Mad Max: Fury Road - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min

Mad Max: Fury Road Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Verfolgt von seiner bewegten Vergangenheit durchstreift Mad Max das verwüstete Land auf eigene Faust, weil er glaubt, allein die besseren Überlebenschancen zu haben. In der Wüste gerät er jedoch an eine Gruppe Flüchtlinge in einem Kampfwagen, die von der charismatischen Furiosa angeführt werden und versuchen, dem Tyrannen Immortan Joe zu entkommen. Da ihm etwas Unersetzliches gestohlen wurde, setzt der wütende Warlord sämtliche Truppen in Marsch und lässt die Rebellen erbarmungslos verfolgen – ein barbarischer Straßenkrieg beginnt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
Deutsch, Englisch (Dolby Atmos)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Die Dreharbeiten
- Auf vier Rädern - Aus Autos werden Kampfmaschinen
- Am Limit: Max und Furiosa
- Die Werkzeuge der Wüste
- Die Reize der fünf Frauen
- Crash & Smash
- Nicht verwendete Szenen

DVD und Blu-ray | Mad Max: Fury Road

Blu-ray
Mad Max: Fury Road Mad Max: Fury Road
Blu-ray Start:
17.09.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

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DVD
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DVD Start:
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Blu-ray Kritik - Mad Max: Fury Road

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Es gibt nicht viele Filme, die man als visionär, als völlig einzigartig in ihrer Machart, bezeichnen kann. George Millers „Mad Max: Fury Road“ ist so ein Film gelungen. Ein cineastisches Werk, das neue Wege beschreitet, das einen Meilenstein darstellt, ein Genre auf fast schon revolutionäre Weise neu definiert – und dabei dennoch angenehm Old School ist. Miller hat hier etwas Bahnbrechendes, etwas Furchtloses kreiert, das sicher noch in Jahren studiert und in Ehrfurcht betrachtet werden wird. So reiht sich der Film in die Liga der großen Actionmeilensteine ein, die gesäumt sind von Filmen wie „Aliens“, „Hard Boiled“, „Stirb langsam“, „Terminator 2“, „Speed“, „Matrix“, „The Dark Knight“ und den beiden „The Raid“ Filmen, um nur ein paar der ganz prägenden Filme des Genres in den letzten 30 Jahren zu nennen. Vielleicht erreicht „Mad Max“ nicht die emotionalen und intellektuellen Höhepunkte der meisten genannten Filme, doch als Werk purer kinetischer Energie und als singuläre Vision eines unberechenbaren Künstlers, darf Millers Werk wohl als absolut außergewöhnlich beschrieben werden. Bei dem nun vierten Film in der „Mad Max“ Reihe (die Mel Gibson zum Star machte) darf Miller mit weit größeren Mitteln hantieren als in seiner Kult-Trilogie: Für „Fury Road“ standen dem bereits 70-jährigen Australier um die 150 Millionen Dollar zur Verfügung, heraus kam ein nie da gewesenes Spektakel entfesselten Bewegungskinos. Trotz durchaus heftigem CGI-Einsatz in Korrektur- und Umweltmanipulationsbereichen zeichnet sich Millers bizarre Endzeitvision wie schon seine Vorgängerfilme durch real durchgeführte bahnbrechende Stunts aus, durch todesmutige Action, die physikalische Grenzen nicht überschreitet. Hinzu kommen echt gebaute, vollkommen einzigartige Fahrzeugkonstruktionen und irrwitzige Figuren in mehr als exzentrischen Kostümen. Kurz: Miller grundiert sein ungestümes Spektakel durch reales Filmemachen, das so schlichtweg Kino in seiner reinsten Form darstellt – bildgewaltig erweitert durch zeitgemäße Mittel. Die Handlung reduziert Miller auf das absolute Minimum, „Fury Road“ ist im Grunde eine reine Verfolgungsjagd, die nur sehr kurze Passagen zum Atmen gibt. Obwohl die Charaktere teils nur schemenhaft gezeichnet wirken, stattet Miller den Film trotz Reduktion auf das Wesentliche mit durchaus vorhandener Emotionalität und vor allem symbolischem Subtext aus, die den vierten Mad Max Streifen vom reinen Spektakel noch eine Stufe höher setzt. Keine Frage: Hier ist einer der essentiellen Filme des Jahres zu bewundern, der es direkt zu Kultstatus schafft und einfach gesehen werden muss.

