Lady Bird - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min

Lady Bird Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der Alltag von Christine „Lady Bird“ McPherson (Saoirse Ronan) im kalifornischen Sacramento besteht aus High School-Routine, Familientrouble und ersten ernüchternden Erfahrungen mit Jungs. Kein Wunder also, dass die 17-Jährige davon träumt, flügge zu werden. Im echten Leben rebelliert sie mit Leidenschaft und Dickköpfigkeit gegen die Enge in ihrem Elternhaus. Doch allzu leicht macht ihre Mutter (Laurie Metcalf) dem eigenwillig-aufgeweckten Teenager die Abnabelung natürlich nicht, und so ziehen alle beide zwischen Trotz, Wut und Resignation immer wieder sämtliche Gefühlsregister.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch; Französisch, Italienisch, Spanisch: DTS Digital Surround 5.1
Englisch DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Niederländisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Isländisch, Arabisch, Hindi
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Filmkommentar von Autorin/Regisseurin Greta Gerwig und Chefkameramann Sam Levy
Die Entstehung von LADY BIRD (15:38)

DVD und Blu-ray | Lady Bird

Blu-ray
Lady Bird Lady Bird
Blu-ray Start:
23.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Lady Bird Lady Bird
DVD Start:
23.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min.

Blu-ray Kritik - Lady Bird

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Für ihre Performance in „Lady Bird“ als Lady Bird (so möchte die Figur im Film genannt werden) bekam Saoirse Ronan ihre dritte Oscarnominierung. Mit mittlerweile 24 Jahren ist sie aber eigentlich noch ganz am Anfang ihrer Karriere (zum Zeitpunkt der Nominierung war sie 23). Daher ist dies auf den ersten Blick, ohne den Film auch gesehen zu haben, bereits eine grandiose Lebensleistung, die es zu würdigen gibt. Wenn man sich den Film dann anschaut, dann kann man die Nominierung sehr gut nachvollziehen. Auch die anderen vier Oscarnominierungen (bester Film, beste Regie, bestes Original-Drehbuch sowie Laurie Metcalf als beste Nebendarstellerin) waren gerechtfertigt. Greta Gerwig, welche ausschließlich in Independent-Produktionen zu sehen ist, beweist hier bei ihrem Regiedebüt ein feinfühliges Händchen für authentisches Kino. Der ganze Film besitzt eine ganz besondere persönliche Note, da die Tragikomödie grundsätzlich autobiographisch gestaltet ist. Gerwig ist wie Lady Bird in Sacramento aufgewachsen. Sie schrieb ebenfalls das Drehbuch zu dem Film. Der Film ist was Kamera, Schauspiel, Schnitt, Dialoge und was den grundsätzlichen Szenenablauf angeht ein sehr unkonventioneller Streifen, der für viele trotz seiner extrem positiven Kritiken sperrig sein kann. Es gibt zum einen keine nennenswerte Dramaturgie und zum anderen gibt’s eine zu geringe Fallhöhe und wenige rührende Momente, weswegen ihm 9 oder gar 10 Punkte verwehrt bleiben. Dennoch ist Lady Bird in vielerlei Hinsicht ein toller Coming-of-age-Film, der bodenständig ist und ein realitätsnahes Bild des Alltags einer Teenagerin kurz vor dem Schulabschluss aufzeigt.

Saoirse Ronan in Lady Bird
Saoirse Ronan in Lady Bird © Universal Pictures
Die Kameraführung ist sehr statisch in dem Film. Gerade wenn man einen sehr authentischen Film inszenieren will, gibt es diesen eher dokumentarischen Look mit der Handkamera. Darauf wurde hier verzichtet. Es gibt natürliche Bilder aus Sacramento und teilweise längere Takes bei den Dialogen mit ruhiger Kameraführung. Der Schnitt ist ebenfalls auffallend. Hier wird manchmal mitten in eine Szene geschnitten und plötzlich mit einer anderen Szene begonnen, welche mit der vorangegangen nicht direkt viel zu tun hat. Das kann in die Hose gehen, war aber hier definitiv nicht der Fall. Man hat hier vielmehr verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Lebenssituationen von Lady Bird gesehen. Zudem wird man oft mitten in eine Szene hineingeworfen. Es gibt hier keine Einführung oder ähnliches. Gerwig schmeißt hier den Zuschauer ins kalte Wasser und konfrontiert ihn erzählerisch fast schon auf fragmentarischer Art und Weise mit unterschiedlichen Situationen aus dem Schulalltag oder dem Familienalltag zuhause von Lady Bird, ohne den roten Faden zu verlieren. So sind die Dialoge auch aus dem Leben gegriffen und wirken nicht gekünstelt. Die Chemie zwischen allen Darstellern ist grandios. Saoirse Ronan und ihre Eltern, gespielt von Laurie Metcalf und Tracy Letts machen genauso wie der restliche Cast einen hervorragenden Job. Ronan spielt das etwas rebellische, freche, aber auch liebenswürdige Mädchen, das raus aus dieser Stadt will und dabei an einem Ort möglichst weit weg, am besten an die Ostküste, studieren möchte. Diese Performance ist äußerst lobenswert. Saoirse Ronan verleiht ihrer Figur viele Ecken und Kanten und spielt den Charakter sehr geerdet. Es gibt hier nicht die „Oscar-Szene“, wo sie überemotional aufspielt. Das junge kalifornische Mädchen aus der Vorstadt wird von ihr glaubwürdig verkörpert. Was in der deutschen Synchronisation wegfällt, ist die Tatsache, dass die irische Saoirse Ronan in diesem Film in einem nahezu perfekten kalifornischen Dialekt redet und man ihren irischen Akzent in keinster Weise raus hört, was neben der Mimik und den Emotionen mehr als verblüffend ist.

Tracy Letts and Laurie Metcalf in Lady Bird
Tracy Letts and Laurie Metcalf in Lady Bird © Universal Pictures
Gerwig hat hier die Schauspieler perfekt gecastet. Gerade Laurie Metcalf als eigentlich fürsorgliche und liebevolle Mutter, die sich jedoch oft mit Lady Bird streitet und verbal gehörig austeilen kann, ohne in eine Schimpftirade zu geraten, zeigt eine unglaublich tolle Performance, die lebensnah wirkt und gerade gegen Ende hin den Zuschauer berührt. Allgemein wirkt diese Beziehung sehr glaubwürdig und man denkt nicht zwingend daran, dass es sich hierbei um einen fiktiven Film handelt, da die Figuren schlichtweg mit sehr viel Tiefe geschrieben sind und keiner, wie auch im echten Leben, perfekt ist. Jeder hat seine Schwächen und Probleme. Ob das ihr Bruder Miguel ist oder ihr sehr fürsorglicher und herzensguter Vater, der aber berufliche und gesundheitliche Probleme hat oder ihr Freund Danny O’Neill. Es sind echte Figuren, die auch so in der Realität vorzufinden sind. Lucas Hedges spielt ihren Freund Danny und macht dies wie schon bei Manchester By The Sea überragend. Das gleiche gilt auch für Timothée Chalamet, der schon in Call Me by Your Name brillierte. Hier spielt er einen eher arroganten, aber auch irgendwo ziemlich coolen, Schnösel, der in einer Band spielt. Der Cast ist daher überall sehr stark besetzt.

Timothée Chalamet in Lady Bird
Timothée Chalamet in Lady Bird © Universal Pictures
Der Film wurde in der deutschen Fassung gesehen. Diverse Szenen wurden nochmals in der Originalversion angeschaut. Mit der DTS-HD MA 5.1- Soundkodierung besitzt die Originalfassung die hochwertigere Tonqualität. Vor allem aufgrund der Authentizität und der herausragenden Leistung von Saoirse Ronan lohnt es sich den Film auf Englisch anzuschauen. Dennoch ist die deutsche Fassung trotz DTS 5.1-Kodierung mehr als akzeptabel. Die Dialoge sind alle durchgehend verständlich, was bei diesem Film, der sich in erster Linie durch die Darstellerleistungen und einem guten Drehbuch auszeichnet und nicht durch große Soundeffekte, das Wichtigste ist. Die Bildqualität ist ebenfalls einwandfrei und zeigt ein sehr detailreiches, feines und scharfes Bild sowohl bei den Außen- als auch bei den Innenaufnahmen. Es gibt kein kriseliges Bild und die verschiedenen Farben in der Natur sind kräftig wiedergegeben worden. Bei den Extras hat man die Möglichkeit den Film mit einem Audiokommentar von Greta Gerwig und Kameramann Sam Levy zu sehen. Dazu gibt es noch ein Making-of mit Ausschnitten aus Interviews mit dem Cast und einen Einblick in die Dreharbeiten. Dabei erzählt Greta Gerwig sehr viel über ihre Vorstellungen, Wünsche, Entstehungsgeschichte und natürlich auch die autobiographische Seite. Hier wird einem nochmals klar, wieviel Liebe in dieses Projekt gesteckt wurde.


Fazit:
Gerwig hat hier einen sehr persönlichen Film inszeniert. Mit ruhiger Kamera und einem ungewöhnlichen Schnitt wurde hier durch technische Mittel eine sehr authentische Atmosphäre erzeugt. Mit toll geschriebenen Dialogen, fein gezeichneten Charakteren und grandios aufspielenden Darsteller überzeugt der Film als Tragikomödie auf ganzer Linie. Insbesondere Saoirse Ronan stellt hier nochmal ihr ganzes Können unter Beweis. Laurie Metcalf als ihre Mutter macht hier ebenfalls einen hervorragenden Job und verleiht dieser Mutter-Tochter-Beziehung eine ganz besondere Note. Jedoch plätschert er stellenweise dahin und es gibt kaum eine Dramaturgie und schließlich eine geringe Fallhöhe. Das mag vielleicht den einen oder anderen stören. Unter dem Strich war hier Gerwig grundsätzlich um Authentizität bemüht, um ein realitätsnahes Bild des Alltags eines Teenagers in Sacramento zu zeichnen. Für konstruierte kitschige Dramatik ist hier kein Platz. Dennoch war man nicht immer komplett von der Handlung in den Bann gezogen, weswegen es leichten Abzug gibt, der an der Klasse des Films aber nichts rüttelt. Denn Lady Bird bleibt ein sehr guter Film.

by Morteza Wakilian
Bilder © Universal Pictures