Joe - Die Rache ist sein - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.10.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 117 min

Joe - Die Rache ist sein Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Im ländlichen Texas führt der Ex-Häftling Joe Ranson (Nicolas Cage) mit regelmäßigem Alkoholkonsum, kaputter Ehe und zurückgelassenen Kindern nicht gerade ein tugendhaftes Leben. Als eines Tages der 15-jährige Gary (Tye Sheridan) vor ihm steht, gibt er ihm dennoch einen Job in seinem halblegalen Forstbetrieb und fühlt sich mit der Zeit immer mehr verantwortlich für den Jungen. Schnell gerät Joe mit dem alkoholkranken Vater Wade (Gary Poulter) aneinander, der seinen Sohn immer wieder schikaniert. Als auch noch der psychopatische Willie-Russell (Ronnie Gene Blevins) eine Rechnung mit Gary zu begleichen hat, scheint Joe sein letzter Ausweg aus dieser zunehmend gefährlichen Welt zu sein …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar mit Cast & Crew, Making-of, Vom Buch zum Film: Die Ursprünge von Joe, Entfallene Szenen, Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Joe - Die Rache ist sein

Blu-ray
Joe - Die Rache ist sein Joe - Die Rache ist sein
Blu-ray Start:
23.10.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 117 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Joe - Die Rache ist sein Joe - Die Rache ist sein
DVD Start:
23.10.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

Blu-ray Kritik - Joe - Die Rache ist sein

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Der Film von Regisseur David Gordon Green (Bad Sitter, Prince Avalanche, George Washington) lief auf den renommierten Filmfestivals in Toronto und Venedig und wurde von der Presse positiv aufgenommen. Dennoch erscheint der Film hierzulande ausschließlich für das Heimkino. Ein Schicksal, das fast alle Nicolas Cage-Filme der jüngeren Vergangenheit teilen. Das ist verwunderlich. Sicher, die Filme haben insgesamt nicht mehr die hohe Qualität von Klassikern wie Im Körper meines Feindes – Face/ Off oder Con Air. Aber Tokarev, Pakt der Rache, Stolen oder Frozen Ground sind allesamt solide, spannende Thriller. So scheint es, als sei Nicolas Cage trotz seiner hervorragenden Fähigkeiten, die ihm 1996 den „Oscar“ als bester Hauptdarsteller (Leaving Las Vegas) einbrachten, mittlerweile bei den Kritikern und vielen Filmschaffenden unterschätzt. Auch beim Publikum kommt der 50-Jährige nicht mehr so gut an. Dass der gebürtige Kalifornier nichts von seinen Fähigkeiten verlernt hat, stellt er in Joe – Die Rache ist sein unter Beweis.

Der 15-jährige Gary (Tye Sheridan) hat es nicht leicht. Sein Vater Wade (Gary Poulter) ist ein versoffener Schläger, der dem Jungen immer wieder große Probleme bereitet. Ein Tunichtgut, der die ganze Familie mit seinen Aktionen in Gefahr bringt. Sie müssen oft umziehen, weil Wade überall Probleme verursacht. Als sie in eine Kleinstadt ziehen, trifft Gary im Wald auf Joe (Nicolas Cage), der eine Holzfirma betreibt. Dort hat er einige Mitarbeiter, die ihm helfen, Bäume zu vergiften und somit zum Absterben zu bringen. Er stellt Gary, der hartnäckig darum bittet ein und wird dessen Freund. Doch kann er dem Jungen die richtige Lebensweise vermitteln?

