Love Battles - Mein erotischer Ringkampf - Blu-ray

Blu-ray Start: 14.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min

Love Battles - Mein erotischer Ringkampf Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine junge Frau kehrt zurück in ihr Elternhaus, um es zu verkaufen. In dieser aufwühlenden Zeit verliebt sie sich in den attraktiven und gut gebauten Nachbarn. Sie haben jedoch einen schwierigen Start mit ihrer Liebe, denn ihre verbalen Kabbeleien intensivieren sich und werden schnell zu Handgreiflichkeiten. Sie schubsen und boxen sich, sie wälzen und verletzen sich. Als die Verspieltheit aus ihren Liebeskämpfen weicht, müssen sie die Gewalt beenden, damit Liebe und Leidenschaft die Oberhand gewinnen können.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Love Battles - Mein erotischer Ringkampf

Blu-ray
Love Battles - Mein erotischer Ringkampf Love Battles - Mein erotischer Ringkampf
Blu-ray Start:
14.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Love Battles - Mein erotischer Ringkampf Love Battles - Mein erotischer Ringkampf
DVD Start:
14.03.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 99 min.

Blu-ray Kritik - Love Battles - Mein erotischer Ringkampf

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 5/10


Arthouse-Vögeln á la France: Ob Fellatio-Einlage in „Romance“ (1999), minutenlange schwitzende Beischlaf-Action im Berlinale-Gewinner „Intimacy“ (2000) oder jüngst Lesben-Sex im Cannes-Sieger „Blau ist eine warme Farbe“ (2013) – im Namen der Kunst lassen unsere französischen Nachbarn im Kino gern sämtliche Hüllen fallen, gehen radikal und ungeschönt dahin, wo sich die Pornoindustrie mit Hardcore-Standards in Hochglanz-Optik begnügt. Freizügig, animalisch, leidenschaftlich, so kommt auch Jacques Doillons Drama „Love Battles - Mein erotischer Ringkampf“ daher – suggeriert zumindest das DVD- und Blu-ray-Cover. In jedem Fall ein Hingucker, wie sich darauf ein nacktes Pärchen beim Liebesakt im nassen Schlamm wälzt. Also volles Rohr FKK-Avantgarde, Motto: Was sich liebt, das deckt sich?

Jein! An dieser Stelle sei eine Warnung ausgesprochen. Bis sich der Mann und die Frau ins gemeinsame Feuchtgebiet stürzen, braucht der Zuschauer von „Love Battles“ vor allem eines: Geduld. Denn ebenso wie der Mut zu expliziten Körper-Darstellungen ist den Filmemachern der Grande Nation offensichtlich auch ein ausgeprägter Hang zu Diskussionen eigen. Jedenfalls gehört Jacques Doillon („Amoureuse - Liebe zu Dritt“) zu dieser Gattung. Er verrät im Interview der Blu-ray-Extras über die von ihm verfassten Dialoge, er wolle nicht das hören, was man in der U-Bahn hört. Löblich. Doch die Kehrseite ist, dass die schier endlosen und auf Dauer ermüdenden Gespräche zwischen den beiden Hauptdarstellern, selbst wenn sie über seinen „Ständer“ reden, mitunter so konstruiert, gekünstelt und angestrengt daher kommen, dass eine echte Bindung zu den Figuren, geschweige denn ein Mitfühlen oder gar Nachempfinden ihrer Probleme, sehr erschwert wird. Eine Freundin der Frau, zugeschaltet via Skype, bringt es auf den Punkt, wenn sie über den Mann sagt, er gebe sich einen intelligenten Anstrich mit psychologischen Phrasen. So bleibt zuweilen der Eindruck einer lebensfernen Versuchsanordnung mit dem Beziehungsfaktor Mensch.

In anderen Bereichen dagegen gibt sich Drehbuchautor Doillon weitaus ökonomischer – nicht unbedingt zum Vorteil des Films. Eine Handlung ist kaum zu erkennen, eher episodenhaft steigern die beiden Protagonisten ihre Tour de Force und treiben sich gegenseitig an ihre physischen und psychischen Grenzen. Den Namen der Frau und des Mannes (über jeden Zweifel erhaben: Sara Forestier als emotionale Furie Elle & James Thiérrée als maskuliner Blitzableiter Lui) erfahren wir erst im Abspann. Ihr Background und ihre gemeinsame Vorgeschichte werden nur rudimentär angerissen und dem zentralen Motiv des Vater-Komplexes („Er war ein Du. Meine Art zu überleben.“) untergeordnet, den Sie, neben ordentlich Wut im Bauch, Hass auf die restliche Familie im Speziellen und die Welt im Allgemeinen, mit sich herumträgt.

„Love Battles“ entfaltet seine volle intensive Wirkung erst, wenn er die Klappe hält, wenn langsam die Sprache verschwindet. Wenn die Ausflüge ins „Museum der Liebeskämpfe“ und die Böser-Wolf-Metaphern ad acta gelegt werden. Wenn sich die verspielten Balgereien intensivieren, Gewalt und Sex ins Spiel kommen und im bedingungslos offen geführten Geschlechterkampf kulminieren. Auch wenn Jacques Doillon dabei keinen gänzlich befriedigenden Höhepunkt findet, liefert er doch Szenen, die nachhallen, zeigt Body Language, die man selten sieht. Savoir-vivre ohne Hemmungen.

Im Interview (OmU) gibt Regisseur Jacques Doillon zu Stichworten kurze Auskünfte zu seinem Werk, das er in nur 18 Szenen gliedert, und zu seiner Arbeitsweise – und zitiert, angesichts möglicher Kritik an den Sexszenen, Pablo Picasso: „Die Kunst ist nicht keusch.“
Die Kamera bleibt meist nah an den Figuren, schafft aber wahre Intimität auch erst gegen Ende des Geschehens. Ansonsten ist die Optik des Films gänzlich unspektakulär, nichts soll anscheinend von der Dialogflut ablenken. Die klingt im Übrigen in der deutschen Synchronisation in manchen Sequenzen etwas unnatürlich.

„Love Battles - Mein erotischer Ringkampf“ ist ein zuweilen arg anstrengendes und zu geschwätziges Beziehungs-Psychogramm mit Kammerspiel-Charakter, das erst wirklich fesselt, wenn der Worte genug gewechselt sind und die Körper sprechen.

by Florian Ferber
Bilder © Alive / Neue Pierrot Le Fou