Wie angedeutet ist die Handlung von „Fury Road“ schnell umrissen. Eine Vorkenntnis zu den drei Vorgängerfilmen ist nicht nötig (aber natürlich rein aus filmhistorischer Hinsicht zu empfehlen), wie auch in den Mel Gibson Filmen ist Max Rockatansky die Hauptfigur. Diesmal schlüpft Tom Hardy in die ikonische Lederjacke, in einem sehr kurzen Prolog erfährt man, dass sich die Welt durch einen nuklearen Holocaust bereits vor vielen Jahren in eine einzige Einöde verwandelt hat. Eine Zivilisation gibt es nicht mehr, Rohstoffe sind sehr knapp. Der umherstreunende Einzelgänger Max trägt eine schmerzhafte Vergangenheit mit sich rum, will nur in ein Zuhause, das nicht mehr existiert. Er wird von den sogenannten War Boys gefangen genommen, einer fanatischen Armee bestehend aus weiß angemalten Glatzköpfen, die den tyrannischen Herrscher Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) wie einen Gott kultisch anhimmeln. Dieser regiert aus einer Festung heraus über eine verhältnismäßig kleine Bevölkerung mitten in der Wüste, verfügt über die spärlichen Wasservorräte und über fünf junge, gesunde Ehefrauen, die er gefangen hält, um seine Nachfahren zu erzeugen. Max wird als „Blutbeutel“ und „Universalspender“ von dem kranken War Boy Nux (Nicholas Hoult) gefangen gehalten, als Imperator Furiosa (Charlize Theron) im Auftrag von Immortan Joe einen riesigen Lastwagen im Konvoi nach „Gas Town“ aussendet, um Treibstoff einzuladen. Furiosa hat aber andere Pläne und weicht von der Route ab, sie hat die fünf Ehefrauen in ihre Obhut genommen, um zum „grünen Ort“ zu fahren, einem paradiesischen Ort, an dem sie aufgewachsen ist. Fortan wird sie aus einer Armada bestehend aus Joes Gefolgschaft und rivalisierenden Gangs verfolgt, darunter auch Nux, der Max als Blutreservoir vor sein Auto gespannt hat…

Bereits 30 Jahre ist es her, dass George Miller mit „Jenseits der Donnerkuppel“ den bis dato letzten Mad Max-Film veröffentlicht hat. Eine Ewigkeit im Filmgeschäft, doch bereits um 1998 wurden konkrete Pläne für einen vierten Teil gesponnen. Immer wieder über die Jahre stand ein möglicher Film kurz vor Drehbeginn (damals noch mit Mel Gibson, später war Heath Ledger im Gespräch), doch diverse Faktoren wie die kritische Situation nach dem 11. September zerstörten das Vorhaben wiederholt. Sogar ein animierter Film war zwischenzeitlich in Planung. Nach Jahren der Vorproduktion begannen die Dreharbeiten in der Wüste Namibias bereits im Jahr 2012 und hielten inklusive Nachdrehs Ende 2013 fast ein Jahr lang an. Millers Crew arbeitete auf Basis von 3.500 Storyboards, ein richtiges Drehbuch wurde erst auf Drängen des Studios geschrieben. 150 Stuntmänner wurden eingesetzt, 480 Stunden Material wurden gedreht, für die Cutterin Margaret Sixel, Millers Frau, alleine drei Monate zur reinen Sichtung benötigte. Obwohl „Fury Road“ laut Millers Aussage zu 90 % aus praktischen Effekten besteht, mussten 2.000 visuelle Effektaufnahmen zur Veränderung der Umwelt, Entfernung von Drähten u.ä. und extensive Farbkorrektur eingesetzt werden. Das gewaltige Unterfangen „Fury Road“ unter schwierigsten Bedingungen zu realisieren, war also in jeder Hinsicht extrem und auch ein enormes Wagnis für Warner, die zwischenzeitlich sogar einen Stellvertreter als Beobachter nach Namibia schicken mussten.

Alle Mühen und Risiken haben sich letztlich mehr als ausgezahlt, denn „Mad Max: Fury Road“ wurde zu einem der größten Erfolge des Jahre, gefeiert von der Kritik und mit bisher gut 380 Millionen Dollar Einspiel weltweit auch finanziell ein Gewinner. So ist Miller ein Wunder von einem Film gelungen, denn hier ist ein völlig hemmungsloser Big Budget-Action-Kunstfilm zu bewundern, der die einzigartige, radikale und ungefilterte Vision eines einzelnen Mannes verkörpert, vollkommen unberührt von Einschränkungen und den Vorgaben eines Studios. George Miller, dessen letzter Film „Happy Feet 2“ war, gelingt hier ein meisterhaftes Beispiel filmischer Weltenerschaffung, die den Zuschauer völlig mit seinen exzentrisch gestalteten Figuren in einer improvisiert aus Schrottteilen zusammengebauten Umwelt gefangen nimmt. Wer die „Mad Max“ Reihe kennt, wird hiervon nicht überrascht sein, für alle anderen kann diese andersartige Welt mit Charakternamen wie Rictus Erectus, oder The Splendid Angharad schon etwas befremdlich wirken. Auch Millers stilisierte postapokalyptische Sprache, die von eigenartigen Begrifflichkeiten und speziellen Betonungsweisen geprägt ist, kann oft einen gestelzten und irritierenden Eindruck hinterlassen. Dennoch: Durch diese ganzen grotesken Eigenarten ist „Fury Road“ ein außergewöhnlicher Ritt jenseits aller Konventionen, voll bis an den Rand mit purer Kreativität und Originalität. Dialogfetzen wie „Oh, what a day! What a lovely day!”, „You will ride eternal, so shiny, so chrome!, “I live, I die. I live again!“ oder “Witness me!” sind jetzt schon ikonische Phrasen. Dann sind da natürlich noch solche unglaublich coolen Figuren wie der Gitarrenspieler mit integriertem Flammenwerfer, die direkt unvergesslich sind und sich ins kollektive Filmgedächtnis einbrennen. Oder aber solche Ideen wie das Chromspray, das sich die Warboys in den Mund sprühen, bevor sie den Heldentod sterben. Oder diese unglaublichen, an Autos befestigten meterhohen Stangen, an denen Immortan Joes Männer bei voller Fahrt umher schwanken. Generell die wahnwitzigen Vehikel, die Kostüme, Muttermilchszapfanlagen, und, und, und. „Fury Road“ ist einfach ein konstanter Rausch ungebändigter Vorstellungskraft und eben ein Inferno der Kinetik, ständiger Bewegung. Die unglaublichen Stunts am laufenden Band gepaart mit John Seales entfesselter Kamera, Junkie XLs furios treibend-pulsierendem Soundtrack und der intensiven Farbgestaltung lassen Millers Film zu einem Trip werden, bei dem man immer mal wieder das Atmen vergisst. Das ist pures Aktionkino in Reinform, das Zuschauer zum Staunen und ungläubig-den-Kopf-schütteln bringen will, wie Buster Keaton & Co. in den Stummfilmtagen.

Zu dem Actionwahnsinn kommt noch eine thematische Komponente, die den Film nochmal mehr Wert gibt. So ist „Fury Road“ in der Hinsicht erstaunlich und überraschend, da Max eigentlich gar nicht die erwartete Hauptfigur des Films ist. Die ist nämlich Furiosa, die Charlize Theron mit großartiger Stärke verkörpert. Ihre nach Vergebung suchende Figur bildet in vielerlei Hinsicht das Zentrum des Films, ohne viele Worte drückt Theron viel aus, lässt einen tief liegenden Schmerz und starke Entschlossenheit durchblicken. Hardys Max, der kaum redet, ist da fast nur Beiwerk, ein zunächst eher schwacher Antiheld, der später auch mal die Waffe in einer symbolischen Geste abgibt und die Frau schießen lässt. Das ist schon fast etwas Revolutionäres im seit jeher maskulin dominierten Actiongenre. Damit steigt Therons Verkörperung sicher in der Rangliste großer Film-Heroinen mit Sigourney Weavers Ellen Ripley in „Aliens“ oder Linda Hamiltons Sarah Connor in „Terminator 2“ empor. Ihr sich ganz subtil entfaltender Erzählbogen bildet außerdem den emotionalen Kern des Films. Der sonst so großartige Tom Hardy bleibt hier tatsächlich etwas blass und steht damit im Schatten von Theron. Aber auch sein Max hat einen Bogen vom eigensinnigen Einzelgänger, der sich mehr und mehr unterordnet und seine Menschlichkeit wiederfindet. Nicht zu vergessen ist auch Nicholas Hoult, der mit Nux einen weiteren sehr erinnerungswürdigen Charakter erschafft. Das erzählerische Element der Befreiung der Frauen aus tyrannischer Männerhand darf zudem als unaufdringlich feministische Botschaft verstanden werden.

