Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben - Blu-ray

Blu-ray Start: 04.12.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 91 min

Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine New Yorker Schriftstellerin vor dem Ende ihrer Ehe und ein indischer Taxifahrer kurz vor der Hochzeit – zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und einander doch ihr Herz öffnen. Als Wendy (Patricia Clarkson) nach 21 Jahren Ehe von ihrem Mann verlassen wird, fällt es ihr anfangs schwer, das Leben plötzlich alleine zu bestreiten. Um ihre Tochter Tasha (Grace Gummer) in Vermont besuchen zu können, beschließt sie Fahrstunden bei Darwan (Ben Kingsley) zu nehmen. Im Laufe der gemeinsamen Fahrstunden tauchen die impulsive Wendy und der strenge, aber sanftmütige Darwan immer tiefer in die so unterschiedliche Lebenswelt des jeweils anderen ein. Worauf es im Leben wirklich ankommt, wird beiden jedoch erst nach und nach wieder bewusst – die Augen geradeaus in die Zukunft gerichtet mit dem Mut alle Herausforderungen zu meistern.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Interviews mit Cast und Crew, B-Roll

DVD und Blu-ray | Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben

Blu-ray
Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben
Blu-ray Start:
04.12.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 91 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben
DVD Start:
04.12.2015
FSK: 6 - Laufzeit: 89 min.

Blu-ray Kritik - Learning to Drive - Fahrstunden fürs Leben

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Das Liebesdrama „Learning to Drive“ feierte auf dem Toronto International Film Festival am 9. September 2014 Premiere, konnte aufgrund der starken Konkurrenz aber keinen Preis gewinnen. Dafür wurde der Film in Deutschland gut aufgenommen. Das Werk von Regisseurin Isabel Coixet (Elegy oder die Kunst zu lieben, Das geheime Leben der Worte, Eine Karte der Klänge von Tokio) lockte 132.580 Besucher in die Kinosäle. Das ist ein solides Ergebnis für einen Independent-Film. Die Spanierin hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Regisseurin gemacht, die berührende, intelligente Geschichten gut und für ein vergleichsweise breites Publikum interessant erzählen kann. Diesmal steht der Fahrlehrer Darwan Singh Tui (Ben Kingsley) im Mittelpunkt. Dieser macht einem Fahrschüler zu Beginn des Filmes Mut für dessen Prüfung, beschwört ihn aber auch, nach Erhalt seines Führerscheins nicht alle Regeln zu missachten und anderen somit möglicherweise Schaden zuzufügen. Nach der Fahrstunde geht Darwan zu seiner nächsten Arbeit als Taxifahrer. Er steigt in seinen Wagen ein und fährt seine Strecke in New York ab. Ted (Jake Weber) ist sein erster Kunde und will schnell weggefahren werden. Doch dessen Frau Wendy (Patricia Clarkson) rennt hinter ihm her und steigt ebenfalls ein. Darwan muss sich den Trennungsstreit der beiden anhören und eine völlig aufgelöste Wendy heimfahren. Die vergisst ein Paket im Taxi, welches Darwan ihr tags drauf vorbeibringt. Für ihre Tochter Tasha (Grace Gummer) entschließt sich Wendy, ihren Führerschein zu machen. Da Darwan ihr seine Karte gegeben hat, nimmt sie seine Dienste in Anspruch. Die beiden haben in ihren jeweiligen Leben einige Probleme zu meistern. Doch während Wendys Fahrstunden kommen sie einander näher…

