Liebe zwischen den Meeren - Blu-ray

Blu-ray Start: 02.02.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 132 min

Liebe zwischen den Meeren Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine abgelegene Insel im Westen Australiens, zu Beginn der 1920er Jahre. Eines Morgens entdecken der Leuchtturmwärter Tom Sherbourne und seine Frau ein angespültes Ruderboot, in dem die Leiche eines Mannes liegt - und ein neugeborenes Baby. Sie beschließen, das Kind zu sich zu nehmen und als ihr eigenes großzuziehen - und ahnen nicht, welch schreckliche Konsequenzen ihre Entscheidung haben wird. Denn wenige Jahre später treffen sie auf die leibliche Mutter des Kindes...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD High Resolution 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of (ca. 17 Min.), Der Leuchtturmwärter (ca. 6 Min.), Audiokommentar mit Derek Cianfrance (Regisseur) und Phil Solomon (Professor für Filmwissenschaften), Originaltrailer Deutsch (ca. 2 Min.), Originaltrailer Englisch (ca. 2. Min.)

DVD und Blu-ray | Liebe zwischen den Meeren

Blu-ray
Liebe zwischen den Meeren Liebe zwischen den Meeren
Blu-ray Start:
02.02.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 132 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Liebe zwischen den Meeren Liebe zwischen den Meeren
DVD Start:
02.02.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

Blu-ray Kritik - Liebe zwischen den Meeren

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 10/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Mit der aufwändigen Romanverfilmung „Liebe zwischen den Meeren“ (The Light Between Oceans) begann letzten Herbst gewissermaßen die aktuelle Awards Season: Auf dem Papier fanden sich mit der letztjährigen Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander und Michael Fassbender zwei der aktuell angesagtesten Darsteller in den Hauptrollen, auf dem Regiestuhl nahm mit Derek Cianfrance ein überaus vielversprechender Filmemacher Platz, der zuvor mit „Blue Valentine“ und „The Place Beyond the Pines“ zwei herausragend originelle Filmkunstwerke auf die Leinwand brachte. Liebe zwischen den Meeren SzenenbildAdaptiert wurde nun der gleichnamige Roman der australischen Autorin M.L. Stedman, der es 2012 weltweit auf die Bestseller-Listen schaffte. Heraus gekommen ist ein exzellent gespieltes, wunderschön fotografiertes, oft ergreifendes und im besten Sinne altmodisches Melodram, das seine tief empfundenen Emotionen mit ernsthafter Aufrichtigkeit offen legt und die Art von Film ist, die man heutzutage nur noch selten zu sehen bekommt. Cianfrance spielt hier mit gewichtigen Themen um die Liebe und das Leben, um die Grauzone zwischen Richtig und Falsch und ein mitreißendes moralisches Dilemma im Zentrum, bei dem man sich als Zuschauer ständig selbst hinterfragen muss. „The Light Between Oceans“ ist eine Herzschmerz-Romanze und ein menschliches Drama, das wie schon seine beiden bisherigen Filme Familie und Partnerschaft auseinander nimmt, letztlich aber vielleicht lediglich eine Spur zu konstruiert wirkt, um ganz große Klasse zu erreichen.

Der Schauplatz ist die Westküste Australiens Anfang der 20er Jahre. Niedergeschlagen und von schmerzhaften Traumata verfolgt, kehrt Tom Sherbourne (Michael Fassbender, „Steve Jobs“, „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“, „12 Years a Slave“) von der Front des Ersten Weltkriegs aus Europa zurück. Er sehnt sich nach nichts mehr wie Ruhe und Einsamkeit, um seine schrecklichen Erfahrungen verarbeiten zu können. So kommt ihm das Angebot recht, die Stelle des Leuchtturmwärters auf der kleinen und abgeschiedenen Insel Janus Rock zu übernehmen. Nach ein paar Monaten kehrt er in das Hafenörtchen Partageuse zurück, wo er die Bekanntschaft mit Isabel (Alicia Vikander, „Ex Machina“, „The Danish Girl“, „Jason Bourne“) macht. Sie ist selbst in gewisser Weise vom Krieg traumatisiert, da sie zwei Brüder verloren hat. Es dauert nicht lange, bis eine Romanze zwischen den Beiden aufkeimt, die schließlich in ihrer Heirat und dem Zusammenziehen auf Janus Rock endet. Das Paar lebt dort für einige Zeit glücklich zusammen, doch ihr gemeinsamer Kinderwunsch erfährt immer wieder Rückschläge. Eines Tages treibt ein Boot an das Ufer der Insel, in dem sich ein toter Mann und ein lebendes Baby befinden. Tom und Isabel treffen die folgenschwere Entscheidung, das Kind bei sich aufzunehmen und ihr eigenes zu nennen…

Liebe zwischen den Meeren Szenenbild Von Beginn an wird hier überdeutlich, welche Art von Film Cianfrance anstrebt: In seinen malerischen und schwelgerischen Bildern mit zartem und diffusem Licht evozieren er und sein brillanter Kameramann Adam Arkapaw („Macbeth“, „True Detective“, „Snowtown“) Melodramen aus einer vergangenen Zeit, die in der heutigen Kinolandschaft eine Seltenheit sind. Unterstützt von einem gewohnt bezaubernden Soundtrack des Franzosen Alexandre Desplat (der mittlerweile schon stellvertretend für alle Prestige-Filme der Awards Season steht), wird hier Ironie- und Zynismus-freies Gefühlskino voller Größe, anmutiger Schönheit und Erhabenheit geboten. Die von gleißendem Licht umgegebenen Bilder wirken perfekt komponiert und fangen immer wieder die überwältigende Naturkulisse der australischen Westküste ein, zugleich aber auch in zahlreichen extremen Nahaufnahmen die Gesichter der Charaktere auf ganz intimer Ebene. „The Light Between Oceans“ ist auch ein betont entschleunigter Film, der ein großes Gefühl von Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt und dem Zuschauer viel Zeit lässt, sich auf die Szenerie und die Figuren einzulassen. Mit der distinguierten Sprache der Figuren und dem präzisen, aber unaufdringlichen Set-Design und den Kostümen wird auch hervorragend und einfühlsam eine vergangene Zeit realistisch und eingelebt eingefangen.

Der langsame und bedächtige Erzählrhythmus gibt dem Film und seinen Figuren viel Zeit zum Atmen, das heißt aber auch, dass es eine Weile dauert, bis sich die Erzählung richtig nach vorne bewegt. Der große Plot-Katalysator ist natürlich das Auffinden des Babys, das zunächst eine Zeit des Glücks für das Paar heraufbeschwört, die für ein paar Jahre anhält. Richtig Fahrt nimmt der Film schließlich auf, als der Hintergrund des Auftauchens des Kindes deutlich wird. Hier ist der Film wohl an seinem besten Punkt angelangt, wenn das moralische Dilemma und die einhergehende Tragik der Situation zum Vorschein kommen. Wie nicht anders zu erwarten war, hat das Kind auch eine echte Mutter, die in Form von Rachel Weisz erscheint, die aus Partageuse stammt. Hier kommt dann eine dritte Erzählperspektive ins Spiel, die viel dramatisches Potential in sich trägt.

Liebe zwischen den Meeren Szenenbild Wie bisher alle Filme von Cianfrance ist auch „The Light Between Oceans“ ein absolutes Musterbeispiel für kraftvolles und hochkarätiges Schauspiel. Michael Fassbender ist exzellent als vom Krieg gepeinigter Tom Sherbourne, der nach außen hin kontrolliert und gefasst wirkt, über präzises und expressives Spiel mit den Augen aber deutlich macht, wie stark es in ihm brodelt. Subtil wärmt er langsam auf und offenbart eine unbeschwertere Präsenz, die noch von der Zeit vor dem Krieg herrührt. Als der Hintergrund des Kindes zum Vorschein kommt, verkörpert er sehr überzeugend den moralischen Konflikt, der unbarmherzig an ihm nagt. Seine Partnerin Alicia Vikander, die in den letzten Jahren einen raketenhaften Aufstieg hinter sich hat, der im Gewinn des Oscars für „The Danish Girl“ dieses Jahr mündete, reiht hier eine weitere beeindruckend hochemotionale Darstellung in ihre Filmografie ein. Auch sie muss in „The Light Between Oceans“ viel durchmachen und spielt wunderbar bewegend und glaubwürdig dieses Auf und Ab der Gefühle. Jede Szene stiehlt allerdings schließlich Oscar-Gewinnerin Rachel Weisz („Der ewige Gärtner“, „The Lobster“, „The Fountain“) als tragische Figur Hannah Roennfeldt, die auch nach Jahren noch den Verlust ihres Ehemannes und Kindes mit sich herumträgt. Auch Weisz zeigt hier formvollendet subtile kraftvolle Schauspielkunst, bei der sich ganz viel hinter ihren Augen abspielt und ihr tief empfundener Schmerz in jedem Moment spürbar ist. Cianfrance präsentiert all seine Figuren mit bemerkenswerter Ausgewogenheit und Empathie, sodass von Gut und Böse hier nie die Rede sein kann. Jeder hat seine nachvollziehbare Perspektive und auch wenn nicht immer die richtige Entscheidung getroffen wird, kann man sie zumindest verstehen. Dass der Film letztlich gerade bei den Oscars und sämtlichen vorausgegangenen Preisverleihungen völlig übergangen wurde, ist tatsächlich ein Rätsel (auf eine Kampagne hat man nach dem finanziellen Misserfolg allerdings auch verzichtet) – nicht nur die Darsteller haben mehr Aufmerksamkeit verdient, gerade die wundervolle Kameraarbeit, Desplats Musik oder die Ausstattung sind sicher jeder Anerkennung würdig.

Die Zutaten von „The Light Between Oceans“ sind so alle vorhanden, um einen großartigen Film zu ermöglichen: Hervorragende Akteure auf der Höhe ihrer Kunst, ein persönlich motivierter und ambitionierter Regisseur, der alle Register zieht, um seine Schauspieler zu Höchstleistungen zu bringen, eine überragende Kameraarbeit, die den Film gemeinsam mit exzellentem Szenen- und Kostümbild zu einem großen visuellen Erlebnis macht. Liebe zwischen den Meeren SzenenbildKeine Frage, „The Light Between Oceans“ ist ein sehr guter Film, der zwar auf erzählerischer Ebene konventioneller als Cianfrances vorige Filme ausgefallen ist, aber dennoch mit Aufrichtigkeit und Persönlichkeit zu ergreifen weiß und ein vergessen geratenes Kino eines David Lean oder Anthony Minghella heraufbeschwört. Der Film ist zweifelsohne ein Melodram, das letztlich dank seiner hervorragenden Regie und Darsteller nicht zur manipulativen Seifenoper mit Nicholas Sparks-Zügen abgleitet, ein wenig fehlt aber dennoch der absolute Funke, der den Film zu einem emotional überwältigenden Film werden lässt, der echte Größe erreicht. Das ist letztlich aber Kritik auf hohem Niveau, ein gewisses Gefühl von leichter Distanz kann der Film aber nie ganz abschütteln. Dennoch einer der besseren Filme des Kinojahres 2016, der unverdienterweise etwas unterging und unbedingt ein größeres Publikum verdient hat.

