Kind 44 - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 136 min

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Inhalt

Moskau 1953 – im Arbeiterparadies der Stalinzeit darf es offiziell keine Verbrechen geben und doch: Millionen leben in Angst ... und der willkürliche Tod scheint nie weit weg zu sein. Als gefeierter Kriegsheld, der fest an die kommunistischen Ideale und die Zukunft seines Landes glaubt, konnte sich Geheimdienstoffizier Leo Demidow (TOM HARDY) eine Karriere aufbauen und seiner Familie einen bescheidenen Wohlstand sichern. Doch als die grausam zugerichtete Leiche des kleinen Sohnes eines Mitoffiziers aufgefunden wird und der offensichtliche Mord von Generalmajor Kuzmin (VINCENT KASSEL) zum Unfall erklärt wird, gerät Leos ganze Welt ins Wanken. Als ein weiterer Mord an einem Kind geschieht und Leo gegen den Befehl seiner Vorgesetzten eigene Nachforschungen aufnimmt, sieht er sich schnell ins provinzielle Exil degradiert und schwebt plötzlich mit seiner Familie in tödlicher Gefahr... Der ihm einzig verbleibende rettende Ausweg ist die Mordserie gegen alle Widerstände der Behörden und trotz des widerstrebenden Misstrauens von Milizanführer Nesterow (GARY OLDMAN) möglichst schnell aufzudecken. Doch schon bald findet sich Leo unerwartet während der Jagd nach dem Killer auf einer Reise in seine eigene dunkle Vergangenheit: Während sich die Intrigen seines ehrgeizigen Rivalen Wassili (JOEL KINNAMAN) wie eine Schlinge immer enger um seinen Hals legen, droht ihn ausgerechnet die Suche nach der Wahrheit immer weiter von seiner Frau und einzigen Verbündeten Raisa (NOOMI RAPACE) zu entfremden. Wem kann Leo nun noch vertrauen?

KIND 44 basiert auf dem ersten Teil der mehrfach ausgezeichneten Bestseller-Trilogie des britischen Autors Tom Rob Smith, die im Goldmann Verlag, München erschienen ist. Regie führte Daniel Espinosa („Safe House“, „Easy Money – Spür die Angst“); das Drehbuch schrieb Richard Price („The Wire“, „Die Farbe des Geldes“). Ridley Scott („Exodus: Götter und Könige“) fungiert als Produzent. In den Hauptrollen sind die Charakterdarsteller Tom Hardy („Mad Max: Fury Road“, „The Dark Knight Rises“), Noomi Rapace („Prometheus – Dunkle Zeichen“, „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“), Gary Oldman („Planet der Affen: Revolution“) und Joel Kinnaman („Knight of Cups“) zu sehen. Vincent Cassel („Black Swan“), Jason Clarke („Terminator Genisys“, „Planet der Affen: Revolution“) und Charles Dance („Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“) ergänzen die hochkarätige Darstellerriege.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurette, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Kind 44

Blu-ray
Kind 44 Kind 44
Blu-ray Start:
22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 136 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Kind 44 Kind 44
DVD Start:
22.10.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 132 min.

Blu-ray Kritik - Kind 44

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


Mütterchen Russland gebiert keine Monster. Im Arbeiter-Paradies gibt es keinen Mord. Das ist laut Stalin-Doktrin eine rein kapitalistische Krankheit. Der Kommunismus dagegen macht alle zu besseren Menschen. Soweit die Theorie der Obrigkeit. Doch in der diktatorischen Sowjetunion des Jahres 1953, in der nicht nur der pflichtbewusste Kriegsheld und Geheimdienstoffizier Leo Demidow („Mad Max“ Tom Hardy) dem System aus Folter und Verrat blind vertraut, wird diese Theorie auf eine harte Probe gestellt – von einem kleinen Jungen, den man übel zugerichtet und brutal getötet neben einer Eisenbahnstrecke bei Moskau findet. Offizielle Todesursache: Unfall. Insgeheim wissen es die Eltern zwar besser, aber Leo muss sie vom ideologischen Gegenteil überzeugen. Nur wie lange kann er sich selbst seine Linientreue leisten?

