Infinitely Polar Bear - Blu-ray

Blu-ray Start: 28.01.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 88 min

Infinitely Polar Bear Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Während die meisten Väter den Tag am Arbeitsplatz verbringen, vertrödelt der depressive Cam (Mark Ruffalo) den Tag mit einem seiner halbfertigen Projekte. In der Hoffnung, ihrer Familie ein besseres Leben bieten zu können, beginnt seine Frau Maggie (Zoe Saldana) das Studium in einem anderen Staat. So muss Cam sich um seine lebhaften Töchter kümmern und ist schnell überfordert. INFINITELY POLAR BEAR basiert auf einer wahren Geschichte, die ergreifend und unterhaltsam zeigt, wie unerwartet Eltern und Kinder einander retten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch, Finnisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Kommentar von Mark Ruffalo, Regisseurin Maya Forbes und Produzent Wally Wolodarsky
Fragen & Antworten beim LA Film Festival mit Besetzung und Drehteam
Entfallene Szenen

DVD und Blu-ray | Infinitely Polar Bear

Blu-ray
Infinitely Polar Bear Infinitely Polar Bear
Blu-ray Start:
28.01.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 88 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Infinitely Polar Bear Infinitely Polar Bear
DVD Start:
28.01.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 85 min.

Blu-ray Kritik - Infinitely Polar Bear

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Bipolare Störung, das Schwanken zwischen Depression und Manie, ist eine psychische Störung, die sich langsam aus der gesellschaftlichen Stigmatisierung herausbewegt. Die Krankheit ist immer mehr Gesprächsthema, wozu vielleicht auch ein Film wie „Silver Linings“ beigetragen hat. Weit weniger Aufmerksamkeit wie David O. Russells preisgekrönter Film erhielt jedoch zuletzt die kleine Indie-Tragikomödie „Infinitely Polar Bear“, die in Amerika nur 1,3 Millionen Dollar einspielte und es in Deutschland leider nur zu einer Heimkino-Veröffentlichung schafft. Hier präsentiert sich ein kleines Juwel, das vor allem durch die wunderbare Darstellung des großartigen Mark Ruffalo glänzt, der für seine Rolle des bipolar gestörten Familienvaters mit einer Golden Globe Nominierung geehrt wurde.

Infinitely Polar Bear Szenenbild „Infinitely Polar Bear“ ist ein sehr intim und persönlich wirkender Film, der wie aus dem Leben gegriffen scheint. Das ist absolut kein Zufall, denn Debütregisseurin Maya Forbes erzählt hier eine Geschichte aus ihrem eigenen Leben. Im Zentrum steht Cameron (Mark Ruffalo), ein Familienvater von zwei Mädchen, der nach einer psychotischen Episode seinen Job verliert und eine Zeit im Krankenhaus verbringen muss. Er leidet an bipolarer Störung, ein Umstand, der seinem Familienleben große Schwierigkeiten bereitet. Camerons Frau Maggie (Zoe Saldana) versucht sich und ihre beiden Töchter Amelia (Forbes Tochter Imogene Wolodarsky) und Faith (Ashley Aufderheide) über Wasser zu halten, findet jedoch keinen Job. Als sie schließlich ein Stipendium für ein Wirtschaftsstudium an der Columbia Universität erhält, bittet sie Cameron für diese Zeit für ihre beiden Kinder zu sorgen. Angesichts seiner Krankheit ist das natürlich kein leichtes Unterfangen.

Forbes Vater war die Vorlage von Cameron, ihre eigene Tochter Imogene Wolodarsky verkörpert letztlich sie selbst. So wirkt der Film von der ersten Sekunde an äußerst persönlich und authentisch und in seiner realistischen Darstellung des Alltags im Leben mit bipolarer Störung auch oft recht schwierig anzusehen. Man wird intimer Beobachter des komplizierten und mit Herausforderungen vollgepackten Lebens dieser Familie und kann dank seiner sehr unsentimentalen und einfühlsamen Portraitierung die Hochs und Tiefs dieser psychischen Krankheit leicht nachvollziehen. Das ist unzweifelhaft ein großer Verdienst der starken Darsteller, allen voran Mark Ruffalo, der hier eine der besten Leistungen seiner Karriere abliefert. Er steht ganz klar im Zentrum des Films und trägt ihn mit spürbarer Leidenschaft auf seinen Schultern, stellt mit bemerkenswerter Intensität und Gefühl die vielen emotionalen Facetten des bipolaren Cameron dar. Forbes spart in ihrem Film nichts aus, sie zeigt die manischen Episoden, die oft in für seine Umwelt unheimlicher Wahnhaftigkeit resultieren, aber auch hin und wieder für große Produktivität und ekstatische Freude sorgen. Die Schmerzhaftigkeit der immer mal wieder eintretenden lähmenden Depression, überwältigender Aggression und Überforderung mit seiner Vaterrolle stellt Ruffalo aber genauso mit intensiver Ehrlichkeit dar. Über allem ist Ruffalo aber auch als liebender Familienvater enorm glaubhaft und man zweifelt keine Sekunde daran, hier eine reale Persönlichkeit zu sehen. Ruffalo lebt seine Rolle mit jeder Faser.

