James Bond - Sag niemals nie - Blu-ray

Blu-ray Start: 12.04.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min

James Bond - Sag niemals nie Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Zwei tödliche Raketensprengkörper verschwinden von einer US-Luftwaffenbasis. Verantwortlich für das Verbrechen ist der skrupellose Terrorist Ernst Blofeld. Als die NATO kurz darauf Lösegeldforderungen erhält, schickt der britische Geheimdienst James Bond auf die Suche nach den gefährlichen Sprengköpfen. Sein Auftrag lautet nicht nur die gestohlenen Waffen zu finden, sondern auch Blofeld zu eliminieren. Aber Agent 007 sollte seine Gegner nicht unterschätzen, denn die mächtige Verbrecherorganisation SPECTRE hat ihn schon lange im Visier.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Englisch DTS-HD-Master Audio 5.1
Deutsch DTS-HD-Master Audio 1.0 Mono
Französisch DTS-HD-Master Audio 1.0 Mono
Untertitel:
Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Regisseur Irvin Kershner und James-Bond-Historiker Steven Jay Rubin
- Die Entstehung des Films
- Sean ist zurück
- Die Bond-Girls
- Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | James Bond - Sag niemals nie

Blu-ray
James Bond - Sag niemals nie James Bond - Sag niemals nie
Blu-ray Start:
12.04.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 133 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
James Bond - Sag niemals nie James Bond - Sag niemals nie
DVD Start:
12.04.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 120 min.

Blu-ray Kritik - James Bond - Sag niemals nie

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Auch heute, fast 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung, begeistert der Bondfilm „Feuerball“ durch seine wunderschönen Drehorte, einen Sean Connery in Bestform und atemberaubende (Unterwasser-) Actionsequenzen die Zuschauer und macht keineswegs den Eindruck, als würde er eines Remakes bedürfen. Kurioserweise existiert ein solches aber bereits seit 1983 (die Zeit, die seitdem vergangen ist, würde für den einen oder anderen Filmproduzenten vermutlich schon ein weiteres Remake rechtfertigen) und hat neben der gleichen Handlung auch noch denselben Hauptdarsteller zu bieten. „Sag niemals nie“, der Bondfilm, der eigentlich offiziell gar keiner ist, entstand aus einem Rechtsstreit zwischen dem Produzenten Kevin McClory und der Bondproduktionsfirma Eon Productions Ltd., da McClory Teilrechte an der Buchvorlage von „Feuerball“ besaß, aber diese nie für eine Verfilmung nutzen konnte. Als ihm das Gericht zustand, seine eigene Version endlich auf die große Leinwand bringen zu dürfen, machte er sich gleich an die Arbeit und konnte für die Hauptrolle überraschenderweise einen inzwischen gealterten Sean Connery gewinnen. Im Kinojahr 1983 kam es dann zu einem Konkurrenzkampf zweier Bondfilme an den Kinokassen, da Eon Productions Ltd. mit „Octopussy“ ebenfalls ein neues 007-Abenteuer produziert hatte. Obwohl „Sag niemals nie“ bei den Einspielergebnissen nicht mit dem Originalbondfilm mithalten konnte, erlangte er aufgrund seiner wohl dosierten Selbstironie und einer grandiosen Performance von Sean Connery Kultstatus unter den Fans und ist somit ein Film, der trotz seines Remakecharakters durchaus seine Daseinsberechtigung hat.

James Bond braucht Ruhe. Zumindest sieht der MI6 das so und schickt ihn nach einer verpatzten Trainingseinheit erst einmal zwei Wochen in die Kur. So befindet sich James Bond zufällig in derselben noblen Gesundheitsklinik wie die vermeintliche Krankenschwester Fatima Blush (Barbara Carrera), die den Captain Jack Petachi (Gavan O'Herlihy) der US AIR FORCE unter Drogen gesetzt hat und eine Modifikation seines Auges in Auftrag gegeben hat. Schnell merkt James Bond, dass er es mit einer gefährlichen Femme Fatale zu tun hat, die finstere Pläne verfolgt und sich schon bald als ebenbürtiger Gegner entpuppt. Nur mit knapper Not überlebt James Bond die Attacke durch einen ihrer Auftragskiller und nimmt anschließend die Spur von Fatima auf. Selbige konnte inzwischen zusammen mit dem manipulierten Captain Petachi Nuklearsprengköpfe aus einem NATO-Stützpunkt entwenden, womit eine Erpressung vorbereitet wird, hinter der niemand Geringeres als James Bonds Erzfeind Blofeld (Max von Sydow) steckt. Die Spur führt jedoch zunächst zum reichen Unternehmer Maximilian Largo (Klaus Maria Brandauer), der neben einer gigantischen, futuristischen Yacht auch noch eine wunderschöne Freundin (Kim Basinger) vorzuweisen hat, auf die James Bond in gewohnter Schnelle ein Auge wirft. Selbstverständlich muss sich Bond ganz nebenbei auch noch um die Rettung der Welt und das Verhindern einer Atomkatastrophe kümmern...

Schon der Titel ist ein gutes Beispiel für die alles bestimmende Ironie dieses inoffiziellen Bondfilms und bezieht sich selbstverständlich auch auf Sean Connery selbst, der 20 Jahre zuvor nach dem Bondfilm „Man lebt nur zweimal“ noch verlauten ließ, er habe mit der Rolle abgeschlossen und er wolle „niemals“ mehr in die Haut des James Bond schlüpfen, aber mit „Sag niemals nie“ dann doch noch den Weg zurück zu Bond fand. Diese Selbstironie zieht sich durch den gesamten Film und lässt diesen teilweise beinahe wie eine Parodie wirken. Da jedoch die Ernsthaftigkeit nie zur Gänze aufgegeben wird, entsteht ein ungemein spaßiges Agentenabenteuer, das in Sachen Humor jeden der mittlerweile 23 offiziellen Bondfilme meilenweit hinter sich lässt und auch nach mehrmaligem Sehen noch sehr lustig und spannend zugleich ist. Zu verdanken ist dieser Umstand vor allem der großartigen schauspielerischen Leistung von Sean Connery, welcher hier mit einer ungehemmten Spielfreude agiert, die selbst in seinen ersten Bondfilmen so nur selten zu erkennen war. Seine Mimik allein legitimiert schon die Existenz dieses Bondfilmes, da es ein wahrer Genuss ist, sich von seinem Charme und feinem Gespür für Timing unterhalten zu lassen. Ein besonderes Lob geht hierbei auch an die Drehbuchautoren, die ihm einige der besten Oneliner in der gesamten Bondfilmhistorie geschrieben haben (ein Beispiel wäre seine inzwischen legendär gewordene Reaktion auf die Flüssigkeit, mit der er den Auftragskiller in der Gesundheitsklinik abwehren konnte. Nachdem der Angreifer tot auf dem Boden liegt, wirft Bond einen Blick aufs Reagenzglas und liest erstaunt vor: „Urinprobe James Bond“). Auf humoristischer Ebene kann „Sag niemals nie“ also punkten, nur geht das leider auch mit einem kleinen Verlust der übrigen Bondtugenden einher. So muss auf einige der berühmten Merkmale eines klassischen Bondfilmes verzichtet werden, da die Rechtslage eine Verwendung der Originalmelodie, der Main-Title Sequenz und der Gunbarrel (der berühmte Schuss zu Beginn eines Bondfilmes) untersagte. Dies wirkt sich spürbar negativ auf das „Bondfeeling“ aus, sollte aber zu verschmerzen sein, da man inhaltlich eine gewohnt bondige Agentengeschichte geboten bekommt. Die Abweichungen von Feuerball sind zum Glück groß genug, um auch ein zweites Mal Freude an der bekannten Geschichte zu haben und so bietet „Sag niemals nie“ bis auf ein albernes Videospielduell durchweg gelungene Spionageunterhaltung. Die Drehorte sind gewohnt exotisch, Blofelds Pläne so böse wie vor 20 Jahren auch und die Bondgirls so sexy wie eh und je. Lediglich die Actionszenen und der Bösewicht enttäuschen ein wenig, da „Feuerball“ hier eindeutig mehr zu bieten hatte. So gibt es bis auf den Showdown (inklusive spektakulärem, aber von Tierschützern stark kritisierten Pferde-Stunt) und eine kleine Motorradverfolgung kaum eine nennenswerte Actionszene, da der Fokus eher auf die Dialoge und Selbstironie gelegt wurde. Ein atemberaubendes Actionfeuerwerk wie im Original aus den 60ern sollte man also nicht erwarten, da die Intensität der spektakulären Taucher-Schlacht auf dem Meeresgrund zu keiner Sekunde auch nur ansatzweise erreicht wird und hauptsächlich Altbekanntes neu aufgewärmt wird. Dennoch sind die Actionsequenzen ansprechend inszeniert und lassen das hohe Budget des Filmes deutlich erkennen. Was den Bösewicht betrifft, liefert Klaus Maria Brandauer zwar eine solide Performance ab, wirkt aber leider zu keiner Zeit in irgendeiner Weise bedrohlich oder wirklich sinister. Zu sehr lässt er den selbst verliebten Lebemann raushängen und ist die meiste Zeit über einfach viel zu freundlich zu ond. Wenn man seine Boshaftigkeit unterschwellig spüren würde, wäre das alles kein Problem, doch leider tut man das den gesamten Film über nicht. Das ist wirklich schade und raubt dem Film einiges an Qualität, waren doch stets die Bösewichter, neben den Bondgirls, das Interessanteste an dieser Filmreihe. Es ist bezeichnend für die Schwäche seiner Rolle, dass Brandauers Figur ein Gefecht mit Bond nur dann aufnehmen kann, wenn es über das Medium eines Computerspieles geschieht. Diese Auseinandersetzung ist auch noch so schleppend und unspektakulär inszeniert, dass sie den Film zu dieser Zeit deutlicher schlechter wirken lässt, als er eigentlich ist. Solche Ausrutscher stören den Filmfluss ungemein und hätten leicht vermieden werden können. Glücklicherweise gibt es von ihnen jedoch nicht so viele, dass sie den Filmgenuss gänzlich vermiesen können und so bleibt letzten Endes doch ein positiver Eindruck zurück.

