Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10 - Blu-ray

Blu-ray Start: 24.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min

Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10 Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine Autobombe explodiert an der Grenze zwischen den USA und Mexiko und hat die erbittert geführte Auseinandersetzung zwischen dem mexikanischen Drogenfahnder Vargas und seinem amerikanischen Kollegen Quinlan zur Folge. Mit gefälschten Beweisen bringt letzterer nämlich vermeintlich Unschuldige hinter Gitter und setzt sein mexikanisches Gegenüber sogar durch die Entführung von dessen Frau Suzie zusätzlich unter Druck. Das Ergebnis zählt zu Recht zu den hundert besten Filmen aller Zeiten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Disc 1: Rekonstruierte Fassung ca. 110 Minuten
Disc 2: Kinofassung ca. 95 Minuten, Previewfassung ca. 109 Minuten
- 4 verschiedenene Audiokommentare, mit: Restaurationsproduzent Rick Schmidlin; den Darstellern Charlton Heston & Janet Leigh, Kritiker F.X. Feeney; und den Welles-Gelehrten James Naremore und Jonathan Rosenbaum
- Alternatives Filmmaterial
- Originaltrailer
- 2 Dokumentationen „Bringing Evil to Life“ (ca. 21 Minuten) + „Evil Lost and Found“ (ca. 17 Minuten)

DVD und Blu-ray | Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10

Blu-ray
Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10 Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10
Blu-ray Start:
24.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 110 min.

zur Blu-ray Kritik

Blu-ray Kritik - Im Zeichen des Bösen - Masterpieces of Cinema No. 10

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


58 Seiten brauchte Orson Welles, um seinem Ärger Luft zu machen. Als er sah, wie das Universal-Studio seine Adaption des Kriminalromans „Badge of Evil“ von Whit Masterson verstümmelt hatte, platzte „Citizen Kane“ der Kragen und er bat schriftlich um Änderung der von ihm nicht autorisierten Schnittfassung. Doch die Filmbosse zeigten sich uneinsichtig und brachten ihre Version von „Im Zeichen des Bösen“ („Touch of Evil“) 1958 in die Kinos – mit der bitteren Konsequenz, dass sich das Genie Orson Welles frustriert von den Kommerz-Mechanismen Hollywoods endgültig gen Europa verabschiedete. Was für ein Verlust für die Traumfabrik! Zum Glück liegt der brillante Film-noir-Ausklang nun in der Masterpieces of Cinema Collection von Koch Media auf zwei Blu-ray-Discs vor – und die beinhalten unter anderem auch einen 1998 anhand von Welles’ Aufzeichnungen rekonstruierten Cut.

„Im Zeichen des Bösen“ hat sich seinen vorderen Rang in der Filmhistorie in vielerlei Hinsicht verdient. Legendär schon die über drei Minuten lange Plansequenz zu Beginn, die ohne Schnitte auskommt und einen Einblick in die nächtliche Szenerie der amerikanisch-mexikanischen Grenzstadt Los Robles bietet. Ein Schauplatz, bevölkert von zwielichtigen Typen, leichten Mädchen, ein rote Meile aus schmierigen Strip-Shops und billigen Motels. Hier prallen nach der Explosion einer Autobombe auf US-Seite der mexikanische Drogenfahnder Miguel „Mike“ Vargas („entstellt“ mit gefärbten Haaren und Schnurbart: „Ben Hur“ Charlton Heston) und der moralisch verkommene amerikanische Polizei-Captain Hank Quinlan (eine Performance, wie man sie selten sieht: Orson Welles mit Polstern und falscher Nase) aufeinander.

Mag die Geschichte zunächst noch etwas sperrig und wirr daherkommen, bleibt die Suche nach dem Attentäter ohnehin eher Randgeplänkel (obwohl Welles sie am Ende so lapidar wie frappierend auflöst). Was fesselt ist die Art und Weise wie sich die beiden Antagonisten – hier der aufrecht-ehrliche Vargas, dort der korrupt-psychopathische Quinlan – gegenseitig belauern, diskreditieren und wie unterschiedlich sie Polizeiarbeit interpretieren. In ihren Machtkampf wird unfreiwillig auch Vargas’ Frau Susan (das berühmteste Duschopfer der Filmgeschichte: Marion Crane alias Janet Leigh) hineingezogen, die alleine in einem Motel („Psycho“ lässt grüßen!) von einer mexikanischen Bande unter Drogen gesetzt wird. Wie Orson Welles diese Bedrohungsatmosphäre inszeniert, ist meisterlich und wegweisend. Gleiches gilt für das denkwürdige Finale, bei dem Vargas und Quinlans langjähriger Mitarbeiter Pete Menzies (Joseph Calleia) das aufgedunsene Cop-Ungeheuer mittels eines Mikrofons und eines Tonbandgerätes überführen wollen. Spannender kann man ein Verhör im Gehen kaum drehen. Darüber hinaus überrascht „Im Zeichen des Bösen“ mit Cameos von Zsa Zsa Gabor und Joseph Cotten sowie einer betörenden Marlene Dietrich als Hure Tanya mit dauerklimperndem Klavier. Quinlans Versinken im Suff indes kann auch sie nicht verhindern.

Disc eins enthält die Rekonstruktion aus dem Jahr 1998 im Bildformat 1,85:1 und einen Audiokommentar von Produzent Rick Schmidlin sowie die Rekonstruktion im Format 1,37:1 samt Kommentar von Schmidlin und den Darstellern Charlton Heston und Janet Leigh aus dem Jahr 1999. Das hat schon was, wie sich die beiden an die Dreharbeiten vor 41 Jahren zurückerinnern. Außerdem gibt es neben dem Originaltrailer und einer Bildergalerie den Beitrag „Bringing Evil To Life“ (OmU). Darin sprechen unter anderem berühmte Weggefährten von Orson Welles wie die Regisseure Peter Bogdanovich („Is’ was Doc?“) und Robert Wise („Andromeda“) über das in Hollywood letztlich verkannte Genie Orson Welles, das im Übrigen auch als Vorreiter in Sachen Handkamera gepriesen wird. Dazu wird offenbart, dass Marlene Dietrich ihren letzten Moment in „Touch of Evil“ als ihren absolut besten Augenblick in ihrer gesamten Filmkarriere ansah. Das Feature „Evil Lost And Found“ (OmU) beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Versionen des finalen Meisterwerks der Schwarzen Serie. Die zweite Disc beinhaltet die über zehn Minuten kürzere Kinofassung von 1958 in 1,85:1 und 1,37:1 mit einem Audiokommentar sowie die Vorpremiere (1958/1,85:1) samt Kommentar.

Die Bildqualität ist bei einem Schwarz-Weiß-Werk diesen Alters auch auf der Blu-ray nicht durchgehend überzeugend. Unschärfen und wabernde Dunkeltöne fallen bei einem Streifen, der fast nur abends und nachts spielt, hin und wieder auf. Dazu ist auf einer deutschen Tonspur bei lauterer Einstellung ein Hintergrundrauschen auszumachen und einzelne Passagen sind beim Durcheinandersprechen schwer zu verstehen. Im Ohr bleibt aber zweifellos Henry Mancinis (berühmt geworden durch das „Pink-Panther“-Theme) Latino-Jazz-Score.

„Im Zeichen des Bösen“ hat eine (Wieder-)Entdeckung auf alle Fälle verdient und bietet inszenatorisch wie stilistisch etliche Blaupausen, an denen sich folgende Filmemacher orientiert haben. Aus einer mäßigen Pulp-Crime-Vorlage hat Orson Welles ganz großes Kino gemacht.

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by Florian Ferber
Bilder © Koch Media Home Entertainment