Kings - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min

Kings Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Millie ist eine willensstarke, fürsorgliche junge Frau, die allein acht Pflegekinder großzieht. Als in ihrer Nachbarschaft Rassenkonflikte aufflammen und die Spannungen immer größer werden, verbündet sie sich mit ihrem unberechenbaren Nachbarn Obie, um ihre Kinder zu schützen.
Nach dem Freispruch der vier Polizisten, die den Afroamerikaner Rodney King mit Stockschlägen und Fußtritten brutal misshandelt hatten, brechen in Los Angeles gewalttätige Unruhen aus. Millie muss mit Obies Hilfe einen Weg aus dem lebensgefährlichen Chaos finden, um zu verhindern, dass ihre Familie ins Kreuzfeuer gerät ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
DTS Digital Surround 5.1 (D), DTS-HD Master Audio 5.1 (EN)
Untertitel:
D, EN, CZ, KAN, KOR
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Kings

Blu-ray
Kings Kings
Blu-ray Start:
30.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Kings Kings
DVD Start:
30.08.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 86 min.

Blu-ray Kritik - Kings

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Es klingt bitter, aber das Beste an diesem rätselhaft fehlgeleiteten Drama über die gewalttätigen Unruhen in Los Angeles 1992 ist der großartige Bill Withers-Song „City of the Angels“, der im Vorspann ertönt. Vor drei Jahren feierte die türkisch-französische Regisseurin Deniz Gamze Ergüven noch einen internationalen, mit einer Oscar-Nominierung gekrönten Erfolg mit ihrem starken Coming-of-Age-Film „Mustang“, nun gibt sie mit „Kings“ ihr englisch-sprachiges Debüt. Nichts an dem desaströsen „Kings“ erinnert jedoch an ihren gefeierten Erstling. Das Projekt war durchaus vielversprechend, denn schon seit Jahren arbeitete die junge Regisseurin intensiv daran, sprach mit Augenzeugen der bürgerkriegsähnlichen Unruhen in der kalifornischen Metropole und gewann schließlich mit Halle Berry und Daniel Craig zwei absolute Hochkaräter als Hauptdarsteller. Doch von Beginn an ist dieser durchaus wohlmeinende Film erstaunlich unfokussiert, konfus und unausgegoren.

Halle Berry in Kings (2017)
Halle Berry in Kings (2017) © Universal Pictures
Zugegeben, der Beginn, der die 15-jährige Afroamerikanerin Latasha Harlins zeigt, der im Supermarkt beim eventuell versuchten Orangensaft-Diebstahl von der Ladenbesitzerin Soon Ja Du in den Kopf geschossen wird, ist kraftvoll und macht Hoffnung auf eine komplexe und hintergründige Auseinandersetzung mit den berüchtigten Unruhen. Dass Soon Ja Du nur zu einer für viele Afroamerikaner viel zu milden fünfjährigen Bewährungsstrafe verurteilt wurde, zeigt der Film durchaus nachvollziehbar in einem Mix aus Original-Nachrichtenmaterial und der folgenden angespannten Stimmung in der schwarzen Community. Bildmaterial von der zuvor exzessiv ausgeübten Polizeigewalt auf Rodney King und den anschließenden Gerichtsverfahren zeigt der Film auch kontinuierlich und setzt das Geschehen damit in einen einigermaßen verständlichen Kontext.

Doch bei der Etablierung der Hauptfiguren scheint der Film in den ersten Minuten schon den Faden zu verlieren. Halle Berry spielt die alleinerziehende Mutter Millie, die in South Central acht Kinder großzieht und als eine Art Mutter Theresa des Ghettos dargestellt wird. In einer amüsanten Sequenz weckt sie liebevoll ein Kind nach dem anderen in ihrer für die vielen Menschen zu kleinen Wohnung, während Daniel Craig als „einziger Weißer im Viertel“ Obie auf die ersten durch Harlins Tod ausgelösten Ausschreitungen wild tobend aus seiner Wohnung schießt und Einrichtungsgegenstände aus dem Fenster wirft.

Halle Berry und Daniel Craig in Kings (2017)
Halle Berry und Daniel Craig in Kings (2017) © Universal Pictures
Die Hintergründe dieser beiden Figuren erforscht der mit nur 82 Minuten Netto-Laufzeit sehr kurze Film nie wirklich. Was hat es mit Obie auf sich? Wo kommt er her? Wie kommt es dazu, dass er der „einzige Weiße im Viertel“ ist? Für einige Momente folgt der Film Millie in ihrem Alltag, dann wieder ihren Sprösslingen. Welche dieser Kinder ihre eigenen sind, lässt der Film undefiniert, Millie kümmert sich scheinbar liebevoll um diese Kinder (die sogar unterschiedliche Hautfarben haben), weil es sonst niemand getan hat. Ein Kind, das definitiv nicht von ihr stammt, wird ihr schließlich in einem kraftvollen Moment entrissen und seinem echten Vater übergeben. Berry macht ihre Sache in dieser Rolle durchaus gut.

Am ehesten folgt „Kings“ Jesse (Lamar Johnson), dem ältesten von Millies Kinders. Dieser trifft auf die umherstreunende Nicole (Rachel Hilson), als sie gerade von ihrer Schule verwiesen wird und großmäulig die umstehenden Zuschauer mit „Rodney King“-Rufen anheizt, um auf den scheinbaren Rassismus aufmerksam zu machen, der sich hier gerade ereignet. Fasziniert folgt Jesse Nicole und verliebt sich in sie.

Halle Berry in Kings (2017)
Halle Berry in Kings (2017) © Universal Pictures
Doch nochmal zu Obie: Einer der wenigen Hintergründe, den man aufschnappt, ist die Tatsache, dass er erfolgloser Autor und natürlich Alkoholiker ist. In der ersten Hälfte des Films wird Obie nur sehr kurz etabliert, erst später kommt er zu seinem großen Einsatz, als ein paar von Millies Kids bei ihm Unterschlupf suchen, als die Unruhen richtig losgehen. Denn hier wurde nun das Urteil verkündet, das eine Freisprechung der vier Cops, die Rodney King verprügelt haben, besagt hat. Plötzlich zeigt sich hier nicht mehr der wütende und unkontrollierte, sondern der fürsorgliche Obie, der mit den Kindern fröhlich zu James Brown tanzt. Immer wieder zeigt sich der Film tonal sprunghaft und inkonsequent.

Millie rennt durch die Straßen und wird von der lauten Musik aufmerksam gemacht und vermutet einfach mal, dass sich ihre Kinder bei Obie aufhalten. Die Situation beruhigt sich nochmal vor dem Sturm und Ergüven konfrontiert den Zuschauer plötzlich mit einer erotischen Traumsequenz von Millie, die sich vorstellt, wie Obie von oben herabgleitet und schließlich ihren nackten Körper küsst. Diese tonale Unsicherheit zieht sich wie bereits erwähnt durch den gesamten Film, der in dramaturgischer Hinsicht teilweise schlicht amateurhaft erscheint. Fast nichts von seinem erzählerischen Kern wirkt in „Kings“ nachvollziehbar aufgebaut, wodurch man als Zuschauer hier schnell gelangweilt in eine passive Rolle gedrängt wird. Manche Momente funktionieren hier in sich geschlossen, doch einen erzählerischen Fluss kann man nur sehr selten erkennen.

Halle Berry in Kings (2017)
Halle Berry in Kings (2017) © Universal Pictures
Der Film mündet natürlich in den glaubwürdig inszenierten, aber wenig wirkungsvollen Unruhen, durch die sich Millie mit Obie parallel zu Jesse und den anderen Kids bewegen. Bei Jesse wird es dramatisch, bei Millie und Obie eher slapstickhaft albern. Sie sind von einem mittlerweile verschwundenen Polizisten an eine Laterne gefesselt worden und müssen sich nun befreien. Hier erweist sich Obie als MacGyver mit stark britischem Akzent und mittlerweile hat man als Zuschauer völlig den Kontakt zu dem Film verloren. Ergüven hatte hier eine spürbar große und hoffnungsvolle Vision, aber es ist überdeutlich, dass spätestens im Schnitt etwas ganz schief gelaufen ist. Nicht umsonst ist „Kings“ so merkwürdig kurz und bruchstückhaft geraten, man könnte fast meinen, dass hier eine gute halbe Stunde geopfert wurde, die diesem Film den nötigen Zusammenhalt und Kontext gegeben hätte.

Bild/Ton
In audiovisueller Hinsicht überzeugt die Blu-ray von „Kings“ allemal. Hier bietet sich ein zeitgemäßer Bildtransfer des digital aufgezeichneten Films, der sich in sehr guten Schärfe- und Detailwerten und einer natürlichen Farbpalette wiederspiegelt. Auch Kontraste und Schwarzwerte gefallen, selbst bei den zahlreichen dunklen Szenen des Films werden Details nur selten verschluckt oder von Rauschen überdeckt. Akustisch wird es hier durchaus öfter druckvoll, auch die Surroundlautsprecher kommen immer wieder atmosphärisch zum Einsatz. Stimmen ertönen mit guter Verständlichkeit.

Extras
Leider bietet die Blu-ray keinerlei Bonusmaterial.


Fazit:
„Kings“ ist ein tonal unsicherer und unfokussierter Versuch, dem Chaos der Unruhen von Los Angeles einen kaleidoskopartigen Kontext zu geben. In fast allen Bereichen fällt dieser ehrenwerte Versuch der gefeierten „Mustang“-Regisseurin jedoch flach und hinterlässt abgesehen von manch gelungenem Moment gähnende Leere.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures