Life - Blu-ray

Blu-ray Start: 26.02.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 112 min

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Inhalt

Los Angeles, 1955. Der 26-jährige Fotograf Dennis Stock (Robert Pattinson) müht sich, frisch getrennt von seiner Frau und seinem kleinen Sohn, durch eine der typischen Partys der Filmstadt. Mit seinen glamourösen Bildern „Made in Hollywood“ ist er ebenso wenig zufrieden wie mit seinem Leben. An diesem Abend begegnet Stock dem jungen James Dean (Dane DeHaan) und ist auf Anhieb von ihm fasziniert. Dean erlebt gerade seinen Durchbruch in Hollywood, eckt jedoch mit seiner rebellischen und eigenen Art überall an. Während er in der Beziehung mit seiner Verlobten - Schauspielerin Pier Angeli (Alessandra Mastronardi) – glücklich ist, kommt er mit seinem wachsenden Ruhm und der Filmbranche nicht wirklich zurecht - und vermisst zunehmend seine Heimat Indiana und seine Familie. Stock sieht in dem kommenden, auffällig unkonventionellen Star James Dean seine Chance auf eine anerkannte Karriere als Fotograf. Es sind zwei Außenseiter, die sich vorsichtig aufeinander zubewegen und sich schließlich auf eine gemeinsame Fotoreise begeben: im Auftrag des LIFE Magazins, quer durch die USA nach Indiana. Sie sind zu verschieden, um wirklich Freunde zu werden und doch scheint gerade diese Spannung notwendig, um jene herausragenden, weltberühmten Bilder entstehen zu lassen, die über einen geradezu ikonografischen Status verfügen und bis heute berühren.

LIFE ist ein Film über die Entstehung der weltberühmten Bilder des Fotografen Dennis Stock, die James Dean unsterblich machten und der mittlerweile vierte Kinofilm von Regisseur Anton Corbijn („A Most Wanted Man“, „The American“), der nach seinem Debüt „Control“ erneut einer Ikone der populären Kultur ein filmisches Denkmal setzt. Am 30. September 2015, einen Tag vor dem deutschen Kinostart, jährt sich James Deans tragischer Unfalltod zum 60. Mal. Deans kurzes, bewegtes Leben und Stocks berühmte Fotografien schufen einen Mythos, der bis heute anhält.

Die Hauptrollen spielen Robert Pattinson („Maps to the Stars“ „Cosmopolis“, „Twilight“-Saga) als Fotograf Dennis Stock und Dane DeHaan („The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro“, „The Place Beyond the Pines“, „Chronicle – Wozu bist du fähig?“) als James Dean. In weiteren Rollen sind Joel Edgerton („Exodus: Götter und Könige“, „Der große Gatsby“), Ben Kingsley („Der Medicus“, „Iron Man 3“) und Alessandra Mastronardi („To Rome with Love“) zu sehen. Für das Drehbuch zeichnete Luke Davies („Candy“) verantwortlich.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews

DVD und Blu-ray | Life

Blu-ray
Life Life
Blu-ray Start:
26.02.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 112 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Life Life
DVD Start:
26.02.2016
FSK: 0 - Laufzeit: 107 min.

Blu-ray Kritik - Life

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Mit seinen drei so unterschiedlichen Regiearbeiten „Control“, „The American“ und „A Most Wanted Man“ hat sich der Holländer Anton Corbijn zu den interessantesten Filmemachern der Gegenwart gemausert. Sein neuer Film „Life“ ist bislang sein vermutlich schwächster, was jedoch nicht bedeutet, dass man hier nicht etwas durchaus Faszinierendes präsentiert bekommt. Oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass hier ein weiteres Biopic über James Dean abgeliefert wird, doch Corbijn und Drehbuchautor Luke Davies gehen hier weit unkonventioneller vor. Life SzenenbildViel mehr ist der Film eine fast schon meditative Charakterstudie zweier junger Männer, die ihren künstlerischen Weg gegenseitig formen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Neben Dean steht hier Dennis Stock im Mittelpunkt, der Mitte der 50er Jahre versucht sich selbst als Fotograf zu finden und dabei auf den jungen und gerade vor dem Durchbruch stehenden James Dean trifft. „Life“ erforscht die Beziehung zwischen diesen beiden eher in sich gekehrten Männern, aber auch ihre inneren Konflikte. Es geht um den sensiblen, oft ängstlichen und intelligenten jungen Mann hinter der ikonischen und unsterblichen Fassade von der zeitlosen Verkörperung männlicher Coolness, die James Dean repräsentiert. In „Life“ ist Dean innerlich zerrissen, denn er ist sich nicht sicher, ob er den sich anbahnenden Ruhm überhaupt will. Er stellt sich dem Star-Dasein und auf öffentlichen Anlassen hofiert werden nur widerwillig und sehnt sich insgeheim eigentlich nach einem einfacheren Leben auf der Farm seiner Familie.