So ist „Mad Max: Fury Road“ ein beispielloses Werk visionärer Popkultur, vital an filmischer Virtuosität und radikalen Ideen. Gerade in einem von Fortsetzungen, Remakes und zig Comicverfilmungen geprägten Marktes bildet Millers exzentrische Vision eine außergewöhnliche Ausnahme, die man mehr als gerne willkommen heißt. Nicht jeder wird etwas mit diesem verrückten Film anfangen können, unbeeindruckt von der spektakulären Größe und Ambition kann man auf keinen Fall sein. Man kann nur gespannt sein, wie Miller das in seiner geplanten Fortsetzung „The Wasteland“ noch toppen will.

Bild
In Sachen technischer Präsentation zeigt sich die Blu-ray ebenso erstklassig wie der Film. „Mad Max: Fury Road“ sieht einfach großartig aus, enorm kraftvolle Farben, meist im stark farbkorrigierten blaugrün-orangenen Bereich angesiedelt. Die Schärfe- und Detaillevel sind exzellent, ebenso wie die kraftvollen Kontraste und Schwarzwerte. Hier und da ist ein leichtes Rauschen zu erkennen, das jedoch auch hinzugefügtes Filmkorn oder sogar Sand sein kann. Alles in allem eine hervorragende Umsetzung.

Ton
Überragend ist die Sound-Präsentation von „Fury Road“. Hier erwartet einen ein furioses Audioerlebnis, das die Anlage völlig vereinnahmt. Enorm atmosphärisch, kraftvoll und dynamisch, ist der donnernde Sound dieser Blu-ray schon fast Referenz. Die Surroundkanäle werden quasi zu jeder Zeit in irgendeiner Weise befeuert, der Subwoofer kommt wegen der unzähligen Explosionen, der grölenden Motoren und den harten Kollisionen kaum zur Pause.

Extras
Das Bonusmaterial der Blu-ray ist sehr gut produziert, informativ und durchaus umfangreich, hat aber zweifelsohne Luft nach oben. Mehrere Featurettes decken die unterschiedlichen Bereiche der Produktion gut ab, wobei der Fokus auf den Dreharbeiten selbst, den Charakteren, der Ausstattung, den Fahrzeugen und den Kostümen liegt. Informationen zur Musik etwa sucht man leider vergebens, Feauturettes zur Postproduktion fehlen völlig, ebenso wie Audiokommentare. Hier gab es sicher mehr Potential und es ist zu befürchten, dass Warner vielleicht noch spätere Editionen plant. Qualitativ liegt hier aber sehr gute Sonderausstattung vor. Hier die Übersicht:
Die Dreharbeiten (28:38 Min.)
Auf vier Rädern: Aus Autos werden Kampfmaschinen (22:37 Min.)
Am Limit: Max und Furiosa (11:18 Min.)
Die Werkzeuge der Wüste (14:26 Min.)
Die Reize der fünf Frauen (11:11 Min.)
Crash & Smash (04:02 Min.)
Deleted Scenes:
Die Melkerin (00:32Min.)
Wende jedes Sandkorn (01:49 Min.)
Los geht’s (00:59 Min.)


Fazit:
„Mad Max: Fury Road“ ist einer der essentiellen Filme des Jahres und einer der besten Actionfilme aller Zeiten. George Miller zeigt hier einen außergewöhnlichen, pulstreibenden Anschlag auf die Sinne, getränkt in Öl, Blut, Schweiß und Muttermilch. Hier gelang pures Kino in Reinkultur, das so gut wie keine Zeit zum Atmen lässt, eine grandiose Welt voller Einfallsreichtum erschafft und mit Charlize Theron eine großartige Heldin im Mittelpunkt hat. Ein spektakulärer Triumph.

by Florian Hoffmann
Bilder © Warner Home Video