Die Geschichte ist sehr gut umgesetzt. Allerdings kommt der Film dabei wie ein Fahrschüler etwas zu langsam in Fahrt. So dauert es einige Minuten, ehe sich die Feel-Good-Atmosphäre entfaltet und der Film den Zuschauer auf eine Reise in das Seelenleben der Protagonisten entführt.
„Learning to Drive“ ist eine schöne Abwechslung vom Alltag – obwohl der Film Alltägliches behandelt und eine aus dem Leben gegriffene Geschichte mit mehreren Ebenen erzählt. Das ist vor allem deshalb gelungen, weil die Dialoge klug geschrieben wurden. Es wird auf intelligente Art und Weise über das Leben, die eigene Identität in einer Großstadt und die großen Unterschiede zwischen einzelnen Personen philosophiert. Eine wichtige Rolle spielt auch die Ehe, ihr Scheitern und arrangierte Ehen. Zudem werden aktuelle Themen wie das Asylrecht und das Vorverurteilen aufgrund des Aussehens oder der Religion eines Menschen behandelt. Die knapp 87 Minuten Laufzeit sind also gut gefüllt, aber nicht überlastet – und das ist eine Kunst, die nur erfahrenen und talentierten Regisseuren wie Coixet gelingt. Zwar stimmt die Balance der Storyline nicht in jeder Szene, da einige einen Tick zu ruhig geworden sind. Aber das macht der Film durch seine herausragende Charakterdarstellung wieder wett. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf Wendy und Darwan, die beide viel Spielraum bekommen und sich daher nachvollziehbar entwickeln können. Im Verlauf des Filmes erfährt der Zuschauer viel über die beiden unterschiedlichen Charaktere, die aus verschiedenen Welten stammen und dennoch einiges gemeinsam haben. Zudem wird das Aufeinandertreffen der Kulturen gelungen und vor allem glaubhaft dargestellt.
Eine Szene steht symptomatisch für das Talent der beteiligten Personen. Während Darwan und Wendy an einer Strandpromenade entlangschlendern, erzählt er ihr, dass er in Indien im Gefängnis war. Die meisten Filme würden nun sagen, wie viele Jahre er absitzen musste und wie schlimm all dies war. Nicht so hier. „Eine sehr lange Zeit“, mehr erfährt der Zuschauer von Darwan nicht, da Wendy dieses ihm sichtlich unangenehme Thema auf sich beruhen lässt. Gerade das ist ein glaubwürdiges Handeln und eine großartige Sequenz. Von solchen filmisch starken Momenten gibt es in dem in Deutsch mit dem passenden Untertitel „Fahrstunden fürs Leben“ versehenen Werk viele.
Die Kameraführung kann bis auf einige wenige Momente, in denen sie unnötig unruhig ist, überzeugen. Auch die schönen New Yorker Locations, abseits vom Mainstream, fallen positiv auf. Überdies trägt die indisch angehauchte Musikuntermalung ihren Teil zur rundum gelungenen Stimmung bei. Darüber hinaus fallen auch die Ausstattung und das Make-up positiv auf. Hervorragend sind zudem die farbenfrohen Kostüme von Ben Kingsley. Die deutsche Synchronisation schafft es zwar nicht, den Akzent von Kingsley zu transportieren, weiß aber mit ihrer Professionalität und Ausdrucksstärke zu punkten und ist zumindest annehmbar. Der 71-jährige Engländer wird erneut von Peter Matic, seiner seit Jahrzehnten bekannten und gewohnten Stimme, vertont. Clarkson hat hingegen schon wieder eine andere Sprecherin erhalten. Insgesamt ist gerade dieser Punkt zwiespältig. Wer des Englischen mächtig ist, wird mit der Originalfassung allerdings mehr Spaß haben.

Die schauspielerischen Leistungen sind deshalb so gut, weil die Chemie zwischen Ben Kingsley (Gandhi, Schindlers Liste, Haus aus Sand und Nebel) und Patricia Clarkson (Cairo Time, Shutter Island, Lars und die Frauen) stimmt und die beiden hervorragend miteinander harmonieren. So erschaffen sie einen großen kleinen Film. In den Nebenrollen mit der meisten Spielzeit zeigen Sarita Choudhury (Homeland, Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1, Ein perfekter Mord) und die Tochter von Meryl Streep, Grace Gummer (The Homesman, The Newsroom, Larry Crowne), gute Leistungen. Vor allem Choudhury verkörpert die gerade aus Indien nach New York gekommene, ängstliche Frau auf sehr vielschichtige und glaubhafte Weise und zeigt eine ihrer stärksten Karriereleistungen.

Die Blu-ray-Umsetzung ist gelungen. Das gestochen scharfe und meist klare Bild weiß bis auf wenige Sequenzen zu überzeugen. Stark ist zudem der im DTS-HD-Master-5.1-Format exzellent abgemischte und detailreiche Ton. Die Extras sind solide. Die Interviews mit Cast und Crew haben eine Laufzeit von ungefähr 40 Minuten und sind aufschlussreich und bieten Einblicke in die Hintergründe der Produktion. Dazu kommen ein fünfeinhalbminütiges B-Roll und eine sechsteilige Trailershow.


Fazit:
Warmer, vielschichtiger, lohnenswerter Film mit befreit aufspielenden Clarkson und Kingsley, einem interessanten Storyansatz und einer angenehmen Feel-Good-Atmosphäre. Eine sehenswerte kleine Filmperle.

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by Stefan Bröhl
Bilder © Alive / Alamode