Im Rausch der Sterne - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.04.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min

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Inhalt

Adam Jones (BRADLEY COOPER) ist wie ein Rockstar: Genial, erfolgreich, leidenschaftlich und mit einem äußerst exzessiven Lebensstil. Dieser kostet ihn den Job als Chefkoch in einem der exklusivsten Sternerestaurants in Paris. Ein tiefer Fall, aber nach zwei Jahren, zwei Monaten und sechs Wochen ist Adam Jones clean und zurück in seiner Heimatstadt London. Er will die Besten der Besten im Team für ein neues bahnbrechendes Restaurant, er will 3 Sterne – und er will Helene (SIENNA MILLER), die außergewöhnlich begnadet kocht und zudem noch sehr attraktiv ist. Einziges Problem: Helene kann Adam nicht ausstehen, der wie ein Besessener seine Mitarbeiter für ein perfektes Menü in den Wahnsinn treibt und regelmäßig die Beherrschung verliert. Aber beide besitzen die gleiche Leidenschaft, brauchen die Hitze, den Druck und die Energie der Küche wie die Luft zum Atmen – doch Adam muss begreifen, dass sie nur im Team die Gourmetwelt Londons wirklich rocken können!

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Wild Bunch
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Im Rausch der Sterne

Blu-ray
Im Rausch der Sterne Im Rausch der Sterne
Blu-ray Start:
22.04.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 103 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Im Rausch der Sterne Im Rausch der Sterne
DVD Start:
22.04.2016
FSK: 6 - Laufzeit: 99 min.

Blu-ray Kritik - Im Rausch der Sterne

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


„Im Rausch der Sterne“ (OT „Burnt“) war nach Jon Favreaus „Kiss the Cook“ bereits der zweite Film in den letzten beiden Jahren, der sich mit der höchsten Ebene der kulinarischen Welt und dem Selbstfindungsprozess eines Sternekochs beschäftigt. Der vor einigen Jahren als mögliches David Fincher-Projekt gehandelte Film erweist sich jedoch als nur teilweise gelungen, denn trotz mancher interessanter und ungewöhnlicher Ansätze wirkt hier so einiges unausgegoren. Im Rausch der Sterne SzenenbildAnders als weit bessere Filme wie „Ratatouille“, „Big Night“, „Julie & Julia“ oder eben Favreaus Film, die die Leidenschaft des Kochens und Essens zelebrieren, macht dieser Film nur bedingt Freude. Was „Im Rausch der Sterne“ besonders und gleichzeitig problematisch macht, ist sein von Bradley Cooper dargestellter Protagonist, ein selten unausstehliches Scheusal, das eine Identifikation seitens des Zuschauers enorm erschwert.

Cooper spielt den Sternekoch Adam Jones, der, wie man in der rasanten Exposition erfährt, vor drei Jahren wegen seines Drogenkonsums und manischem Perfektionswahnsinn sein eigenes Nobelrestaurant in Paris sabotiert hat. In dieser Zeit hat er auch die Karriere von Mitstreitern und Konkurrenten zerstört, etwa von Michel (Omar Sy), in dessen neueröffnetem eigenen Restaurant Jones Ratten losließ und das Gesundheitsamt benachrichtigte. Nach seiner beruflichen Katastrophe ist Jones nach New Orleans verschwunden, um sich selbst die Buße aufzuerlegen, eine Million Austern in einer Bar zu knacken. Diesen fragwürdigen Schritt hat er nun hinter sich, woraufhin er sich nach London aufmacht, um dort einen Neustart zu wagen und seinen dritten Michelin Star zu erwerben. Hierfür braucht Jones aber ein passendes Team und Restaurant. Zweiteres findet er in Form vom schwächelnden Familienbetrieb seines ehemaligen Partners Tony (Daniel Brühl), den er überzeugt wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.

Jones rekrutiert nun ein Team im Stile eines „Ocean’s Eleven“ oder von „Die glorreichen Sieben“, um seinem egozentrischen Plan ein Stück näher zu kommen. Er engagiert die talentierte und eigentlich von Adam abgestoßene Sous-Chefin Helene (Sienna Miller), die im Restaurant eines Freundes arbeitet. Ihm gelingt es sogar neben einigen anderen aufstrebenden Köchen und alten Kollegen Michel anzuheuern. Zusätzliche Probleme erhält er von seinen ehemaligen Drogendealern, die Schulden bei Adam eintreiben wollen.