Die Geschichte ist interessant, da ganz andersartig umgesetzt. Sie beruht auf dem gleichnamigen Roman von Larry Brown. Der bereits im Jahr 2004 verstorbene Autor wurde aus dem Nichts eine feste Größe in den USA. Als er Feuerwehrmann war, entschied sich Brown, Schriftsteller zu werden – mit durchschlagendem Erfolg. Im Buch und im Film dreht sich alles um die untere Schicht der amerikanischen Gesellschaft. Diese Unterschicht wird in einer spannenden Milieustudie dargestellt und dem Zuschauer näher gebracht. Regisseur Green gewährt tiefe Einblicke in die hoffnungslose Einöde der amerikanischen Kleinstädte. Hier hat niemand einen gutbezahlten Job, die Häuser sind baufällig und den Bewohnern ist die Trauer über ihr tristes Leben ins Gesicht geschrieben. Viele ertränken ihre Probleme im Alkohol oder anderen Drogen. Die bedrückende Armut fängt Green atmosphärisch ein, auch wenn es einige kleinere Längen gibt. Ebenfalls gelungen ist, dass viel Wert auf die Charakterdarstellung gelegt wird. So können sowohl Cage als auch Sheridan ihren Figuren eine beeindruckende Tiefe verleihen. Das ist bis in die Nebenrollen so. Das Drehbuch ist exzellent und gewinnt zum Ende hin sogar noch an Fahrt.

Die Schauspieler sind die Kernessenz dieses Filmes. Nicolas Cage (Nur noch 60 Sekunden, Lord of War – Händler des Todes, The Rock – Fels der Entscheidung) liefert eine ruhige, ausdrucksstarke und hervorragende Leistung ab und kann mit seiner emotionalen Bandbreite beeindrucken. Seinen innerlich zerrissenen Charakter, der schon viel erlebt hat und durchmachen musste, spielt Cage exzellent. An seiner Seite brilliert Tye Sheridan (Mud – Kein Ausweg, The Tree of Life), der für seine exzellente Performance den Nachwuchsdarstellerpreis (Marcello-Mastroianni-Preis) der Internationalen Filmfestspiele von Venedig erhielt. Der Rest des Castes setzt sich aus Laiendarstellern zusammen, die in ihren kleinen, aber durchaus wichtigen Rollen allesamt überzeugen können. Hervorzuheben ist Gary Poulter, der Garys betrunkenen Schlägervater spielt, oder besser: verkörpert. Denn Poulter war zu der Zeit, als er für den Film entdeckt wurde, ein Obdachloser mit einer gewalttätigen Vergangenheit. Obwohl auch „Oscar“-nominierte Schauspieler diese Rolle wollten, gab Green sie Poulter aufgrund seiner Authentizität. Mittlerweile ist der manisch-depressive, fließend Japanisch sprechende Poulter, bei dem auch Lungenkrebs diagnostiziert wurde, gestorben - kurz nach dem Produktionsende, mit einer Rolle, die ihm wahrscheinlich zu einem besseren Leben verholfen hätte. Der Film ist ihm gewidmet – und zwar völlig zu recht.

Die Kameraführung kann hingegen nicht begeistern, weil sie zu oft rucklig und unruhig ist, was keinesfalls Atmosphäre generiert, sondern kostet. Dafür sind die schöne, triste, heruntergekommene Landschaftsauswahl und die kernige Synchronisation Pluspunkte des Filmes. Auch die stimmige Musikuntermalung und die trotz des nur 4 Millionen Dollar großen Budgets überzeugende Ausstattung sind positive Aspekte dieses Filmes.

Die Blu-ray Umsetzung ist gelungen. Das scharfe und in großen Teilen auch klare Bild ist ebenso überzeugend wie der klar abgemischte, deutliche Ton.
Die Extras sind vielfältig und interessant. Das aufschlussreiche, gut aufbereitete elfminütige Making-of sticht hier ebenso heraus, wie die Entstehungsgeschichte des Romans mit guten Hintergrundinformationen zu Larry Brown. Dazu kommen der deutsche Trailer, der Originaltrailer, drei weitere Filmempfehlungen, Audiokommentare und zwei Deleted Scenes.

Starkes Drama mit einem exzellenten Cast und umfassendem Bonusmaterial.

by Stefan Bröhl
Bilder © Koch Media