Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition) - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.12.2020
Digital VoD: 10.12.2020
FSK: 18 - Laufzeit: 97 min

Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition) Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Alex wird auf dem Heimweg von einer Party brutal vergewaltigt und misshandelt. Sie ist alleine nachhause gegangen ohne ihren Freund Marcus, von dem sie ein Kind erwartet und der nicht in der Lage ist, die zarten Gefühle, die zwischen ihnen bestehen, zuzulassen. Ohne Pierre auch, ihren Ex-Freund, der sie noch immer liebt. Was folgt, ist eine Jagd von Marcus und Pierre, getrieben von Verzweiflung und blinder Rache. Eine Irrfahrt durch die Nacht, die in einem Sado-Maso-Club der Schwulenszene mit einem Mord endet, der genauso sinnlos ist, wie die Tat an sich. Der Falsche wird gerächt, die Dunkelheit wird nicht vertrieben.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Französisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
ca. 93 Min. (Kinofassung) & ca. 86 Min. (Straight Cut)
Audiokommentare von Gaspard Noé und Filmwissenschaftler Prof. Dr. Marcus Stiglegger, Featurette „Die umkehrbare Reise“, Die Spezialeffekte

Video on demand - Irreversible

DVD und Blu-ray | Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition)

Blu-ray
Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition) Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition)
Blu-ray Start:
10.12.2020
FSK: 18 - Laufzeit: 97 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Collector's Edition) Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Collector's Edition)
DVD Start:
10.12.2020
FSK: 18 - Laufzeit: 93 min.

Blu-ray Kritik - Irreversible (Kinofassung & Straight Cut) (Limited Steelbook Edition)

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 7/10


Am zehnten Dezember erscheint "Irreversible" von Gaspar Noe ("Climax") remastered und zusammen mit neuer Schnittfassung als Collector's Edition (DVD), Limited Steelbook Edition (Blu-ray) und Video on Demand. Ob der Film als solcher gut ist und vor allem, ob der neue Straight Cut sehenswert ist oder nicht, das erfahrt ihr in dieser Kritik.

Irreversible – Albert Dupontel, Monica Bellucci und Vincent Cassel
Irreversible – Albert Dupontel, Monica Bellucci und Vincent Cassel © Studiocanal Home Entertainment
Zunächst allerdings zum ursprünglichen Film:
"Irreversible" handelt von einer Vergewaltigung und dem daraus resultierenden Racheakt durch den Freund (Vincent Cassel) der vergewaltigten jungen Frau (Monica Bellucci). Doch wir hätten es hier nicht mit einem Film von Gaspar Noe zu tun, wenn das schon alles wäre: Der Film wird in umgekehrter Chronologie - also von hinten nach vorne, ähnlich wie Christopher Nolans "Memento" - erzählt.

Wir haben es hier zweifelsohne mit hartem Tobak zu tun, das sollte jeder potenzielle Zuschauer wissen, bevor er einen Kauf auch nur in Betracht zieht. Nicht nur muss abermals vor flackernden Lichtern und allgemein stressiger Audiovisualität gewarnt werden, sondern auch vor richtig bedrückenden Bildern. So markiert den Höhepunkt in dieser Hinsicht nicht etwa brutale Gewalt in Form von Schlägen mit Fäusten und Feuerlöscher, sondern eine langanhaltende Vergewaltigung - und Noe hält minutenlang eiskalt drauf. Das Ende des Films und damit der Beginn der eigentlichen Handlung lässt sich übrigens einige Stunden vor der Vergewaltigung an Alex (Bellucci) einordnen. "Irreversible" gelingt es damit, dass wir selbst ruhige und schöne Szenen nicht genießen können, da wir wissen, was den Figuren in ihrer Zukunft widerfahren wird. Das Verhältnis von Zeit spielt also eine große Rolle, die über die offensichtliche Erzählweise hinweg fabelhaft funktioniert und dem Film eine Effektivität in seiner bedrückenden Stimmung verleiht, die man so selten gesehen oder gespürt hat.

Irreversible - Monica Bellucci
Irreversible - Monica Bellucci © Studiocanal Home Entertainment
Und damit wären wir dann auch bei dem Problem des Straight Cut, welcher die gleiche Geschichte erzählt, diesmal jedoch in chronologisch richtiger Reihenfolge. Die erste Hälfte verliert immens an Effektivität und infolgedessen verkommt "Irreversible" fast schon zu einem inhaltlich stereotypischen "Rape and Revenge"-Film. Natürlich bleiben noch immer eine unheimlich beklemmende Atmosphäre und sehr unangenehme Bilder, die Wirkung des Geschehens in seiner ursprünglichen Form bleibt allerdings aus.
Ein kleines Zwischenfazit: Für riesige Fans des Films ist der Straight Cut vermutlich einen Blick wert. Allen anderen Zuschauern - vor allem denen, die den Film noch gar nicht gesehen haben - sei an dieser Stelle ganz klar die Originalfassung empfohlen!

Was visuell an "Irreversible" sehr beeindruckend ist, ist die Tatsache, dass der Film den Anschein erweckt, es würde sich bei jeder Szene um einen einzigen langen Take handeln. An manchen Stellen wurde visuell etwas nachgeholfen, gerade wenn es um Effekte wie deformierte Gesichter oder dergleichen geht, dies mindert allerdings die Effektivität der Szenen keineswegs. Wie auch die Stimmung des Films sind seine Bilder: Dicht und unangenehm, versehen mit verhältnismäßig grobem Bildkorn und einer vorwiegend dunklen Farbpalette. Die langen Einstellungen haben übrigens noch einen weiteren großen Vorteil: Monica Bellucci ("Spectre") und Vincent Cassel ("La Haine"), sowie sämtliche Nebendarsteller, können ihr Können vollkommen unter Beweis stellen. Das Schauspiel in "Irreversible" ist sagenhaft authentisch, da kann man auch über weniger ausgearbeitete Charaktereigenschaften hinwegsehen.

Irreversible – Monica Bellucci und Vincent Cassel
Irreversible – Monica Bellucci und Vincent Cassel © Studiocanal Home Entertainment
Bild:
Der Film kommt mit einem einzigartigen Look daher, der auch viel Filmkorn mit sich bringt: Sieht nicht schön aus, hat aber seinen Zweck.

Ton:
Die musikalische Untermalung ist gelungen, der Ton an sich wirklich gut und auch die deutsche Synchronisation vollkommen okay.

Extras:
Der Kinofassung liegen zwei Audiokommentare bei, sowie ein knapp zehn Minuten langes Featurette über die Effekte. Der Straight Cut kann mit einem über 40 Minuten langen Featurette über die Geschichte des Films auftrumpfen. Außerdem kann man sich nochmals den Originaltrailer anschauen.


Fazit:
"Irreversible" ist richtig harter Stoff, den man definitiv nur schauen sollte, wenn man weiß, dass man das Geschehen in seiner unverblümten Form wirklich aushalten kann. Man kann wohl kaum davon sprechen, eine schöne Zeit mit diesem Film zu haben, seine Effektivität und filmisch beachtlichen Merkmale kann man allerdings ebensowenig infrage stellen - zumindest in der Kinofassung.


by Tim Gertz
Bilder © Studiocanal Home Entertainment