Mein Ein, mein Alles - Blu-ray

Blu-ray Start: 21.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min

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Inhalt

Nach einem schweren Skiunfall wird Tony (Emmanuelle Bercot) in ein Reha-Zentrum gebracht. Dort muss die junge Frau nicht nur mühsam das Gehen neu erlernen, sondern auch ihr inneres Gleichgewicht wiederfinden. Zeit, um auf ihre turbulente Beziehung mit Georgio (Vincent Cassel) zurückzublicken: Warum haben sie sich geliebt? Wer ist dieser Mann, dem sie so verfallen war? Und wie konnte sie es zulassen, sich dieser erstickenden, zerstörerischen Leidenschaft auszuliefern? Vor Tony liegt ein langer Heilungsprozess, aber auch eine Chance, die Stücke ihrer zerbrochenen Persönlichkeit neu zusammenzusetzen und am Ende wieder frei zu sein…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch, Französisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Geschnittene Szenen, Outtakes

DVD und Blu-ray | Mein Ein, mein Alles

Blu-ray
Mein Ein, mein Alles Mein Ein, mein Alles
Blu-ray Start:
21.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 125 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Mein Ein, mein Alles Mein Ein, mein Alles
DVD Start:
21.07.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

Blu-ray Kritik - Mein Ein, mein Alles

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


Mit ihrer nur bereits vierten Regiearbeit („Poliezei“, „Verzeiht mir“) präsentiert Ex-Model und Schauspielerin Maïwenn mit „Mein ein, mein alles“ ein unter die Haut gehendes autobiografisch angehauchtes Beziehungsdrama, das die oft unerklärliche Anziehungskraft zweier ganz unterschiedlicher Menschen hochemotional und voller Herzschmerz seziert. Mein Ein, mein Alles SzenenbildIn dem Cannes-Wettbewerbsbeitrag von 2015, der oft wie ein französisches „Blue Valentine“ oder ein Nachfahre von John Cassavetes Beziehungsdramen wirkt, verarbeitet die Ex-Frau von Luc Besson ihre eigene tumultartige Ehe mit dem französischen Playboy Jean-Yes Le Fur auf schonungslose Weise und zeigt eine Chronik der Aufs und Abs in der Beziehung zwischen der Anwältin Tony (Emanuelle Bercot) und dem Restaurantleiter und Lebemann Giorgio (Vincent Cassel). Für Bercot gab es für ihre kraftvolle und aufopferungsvolle Leistung den Darstellerpreis in Cannes und eine Nominierung für den Cesar, Cassel wurde ebenfalls für zweiteres nominiert. Maïwenn gelang hier leidenschaftlich inszeniertes, überaus lebendiges und oft schmerzhaft realistisches, aber auch romantisches und sehr intimes Schauspielerkino, das einen echten Sog entwickelt.

Maïwenn, die auch das Drehbuch zu „Mein ein, mein alles“ geschrieben hat, erzählt ihren Film in Rückblenden. Alles beginnt mit einem leichtsinnigen Skiunfall von Marie-Antoinette alias „Tony“, bei dem sie sich das Kreuzband reißt und zu einer langen Reha gezwungen wird. Diese Ereignisse spielen sich nach ihrer langjährigen Beziehung mit Giorgio ab, die wie sich herausstellt, wohl mitentscheidend für ihren Unfall war – vielleicht ein verzweifelter Hilfeschrei. In der Folge zeigt der Film, wie sich die Beiden in einem Club kennenlernen und sich Hals über Kopf ineinander verlieben. Giorgio ist ein endlos cooler Macho, der pures Selbstbewusstsein und unwiderstehlichen, oft kindlich verspielten Charme ausstrahlt, dem die eher kopfgesteuerte und sachliche Tony völlig erliegt. Giorgio lebt in den Tag hinein, führt aber nebenher auch ein schickes Restaurant, versucht aber größtenteils das Leben mit einem ausschweifenden und gelegentlich exzessiven Stil zu zelebrieren. Immer wieder springt Maïwenn zwischen den beiden Zeitebenen hin und her, zeigt in der ersten Hälfte eine lebensfrohe und durch die Liebe revitalisierte Frau in der Vergangenheit und eine sichtlich gebrochene und desillusionierte Frau in der Gegenwart. Mein Ein, mein Alles SzenenbildLangsam bewegt sich der Film durch das Vergangene und erklärt, wie Tony zu dem Tiefpunkt gelangen konnte, an dem sie nun steht.

Gerade in der ersten Hälfte ist die Beziehung zwischen Tony und Giorgio von purer Energie und heftiger, intensiver Leidenschaft geprägt, die sich in jeder Menge wildem Sex und vielen Feiern und Sprunghaftigkeit entlädt. Maïwenn inszeniert ihren Film immer mit entsprechend vitaler Kraft und Dynamik, Bercot und Cassel harmonieren hervorragend zusammen, wodurch ihre ungestüme Leidenschaft und intensiven Emotionen problemlos auf den Zuschauer überspringen. Man merkt dem Film jederzeit seine autobiografische Färbung an, denn hier spricht Erfahrung und ein tief empfundenes Gefühl für die Komplexität menschlicher Beziehungen. Maïwenn will auch niemanden für sein Verhalten verurteilen oder den Zuschauer deprimiert zurücklassen, ihr Menschenbild ist dafür zu empathisch und komplex, ihr Blick auf das Leben zu optimistisch und romantisch. Giorgio entpuppt sich nach dem schönen und charmanten Beginn (der auch von viel echtem Humor und purer Lebensfreude durchzogen ist) immer wieder als geradezu scheußliches Monster, der Tony mit seinem unberechenbaren und ungehobelten Verhalten oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt. Trotz aller Probleme und extremer Hochs und Tiefs können die Beiden aber einfach nicht voneinander lassen, gerade Tony kann dem immer wieder ankriechenden und zusätzlich mit zahlreichen persönlichen Problemen behafteten Giorgio nicht wiederstehen – auch wenn sie ihm jedes Mal wieder deutlich macht, dass es mit ihnen keinen Sinn mehr macht, dass ihr Lebensstil zu destruktiv ist und keine Zukunft hat.

„Mein ein, mein alles“ ist ein unablässiger Gefühlstornado, der den Zuschauer unmittelbar mit seiner intensiven und hochemotionalen Machart in den Bann zieht. Obwohl der Film nicht gerade subtil ist, da er eigentlich nur die zahlreichen negativen und positiven Höhepunkte der wilden Beziehung von Tony und Giorgio portraitiert, wirkt er dennoch stets überaus glaubhaft und menschlich. Mein Ein, mein Alles SzenenbildMelodramatisch und übertrieben ist das nicht, lediglich durch eine Aneinanderreihung explosiver, gelegentlich hysterischer und selten „normaler“ Momente auf filmische Weise überhöht. Trotz recht stattlicher Laufzeit von 124 Minuten ermüdet dieser kraftvolle Beziehungsreigen nicht – viel länger dürfte er aber auch nicht sein. Bercot und der immer zuverlässige und so charismatische Cassel spielen sich hier die Seele aus dem Leib und sind jede Sekunde völlig glaubhaft und wirken eins mit ihrer Rolle. Ihre Szenen sind größtenteils improvisiert, eine Herangehensweise, die nicht immer aufgeht. Hier funktioniert der Stil aber voll und ganz und ergibt eine spürbar eingelebte Intimität und unverfälschte Authentizität und spontane Unmittelbarkeit. Viele bessere Schauspielerfilme wird man dieses Jahr wohl nicht zu sehen kriegen. Das Ganze mündet schließlich in einen perfekt zufriedenstellenden Schluss, der genau die richtige Spur offen bleibt. Für manch einen Zuschauer ist „Mein ein, mein alles“ wohl letzten Endes zu real und schmerzhaft, gerade wenn man ähnliche Beziehungen durchlebt hat. Das darf aber dann wohl als Kompliment gelten, denn Maïwenn ist hier ein Film gelungen, der nur von jemand stammen kann, der viel harte Lebenserfahrung und zahlreiche Narben gesammelt hat und darauf brennt, davon zu berichten.

Bild Das digital auf Sony CineAlta Kameras aufgezeichnete Bild überzeugt auf Blu-ray mit angenehmer Natürlichkeit, die sich in realistischer und subtiler Farbgebung und durchweg ansprechendem Kontrast wiederspiegelt. So ist die Schärfe und Detailwerte sind durchweg auf einem hohen Level, das Bild gefällt durch seine oft filmische Qualität, die nur gelegentlich seinen digitalen Ursprung vermuten lässt. Die Vergangenheit wirkt so eher warm und weich gezeichnet, während die Reha-Zeit subtil kühler und härter wirkt. Mein Ein, mein Alles SzenenbildBildfehler bleiben dankbarerweise aus.

Ton „Mein ein, mein alles“ ist erwartungsgemäß ein sehr dialogbasierter Film, entsprechend spielt sich das meiste Geschehen im Frontbereich ab. Hier ist die Tonwiedergabe überaus sauber, Stimmen sind klar verständlich abgemischt. Gelegentliche atmosphärische Geräusche verteilen sich differenziert auf die Surround-Lautsprecher, der Subwoofer bleibt bis auf kleine Ausnahmen arbeitslos. Dennoch ein absolut zufriedenstellender technischer Eindruck.

Extras Hinter den obligatorischen geschnittenen Szenen und Outtakes verbirgt sich tatsächlich eine recht substanzielle Laufzeit von gut 45 Minuten. Gerade die geschnittenen Szenen offenbaren, dass hier tatsächlich sehr viel Material entfernt wurde – darunter auch durchaus gutes, was den Film interessant erweitert. Dennoch bleibt weiteres Bonusmaterial leider aus, auf Interviews oder ein Making-of muss völlig verzichtet werden.
Geschnittene Szenen (27:59 Min.)
Outtakes (14:34 Min.)
Weitere Highlights (C’est la Vie – So sind wir, so ist das Leben, Der Schaum der Tage, Mademoiselle Populaire, Mein Stück vom Kuchen, Knight of Cups, Selma, Big Exes)


Fazit:
„Mein ein, mein alles“ ist ein kraftvolles und energiereiches Beziehungsdrama, das mit seiner schonungslosen Ehrlichkeit und kompromisslosen Intensität tief unter die Haut geht. Ungemein profitieren tut der Film von seinem herausragend agierenden Schauspielerduo, das bestechend harmoniert und überdurchschnittlich lebhaft und authentisch gezeichnet ist.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment




Mein Ein, mein Alles - Trailer