La Belle Saison - Eine Sommerliebe - Blu-ray

Blu-ray Start: 07.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min

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Inhalt

Frankreich, 1971: Die 23-jährige Delphine (Izïa Higelin) ist vom Bauernhof ihrer Eltern nach Paris gezogen, um Engstirnigkeit und ländlichen Moralvorstellungen zu entkommen. Dort lernt sie eine Gruppe junger Frauen kennen, die sich mit viel Verve in der Frauenrechtsbewegung engagieren – darunter die leidenschaftliche extrovertierte Carole (Cécile de France). Delphine empfindet sofort mehr für die über zehn Jahre ältere Carole, die ihren Gefühlen erst nicht traut, um sich bald jedoch umso heftiger in Delphine zu verlieben. Eine stürmische Liebesbeziehung beginnt, für die Carole schließlich ihren Freund verlässt. Plötzlich jedoch erkrankt Delphines Vater schwer und sie muss zurück aufs Land, um ihrer Mutter mit dem elterlichen Bauernhof zu helfen. Carole folgt ihr, doch nach und nach werden beide mit der Realität ihrer Beziehung konfrontiert...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Alamode
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Interviews
- Deleted Scenes
- Trailer
- Wendecover

DVD und Blu-ray | La Belle Saison - Eine Sommerliebe

Blu-ray
La Belle Saison - Eine Sommerliebe La Belle Saison - Eine Sommerliebe
Blu-ray Start:
07.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
La Belle Saison - Eine Sommerliebe La Belle Saison - Eine Sommerliebe
DVD Start:
07.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 103 min.

Blu-ray Kritik - La Belle Saison - Eine Sommerliebe

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Was zunächst als persönlich und autobiografisch gefärbter Blick auf die Frauenrechtsbewegung in Paris Anfang der Siebziger Jahre beginnt, entwickelt sich in Catherine Corsinis „La Belle Saison – Eine Sommerliebe“ in eine tief empfundene und natürliche Romanze zweier scheinbar sehr unterschiedlicher Frauen. La Belle Saison - Eine Sommerliebe SzenenbildDer neunte Spielfilm der französischen Autorenfilmerin („Die Affäre“, „Trois mondes“) erweist sich als angenehm unaufdringliche, aber dennoch kraftvolle Hymne auf Weiblichkeit, Freiheit und Selbstbestimmung und besticht durch seine sehr feinfühlige und ungezwungene Inszenierung. Hier werden zumindest oberflächlich Erinnerungen an Abdellatif Kechiches episches Meisterwerk „Blau ist eine warme Farbe“ wach, jedoch wählt Corsini in ihrem in sommerlichen Bildern gehaltenen „La Belle Saison“ einen bedeutend kleineren erzählerischen Rahmen, der im Grunde – wie es der Titel schon andeutet – nur einen langen, aber leidenschaftlichen Sommer im Leben der Protagonistinnen beleuchtet.

Die 23-jährige Delphine (Izïa Higelin, „Heute bin ich Samba“) lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof im ländlichen Limousin. Nachdem Delphine gerade von ihrer Freundin sitzen gelassen wurde, zieht es sie schließlich nach Paris, wo sie an der Universität die ältere Carole (Cécile de France, „Beziehungsweise New York“, „Barcelona für ein Jahr“) kennenlernt, die mit einer Gruppe Aktivistinnen vehement für Gleichberechtigung kämpft. Delphine schließt sich den Frauen und ihrer Sache an und verliebt sich schließlich in die heterosexuelle Carole, die zudem in einer Beziehung mit Manuel (Benjamin Bellecour) ist. Zunächst lehnt Carole die Avancen von Delphine ab, doch es dauert nicht lange, bis die Beiden eine leidenschaftliche Affäre beginnen. Als Delphines Vater schwer krank wird, entscheidet sie sich dazu, zurück in die Heimat zu reisen und ihrer Mutter Monique (Noémie Lvovsky) bei der Arbeit auf dem Hof zu helfen. Carole folgt ihrem Herzen und reist Delphine hinterher, nachdem sie sich von Manuel getrennt hat. Jedoch darf niemand in Delphines engstirniger Heimat von ihrer Beziehung erfahren…

La Belle Saison - Eine Sommerliebe Szenenbild Im ersten Akt scheint „La Belle Saison“ zunächst eine historische Chronik des feministischen Kampfes für Selbstbestimmung und Abgrenzung gegenüber einer patriarchalischen Gesellschaft zu sein, jedoch findet der Film spätestens mit der rasch aufkeimenden Liebe zwischen Delphine und Carole seinen Fokus und sein pochendes Herz. Regisseurin Catherine Corsini gelingt es hier hervorragend durch ihre intime Erzählweise und ruhig-entspannte Atmosphäre ein sehr gutes und nachvollziehbares Gefühl für ihre beiden Hauptfiguren zu entwickeln, die hier voll aufgehen. Während Newcomerin Izïa Higelin eine wunderbar natürliche und magnetische Präsenz aufbaut (und der amerikanischen Schauspielerin Katherine Waterston oft sehr ähnlich sieht), bildet die 15 Jahre ältere Cécile de France einen sehr starken und bemerkenswert harmonierenden Gegenpol. Ihre greifbare, sehr glaubwürdige und schließlich ansteckende Chemie lässt „La Belle Saison“ lebendig wirken, ihr Zusammenspiel ist betont unbeschwert und profitiert unzweifelhaft durch den von Corsini gewählten Improvisations-Ansatz.

Typisch französisch ist dann passend dazu der Hintergrund des Films: Die ländlichen, sonnendurchfluteten Bilder strahlen eine große Wärme aus, Corsini akzentuiert die Nähe und Intimität der beiden Hauptfiguren durch zahlreiche extreme Nahaufnahmen, die eine große Körperlichkeit und Intimität entstehen lassen. Auch wenn „La Belle Saison“ nicht so provokant freizügig ist wie „Blau ist eine warme Farbe“, gibt es auch hier viele nackte Körper zu sehen. Corsinis Blick ist zwar durchaus detailfreudig, zeigt viel Haut, starrt aber nie. Ihr Ansatz wirkt so sehr geschmackvoll, feiert aber spürbar auch die angenehm reale und ungeschönte Weiblichkeit der beiden Darstellerinnen.

In dramatischer Hinsicht erweist sich der Film als erfreulich zurückhaltend und nicht dick auftragend. La Belle Saison - Eine Sommerliebe SzenenbildMan begleitet Delphine und Carole zwar durch emotionale Höhen und Tiefen, der Film gleitet jedoch nie ins Melodramatische oder Sentimentalität ab. Die Stimmung ist insgesamt locker und beschwört den Zauber eines Sommers und einer intensiven Liebe herauf, ist mehr an Freude als an Schmerz interessiert. Die größte Spannung bezieht der Film letztlich durch das sehr konservative Umfeld von Delphines Heimat. Ihre Mutter darf nichts von der sexuellen Orientierung von Delphine und den radikalen Ideen von Carole erfahren, weshalb ihre Tochter immer wieder versucht, ihr eine „normale“ Fassade vorzuspielen. Carole ist da bedeutend lockerer und versteht Delphine kaum, weshalb es hier immer wieder er zu Spannungen kommt. So ist der Film nicht nur das Portrait einer leidenschaftlichen Liebe, sondern auch dem Dilemma zwischen Familie und Beziehung, zwischen Anpassung und Selbstbestimmung, zwischen Vergangenheit und Zukunft Alles läuft hier auf eine Entscheidung heraus, die mindestens einer Person weh tun wird. Es ist Corsini hoch anzurechnen, dass sie hier keinen Film gemacht hat, der auf eine bemühte politische Agenda aus ist. Hier ist viel eher ein intelligenter, feinfühliger und romantischer Film vorzufinden, der primär auf ernsthaft empfundene Gefühle aus ist und mit einer durch und durch modernen Sichtweise auch subtil Diskussionen anregen will.

Bild
Das digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Bild von „La Belle Saison“ zeichnet sich vor allem durch seine warme und sonnige Farbpalette und einen sehr hohen Schärfe- und Detailgrad aus. An den starken Kontrast- und Schwarzwerten gibt es ebenfalls nichts auszusetzen, leichte Schwächen zeigt das Bild aber in manchen dunklen Szenen, bei denen sich digitales Rauschen bemerkbar macht und Details etwas verschluckt werden. Letztlich macht diese manchmal etwas rauere Textur aber auch die Ästhetik des Films aus, weshalb der Bildtransfer als solcher nur bedingt bemängelt werden kann.

La Belle Saison - Eine Sommerliebe Szenenbild Ton
Auf akustischer Ebene verhält es sich bei „La Belle Saison“ eher ruhig. In Bezug auf Verständlichkeit und Klarheit der im Vordergrund stehenden Stimmen gibt es hier aber nichts auszusetzen. Nur ganz subtil wird über die Surround-Boxen Atmosphäre aufgebaut hierbei handelt es sich aber ganz eindeutig um eine frontbasierte Angelegenheit.

Extras
Beim Bonusmaterial gefällt ein einsichtsreiches Gespräch mit Regisseurin und Autorin Catherine Corsini und ihrer Produzentin Elisabeth Perez, das zudem mit gelegentlichem Hinter-den-Kulissen-Material angereichert wird. Die entfernten Szenen sind oft nur verlängerte Szenen und werden zudem gelegentlich von Corsini kommentiert. Abgerundet werden die Extras mit diversen Trailern.
Ein Gespräch mit Catherine Corsini und Elisabeth Perez (24:13 Min.)
Deleted Scenes (24:29 Min.)
Trailer (02:06 Min.)
Verschiedene Trailer von Alamode


Fazit:
„La Belle Saison“ ist ein ruhig und entspannt inszeniertes Liebesdrama und eine Hymne auf Weiblichkeit und Selbstbestimmung. Catherine Corsinis Film besticht durch seine feinfühlige und intime Inszenierung, die vor allem durch zwei hervorragend agierende und harmonierende Hauptdarstellerinnen lebendig und subtil bewegend wird.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Alamode




La Belle Saison - Eine Sommerliebe - Trailer