Imperium - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.12.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min

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Inhalt

Nate Foster ist trotz seines jungen Alters ein gerissener FBI-Agent. Einer der besten, wie seine Chefin Angela behauptet. Doch sein neuer Auftrag entpuppt sich als höllisch gefährlicher Drahtseilakt. Kahlrasiert und mit irrem Funkeln in den Augen taucht der Jungspund in die Gefilde einer ultra-rechten Neonazi-Organisation ab, um einen drohenden Anschlag mit einer schmutzigen Bombe zu verhindern. Allein unter tollwütigen Wölfen, bleibt Nate nichts anderes übrig, als mit dem Rudel zu heulen. Dabei gerät er bald in einen mörderischen Sog aus Gewalt und Verbrechen. Nur Angela kennt seine wahre Identität und versucht verzweifelt, ihren Schützling am Leben zu halten, bis sein Auftrag erfüllt ist.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Interviews

DVD und Blu-ray | Imperium

Blu-ray
Imperium Imperium
Blu-ray Start:
09.12.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Imperium Imperium
DVD Start:
09.12.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

Blu-ray Kritik - Imperium

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Geschichten über ‚Undercover-Cops gehören schon seit jeher zu den beliebtesten Motiven des Thriller-Genres. Filme wie „Serpico“, „Gefährliche Brandung“, „Donnie Brasco“ oder „The Departed“ (und sein Hongkong-Original „Infernal Affairs“) sind hier nennenswerte Vertreter, die die Formel erfolgreich umgesetzt haben. Mit „Imperium“ erscheint nun ein weiterer Film über einen Undercover-Agenten, der den Klischees des Genres zwar konsequent folgt, aber von Regie-Debütant Daniel Ragussis durchaus packend und selbstbewusst inszeniert ist. Imperium SzenenbildRagussis handwerklich überzeugende Regie und das einsichtsreich geschilderte Neo-Nazi-Milieu, in dem der Film angesiedelt ist, machen die recht vorhersehbare Handlung von „Imperium“ wieder wett. Neben der provokanten und überaus brisanten Illustrierung der rechtsextremen Szene in Amerika ist „Imperium“ aber auch deshalb aufsehenerregend, da Daniel Radcliffe hier seiner Post-„Harry Potter“-Filmografie nach verqueren Filmen wie „Horns“ oder „Swiss Army Man“ eine weitere mutige und überaus unerwartete Rolle hinzufügt.

Radcliffe spielt hier Nate Foster, einen jungen und ambitionierten FBI-Agenten, der sich durch seine unscheinbare und nerdige Bücherwurm-Art unter seinen Kollegen noch nicht viel Respekt erarbeiten konnte. Nate arbeitet in der Terrorbekämpfungs-Division des FBI und wird überraschend von seiner Kollegin Angela Zamparo (Toni Collette) dazu rekrutiert, eine rechtsradikale Neo-Nazi-Gruppe zu infiltrieren, die in Verbindung zu dem einflussreichen Talk Show Moderator und Hassprediger Dallas Wolf (Tracy Letts) steht. Wolf steht unter Verdacht, einen groß angelegten Terroranschlag in den USA zu planen. Foster nimmt den Auftrag an, woraufhin er sich in zahlreiche rechtsextreme Literatur und einem Undercover-Training vertieft, bis er sich schließlich mit rasiertem Schädel seiner neuen Identität des desillusionierten Irakkrieg-Veteran Nate Thomas annimmt. Schnell wird er ein wichtiger Teil der Szene, gewinnt Vertrauen bei verschiedenen einflussreichen Persönlichkeiten und steigt in den Rängen auf, muss aber stets fürchten, dass seine wahre Identität zum Vorschein kommt.