Sozialismus, Stalin, Sowjetunion – och nö, mag mancher da denken. Ist diese kalte, herzlose Zeit nicht (zum Glück) lange vorbei und muss man die alten Kamellen jetzt nochmals aufwärmen? Muss man anscheinend, wenn einen eine mega-erfolgreiche Vorlage wie der Kriminalroman „Child 44“ (2008 erschienen, in 36 Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet) von Tom Rob Smith quasi zur Filmauswertung zwingt. Der Brite ließ sich in seinem Debüt vom realen Fall des Schlächters Andrei Tschikatilo inspirieren, der zwischen 1978 und 1990 angeblich über 50 Personen umbrachte und dem die Justiz deshalb so schwer auf die Schliche kam, weil Serienmörder hinter dem eisernen Vorhang offiziell nicht existierten.

Nun also die (im Kino gefloppte) Adaption von Regisseur Daniel Espinosa („Safe House“) und Produzent Ridley Scott („Der Marsianer“) – und die hat mit einigen Problemen zu kämpfen. Denn der Mix aus Spionage-Thriller, Killer-Hatz und Beziehungsdrama wirkt trotz 136 Minuten Laufzeit zuweilen etwas überladen, sodass letztlich alles ein bisschen und nichts richtig bearbeitet wird. So spielt der Krimi-Plot im ersten Teil nur eine Nebenrolle und kommt kaum in die Gänge. Vielmehr konzentriert sich Espinosa auf die Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit in Person von Geheimdienstler Leo Demidow, der unter Kommando von Generalmajor Kuzmin (in Nebenrollen grundsätzlich verschenkt: Vincent Cassel, „Die Schöne und das Biest“) agiert, und dem mit Wassili (schön skrupellos: Joel Kinnaman, „RoboCop“) ein gefährlicher Rivale erwächst. Das Uniform-Gebaren ist leidlich spannend und aus einschlägigen Spionage-Streifen hinlänglich bekannt.

Mit der Abschiebung von Leo und seiner Frau Raisa (Noomi Rapace, „Verblendung“, „Prometheus – Dunkle Zeichen“) – er weigert sich sie zu denunzieren und wird als Konsequenz seiner mangelnden Loyalität degradiert – verlagert sich das Geschehen in die sowjetische Provinz, ohne aber wirklich an Fahrt aufzunehmen. Denn die Ränkespiele in Moskau reichen weit und bremsen die Ermittlungen immer wieder aus oder überlagern sie. Leo, der örtlichen Miliz zugeteilt, stößt bald auf weitere Kinderleichen entlang der Bahnstrecken und gewinnt in General Nesterow (Gary Oldman, „The Dark Knight“) nach anfänglicher Skepsis einen engagierten Mitstreiter. Denn da Irre und Homosexuelle als Täter offensichtlich ausscheiden, ist anscheinend wirklich ein Serientäter am Werk.

Man tut sich als Zuschauer recht schwer, mit „Kind 44“ und seinen Darstellern warm zu werden. Und das liegt nicht nur an der trostlos-grauen Atmosphäre und dem deprimierenden Plot. Denn wo einigen Erzählsträngen über Gebühr Platz eingeräumt wird (Leos und Raisas Rückkehr nach Moskau bringt eigentlich gar nichts), hätte man sich an anderen Stellen mehr Zeit gewünscht – Stichwort Holodomor (meint das systematische Aushungern des ukrainischen Volkes durch Stalin). Oder bei Leos Wandlung zum Ermittler ohne offiziellen Befehl sowie bei seiner Beziehung zum Killer, die hier zu diffus bleibt – auf jeden Fall aber vom Roman abweicht. Emotional wird es eigentlich nur in der Szene, in der sich Leo und Raisa über ihre Ehe aussprechen und zum ersten Mal ehrlich sind. Da bröckeln Beziehungs-Fassaden, da zeigt sich der Einfluss des totalitären Systems auf das Leben des Menschen wohl am nachdrücklichsten.

Extras der Blu-ray, die mit tadellosem Bild und Ton (im Original wirkt der russische Akzent nur zuweilen etwas aufgesetzt) glänzt, sind Trailer sowie ein kurzes Featurette. Dessen Inhalt ist überschaubar und man hätte sich mehr Informationen über die Produktion erhofft als Details zur Herstellung der Mäntel und alten Zeitungen.


Fazit:
„Kind 44“ ist ein trister, zuweilen etwas langatmiger Thriller, dem der große Nervenkitzel abgeht und dem eine stärkere Fokussierung gut getan hätte. Tom Hardy und Noomi Rapace haben schon mal mehr Verve bei der Arbeit versprüht. Leinwand-Rückkehr in „Kolyma“ und „Agent 6“ nicht zwingend.

by Florian Ferber
Bilder © Concorde Home Entertainment