Manchester by the Sea - Blu-ray

Blu-ray Start: 01.06.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 137 min

Manchester by the Sea Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Wenn du alles gibst und doch die, die du liebst, nicht beschützen kannst… was macht das mit dir - als Mensch?
Lee Chandler (Casey Affleck) ist ein schweigsamer Einzelgänger, der als Handwerker eines Wohnblocks in Boston arbeitet. An einem feuchtkalten Wintertag erhält er einen Anruf, der sein Leben auf einen Schlag verändert. Das Herz seines Bruders Joe (Kyle Chandler) steht still. Nun soll Lee die Verantwortung für seinen 16-jährigen Neffen Patrick übernehmen. Äußerst widerwillig kehrt er in seine Heimat, die Hafenstadt Manchester-by-the-Sea, zurück. Doch ist Lee dieser Situation und der neuen Herausforderung gewachsen? Kann die Begegnung mit seiner (Ex-) Frau Randi (Michelle Williams), mit der er einst ein chaotisches, aber glückliches Leben führte, die alten Wunden der Vergangenheit heilen?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
GB: DTS-HD Master Audio 5.1
DE, FR, IT, ES, RU :DTS Digital Surround 5.1
Untertitel:
DE, GB, FR, IT, ES, Ru, NL, ZH, AR, HI
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Unveröfentlichte Szenen (05:38)
Das Making OF von MANCHESTER BY THE SEA (15:19)
Filmkommentar mit Regisseur/Autor Kenneth Lonergan

DVD und Blu-ray | Manchester by the Sea

Blu-ray
Manchester by the Sea Manchester by the Sea
Blu-ray Start:
01.06.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 137 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Manchester by the Sea Manchester by the Sea
DVD Start:
01.06.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 132 min.

Blu-ray Kritik - Manchester by the Sea

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Anfang des Jahres war Manchester by the Sea für ein halbes Dutzend Oscars nominiert und dies (fast) in sämtlichen Hauptkategorien: Bester Film, beste Regie, bester Hauptdarsteller, beste Nebendarstellerin (Michelle Williams), bester Nebendarsteller (Lucas Hedges) und das beste Originaldrehbuch. Manchester by the Sea SzenenbildCasey Affleck als bester Hauptdarsteller und Kenneth Lonergan für sein unglaubliches Drehbuch, der ebenfalls Regie führte, gewannen zurecht den Oscar. Der Streifen hätte sicherlich den Oscar für den besten Film ebenfalls verdient. Denn Manchester by the Sea ist ein ganz besonderes emotionales Stück Kino, dass in der Filmsammlung eines jeden Filmliebhabers seinen Platz haben sollte.

Casey Affleck spielt den Hausmeister Lee Chandler und wohnt alleine in der Kleinstadt Quincy nahe Boston. Eines Tages erfährt er vom Tod seines älteren Bruders Joe, der an einer Herzinsuffizienz litt und letztlich daran gestorben ist. Lee kehrt in seinen Heimatort Manchester-by-the-sea zurück (diesen Ort gibt es wirklich) und soll nun der Vormund seines Neffen Patrick sein, welcher vom überaus talentierten Jungschauspieler Lucas Hedges gespielt wurde. Doch Lee ist nicht dafür bereit und wurde von Joe auch nie darüber aufgeklärt. Warum Lee dafür nicht bereit ist, wieso er alleine lebt und was in der Vergangenheit passiert ist, zeigt der Film in äußerst schön erzählten und interessant platzierten Rückblenden, welche hier nicht angesprochen werden.

In diesem Film bleibt bei keinem ein Auge trocken. Manchester by the Sea ist überaus emotionales Gefühlskino ohne Kitsch und Pathos und bietet eine ganz besondere Sequenz, die einem für immer in Erinnerung bleiben wird, da es schlichtweg schwer zu ertragen ist, sie anzuschauen. Sie ist diese eine entscheidende Szene, die einen Film komplett auf den Kopf stellt und auch viele Fragen beantwortet. Man versteht den Charakter besser und kann sich besser in ihn hineinversetzen. Der von Affleck gespielte Charakter wirkt sehr introvertiert, unhöflich und eher unsympathisch. Er ist in seiner Art absolut kundenunfreundlich als Hausmeister und ein schwieriger Charakter, der nicht vor einer Kneipenschlägerei zurückschreckt. Manchester by the Sea SzenenbildDie Art und Weise wie er mit dem Verlust seines Bruders umgeht und wie er um ihn trauert, ist ebenfalls sehr sonderbar und wirkt in dem einen oder anderen Moment gar befremdlich. Doch dann wird nach ca. 50 Minuten Spiellänge in einer Rückblende jener schwere Schicksalsschlag erzählt, der Lee veränderte, der erklärt warum Lee so ist wie er ist und warum er sich in solch einer Situation – getrennt von seiner Frau, alleinlebend in einer anderen Stadt und nicht bereit in die Heimatstadt zu ziehen – befindet. Doch auch darüber hinaus ist Manchester by the Sea äußerst facettenreich. Es ist kein Film, der über die Lauflänge hinweg einen niedergeschlagenen Ton trifft und an die Nieren geht. Er besitzt einige Szenen, die für Erheiterung beim Zuschauer sorgen. Mit einer wohl dosierten, aber überaus effizienten Prise Humor schafft es der Film auch herzliche Momente zu kreieren. Lonergan zeigt in diesem Film wie Menschen unterschiedlich mit einem Schicksalsschlag umgehen, wie ein Schicksalsschlag auch Menschen trennen kann statt den Zusammenhalt zu stärken und wie letztlich ein Verlust einen Menschen nachhaltig für sein restliches Leben verändert.