Die Blu-ray muss sich nicht hinter denen der Originalbondfilme verstecken und begeistert durch ein gestochen scharfes Bild und kristallklaren Sound. So macht Bond Spaß! Darüber hinaus gibt es nun endlich einige Extras, die man auf der alten DVD Version vergeblich suchen konnte. So wird dem Zuschauer unter anderem die interessante und komplizierte Entstehungsgeschichte des Filmes vermittelt und auf die Rolle der Bondgirls näher eingegangen. Das alles erzeugt einen sehr runden Eindruck, weshalb die Blu-ray Disc der DVD eindeutig vorzuziehen ist.

Fazit: Ironisch und charmant! Auch wenn „Sag niemals nie“ nicht zur offiziellen Bondreihe gehört, steht er diesen Filmen jedoch in nichts nach. Die kleinen Abzüge an der Qualität und Menge der Actionszenen gleicht der trockene Humor des Filmes locker aus, da Connery hier vielleicht seine beste Performance in der Rolle des James Bond abliefert. Jedem Bondfan sei diese Blu-ray -Veröffentlichung daher sehr ans Herz gelegt. Doch auch alle anderen können unbesorgt einen Blick wagen, da Kevin McClory mit „Sag niemals nie“ grundsolides und wirklich lustiges Spionagekino produziert hat, das beweist, dass manchmal sogar aus einer Trotzreaktion ein guter Film hervorgehen kann.

by Jonas Hoppe
Bilder © 20th Century Fox