Bild
Eine der unzweifelhaften Stärken von „The Light Between Oceans“ ist sein atemberaubend schöner visueller Stil. Regisseur Derek Cianfrance und sein überaus talentierter Kameramann Adam Arkapaw sind sehr darum bemüht, eine möglichst naturalistische und ungekünstelte Ästhetik zu erzielen, was ihnen grandios gelungen ist. Der Film sieht auf Blu-ray bezaubernd aus, trotz des Drehs auf digitalen Arri Alexa-Kameras strahlt „The Light Between Oceans“ sehr viel Wärme aus, die Farben präsentieren sich weitestgehend natürlich, aber eher etwas zurückhaltend als kräftig. Eine leichte Colorierung in Richtung Gelbtöne liegt über manche Teile des Films, wodurch der warme Bildeindruck akzentuiert wird. Exzellent präsentiert sich die Blu-ray in Sachen Schärfe und Detailumfang, was gerade bei Gesichtern und Kostümen sehr deutlich wird. Kontraste und Schwarzwerte fallen teilweise betont weich aus, nur gelegentliches minimales Bildrauschen verhindert hier die Höchstwertung.

Ton
Während Kleinigkeiten eine Topwertung in Sachen Bildqualität verhindern, erweist sich die akustische Umsetzung der Blu-ray als absolut referenzwürdig. Liebe zwischen den Meeren SzenenbildHier offenbart sich eine überaus aktive Raumbeschallung, die den Zuschauer voll und ganz einnimmt und in die Filmrealität aufsaugt. Schon von der ersten Sekunde an sind sämtliche Kanäle sehr aktiv und füllen den Raum mit präzise verteilten atmosphärischen Geräuschen, seien es Wind oder Möwen. Doch auch bezüglich Dynamikumfang ist die akustische Umsetzung auf Weltklasseniveau, was vor allem bei einem schlimmen Regensturm wahrlich markerschütternd zum Vorschein kommt. Regen- und Windgeräusche peitschen hier durch alle Boxen, man kann quasi jede einzelne Oberfläche, die getroffen wird, nuanciert ausmachen. Auch entsprechend druckvoll geht es hier zu, sodass man es regelrecht mit der Angst zu tun bekommt. Auch die sehr klare und verständliche Stimmwiedergabe erweist sich als tadellos.

Extras
Das auf der Blu-ray enthaltene Bonusmaterial überwältigt zwar nicht mit Quantität, dafür aber mit Hochwertigkeit. Sehr überzeugend fällt das Making Of aus, das die außergewöhnliche Drehweise von Regisseur Derek Cianfrance überaus einsichtsreich beleuchtet. Hier wird ein echter Blick hinter die Kulissen und in die Denkweise eines besonderen Filmemachers gewährt, der durchaus noch länger hätte sein können. Sehr hübsch ist auch ein kurzes Feature über das Leben von Leuchtturmwärtern. An visuellen Extras kommen leider lediglich nur noch Trailer dazu, das Herzstück der Extras ist dann allerdings der faszinierende Audiokommentar von Cianfrance mit seinem ehemaligen Filmprofessor Phil Solomon.
Making Of (16:48 Min.)
Der Leuchtturmwärter (05:41 Min.)
Audiokommentar mit Regisseur Derek Cianfrance und Professor für Filmwissenschaften Phil Solomon
Unsere DVD/BD-Empfehlung („BFG“)
Originaltrailer Deutsch (01:40 Min.)
Originaltrailer Englisch (01:40 Min.)


Fazit:
„The Light Between Oceans“ ist ruhig erzähltes, ergreifendes, atemberaubend fotografiertes und ausgestattetes Gefühlskino einer vergangenen Zeit auf hohem Niveau, das besonders dank dreier herausragender Darstellungen zu überzeugen weiß. Nur die zwar überaus dramatische, aber auch etwas konstruierte Erzählung erzeugt eine leichte Distanz, sodass der Film sein emotionales Potential vielleicht nicht völlig ausschöpft.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film




Liebe zwischen den Meeren - Trailer