Dennis Stock (Robert Pattinson) war nur wenige Jahre älter wie James Dean (Dane DeHaan), als sich die beiden Männer 1955 getroffen haben. Stock war schon früh bei der Marine, hat dort seine Profession als Fotograf gefunden, jung geheiratet und einen Sohn gekriegt. Zu Beginn des Films arbeitet er für die Foto-Agentur Magnum und schlägt sich vor allem als Publicity-Fotograf von Filmproduktionen in Hollywood rum. Er ist auf der Suche nach einer eigenen Handschrift, einem besonderen Subjekt, das ihm dazu verhilft, eine eigene Ausstellung zu bekommen. Auf einer Hollywood-Party von Regisseur Nicholas Ray trifft er auf James Dean, in dem er direkt etwas Besonderes, das „Symbol einer neuen Bewegung“ sieht. Dean hat gerade seine erste Hauptrolle in „Jenseits von Eden“ abgeschlossen, doch der Film wurde noch nicht veröffentlicht. Er steht kurz davor von Ray in „…denn sie wissen nicht, was sie tun“ besetzt zu werden und sein Stern scheint gerade am Aufgehen zu sein. Stock überredet seinen Chef John Morris (Joel Edgerton) dazu, ihm einen Auftrag für eine Fotostory im LIFE Magazine zu verschaffen, die den geheimnisvollen und faszinierend unbeholfenen neuen Star James Dean intim vorstellt. Auch wenn Stock und Dean sich direkt verstehen und der zukünftige Filmstar von der Idee einer Fotostory nicht abgeneigt ist, muss Stock immer wieder Dean hinterherrennen, um ihn von seinem Vorhaben zu überzeugen.

Life Szenenbild Dean fürchtet sich vor den Implikationen eines frühen Ruhms und großer Bekanntheit, was wohl dazu beiträgt, dass er Stock zunächst etwas zappeln lässt. Doch Stock kriegt seine Fotos, die Dean von seiner persönlichen Seite zeigen, unter anderem auf der Farm seiner Familie in Indiana. In ihrer Zusammenarbeit entsteht auch, wie es der Film darstellt ganz aus dem Zufall und dem gespürten Erreichen eines kreativen Tiefpunktes heraus, eine der ikonischsten und am meisten reproduzierten Fotografien, die wohl jemals von einem Schauspieler gemacht wurde: James Dean an einem tristen, regnerischen Tag am Times Square, eingepackt in einen dunklen Mantel, Zigarette im Mund.

Der kreative Prozess hinter solch einem Foto und der steinige Weg dorthin, einen ganz besonderen Moment festzuhalten, ist letzten Endes ein eher untergeordnetes Interessensgebiet dieses sehr ruhigen und zurückhaltenden Films. Dennis Stock ist kein unbedingt sympathischer Mann, er ist eher introvertiert und ernsthaft und hat auf viele Menschen in seinem Umfeld eine eher distanzierende Wirkung. Tief im Innern ist er ein unglücklicher und im Stillen verzweifelter Mann, der sich an einem Scheideweg in seinem Leben befindet, da er einen ihn definierenden Erfolg bitter nötig hat. Über ihm schwebt auch noch die dunkle Wolke in Form seines Sohnes, den er nur sehr selten sieht, da er mit seiner Mutter in New York lebt, während Stock sich meistens in Los Angeles aufhält. Die Beziehung zu seiner Ex-Frau ist spürbar distanziert, hier hängt große Enttäuschung in der Luft angesichts Stocks Verhalten, der auch kein besonders großes Interesse an seinem Kind zeigt. Robert Pattinson spielt diese Rolle stark und mit großer, magnetischer Ausstrahlung, auch wenn er sich schauspielerisch eigentlich sehr zurückhält. Hier spielt sich sehr viel über die Augen ab, die einen Blick in die Seele dieses verunsicherten und zaghaften Mannes erlauben, seine Körpersprache ist ebenfalls reduziert, Fotos schießt er immer sehr zögerlich und heimlichtuerisch, um die Fragilität des Moments nicht zu zerstören. Die Identität und Natur eines Fotografen fängt Corbijn hier einfühlsam ein, was nicht überraschend ist, denn er ist selbst schon seit Jahrzehnten einer der renommiertesten Vertreter dieses Fachs.

Eine große Aufgabe kam hier natürlich dem sehr talentierten Dane DeHaan („Chronicle“, „“Kill Your Darlings“, „The Amazing Spider-Man 2“) zu, denn er musste hier der mythischen Legende James Dean ein menschliches Gesicht verpassen. Die erste Hürde ist hier natürlich das Aussehen. Hier ist DeHaan eine eher enttäuschende Wahl, denn er ähnelt Dean nur geringfügig. Deans kantigen Gesichtszüge, seine intensiven Augen und unnachahmliche Ausstrahlung haben mit DeHaan ehrlich gesagt nur wenig gemein. Sein Gesicht ist eher rundlich und im schlimmsten Fall wirkt er hier wie ein Milchbubi. Life SzenenbildAuch in seiner Körpersprache erinnert er nur hin und wieder an Dean, man hat eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass DeHaan mit seinem Part verschmilzt und man den echten James Dean sieht, wie das etwa vor kurzem bei Ben Foster in „The Program“ in der Rolle als Lance Armstrong der Fall war. James Franco, der Dean im TV-Biopic von 2001 verkörperte, war hier wohl schon die Idealbesetzung. DeHaan macht seine Sache dennoch dahingehend gut, dass er als sensible und fragile Persönlichkeit schauspielerisch überzeugt und letztlich seine eigene intensive Ausstrahlung erzeugt. Hier und da wirkt er vielleicht etwas bemüht, Dean nachzueifern, doch insgesamt zeigt der wohl eher einem jungen Leonardo DiCaprio ähnelnde DeHaan eine interessante Darstellung.

In „Life“ geht es eben letztlich nicht um traditionelle Biopic-Konventionen. Corbijn und Davies haben hier einen sehr langsamen und auch bewusst eher ereignislosen Film kreiert, der auf leise Zwischentöne, das Unausgesprochene und Subtilität setzt. Das erfordert etwas Geduld und Aufmerksamkeit, die vielleicht den einen Zuschauer letztlich mit einer sensiblen Charakterstudie belohnt und den anderen angesichts nicht allzu offensichtlicher Substanz und einem auch als träge zu empfindenden Erzähltempo langweilt. Ohne Zweifel gelingt es Corbijn, seiner Kamerafrau Charlotte Bruus Christensen („Die Jagd“, „Am grünen Rand der Welt“) und Szenenbildnerin Anastasia Masaro („Mama“, „Das Kabinett des Doktor Parnassus“) die 50er Jahre in intensiven und atmosphärischen, aber nicht aufdringlichen Bildern wiederzuerwecken. Mit Corbijns sensibler und etwas distanzierter Regie ist hier ein nicht ganz einfacher Film entstanden, dem es gelingt, einen vergangenen delikaten Moment wie eine ausdrucksstarke, zeitlos mysteriöse Fotografie einzufangen, die ihre Geheimnisse jedem Betrachter unterschiedlich mitteilt.

Bild
Der digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Film überzeugt mit einer sehr ansehnlichen Bildqualität und ansprechender Ästhetik. Hier präsentiert sich ein Bild mit satter und reichhaltiger Farbpalette, starken Kontrast- und tiefen Schwarzwerten. Die digitale Herkunft des Bildes zeigt sich im Grunde primär in der hervorragenden Schärfe, seinem großen Detailreichtum und der Lichtstärke auch in dunklen Szenen, flach wirkt das Bild jedoch nie. Es wird ein plastischer und sehr ansprechender Bildeindruck offenbart, der zu keinem Zeitpunkt digital flach wirkt. Bildfehler bleiben dankbarerweise aus.

Life Szenenbild Ton
Akustisch präsentiert sich die Blu-ray von „Life“ wie auch der Film eher zurückhaltend. Hier gibt es keinen Anlass für große Soundkulissen, bei den Außenmomenten wird jedoch auf allen Lautsprechern ein durchaus differenziertes und wohl verteiltes räumliches Klangbild hergestellt. Auch die Filmmusik verlagert sich subtil auf alle Boxen, Dialoge, die das dominanteste Element des Films sind, werden mit bester Klarheit und Deutlichkeit wiedergegeben.

Extras
Die Sonderausstattung der Blu-ray fällt mit einigen kurzen Interviews, einer unkommentierten B-Roll und dem deutschen Trailer recht solide, aber letztlich enttäuschend aus. Angesichts der sehr interessanten realen Hintergründe wäre hier natürlich noch weit mehr drin gewesen, so muss man sich aber mit reinem EPK-Material begnügen. Interviews mit Cast & Crew
- Robert Pattinson (Dennis Stock) (05:01 Min.)
- Dane DeHaan (James Dean) (06:22 Min.)
- Joel Edgerton (John Morris) (02:06 Min.)
- Anton Corbijn (Regisseur) (04:32 Min.)
- Luke Davies (Drehbuchautor) (03:27 Min.)
- Iain Canning (Produzent) (05:02 Min.)
- Christina Provesan (Produzentin) (00:54 Min.)
- Rodney Stock (Dennis Stocks Sohn) (01:38 Min.)
B-Roll (16:10 Min.)
Trailer (dt., 02:07 Min.)
Trailershow


Fazit:
„Life“ ist eine ruhig und sensibel erzählte Charakterstudie zweier suchender junger Männer an persönlichen Scheidewegen, die Kunst und ihre Persönlichkeit gegenseitig formen. Dane DeHaan sieht zwar nicht wirklich James Dean ähnlich, sein sensibles Spiel fasziniert aber dennoch. Robert Pattinson bannt hier aber noch mehr mit einer komplexen und schwierigen Figur, die er in einer sehr subtilen Darstellung stark einfängt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film