Casey Affleck spielt hier grandios auf. Er passt einfach perfekt in die Rolle. Seine besondere Mimik, die auf den ersten Blick keine Aussagekraft besitzen mag, doch so voller Schmerz und Leid ist. Sein Gang ist ebenfalls prägnant. Keine Spur von breiter Brust, sondern eher eine tiefe Niedergeschlagenheit. Das Afflecks ohnehin kraftlose Stimme, die durch sein Nuscheln noch verstärkt ist, hier ebenfalls die Figur passend ergänzt, kommt dazu. Matt Damon, der den Film mitproduzierte, sollte übrigens diese Rolle anfangs übernehmen. Auch wenn er ein toller Schauspieler ist, kann man sich schwer einen anderen Darsteller in der Rolle des Lee Chandlers vorstellen. Casey Affleck spielt so subtil und fein nuanciert in jeder Szene und in jedem Dialog, weswegen er sich diesen Oscar mehr als verdient hat auch wenn Denzel Washington für Fences als sein größter Konkurrent bei den Nominierten ebenfalls eine brillante Performance ablieferte. Manchester by the Sea SzenenbildMichelle Williams hatte wenig Screentime, doch war in der emotionalen Rückblende zu sehen, die ebenfalls auch durch sie, unter die Haut ging. Am Ende des Filmes hatte sie ihre „Oscar-Szene“, was definitiv nicht abwertend oder zynisch gemeint ist, denn hier spielt Williams überragend auf und die Tränen schießen einem daraufhin in die Augen. Glaubwürdiges Schauspiel liefert sie in den wenigen Szenen, in den sie auftrat und überzeugt auf ganzer Linie. Lucas Hedges und Kyle Chandler, welcher Lees Bruder Joe in den Rückblenden spielte, überzeugen ebenfalls auf ganzer Linie.

In den Extras gibt es drei unveröffentlichte Szenen. Insbesondere eine sticht hier extrem raus und hätte eigentlich in der Endversion des Filmes erscheinen müssen. Darüber hinaus gibt es ein Making-of mit vielen Interviewausschnitten mit den Produzenten, Darstellern und dem Regisseur, das an dem typischen Problem der Selbstbeweihräucherung leidet. Letztlich kann man sich diesen Film auch mit dem Audiokommentar von Kenneth Lonergan anschauen. Die Bild – und Tonqualität der Blu-ray ist auf einem hohen Niveau und lässt keinen großen Platz für Kritikpunkte, auch wenn der Sound sehr leise ist und man gezwungenermaßen die Lautstärke deutlich erhöhen muss.


Fazit:
Manchester by the Sea ist ein besonderer Streifen, der einem im Kopf hängen bleibt und auf emotionaler Ebene voll auftrumpft. Es ist kein depressiver Streifen, dafür steckt in vielen Szenen zu viel Leben und auch Lebensfreude drin. Die Darsteller sind alle auf einem ganz hohen Niveau. Insbesondere Casey Affleck zeigt hier eine unglaublich rührende Performance und spielt seinen Charakter mit sehr viel Engagement und Herz. Kenneth Lonergan hat hier ein grandioses Werk geschaffen mit einer tollen Geschichte, mit menschlichen und realitätsnahen Charakteren, was seinem brillant geschriebenen Drehbuch zu verdanken ist. In der zweiten Hälfte kommt der Film leider durch seine Lauflänge von 138 Minuten um den ein oder anderen langatmigen Moment nicht hinweg. Doch letztlich bleibt ein Film übrig, der berührt und nachdenklich macht und eine emotionale Filmerfahrung ist.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universal Pictures