Zunächst fällt es zugebenermaßen schon etwas schwer, Daniel Radcliffe in seiner Rolle als FBI-Agent zu akzeptieren und ernst zu nehmen. Zu jung, milchgesichtig und schmalbrüstig wirkt Radcliffe, der hier zudem zu Beginn des Films mit einer fürchterlichen Frisur ohnehin schon eine sehr irritierend wirkende Präsenz darstellt. Imperium SzenenbildDoch nach und nach macht seine Besetzung hier Sinn, denn man merkt schnell, dass Foster auch von seinen Kollegen nicht ganz ernst genommen wird und er sich auch selbst als unpassend für die gefährliche Mission ansieht. Von seiner Vorgesetzten wird er aber rekrutiert, da er scheinbar die Fähigkeit besitzt, sich in andere Menschen hineinversetzen und sich auf eine Ebene mit ihnen begeben zu können. Das wird so in Form von Dialogen unterstrichen, hundertprozentig glaubwürdig verkörpert Radcliffe diese Fähigkeiten aber nicht, was seine Darstellung auf etwas paradoxe Weise wieder glaubwürdiger macht – ob gewollt oder nicht.

Man muss so aber auch einfach hinnehmen, dass Nate trotz seines nicht wirklich spürbaren Charismas meistens binnen Sekunden bei seinen neuen Bekanntschaften in der Rassistenszene beliebt und respektiert ist. Der Film macht hier überhaupt häufig den Eindruck, als würden sich sämtliche Figuren eher den vorgegebenen Plotmechanismen unterordnen, anstatt auf natürliche und nachvollziehbare Weise nach ihrer Persönlichkeit zu agieren. Sein erster Kontakt und Anführer einer Neo-Nazi-Gruppe Vince Sargent (Pawel Szajda) ist direkt angetan von dem motivierten und intelligenten jungen Mann, seine rechte Hand Roy (Seth Numrich) ist hingegen der obligatorische Skeptiker, dem Foster sofort nicht geheuer ist. Infolge davon bietet der Film zahlreiche Konflikte zwischen den beiden, bei denen Nate immer wieder durch Roys Drängen in brenzlige Situationen gerät und sich als echter Neo-Nazi beweisen muss. „Imperium“ generiert hier durchaus effektiv Spannungssituationen, die funktionieren, obwohl man sie in ähnlich gearteten Undercover-Stories bereits oft gesehen hat.

Vertrauen erarbeitet sich Nate auch bei dem bulligen Andrew Blackwell (Chris Sullivan), dem Anführer der paramilitärisch organisierten Aryan Alliance, der Foster mit seinem technischen Wissen aus (angeblichen) Kriegseinsätzen hilft. Imperium SzenenbildDie zentrale und faszinierendste Beziehung des Films besteht allerdings zwischen Foster und Gerry Conway (Sam Trammell), einem kultivierten und freundlichen Familienvater aus der Vorstadt, hinter dessen Fassade sich aber ein tiefsitzender fremdenfeindlicher Hass verbirgt. Als Brahms-liebender, warmherziger und angenehmer Gesprächspartner überzeugt Trammell und gibt dem Film eine interessante und gerade in Zeiten nach der US-Präsidentenwahl eine zeitgemäße und ernüchternde Note. Unterstrichen wird das zusätzlich durch die durchaus an Donald Trump erinnernde Rhetorik (und spätere Rechtfertigung) des Talk Show Moderators, der brillant von Tracy Letts verkörpert wird.

„Imperium“ wird primär durch sein vielschichtiges Portrait einer in Spielfilmen neben „American History X“, „Romper Stomper“, „Inside a Skinhead“ oder auch dem diesjährigen „Green Room“ nicht oft beleuchteten Subkultur interessant. Ragussi, der sein Drehbuch auf Basis realer Erfahrungen des FBI-Agenten Michael German schrieb, gelingt es sehr gut einen überaus einsichtsreichen Querschnitt durch verschiedene Teile rechtsradikaler Bewegungen zu erstellen, der das absonderliche Gedankengut seiner Mitglieder provokant illustriert. Das ist zweifelsohne faszinierend und packend anzusehen, auch wenn manche Figuren eher stereotyp und manchmal gefährlich nahe an der Karikatur gezeichnet sind. Ihr merkwürdiger Verhaltenskodex gepaart mit unglaublichen Aussagen erzeugt ein derart schockierendes Bild, das man fast schon lachen möchte – wenn die Realität nicht so traurig wäre. Besonders an „Imperium“ ist dann auch, dass es gelingt – besonders im Fall von Conway und Wolf sehr menschlich und intellektuell gezeichnete Figuren und eben nicht als seelenlose Monster zeigt, die man so nicht erwarten würde.

