König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook) - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min

König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der zwölfjährige Aaron Kurlander (Jesse Bradford) lebt während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren mit seiner völlig verarmten Familie in einem heruntergekommenen Hotel in St. Louis, Missouri (USA). Um sein wahres Leben zu verheimlichen, erzählt er in der Schule raffinierte Lügengeschichten über seine Familie. Doch als sein Vater wegen eines Jobs verreisen muss, seine Mutter mit Verdacht auf Tuberkulose ins Sanatorium kommt und auch sein jüngerer Bruder von ihm getrennt wird, ist Aaron plötzlich auf sich alleine gestellt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Vocomo Movies
Tonformate:
Deutsch: DTS-HD Master Audio 2.0
Englisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Limitierte Auflage im hochwertigen Mediabook mit 16-seitigem Booklet und abziehbarem FSK-Sticker
- Making Of
- B-Roll
- Trailer
- Booklet mit Filmessay „Wahre Lügen - King of the Hill“ von Gabriele Jofer

DVD und Blu-ray | König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook)

Blu-ray
König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook) König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook)
Blu-ray Start:
28.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook)

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 7/10


Schon vor Steven Soderberghs oscarprämiertem Episodendrama TRAFFIC – MACHT DES KARTELLS war Soderbergh bekannt für eine thematische Vielfalt innerhalb seiner Filme. Von dokumentarischen Biopics bis hin zu ernsten Verschwörungsthrillern findet man eine große Lust an Abwechslung in seinem Repertoire und so wagte er sich 1993 an das Coming Of Age-Drama KÖNIG DER MURMELSPIELER, das bis heute als Geheimtipp unter seinen Werken gilt. KÖNIG DER MURMELSPIELER startet am 28.06.2019 als limitierte Mediabook-Edition im deutschen Heimkino-Markt. Der Streifen ist ab sechs Jahren freigegeben und geht 103 Minuten. Was das Mediabook bietet und ob der Film zurecht ein eher unbekannteres Meisterwerk Soderberghs ist, lest Ihr in unserer Kritik.

Adrien Brody und Jesse Bradford in König der Murmelspieler
Adrien Brody und Jesse Bradford in König der Murmelspieler © Vocomo Movies
KÖNIG DER MURMELSPIELER zeigt zu Beginn das St. Louis, Missouri, der 1933er Jahre und etabliert zügig den harschen Alltag der Familie Kurlander bestehend aus Mutter Mrs. Kurlander (Lisa Eichhorn; SPURLOS), Vater Mr. Kurlander (Jeroen Krabbé; AUF DER FLUCHT) und den Söhnen Aaron (Jesse Bradford; GIRLS UNITED) und Sullivan (Cameron Boyd; DIE SOPRANOS) und lichtet erste soziale Probleme ab. Geldnot, Krankheit und fehlende Fürsorglichkeit sind dabei nur wenige von ihnen. Aaron kann damit nicht besonders gut umgehen und schämt sich für den sozialen Status seiner Familie, was vor anderen Personen immer wieder in Lügen und Hochstapelei mündet. Er ist zugleich der Charakter, auf den man im Laufe der Handlung den größten Fokus legt. In ihm lässt Soderbergh jegliche Metakomponenten der Story münden: Die Kurlanders haben in Ihrem Leben so gut wie keine Lichtblicke. Die Mutter ist krank, der Vater kalt, das Geld knapp. Diese der Familie übergeordneten Umstände prasseln ungebremst auf Aaron ein, aber ergänzend auch Eindrücke, die ihn alleine stärker betreffen. Er ist ständig konfrontiert mit Verlust, Unsicherheiten, Enttäuschungen und Ablehnung und gerät bis vor Schluss immer mehr in Einsamkeit durch den Wegfall echter Bezugspunkte, der – obwohl das Melodram dies bewirken möchte – auch durch das Einführen und Besetzen teils fraglicher und redundanter Nebenrollen nicht teilkompensiert wird. Passend eingebracht wird hier auch das Verhältnis zu seinem Vater, das fast nie konventionell harmonisch ausfällt und in Situationen der scheinbaren Zuneigung im Hauptteil durch egoistisch gelagerte Beweggründe des Vaters nur weiterhin negativ ausufert.

Lisa Eichhorn, Jesse Bradford und Jeroen Krabbé in König der Murmelspieler
Lisa Eichhorn, Jesse Bradford und Jeroen Krabbé in König der Murmelspieler © Vocomo Movies
Aaron sieht sich täglich – nebst zaghaft eingebrachten Momentaufnahmen bunter Traum-Kindheit (vgl. Murmelspiel, Bodenplattenspiel) und sehr geizig gestreuten schönen Augenblicken, die zügig einen emotionalen Bruch erhalten (vgl. Tanzszene) – Erwachsenenangelegenheiten ausgesetzt, weswegen er früh Reife erlangen muss und schon jetzt ein klares Bewusstsein und einen ziel gesetzten Willen für/nach Geld und Arbeit hat (vgl. Vogelzucht, Caddie-Tätigkeit). Entgegen seiner alltäglichen Rückschläge und seines für ein Kind wenig fröhlichen Lebens zeichnet er sich stets durch Ehrlichkeit, großen Respekt gegenüber seiner Mitmenschen und adäquate Umgangsformen aus, sodass er gar auf Erwachsene (auch innerhalb der Handlung) inspirierend wirken mag. Viele Vergleichsrollen anderer Filme sehen sich der Problematik ausgesetzt, durch die alterstechnische Überzeichnung Ihrer Jungdarsteller Authentizität zu verlieren. Bradford verschont den nach Romanvorlage von A. E. Hotchner gedrehten Film von diesem Missstand, indem er nach Wachsen in seine Rolle ein großes Mimik- und Blickspiel beweist, das sofort vermehrte Einstellungen erklärt, in denen Aaron geschickt nicht wörtlich reagiert, sondern über seine Blicke vermittelt, dass er versteht, verarbeitet und einordnet, aber deswegen nicht weniger bedrückt und verzweifelt ist. Trotzdem kann dieser handelnden Figur vorgeworfen werden, den Plot des Films nicht gänzlich zu erfüllen, denn seine Seite des Schams und Vertuschens der privaten Umstände durch die eigentlich eher im Mittelpunkt stehenden Lügen wird kaum entfaltet und wenn, bleibt Ihre Motivation rein aus dem Filmkontext heraus unklar, sodass eine Unnatürlichkeit zwangsläufig einhergeht.

Jesse Bradford in König der Murmelspieler
Jesse Bradford in König der Murmelspieler © Vocomo Movies
Äußerst auffällig ist, dass der Film trotz dieser schlimmen Umstände nie übermäßig traurig wird und keine überemotionalen Reaktionen aktivieren möchte. Dies arrangierte Soderbergh bewusst, um die Wirkung Bradfords Rolle zu katalysieren. Der fast schon verspielte und ausgefallene Score, der schwere, lange und gefühlsselige Töne kaum erklingen lässt, bestätigt dies. Entgegen dessen sorgt die Kameraarbeit durchaus an vereinzelten Stellen für die am Ende leider zu wenigen intensiven Momente des zu passiv agierenden Coming Of Age-Dramas, indem sie einfühlsam in wohl gewählten Momenten kleine unscheinbare, aber wirkungsvolle Stilmittel einbaut (vgl. Dialogszene am Auto).
Leider ist das Ende des Streifens misslungen. Es ist gemessen am Hauptteil und Grundkonzept des Films zu standardisiert und ignoriert zu großen Teilen vorangegangene Handlungsstränge, denkt diese nicht zu Ende und fällt dadurch zu romantisch aus.

Jesse Bradford in König der Murmelspieler
Jesse Bradford in König der Murmelspieler © Vocomo Movies
Bild
Der Film erscheint in dieser Edition erstmals in einem restaurierten, digitalen 2K-Transfer, der insgesamt ein annehmbares Bild liefert. Die Sepiafarben, in denen das Setting oft stilsicher gehalten ist, werden gut transferiert und abgebildet, bleiben aber zusammen mit der insgesamten Colorierung hin und wieder zu blass. Im Bereich der Schärfe zeigt sich das Bild gut.

Ton
Die deutsche Tonspur liegt nach wie vor in einem DTS-HD Master Audio 2.0 vor, während die englische durch die Restaurierung nun in einem DTS-HD Master 5.0 verfügbar ist. In Deutsch zeichnet sich Musik technisch rein ab und hat auch im Balancing keine negativen Ausschläge. Reine Soundeffekte wirken manchmal jedoch etwas hallend und holprig.

Extras
An Bonusmaterial erhält man ein Booklet mit Filmessay mit dem Titel „Wahre Lügen – King Of The Hill“, ein Making-Of, B-Roll-Aufnahmen und den Trailer.
Der Essay ist durchaus gut gelungen und erweckt den Eindruck, dramatischere Inhalte zu bieten, die der Film so leider nicht umsetzen konnte, und bereichert die Extras-Sektion. Das Making-Of sowie die B-Roll bieten gute Standardkost.


Fazit:
KÖNIG DER MURMELSPIELER ist ein ambitioniertes Melodram, das ein gutes Gespür für seine Hauptfigur beweist, jedoch seinem Plot nicht vollends nachkommt und Intensität auf der Strecke lässt.

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by Denis L. Klemm
Bilder © Vocomo Movies




König der Murmelspieler (Limited Edition Mediabook) - Trailer