Looking for Eric - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.12.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 116 min

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Inhalt

Eric ist am Arsch! Im Job läuft nichts mehr nach Plan und zuhause mit den beiden Stiefsöhnen erst recht nicht mehr. Doch das wäre vermutlich alles noch zu verkraften, hätte der Fußballfan nicht vor 25 Jahren seinen größten Fehler begangen und die Liebe seines Lebens, Lily, sitzen gelassen.

Es gibt nur einen Mann, der Erics Leben wieder auf Vordermann bringen kann: Eric Cantona, der legendäre Stürmer von Manchester United. Statt auf dem Poster an der Wand zu hängen, sitzt der Franzose plötzlich leibhaftig in der Küche seines Namensvetters – und die „Operation Cantona“, an der auch Erics Freunde tatkräftig beteiligt sind, kann beginnen. Denn von seinem Idol lernt Eric endlich, dass man auch mal ‚non’ sagen muss, um ein Ja zu bekommen. Vor allem aber bekommt er die lang ersehnte zweite Chance bei der Liebe seines Lebens.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Dokumentation, Making of, Interviews

Video on demand - Looking for Eric

DVD und Blu-ray | Looking for Eric

Blu-ray
Looking for Eric Looking for Eric
Blu-ray Start:
09.12.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 116 min.

zur Blu-ray Kritik
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DVD
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Blu-ray Kritik - Looking for Eric

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Erics Leben, insofern man dies überhaupt noch Leben nennen kann, ist ein Trümmerhaufen. Dies ist ihm wohl selbst schon aufgefallen. So beginnt der Film mit den scheinbar hoffnungslosen Versuchen, in verkehrter Richtung so lange durch einen Kreisverkehr zu fahren, bis jemand aus dem Gegenverkehr endlich trifft. Dieser Treffer lässt erwartungsgemäß nicht allzu lang auf sich warten, doch nicht mal dann meint es das Leben, welches eigentlich zu Ende gebracht werden sollte, gut mit ihm . Eric wacht, kaum verletzt, im Krankenhaus wieder auf und begibt sich zurück in den Scherbenhaufen, den er sein Leben nennt.

Die Trennung von seiner großen Liebe macht ihm zu schaffen, der Job als Briefträger ist wenig erfüllend und seine zwei Stiefsöhne, die zunehmend in die Kriminalität geraten, hören schon lange nicht mehr auf das, was Eric ihnen sagt. Einzig im Fussball und in seinem großen Idol, Eric Cantona, sieht Eric Ausgleich und Freude. Da erscheint eines Abends plötzlich Cantona höchstpersönlich in Erics Schlafzimmer und beginnt, das Leben des Briefträgers mit charmanten Fussballphilosophien grundlegend zu verändern.

Ken Loach, bekannt für seine eher traurigen, pessimistischen Milieustudien britischer Arbeiterschichten, hat mit „Looking for Eric“ einen überaus sehenswerten, kleinen Film abgeliefert. Dabei weiß sich der Regisseur durchaus neu zu erfinden, ohne sich dabei nicht selbst treu zu bleiben. Das Grundthema ist geblieben, hier geht es weniger um Fussball als vielmehr um den einfachen Mann, in diesem Falle einen Briefträger, der sich irgendwie, so gut es geht, durchs Leben schlägt und sich dabei doch, jeden Abend aufs Neue sein eigenes Scheitern in jeglicher Hinsicht eingestehen muss. Doch eine simple Genrezuweisung weiß der Film dennoch gekonnt von sich abzuweisen und gerade dies macht ihn so erfrischend, so sehenswert. Romantische, tragische, aber ebenso auch komische Momente finden zu einem angenehmen Gleichgewicht in diesem Film. Selbst thriller-ähnliche Spannung finden über die Kriminalitätsepisoden ihren Weg in den Film und sorgt an einigen Stellen für unerwartbare Überraschungen.

Präzise und perfekt ist einmal mehr die Besetzung des Films. Bis in jede Nebenrolle gibt es niemanden, der nicht bedingungslos zu überzeugen weiß. Und der einstige Fussballstar von Manchester United, Eric Cantona, bekommt die Rolle, die er wohl am besten beherrschen sollte: Er spielt sich selbst. Man kommt gar nicht umhin, der Geschichte Erics zu folgen und sich ebenso mit nach unten, aber auch wieder nach oben ziehen zu lassen. Gekonnt nimmt Regisseur Loach die Handlungsschauplätze in der Inszenierung bis auf ein Minimum zurück, der Fokus liegt voll und ganz auf den handelnden Personen darin. Dies ist kein Film, der in Manchester spielt und die Fussballverrückten der Stadt zum Thema hat, dies ist ein Film über die ebenso schönen wie auch traurigen Momente des Lebens, die so überall auf der Welt stattfinden. Trotz der Nähe zum Fussball muss man für diesen Film eben kein Fussballfan sein, darf gern auch zugeben, noch nie etwas von Cantona gehört zu haben.

Auch wenn der Film hier und da etwas ins Skurrile abgleitet, so ist er doch an keiner Stelle im Film übertrieben und albern, ebenso wenig sind die ruhigen, traurigen Momente sonderlich stark überzeichnet, um auch dem letzten Zuschauer noch eine Träne aus den Augen zu zwingen. So ist dann auch der Einsatz von Musik überaus reduziert. Kaum etwas, dass filmtypisch zur Unterstützung von Atmosphäre eingesetzt werden könnte, findet bei „Looking for Eric“ Anwendung. Die Bilder, vielmehr die Darsteller, sprechen für sich selbst, benötigen keine Unterstützung durch dramatische Musik oder Großeinstellungen auf die gezeichneten Gesichter. Völlig zu recht hat dieser Film bei den Filmfestspielen in Cannes letztes Jahr stehende Ovationen erhielt.

Und abschließend darf auch angemerkt werden, dass es durchaus angenehm ist, zu sehen, wie ehemalige Profi-Fussballer mit ihrem Geld auch noch mehr anzufangen wissen (Cantona ist zugleich auch einer der Produzenten des Films gewesen) und sich nicht nur pausenlos in der Boulevardpresse und als Sport-Experten im Fernsehen im Gespräch zu halten versuchen.


by Oliver Tege
Bilder © Eurovideo