Vordergründig will „Imperium“ aber als gut geölte Thriller-Maschine funktionieren, was dank Ragussis selbstbewusster Inszenierung auch weitestgehend gelingt. Sein Erstlingswerk ist durchgehend spannend, auch wenn er nahezu Schritt für Schritt vorhersehbaren Erzählmustern folgt. „Imperium“ hätte jedoch ein richtig starker und nicht nur ein recht guter Film werden können, wenn er sich am Ende nicht so blutleer anfühlen würde. Sicher, man erhält einen lebhaften und gut recherchierten Eindruck einer gefährlichen und weitreichenden Szene, doch man versteht nach dem überaus antiklimatischen und abrupten Ende nicht wirklich, was für eine Figur Foster wirklich ist, was er aus seiner Erfahrung mitnimmt. Imperium SzenenbildEine Katharsis bleibt so leider aus, das allzu sauber und konfliktfrei zugeschnürte Ende hinterlässt keinen bleibenden Eindruck, setzt nicht einen profunden und tiefemotionalen Kockout-Punch, wie es eben der insgesamt viel bessere, interessantere und weit schockierendere „American History X“ getan hat. So ist „Imperium“ am Ende eben nicht allzu viel mehr als ein solider und gelegentlich provokanter Undercover-Thriller, der dank seines vielschichtig portraitierten Milieus Originalitäts-Punkte sammeln kann.

Bild
Die Blu-ray von „Imperium“ überzeugt durch sein sehr scharfes und detailreiches Bild, das in der Nachbearbeitung an vielen Stellen betont entsättigt wurde, aber dennoch über einen hohen Kontrastumfang verfügt. Das insgesamt etwas gelbstichige Bild leistet sich keine nennenswerten Schwächen.

Ton
Akustisch weiß die Umsetzung der Blu-ray ebenfalls sehr zu überzeugen. Dialoge sind überaus klar und verständlich abgemischt, die Surround-Lautsprecher werden überraschend lebhaft und recht konstant mit Geräuschen und der düsteren und pulsierenden Filmmusik von Will Bates befeuert. Der Subwoofer kommt auch immer wieder sehr effektiv zur Geltung.

Extras
Das Bonusmaterial der Blu-ray fällt überschaubar aus. Neben Trailern findet sich hier eine viertelstündige Featurette, die aus beim Zürich Filmfestival entstandenem Interviewmaterial und Eindrücken vom grünen Teppich besteht.
Originaltrailer (02:11 Min.)
Deutscher Trailer (02:11 Min.)
Imperium auf dem Zürich Film Festival: Exklusives Interview und Impressionen (16:39 Min.)
Trailershow (Kickboxer: Die Vergeltung, Desierto, Kriegerin)


Fazit:
„Imperium“ ist ein sehr gut inszenierter Thriller, der seine Geschichte eines Undercover-Agenten zwar arg vorhersehbar, aber dennoch packend erzählt. Über den Genre-Durchschnitt wird der Film durch seine vielschichtige Studie der rechtsradikalen Szene in Amerika gehoben, die über manchen provokanten Denkanstoß aber nicht hinauskommt. Ein recht schwaches Ende lässt dann zusätzlich echten Nachhall vermissen, wodurch der Film schnell wieder in Vergessenheit gerät.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Ascot Elite Home Entertainment