Mistaken for Strangers - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.10.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 75 min

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Inhalt

Matt Berninger ist Leadsänger der schwer erfolgreichen Indie-Rockband THE NATIONAL: berühmt, begehrt und verdammt angesagt. Sein Bruder Tom ist Amateur-Horrorfilmer, findet Indie-Rock eine ziemliche Angeberei und würde in jedem Fall Heavy Metal vorziehen. Doch begeistert sind beide von der Idee, Tom könne die HIGH VIOLET-Tour von THE NATIONAL begleiten und einen abgefahrenen Dokumentarfilm über die Band drehen. Eine Gelegenheit für die Brüder, sich mit ihrer Kreativität und ihren Ambitionen gegenseitig zu inspirieren. Wenn da nicht Toms gepflegter Chaotismus wäre und das schleichende Gefühl, trotz Splatter-Ästhetik irgendwie im Schatten des Bruders zu stehen. In das kühle Understatement der Band führt Tom zwar eine wunderbare Rotzigkeit ein. Doch er verliert sein eigentliches Vorhaben bald aus dem Blick, feiert die Nächte durch, versinkt im Chaos – und geht der Band gehörig auf die Nerven. Schließlich wird Tom gefeuert und muss versuchen, aus dem Durcheinander der letzten Monate so etwas wie einen Film zu machen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Neue Visionen
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Bonus Reels (ca. 80 min), Audio-Kommentar von Matt und Tom Berninger

DVD und Blu-ray | Mistaken for Strangers

Blu-ray
Mistaken for Strangers Mistaken for Strangers
Blu-ray Start:
10.10.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 75 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Mistaken for Strangers Mistaken for Strangers
DVD Start:
10.10.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 72 min.

Blu-ray Kritik - Mistaken for Strangers

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Konventionelle Dokumentationen über erfolgreiche Rockbands gibt es wie Sand am Meer und nur die wenigsten davon funktionieren auch über den Kreis der eingeschworenen Fans hinaus. Doch Tom Berningers Rocumentary „Mistaken for Strangers“ dürfte selbst Zuschauer ansprechen, die normalerweise keinerlei Interesse an Musikdokumentationen haben. Denn der wilde Dokumentarfilm, bei dem Tom die Band seines Bruders („The National“) auf ihrer Tour als Roadie begleitet, ist clever konzipiert und ungemein sympathisch umgesetzt worden.

Der Film baut voll und ganz auf den Kontrast der beiden sehr unterschiedlichen Brüder, zwischen denen durchaus so etwas wie eine moderate Rivalität herrscht und nutzt diese Grundprämisse als gleichsam lustige wie nachdenkliche Reflexion über den Wert von Erfolg und die höchst ambivalenten Welt eines Musikers auf Tour. Während Matt Berninger mit seiner Band den Traum eines Rockstars lebt, kämpft sich sein unbekannter Bruder mit billigen (aber ambitionierten) Horrorfilmchen durchs Leben und hat den Durchbruch noch lange nicht geschafft. Entsprechend missmutig und trotzig reagiert er auf Matts immensen Erfolg und beginnt bald, seinen Frust mit Alkohol zu bekämpfen. Das hat unweigerlich zur Folge, dass sein geplanter Dokumentarfilm nach und nach im Chaos zu versinken droht und mit fortlaufender Spieldauer immer anarchischer wird. Er stellt den Musikern seltsame Interview-Fragen, verschüttet auf dem Badezimmerboden Milch samt Cornflakes und nimmt die Aufgaben eines Roadies nicht sonderlich ernst. Das ist der Band ab einem gewissen Punkt alles etwas zu viel, weshalb Tom schließlich von seinem eigenen Bruder und dessen Kollegen gefeuert wird. Spannend bleibt bei all diesem Wahnsinn stets die Frage, wie viel von Tom Berninger ganz bewusst inszeniert wurde und was der Realität entspricht. Die Grenzen scheinen fließend zu sein, weshalb man als Zuschauer über die gesamte Spieldauer von 75 Minuten gebannt auf den Bildschirm starrt. Berninger spielt auf der Meta-Ebene geschickt mit den Strukturen einer herkömmlichen Band-Dokumentation, unterwandert bewusst deren Konventionen und garniert das Ganze mit einer gehörigen Portion Anarchie, die – ob nun gespielt oder echt – beim Zuschauer für jede Menge Spaß sorgt. Wenn vom eigenen Bruder erzählt wird, dass Tom „Indie-Rock“ eigentlich für „ziemlich prätentiösen Mist“ hält und Heavy Metall auf jeden Fall vorzieht, ist das schon verdammt lustig anzusehen. Interessanterweise darf man Tom im letzten Filmdrittel sogar beim Schneiden seines Filmes beobachten und Zeuge einer verpatzten Testvorführung werden - mehr „Meta“ geht kaum. Doch trotz aller Originalität und Meta-Spielerei zeichnet „Mistaken for Strangers“ tatsächlich auch ein authentisches Bild von der Band „The National“, liefert spannende Einblicke in die Tour der Indie-Rocker und bietet Musikfans überdies allerhand tolle Konzert-Aufnahmen. Dass Tom Berninger diese gewagte Symbiose geglückt ist, grenzt beinahe an ein kleines Wunder…

Bild- und (die in diesem Falle besonders wichtige) Tonqualität der Blu-ray können restlos überzeugen und verhelfen der Dokumentationen im Heimkino zur nötigen audiovisuellen Brillanz. Doch Highlight der Disc ist das etwa 80 Minuten lange Bonusmaterial, das den ohnehin sehr spannenden Hauptfilm um zahlreiche weitere Einblicke, Infos und Gags bereichert.

Fazit:
„Mistaken for Strangers“ ist eine der originellsten und gleichsam unterhaltsamsten Band-Dokumentationen der letzten Jahre!

by Jonas Hoppe
Bilder © goodmovies / Neue Visionen