Mandy - Blu-ray

Blu-ray Start: 29.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 121 min

Mandy Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Einzelgänger Red Miller kocht vor Wut und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte "Children of the New Dawn", hatte sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt - nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar zum Film von Patrick Lohmeier (Bahnhofskino) (ca. 120 Minuten), Behind the Scenes (ca. 22 Minuten), Deleted Scenes (ca. 14 Minuten), Vier "One Shot" Teaser (ca. 4 Minuten), Deutscher Trailer (ca. 2 Minuten), Englischer Trailer (ca. 2 Minuten)

DVD und Blu-ray | Mandy

Blu-ray
Mandy Mandy
Blu-ray Start:
29.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 121 min.

zur Blu-ray Kritik
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Blu-ray Start:
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DVD
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29.11.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 116 min.

Blu-ray Kritik - Mandy

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Nicolas Cage ist in der letzten Jahren in unzähligen Filmen zu sehen gewesen, die ausgenommen winziger Ausnahmen (z.B. "Joe") ziemliche Gurken waren, auch wenn seine Rollen als Grimassen schneidender Psychopath (Arsenal; Mom and Dad) zumindest noch eine gewisse Art Unterhaltungswert darstellte. Seine neueste Rolle als Heavy-Metal Holzfäller Red auf LSD von "Beyond the Black Rainbow" Regisseur Panos Cosmatos ist ihm gewissermaßen wie auf den Leib geschneidert und wurde auf dem Internationalen Filmfestival in Cannes im Mai 2018 für geschlagene fünf Minuten mit Standing Ovations vom Publikum gelobt.

Nicolas Cage in Mandy
Nicolas Cage in Mandy © Koch Media
Holzfäller Red Miller (Nicolas Cage) lebt mit der Liebe seines Lebens Mandy Bloom (Andrea Riseborough, Birdman) in einer abgelegenen Holzhütte im Wald. Sie genießen die Zweisamkeit und Ruhe, die Mandy hilft sich ihrer Kunst zu widmen. Auf einem ihrer ausgedehnten Spaziergänge gerät sie zufällig ins Visier des wahnsinnigen Sektenführers Jeremiah (Linus Roache, Non Stop), der sie vom ersten Moment an für sich haben möchte. Mit Hilfe Nieten gespickter Bikerdämonen entführt er Mandy des Nachts, setzt sie unter Drogen und will sie sich gefügig machen. Mandy findet den größenwahnsinnigen Clown, der sich sehr gern selbst reden hört aber eher zum Schreien komisch, was dieser natürlich nicht auf sich sitzen lässt und sie kurzerhand vor den Augen ihres Mannes ermordet. Das ist das Stichwort für Grimassen Nicky Cage so richtig aufzudrehen und seinem Gesichtszirkus freien Lauf zu lassen. Nachdem er in Unterhose in seinem gelb geblümten Badezimmer dezent ausgeflippt ist und eine halbe Flasche Hartsprit getankt hat wird auch schon in Windeseile eine futuristische Axt im Schuppen gefertigt und dann darf das Blutbad beginnen.

Red Miller (Nicolas Cage) in Mandy
Red Miller (Nicolas Cage) in Mandy © Koch Media
Damit ist die Handlung als solche auch schon erzählt, womit klar sein dürfte, dass die Story nicht unbedingt die Stärke dieses Streifens ist. Dafür kann Mandy durch eine Optik glänzen, die sich mehr als nur sehen lassen kann. Der fast durchgängig aus Rot- und Blautönen bestehende Farbfilter in Kombination mit dem gleichermaßen grandiosen wie erdrückenden und schier omnipotenten Soundtrack sind in Kombination eine totale Reizüberflutung, die besonders den LSD Einfluss der Story unterstreicht und gleichzeitig einen esoterischen Beigeschmack bekommt. Der grelle Rot- und Blaustich erinnert oft an Vorreiter dieser Technik wie Dario Argento in seinem 1977er Meisterwerk Suspiria oder dem noch recht aktuellen The Neon Demon, bei denen der Farbfilter jedoch situationsabhängig sparsam eingesetzt wurde. Als Zuschauer kann man sich an dem Anblick kaum satt sehen und man merkt auffällig das hier die Kunst selbst im Vordergrund steht. Teils minutenlange One-Takes untermauert von wuchtigem Sound sind genau so eindrucksvoll wie die eigentlichen futuristischen-, gothicangehauchten Kulissen und die liebevoll eingefügten Kleinigkeiten und Anspielungen auf andere Klassiker des Horrorgenres.

Szene aus Mandy (2018)
Szene aus Mandy (2018) © Koch Media
Leider ruht sich der Film zu sehr auf diesen Stilmitteln aus, was über eine Gesamtlauflänge von über zwei Stunden spürbar anstrengend und besonders in der ersten Hälfte zum Hauptfokus wird, ohne die Handlung voranzutreiben. Die erste Sunde zieht sich Mandy daher unnötig lang, wobei die oben erwähnten kleinen Details wie ihr Mötley Crü T-Shirt oder die Verweise auf Hellraiser und den Crystal Lake das Warten etwas versüßen. Eine weitere Besonderheit ist sicher, dass es selten Dialoge gibt und sich das Gesprochene fast ausschließlich auf Monologe und Gedanken beschränkt. Einerseits ein interessantes Stilmittel, das richtig angewandt voll funktionieren kann (siehe Sin City), andererseits wäre es schön gewesen zumindest ein wenig Story fördernden Inhalt dort hinein zu packen. Aber wahrscheinlich möchte Mandy gar nicht mehr sein, als ein artifizieller Rachefilm, bei dem weniger das Warum als das Gezeigte selbst im Vordergrund steht. Mandy möchte anders sein, und Fakt ist: Mandy ist anders! Ebenso wie Aaronowskys Mother! sich zum Ziel gesetzt hat zu polarisieren, tut das auch Panos Cosmatos und wird damit für regen Gesprächsstoff sorgen.

Zensur: Zwar dauert die Einleitung eine geschlagene Stunde, aber wenn Nic Cage dann endlich zu den Waffen greift wird es laut, hässlich und extrem blutig. Es gibt einen kultverdächtigen Kettensägenkampf, Schuss-, Schnitt- und Stichverletzungen und auch sonst wird kaum ein Gewaltakt ausgelassen. Trotz der überaus drastischen Brutalität erhielt Mandy von der FSK in seiner ungeschnittenen Form eine Freigabe ab 18.
Nicolas Cage in Mandy (2018)
Nicolas Cage in Mandy (2018) © Koch Media


Bild: Das Herzstück von Mandy ist eindeutig das Bild. Der grell rote und blaue Farbfilter wirkt als Hommage an die 80ger und erinnert stark an Plattencover verschiedener Heavy Metal Alben der selben Zeit. Durch den dreckigen Look sind klare Einflüsse der Grindhouse Produktionen spürbar.

Ton: Der Ton, vorliegend in zwei Audiospuren (deutsch, englisch) im DTS-HD 5.1, unterstützt die visuelle Wirkung des Streifens noch einmal tatkräftig, was nicht zuletzt auf den grandiosen Soundtrack des kürzlich verstorbenen Komponisten Johann Johansson zurückzuführen ist, der zuvor schon Mother! zu einem wahren soundtechnischen Meisterwerk werden ließ. Der Sound ist wuchtig und fast allumfassend, was einerseits oft erdrückend erscheint, andererseits bewusst verstören soll. Im Zusammenspiel mit den surrealen Kulissen eine absolute Meisterleistung.

Extras: Die Extras können sich durchaus sehen lassen: So gibt es neben einem Audiokommentar von Patrick Lohmeier, einem 22 Minuten langen Behind the Scenes noch einige Deleted Scenes (14 Minuten), vier One-Shot Teaser und eine Trailershow.


Fazit:
Wer spezielles und andersartiges Kino mag und gern Filme sieht, die sich von der breiten Masse abheben, kommt an Panos Cosmatos' cineastischem Meisterwerk nicht vorbei. Nicht nur die Kameraarbeit und die Optik sind visuell beeindruckend, auch Nicolas Cage erstrahlt zu neuem Glanz und liefert hier seine wahrscheinlich beste schauspielerische Leistung seit gut zehn Jahren ab. Einzig die Einleitung hätte etwas straffer ausfallen, und der Showdown ein wenig spektakulärer gestaltet werden können, um Tempoeinbußen zu vermeiden. Zusammengefasst bleibt Mandy ein Kunstfilm durch und durch und macht keine halben Sachen: Entweder man liebt ihn, oder hasst ihn. Ich zähle mich nach intensiverem Wirken lassen zu ersteren und kann somit ruhigen Gewissens eine Empfehlung aussprechen.

by Christoph Berger
Bilder © Koch Media