Großartige Unterstützung erhält Ruffalo von der immer noch unterschätzten Zoe Saldana, die aus der komplexen Rolle einer Mutter, die versuchen muss angesichts widrigster Umstände, alles richtig zu machen, das Bestmögliche rausholt. Maggie ist auf der ständigen Suche nach Möglichkeiten, ihren Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen, wofür sie sich letztlich selbst verwirklichen muss, um ihrer Familie eine finanzielle Grundlage zu verschaffen. Ihre Hin- und Hergerissenheit, ob sie sich nun für das Studium monatelang von ihren Kindern entfernt, portraitiert Saldana mit emotionaler Aufrichtigkeit. Ihre Beziehung zu Ruffalo ist dank hervorragender Chemie zwischen den beiden Darstellern zu jeder Zeit völlig glaubwürdig. Hier bietet „Infinitely Polar Bear“ so manche emotional sehr berührende Momente, gerade gegen Ende des Films.

Man muss Forbes zu Gute halten, dass sie in keiner Weise versucht, einen deprimierenden, übertrieben ernsthaften oder bedeutungsschwangeren Film zu machen. Viel mehr gelingt ihr ein Film von großer Aufrichtigkeit, der die Hochs und Tiefs des Lebens sowohl mit seinen lustigen als auch schwierigen Momenten auf bittersüße Weise glaubhaft darstellt. Hier wirkt erstaunlicherweise nichts klischeehaft oder stereotyp. Die sehr authentisch und scharf beobachtete Familiendynamik funktioniert letztlich auch dank der beiden sehr überzeugenden Jungdarstellerinnen so gut, die hier über eine angenehm echte Ausstrahlung verfügen. Kinder in Filmen können oft nervig wirken, Wolodarsky und Aufderheide sind jedoch absolut hinreißend, ohne je unnatürlich süß zu wirken. Sie spielen hier mit Leichtigkeit auf und ihre gelegentlichen Anflüge von erwachsener Weisheit sind amüsant und überzeugend.

Infinitely Polar Bear Szenenbild Ein großartiger Film ist „Indefinitely Polar Bear“ nicht, dafür aber ein guter und ehrlich empfundener. Der Film lebt von seiner ehrlichen Beobachtungsgabe und vor allem durch seine hervorragenden Darsteller, denen man, gerade im Falle von Ruffalo und Saldana, ihre Liebe zum Material deutlich anmerkt. Es ist ein Film kleiner Offenbarungen, der nicht an einer bestimmten Story interessiert ist, sondern viel mehr eine entspannte und anekdotenhafte Darstellung von Lebenssituationen einer ungewöhnlichen Familie ist. In seiner Machart entspricht „Infinitely Polar Bear“ auch dank seiner freundlich-folkig-poppigen Musik immer wieder diverser Indie-Klischees, jedoch kann man das dank seines kaum von der Hand zu weisenden Charmes leicht verschmerzen.
Bild
Ein Highlight ist die starke Bildqualität der Blu-ray. „Infinitely Polar Bear“ wurde digital auf Arri Alexa aufgezeichnet und es präsentiert sich ein sehr freundliches, helles und strahlendes Bild mit exzellenten Schärfewerten. Gerade bei den vielen Großaufnahmen von Gesichtern zeigt sich eine bemerkenswerte Klarheit und Detailvielfalt. Ästhetisch präsentiert sich der Film von einer sehr natürlichen Seite, Farben sind kraftvoll, aber realistisch dargestellt. Kontraste und Schwarzwerte sind auch durchweg auf einem sehr hohen Niveau, Bildfehler gibt es keine zu entdecken.

Ton
„Infinitely Polar Bear“ ist erwartungsgemäß ein primär dialogbasierter Film, entsprechend präsentiert sich die akustische Umsetzung der Blu-ray. Der Großteil der Tonspur spielt sich im Frontbereich ab, Stimmen sind absolut klar und verständlich abgemischt. Musik und Atmosphäre verteilen sich nur sehr subtil auf die Surround-Kanäle. Letztlich ist die akustische Präsentation aber völlig zufriedenstellend und sauber.

Extras
Das Bonusmaterial der Blu-ray ist insgesamt solide ausgefallen. Herzstück ist der Audiokommentar mit Ruffalo, Forbes und Produzent (und Forbes Ehemann) Wally Wolodarsky, der durchaus redeselig ist und alles Wissenwerte zu den Hintergründen des Films bietet. Auch nett ist die Q&A-Session vom LA Film Festival, das von Executive Producer J.J. Abrams moderiert wird. Hinzu kommen obligatorische entfallene Szenen und der Kinotrailer.
Kommentar mit Mark Ruffalo, Regisseurin Maya Forbes und Produzent Wally Wolodarsky
Fragen & Antworten beim LA Film Festival mit Besetzung und Filmemachern (10:26 Min.)
Entfallene Szenen
- Hundekampf (00:58 Min.)
- Cameron weckt die Mädchen auf (01:11 Min.)
- Cameron holt Maggie ab (00:54 Min.)
- Fahrt nach Hause (01:15 Min.)
Kinotrailer (02:17 Min.)


Fazit:
„Infinitely Polar Bear“ ist eine sympathische aus dem Leben gegriffene Indie-Tragikomödie, die durch ihre bescheidene und unaufgeregte Art zu gefallen weiß. Getragen wird der sehr gut beobachtete und menschliche Film von einem starken Mark Ruffalo, der bipolarer Störung ein Gesicht gibt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment