Molly's Game - Alles auf eine Karte - Blu-ray

Blu-ray Start: 27.07.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 141 min

Molly's Game - Alles auf eine Karte Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

MOLLY’S GAME – ALLES AUF EINE KARTE basiert auf der unglaublichen, wahren Geschichte der Molly Bloom (Jessica Chastain), einer jungen, charismatischen Skifahrerin und früheren US-Olympiahoffnung, die ihre Karriere nach einer schweren Verletzung aufgeben muss. Sie legt danach auch ihr Jurastudium auf Eis und kommt über einen Aushilfsjob in Kontakt mit einer Welt, die von reichen und mächtigen Männern dominiert wird: Der Underground-Poker-Szene Hollywoods. Als Molly erkennt, dass sie dank ihrer Intelligenz und Disziplin wie geschaffen ist für die Organisation solcher Veranstaltungen, setzt sie alles auf eine Karte: Sie veranstaltet das weltweit exklusivste und riskanteste Pokerturnier für die Reichen und Mächtigen von Los Angeles - mit schwindelerregend hohen Einsätzen. Die vollen Konten der VIPs aus Sport, Business und Entertainment bescheren ihr ein Jahrzehnt voller Glamour und Erfolg. Doch eines Tages erregt Mollys Glückssträhne unerwünschte Aufmerksamkeit, als sie versehentlich Mitglieder der russischen Mafia an ihren Spieltisch holt. Schon bald danach wird sie mitten in der Nacht von 17 schwer bewaffneten FBI-Agenten verhaftet und unter Anklage gestellt. In ihrem Anwalt Charlie Jaffey (Idris Elba) findet Molly ihren einzigen Verbündeten. Doch um sie zu verteidigen, muss Charlie hundertprozentig von ihrer Unschuld überzeugt sein: Wie viel wusste sie wirklich über illegale Machenschaften hinter den Kulissen ihrer Pokernächte? Und warum besteht sie darauf, die Namen ihrer prominenten Kunden zu verschweigen? Welches Spiel spielt Molly Bloom wirklich?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar Aaron Sorkin, Interviews mit Cast & Crew, Featurette, B-Roll

DVD und Blu-ray | Molly's Game - Alles auf eine Karte

Blu-ray
Molly's Game - Alles auf eine Karte Molly's Game - Alles auf eine Karte
Blu-ray Start:
27.07.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 141 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Molly's Game - Alles auf eine Karte Molly's Game - Alles auf eine Karte
DVD Start:
27.07.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.

Blu-ray Kritik - Molly's Game - Alles auf eine Karte

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Molly’s Game ist für den oscarprämierten Drehbuchautor Aaron Sorkin das Regiedebüt. Dieses Debüt ist letztlich vollends gelungen und man würde sich wünschen, dass er auch zukünftig öfters auf dem Regiestuhl platz nimmt. Denn mit einem dynamischen Schnitt, seinem typischen Schreibstil, der einem Dialogfeuerwerk gleicht und zwei grandiosen Hauptdarstellern, hat hier Sorkin ein, zwar nicht fehlerfreies, aber sehr unterhaltsames und interessantes Werk erschaffen. Das Drehbuch ist schlichtweg, wie man es nicht anders von Sorkin kennt, wahnsinnig raffiniert geschrieben mit messerscharfen Dialogen. So erzeugen allein die Dialoge ein Erzähltempo, welches dem Zuschauer unglaublich viel Freude bereitet. Aaron Sorkin, der für die Drehbücher von u.a. The Social Network, Steve Jobs, Eine Frage der Ehre oder Moneyball verantwortlich war, zeigt hier ein weiteres Mal seine Klasse. Die Darsteller sind dazu allesamt perfekt gecastet und technisch ist die Produktion äußerst hochwertig. Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten und ist hier glaubwürdig, trotz der Vielzahl an Kuriositäten, auserzählt worden. Das Drehbuch, das auf einen von der echten Molly Bloom verfassten Roman basiert, wurde bei den diesjährigen Oscars als bestes adaptiertes Drehbuch nominiert. Ganz frei von Makeln ist der Film, wie schon angedeutet, jedoch nicht geworden. Das liegt auch größtenteils an Sorkin selbst, der hier in gewissen Phasen mit seinem speziellen Schreibstil über das Ziel hinausschießt, sodass der Film nicht nur ein hohes Tempo mit scharfen Dialogen und einer gewissen Portion Humor bietet, sondern auch im zweiten Drittel klare Schwächen aufzeigt.

Molly (Jessica Chastain) und Charlie (Idris Elba)
Molly (Jessica Chastain) und Charlie (Idris Elba) © Universum Film
Nach einem extrem guten Einstieg, in der die Charaktere eingeführt werden und man immer mehr über die Geschichte auf einer sehr unterhaltsamen Weise erfährt, verkrampft das Ganze im zweiten Drittel. Das Tempo ist nach wie vor hoch und die Handlung wird weiterhin schwungvoll weitererzählt. Dennoch kommt die Geschichte als solches nicht voran und es wird zunehmend langatmig und zudem anstrengender dem Ganzen zu folgen. Es werden verschiedene Charaktere eingeführt, die am Ende nicht von großer Bedeutung sind. Dabei kommt erschwerend dazu, dass der Film auf mehrere Zeitebenen spielt. Man bekommt einen Einblick in die Vergangenheit Mollys bei ihren Eltern, auf ihre Zeit als Veranstalterin von Pokerabenden sowie auf die aktuelle Phase, in der sie sich mit ihrem Anwalt juristisch zu verteidigen versucht. Der Film switcht andauernd hin und her zwischen den aktuellen Problemen mit der Staatsanwaltschaft und ihrer Zeit als Veranstalterin von Pokerabenden. Dies sorgt für eine gewisse Dynamik und Schnelllebigkeit, die durch die gute Schnittarbeit und den klasse Dialogen zustande kommen. Dennoch verliert man besonders im zweiten Akt das Zeitgefühl. Man kann kaum mehr einschätzen, wie viel Zeit in der Vergangenheit, während den ganzen Pokerabenden vergeht. Durch das Hin-und-Her-Switchen verschiedener Zeitebenen kommt der Film im zweiten Drittel zwar von einem Pokerabend zum nächsten. Sorkin lässt in diesem zweiten Drittel die Zielstrebigkeit beim Auserzählen seiner Geschichte vermissen. Daher hätten diesem Film bei einer Laufzeit von 141 Minuten ca. 20-30 Minuten weniger gut getan.

Larry Bloom (Kevin Costner)
Larry Bloom (Kevin Costner) © Universum Film
Dennoch ist der Film trotz der Problematiken, die im vorherigen Absatz erläutert wurden, sehr gut. Das liegt zum einen an den Darstellern. Jessica Chastain kann nicht anders als jedes Mal komplett abzuliefern und alles in Grund und Boden zu spielen. Dass es nicht für eine Oscarnominierung nach der Golden Globe-Nominierung reichte, ist daher sehr fragwürdig. Es macht einfach Spaß anzusehen, wie sie zu Beginn, die erfolglose und etwas schüchterne Person spielt, jedoch im Laufe der Zeit immer gerissener und dominanter wird. Dabei ist es sehr authentisch gespielt, wie sie sich in einem Männer-Milieu, wie des, von ihr betriebenem, Pokerrings, immer mehr Respekt verschafft. Dass das letzte Drittel deutlich besser ist als das zweite Drittel, liegt auch sehr stark an den Darstellern. Idris Elba hat hier einen grandiosen 3-minütigen Monolog, der den Zuschauer fasziniert zurücklässt. Ähnliches gilt auch für Kevin Costner, der den Molly’s Vater spielt. Hier gibt es eine wirklich schön gespielte und rührende Szene, die Costner und Chastain in einem sehr persönlichen und emotionalen Gespräch zeigt. Der Film treibt auch die Handlung im letzten Drittel deutlich zielstrebiger voran, sodass man am Ende als Zuschauer mehr als zufrieden vor dem Fernseher sitzt und auch das zweite Drittel etwas vergessen macht. Wobei dies eine subjektive Wahrnehmung ist. Wer große Freude am Pokerspiel hat, wird mit dem zweiten Drittel einen großen Spaß haben. Hier muss man aber auch klarstellen, dass man diesen Film in vollen Zügen genießen und von den spannend und auch witzig inszenierten Pokerabenden durchgehend unterhalten werden kann, auch wenn man keine Kenntnisse über das Pokern besitzt.

Molly Bloom (Jessica Chastain)
Molly Bloom (Jessica Chastain) © Universum Film
Die Bildqualität besticht durch scharfe Bilder und satten Farben. Zudem gibt es kein Filmkorn und kein kriseliges Bild.
Die Tonqualität ist zwar prinzipiell auf einem guten Niveau. Jedoch ist der Sound etwas zu leise, sodass man doch sehr stark aufdrehen muss und manchmal die Dialoge nicht ganz verständlich sind. Der Film wurde in der deutschen Fassung gesehen. Dabei muss man ein ganz großes Lob an Manja Doering aussprechen, welche Jessica Chastain in diesem Film synchronisierte. Gerade Voice-Over-Szenen, in denen Molly im Hintergrund die Geschichte und Hintergründe erzählt, werden von ihr sehr pointiert und präzise gesprochen, sodass es einem sehr viel Freude bereitet, ihr zuzuhören.
Bei den Extras gibt es den Trailer zum Film sowie eine Trailershow. Darüber hinaus kann man den Film mit einem Audiokommentar von Aaron Sorkin anschauen. Dazu kommen Interviews mit der echten Molly Bloom, mit Regisseur und Drehbuchautor Aaron Sorkin sowie mit den Darstellern Jessica Chastain, Idris Elba und Kevin Costner. Teilweise sind diese sehr kurz geraten. So dauert das Interview mit Chastain lediglich eine Minute oder die Interviews mit Costner und Elba jeweils 3 Minuten. Zudem gibt es ein kleines Featurette, dass eher einem Trailer mit Interviewausschnitten ähnelt. Letztlich erhält man einen interessanten Blick hinter den Kulissen mit B-Roll-Aufnahmen.


Fazit:
Abgesehen von einem langatmigen zweiten Drittel, gibt es unter dem Strich einen Film, der eine kuriose wahre Geschichte erzählt, mit dem klassischen Sorkin-Schreibstil glänzt und schlichtweg in Sachen Drehbuch, Regie, Schauspieler und Schnitt und Kamera überzeugt. Ein Dialog-Feuerwerk, grandiose Darsteller und eine technisch saubere und hochwertige Inszenierung machen Molly’s Game zu einem sehenswerten Film.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universum Film