Jung und Schön - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min

Jung und Schön Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Kurz vor ihrem 17. Geburtstag schläft die hübsche Isabelle im Sommerurlaub das erste Mal mit einem Jungen ein Ereignis, das sie unbeeindruckt und ernüchtert zurücklässt. Mit Beginn des neuen Schuljahres verabredet sie sich über das Internet mit Männern, die sie für Sex bezahlen. 300 Euro pro Treffen berechnet sie ihren meist älteren Kunden, das versteckte Geldbündel im Kleiderschrank wächst schnell an. Weder ihre Familie noch Freunde ahnen, was sie an ihren Nachmittagen treibt. Als ihr Doppelleben durch einen tragischen Zwischenfall auffliegt, sind die Eltern fassungslos. Doch während Isabelles Mutter sich mit Selbstvorwürfen und der Frage nach dem Warum quält, schweigt Isabelle beharrlich.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Unveröffentlichte Szenen; Interview mit dem Regisseur François Ozon und den Schauspielerinnen Marine Vacth und Géraldine Pailhas; Probeaufnahmen und Kostümprobe; Entstehung des Kinoplakats; Trailer; Wendecover

DVD und Blu-ray | Jung und Schön

Blu-ray
Jung und Schön Jung und Schön
Blu-ray Start:
24.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

zur Blu-ray Kritik
Jung und Schön Jung und Schön
Blu-ray Start:
27.10.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.
DVD
Jung und Schön Jung und Schön
DVD Start:
24.04.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.
Jung und Schön Jung und Schön
DVD Start:
27.10.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.

Blu-ray Kritik - Jung und Schön

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


François Ozons beeindruckender Cannes-Wettbewerbs-Film „Jung und Schön“ polarisierte im vergangenen Jahr die Kritiker. Die einen fanden den Film in seinen Aussagen zu vage, mokierten sich über eine fehlende Struktur oder beschuldigten Ozon gar der Prostitutionspropaganda. Andere wiederum zeigten sich begeistert vom kunstvollen Stil, verglichen den Film munter mit Buñuels Meisterwerk „Belle de Jour“ und ließen sich von der phänomenal guten Hauptdarstellerin Marine Vacth in ihren Bann ziehen. Ich selbst gehöre definitiv zur letztgenannten Fraktion und spreche daher eine eindeutige Empfehlung für den Film aus!

Als Isabelle (Marine Vacth) im Sommerurlaub zum ersten Mal mit einem Jungen schläft, scheint sie kaum etwas zu spüren. Dennoch übt der Sex eine unglaubliche Faszination auf die 17 jährige Schülerin aus, weshalb sie sich ab dem Beginn des neuen Schuljahres mit älteren Männern trifft und für eine Bezahlung von 300 Euro mit diesen schläft. Als jedoch ein tragischer Unfall passiert, erfährt Isabelles Mutter (Géraldine Pailhas) vom heimlichen Hobby ihrer Tochter und macht sich fortan schwere Selbstvorwürfe. Ein Psychiater versucht mit Isabelle zu ergründen, aus welchem Grund sie sich für ein Leben als Prostituierte entschieden hat…

Glücklicherweise begeht François Ozon nicht den fatalen Fehler nach Schuldigen zu suchen, sondern belässt Isabelles Motivation bis zum überraschenden Ende völlig der Interpretation des Zuschauers. Ihm geht es in seinem Film nicht um Moral oder Unmoral, stattdessen zeichnet er ein kühles Gesellschaftsporträt, das durch das unbegreifliche Verhalten seiner Hauptfigur eine unglaubliche emotionale Wucht entfalten kann. Gerade das Fehlen eines Grundes erzeugt eine beachtliche inhaltlich Intensität, die einen als Zuschauer auch lange nach dem Filmgenuss noch zum Nachdenken zwingt. Im letzten Filmdrittel kontrastiert François Ozon die unterkühlte Welt der Prostitution schließlich mit einer fast schon parodistisch wirkenden und in ihrer Ästhetik überaus kitschigen Liebesgeschichte, die sich jedoch als illusorisch erweisen wird – der Sex mit ihrem Freund unterscheidet sich in seiner Form kein bisschen von Isabelles Tätigkeit als Prostituierte und auch ihr anschließendes Dusch-Ritual wirkt seltsam bekannt. Liebe existiert in „Jung und Schön“ schlicht und einfach nicht.
Marine Vacth mimt die jugendliche Nymphomanin mit einer engelsgleichen Anmut, weshalb sie selbst beim schmutzigsten Sex (ein Freier ejakuliert beispielsweise auf ihren Rücken) durch und durch unschuldig wirkt. Diese Diskrepanz zwischen ihrem harmlosen Erscheinungsbild und der gesellschaftlich verurteilten Welt der Prostitution macht einen großen Reiz des Filmes aus, der trotz zahlreicher Sexszenen zu keiner Sekunde in voyeuristische Gefilde abdriftet. Den oft bemühten Vergleich zum Buñuel Klassiker „Belle de Jour“ kann man inhaltlich zwar durchaus nachvollziehen, doch in Sachen Inszenierung und Stil könnten die Filme offen gestanden kaum unterschiedlicher sein. Daher erspare ich mir an dieser Stelle eine ausführliche Gegenüberstellung – fest steht jedenfalls, dass sich Marine Vacth vor der großartigen Catherine Deneuve nicht verstecken braucht. Begleitet wird der Film zudem von einem wunderschönen Soundtrack aus der Feder von Ozons Stammkomponisten Phillipe Rombi (Großartig: Die Soundtracks zu „Swimming Pool“ und „In ihrem Haus“), der einen Großteil zur alles bestimmenden Melancholie des Werkes beiträgt und im heimischen CD-Player auch gut ohne den Film funktioniert.

Bild- und Ton der Blu-ray lassen keine Wünsche offen und präsentieren den Film auf äußerst adäquate Art und Weise. Darüber hinaus hat die Disc auch noch ein einige interessante Extras (unveröffentlichte Szenen, Interviews und Kostümproben) zu bieten - hier wäre allerdings etwas mehr drin gewesen.

Fazit: François Ozon hat mit „Jung und Schön“ ein betörendes Adoleszenz-Drama geschaffen, das dank der grandiosen Hauptdarstellerin Marine Vacth eine unglaubliche emotionale Wucht entwickeln kann. Überaus gelungen!

by Jonas Hoppe
Bilder © Studiocanal Home Entertainment