenigen Effekte sind allesamt handgemacht und sehr schön anzuschauen, insbesondere wenn Georges beginnt, seinen Film zu drehen. Die Auflösung der Blu-ray sieht super aus und es gibt nichts zu bemängeln.

Ton:
Sowohl die Synchro- als auch die Originalsprache sind n der Blu-ray sauber und verständlich abgemischt. Die Musik ist klug gewählt und liefert mit ihren hohen Streich- und Klavierklängen ein noch unangenehmeres und absurderes Gefühl beim Schauen des Filmes. Im Kontrast dazu gibt es auch einige Stellen, an denen leichtere und rhythmische Melodien laufen, um Georges‘ Unbeschwertheit während seiner taten zu untermauern.

Extras:
Die Blu-ray beinhaltet den Film-Trailer zum Film und einen weiteren Trailer. Positiv anzumerken ist das Audiokommentar von Hauptdarsteller Jean Dujardin und Regisseur Quentin Dupieux, in dem sie den gesamten Film zusammen schauen und dabei sehr unterhaltsame Anekdoten zur Produktion des Filmes erzählen und die dargestellten Szenen mit einem metaphorischen Augenzwinkern kommentieren. Der Audiokommentar kann man sowohl hören als auch als Untertitel beim Schauen des Filmes mitlesen.


Fazit:
Ein einzigartiger Film, dem es an Skurrilität und Skrupellosigkeit nicht mangelt. Die 74 Minuten sind angenehm schnell geschaut und lassen trotzdem genug Raum für die Entfaltung der Charaktere, insbesondere für Jean Dujardin’s Performance als Georges. Bild und Ton untermauern die absurden Szenen und die Handlung lässt sich einfach verfolgen, sodass der Zuschauer genug Zeit hat, das Geschaute zu verarbeiten und sich seine eigene Meinung zu Georges zu bilden. Es werden interessante und gesellschaftsaktuelle Themen aufgegriffen. Mit den Hommagen an Filme wie Pulp Fiction oder die Ära der Western Filme werden Filmfans eine helle Freue an diesem Werk haben. Genau solch eine Kreativität lassen viele Filme in der heutigen Zeit leider missen! Großes Lob an Quentin Dupieux!


by Leon Röttger
Bilder © Koch Films