Leid und Herrlichkeit - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.12.2019
Digital VoD: 21.11.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 114 min

Leid und Herrlichkeit Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valenzia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter (Penélope Cruz), die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico (Leonardo Sbaraglia), eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seinem exzessiven Leben blickt Salvador jetzt auf die Jahre zurück, in denen er als Regisseur große Erfolge feierte, schmerzliche Verluste hinnehmen musste, aber auch zu einem der innovativsten und erfolgreichsten Filmschaffenden in Spanien wurde. Durch die Reise in seine Vergangenheit und die Notwendigkeit diese zu erzählen, findet Salvador den Weg in ein neues Leben….

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Spanisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Fragen an Antonio Banderas, Hinter den Kulissen, Trailer, Wendecover

Video on demand - Leid und Herrlichkeit

DVD und Blu-ray | Leid und Herrlichkeit

Blu-ray
Leid und Herrlichkeit Leid und Herrlichkeit
Blu-ray Start:
05.12.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 114 min.

zur Blu-ray Kritik
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Blu-ray Start:
05.12.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 114 min.
DVD
Leid und Herrlichkeit Leid und Herrlichkeit
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05.12.2019
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Blu-ray Kritik - Leid und Herrlichkeit

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Nach einer vielseitigen und unberechenbaren Karriere blickt der spanische Regie-Maestro Pedro Almodóvar in seinem deutlich autobiografisch angehauchten Werk „Leid und Herrlichkeit“ nun zurück. Das Ergebnis ist ein feingeschliffenes und präzise beobachtetes Werk, wie man es nur von einem Altmeister mit einer Fülle an Lebenserfahrung erhalten kann. Almodóvars 22. Film ist ein Höhepunkt seines Schaffens: Ergreifend, sentimental, feinfühlig und wahrhaftig präsentiert sich seine Geschichte über einen einst erfolgreichen Filmregisseur, der sein Leben und seine Karriere Revue passieren lässt. Getragen wird dieser wundervolle Erinnerungsteppich von einem subtil herausragenden Antonio Banderas, der wohl nie besser war und dafür mit der Auszeichnung als bester Darsteller in Cannes und bei dem europäischen Filmpreis geadelt wurde. Auf die gerade erfolgte Golden Globe Nominierung könnte auch Banderas erste Nominierung für den Oscar folgen, verdient wäre sie allemal.

Salvador Mallo (Antonio Banderas) hat mit seinem künstlerischen Schaffen als Regisseur das spanische und europäische Kino geprägt. Zu Beginn von „Leid & Herrlichkeit“ ist Salvador jedoch ein gebeutelter Mann in einer Schaffenskrise, der von keiner körperlichen und seelischen Qual verschont bleibt. Die Liste seiner Beschwerden ist lang: Zu Muskel- und Gelenkschmerzen aller Art kommt ein Tinnitus, eine pfeifende Lunge, Schluckbeschwerden und jede erdenkliche Kopfschmerzvariation. Als wäre das nicht genug, leidet Salvador auch noch unter Panikattacken und immer wiederkehrenden Depressionen. Angesichts der von der spanischen Cinemathek durchgeführten Restaurierung und Wiederaufführung seines 32 Jahre alten Films „Sabor“ macht sich Mallo auf, seinen ehemaligen Freund und Darsteller Alberto Crespo (Asier Etxendia) aufzusuchen. Die beiden Männer haben sich schon seit über 30 Jahren nicht mehr gesprochen, da es zu einem Zerwürfnis wegen Albertos Performance in „Sabor“ kam.

Salvador Mallo (Antonio Banderas)
Salvador Mallo (Antonio Banderas) © Studiocanal Home Entertainment
„Leid und Herrlichkeit“ verwebt elegant die Gegenwart und Rückblenden in Salvadors Kindheit zu einem warmherzig-erfüllenden und wahrhaftigen Blick auf einen Menschen und sein bewegtes Leben. Nie wirkt der Film auch nur annähernd klischeehaft, melodramatisch oder plump, viel zu feinsinnig geht Almodóvar vor. Der Film ist zutiefst profund und vielschichtig, ohne aber bedeutungsschwer oder prätentiös daherzukommen. Almodóvar zeigt, wie sich die Persönlichkeit und DNS von Salvador Mollo über Jahrzehnte geformt hat. Am präsentesten sind hier sicher seine Kindheitserinnerungen: Salvador (Asier Flores) wächst in einfachen Verhältnissen mit seiner liebevollen Mutter Jacinta (Penélope Cruz) auf. Salvador offenbart im Kirchenchor nicht nur ein bemerkenswertes Gesangstalent, er bringt auch schließlich dem Arbeiter Eduardo (César Vicente) das Lesen und Schreiben bei.

Jacinta (Penélope Cruz)
Jacinta (Penélope Cruz) © Studiocanal Home Entertainment
In der Gegenwart versöhnt sich Salvador mit seinem alten Freund Alberto, durch den er schließlich beginnt, Heroin zu rauchen, um seine Schmerzen zu lindern. Salvador trifft darüber hinaus zufällig seinen alten Liebhaber Federico (Leonardo Sbaraglia) wieder, mit dem er in einem langen und berührenden Gespräch die vergangene Zeit Revue passieren lässt und sich versöhnt. Kindheitserinnerungen, die unter anderem auch sein sexuelles Erwachen und die Beziehung zu seiner Mutter verarbeiten, werden mit einem starken Gefühl von Zärtlichkeit und sentimentalem Schmerz brillant in das sinnliche Gesamtgeflecht eingewoben. Besonders bewegend ist ein weiterer Rückblick auf Gespräche mit seiner nun alten Mutter (Julieta Serrano), die dem Film eine tief bewegende Universalität verleihen. Dennoch ist bei all den schweren Themen bemerkenswert, von welcher schwerelosen Leichtigkeit der Film geprägt ist.

Almodóvar blickt hier natürlich auf sein eigenes Leben zurück, auf die Dinge, die ihn geprägt haben, auf die Dinge, die er bedauert. Das ist nicht nur auf einer menschlich-beobachtenden Ebene meisterhaft erzählt und inszeniert, auch rein visuell ist „Leid und Herrlichkeit“ ein bemerkenswert gelungener Film. Almodóvar arbeitet wie schon so oft mit intensiven Primärfarben, Strukturen und Mustern, die in ihrer Spezifität eine fast schon beiläufige, aber dennoch immer spürbare immense Detailverliebtheit offenbaren. Alleine die außergewöhnliche höhlenartige Behausung, in der Salvador aufwächst, erscheint besonders, aber auch seine Wohnung als erwachsener Mann bietet endlose Details, an denen man sich kaum satt sehen kann. Das kommt natürlich nicht von ungefähr, denn es handelt sich um Almodóvars eigene Einrichtung, die er aus seiner Madrider Wohnung übernommen hat.

Antonio Banderas in Leid und Herrlichkeit
Antonio Banderas in Leid und Herrlichkeit © Studiocanal Home Entertainment
Darüber hinaus greift Almodóvar sein eigenes Zerwürfnis mit Antonio Banderas in der Beziehung Salvador/Alberto auf. Er lässt zahlreiche alte Weggefährten auftreten, etwa Julieta Serrano, Penélope Cruz, Cecilia Roth oder eben Banderas selbst, die in zahlreichen seiner Filme zu sehen waren. Banderas erweist sich als wahre Offenbarung, der mit seinem präzisen und subtilen Spiel mit scheinbar wenig ganz viel aussagt. Sein Salvador ist eine völlig geformte und zutiefst glaubwürdige Figur, die „Leid und Herrlichkeit“ fabelhaft trägt.

Der Film mag für manchen Zuschauer in seiner zurückhaltenden erzählerischen wie inszenatorischen Feinheit und Eleganz nicht ganz durchdringen. Almodóvar verzichtet auf große Gesten und emotionale Manipulation und setzt stattdessen auf eine reife und erhabene Auseinandersetzung mit den Komplexitäten und Unwägbarkeiten des Lebens. „Leid und Herrlichkeit“ atmet so eine bemerkenswerte Reife und Würde, die auf einen ersten oberflächlichen Blick einfach erscheinen mag, aber zutiefst komplex ist und zunehmend im Gedächtnis des Zuschauers wächst. Dann gelingt Almodóvar noch eines der verblüffendsten und zutiefst erfüllenden Schlussbilder des Jahres, das dieses eindrucksvolle Werk und sowohl die Reise von Salvador Mallo als auch Almodóvar selbst perfekt abrundet.

Penélope Cruz in Leid und Herrlichkeit
Penélope Cruz in Leid und Herrlichkeit © Studiocanal Home Entertainment
Bild
Besonders auffällig bei dem wunderbar klaren und knackigen Bild sind die satten Farben, die auf Blu-ray großartig zur Geltung kommen. Dank der intensiven, aber natürlichen und reichhaltigen Farbpalette erstrahlt das Bild förmlich. Hauttöne erscheinen immer angenehm natürlich. Kontraste und Schwarzwerte sind ebenfalls top, dazu kommen sehr hohe Schärfe- und Detaillevel, die die Bildqualität auszeichnen.

Ton
Grundsätzlich ist „Leid & Herrlichkeit“ ein weitestgehend dialogorientierter und akustisch zurückhaltender Film. Dennoch wird hier beste Klarheit und Verständlichkeit geliefert, die nur gelegentlich von Umgebungsgeräuschen akzentuiert wird. Druckvoll wird es nur gegen Ende bei einer kurzen Feuerwerkssequenz.

Extras
Das Bonusmaterial bietet ein interessantes exklusives Interview mit Antonio Banderas und einen einsichtsreichen unkommentierten Blick hinter die Kulissen. Dazu kommen noch diverse Trailer.
• Fragen an Antonio Banderas (09:24 Min.)
• Hinter den Kulissen (17:53 Min.)
• Trailer (01:48 Min.)
• Weitere Highlights


Fazit:
„Leid und Herrlichkeit“ ist Pedro Almodóvars autobiografisch angehauchter bittersüßer Blick zurück auf ein bewegtes Leben und eine vielschichtige Karriere. Der mit bemerkenswerter Leichtigkeit und scheinbarer Einfachheit erzählte und inszenierte Erinnerungsteppich ist betulich, aber auf subtile Weise ergreifend, wobei Antonio Banderas als Amodóvars Alter Ego seine vielleicht beste Karriereleistung liefert.


by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment




Leid und Herrlichkeit - Trailer