„Im Rausch der Sterne“ wirkt wie ein Film, der nie so richtig weiß, was er sein will. John Wells („Im August in Osage County“, „Company Men“, „Emergency Room“) Regie gefällt durch seinen schnippigen und rasanten Stil und seinen coolen Hochglanz-Look, wodurch der Film durchaus zu involvieren weiß. Im Rausch der Sterne SzenenbildPositiv ausgedrückt, ist Coopers Figur von Autor Steven Knight („Tödliche Versprechen“, „No Looking Back“, „Bauernopfer“) komplex und faszinierend angelegt, gerade weil sie so unsympathisch ist, stellt sie eine angenehme Abwechslung zu konventionell liebenswürdigen Filmcharakteren dar. Doch es fällt schon wirklich schwer, emotional in eine derart ätzende und schmierige Figur zu investieren, die es einfach nicht verdient hat und praktisch keine deutlich erkennbaren positiven Eigenschaften besitzt. Jones ist von reiner Egomanie getrieben, seine pseudophilosophischen Ausflüge nerven („People eat because they’re hungry. I wanna make food that makes people stop eating.“)(?) und seine von Starkoch Gordon Ramsey inspirierten Tobsuchtanfälle in der Küche zeigen einen tief gestörten Mann. Immer wieder rastet Jones in der Küche aus, schreit herum, schmeißt Teller und Inventar gegen die Wand, wird sogar gegen Frauen handgreiflich. Diese Frau ist Helene, die von Beginn an nichts als Abscheu gegenüber Jones zu empfinden scheint, dann aber dennoch bei ihm arbeitet und sich schließlich sogar (Spoiler!) in das Scheusal Adam verliebt. Warum das so ist, bleibt dem Zuschauer ein Rätsel. In einer bemerkenswerten Szene zwingt Adam Helene, sich bei dem Steinbutt zu entschuldigen, den sie scheinbar versaut hat und der folglich umsonst gestorben ist.

Trotz aller verabscheuungswürdiger cholerischer Rundumschläge gegen sein militärisch geführtes Küchenteam ist „Im Rausch der Sterne“ bis zu einem gewissen Punkt noch faszinierend und unterhaltsam anzusehen. Cooper spielt gewohnt überzeugend, wenn auch Knights philosophischen Monologe den mittlerweile dreifach Oscar-nominierten Mimen oft nicht besonders gut aussehen lassen. „Im Rausch der Sterne“ soll dann letztlich eine typische Erlösungsgeschichte sein, doch es wird nie so ganz klar, warum einen das Schicksal dieser Figur interessieren sollte, denn wirklich bessern tut sie sich im Verlauf des Films nicht. Man versteht letztlich auch nie, was für ein Mensch er einmal war und wie es so weit kommen konnte. Die aufgesetzte Liebesgeschichte wirkt dann zudem arg klischeehaft und unglaubwürdig, ebenso wie ein Twist im dritten Akt des Films, der nur wenig Sinn macht. Hier hätte man jedoch mehr draus machen können und die Geschichte konsequent düster enden und damit vielleicht erinnerungswürdig werden lassen, doch Knight und Wells entschieden sich für die sichere und weniger tiefgründige Variante.

Störend ist auch die Tatsache, dass zu Beginn viele Andeutungen und reichlich Exposition gemacht werden, es wird von Figuren und Geschehnissen aus der Vergangenheit berichtet, ohne sie jemals entscheidend zu vertiefen – wie Jones Charakter eben selbst. Was die rekrutierten Teammitglieder so besonders macht, erfährt man nicht. Warum Adams ehemaliger Kollege Max (Riccardo Scarmacio) im Gefängnis saß, wird nicht erläutert. Im Rausch der Sterne SzenenbildWas es mit der tiefschürfenden Rivalität mit Starkoch Reece (Matthew Rhys) auf sich hat, wird nur angedeutet. Diese Geschichten wirken letztlich jedenfalls interessanter als der finale Film. Letztlich hat der Film einfach nicht viel zu sagen, er nimmt sich selbst zu ernst und Jones Reise zur Erlösung lässt schlicht kalt.

Positiv muss man auf jeden Fall Sienna Miller bewerten, die zum zweiten Mal nach Clint Eastwoods „American Sniper“ mit Cooper zusammenarbeitet. Sie gibt sich sichtlich Mühe, eine dreidimensionale und nachvollziehbare Figur zu erschaffen, ihr irrationales Handeln bezüglich Jones wirkt dann umso aufgesetzter. Ansonsten verschwendet der Film größtenteils seine namhafte Besetzung. Die frisch gekürte Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander hat zwei ziemlich insignifikante Kurzauftritte, die großartige Emma Thompson hat in ihrer kleinen Rolle als Adams Psychologin ebenfalls fast nichts zu tun. Daniel Brühl hat wohl neben Cooper noch den größten Part, sein wohl italienischer Akzent wirkt jedoch etwas bemüht. Ganz nett ist der Gastauftritt von Uma Thurman, die eine Restauant-Kritikerin spielt.

Dank Wells recht dynamischer Regie und wunderschön eingefangener Essensbilder ist „Im Rausch der Sterne“ trotz aller Schwächen oberflächlich gesehen durchaus nett anzusehen. Die professionell durchstrukturierte Arbeit in der Gourmet-Küche wirkt in all ihrer Hektik und Virtuosität auch absolut authentisch und offenbart einige faszinierende und präzise, nahezu dokumentarisch wirkende Momente. Schade, dass man hier nicht mehr rausgeholt hat, denn Potential hatte der Film in jedem Fall.

Bild
Der Transfer des auf Arri Alexa digital aufgezeichneten „Im Rausch der Sterne“ überzeugt auf DVD im Großen und Ganzen mit kühler und moderner Ästhetik. Die Schärfe- und Detailwerte bewegen sich im höheren DVD-Niveau, in dunklen Bereichen wirkt das Bild gelegentlich etwas blass und kontrastarm. Dieser etwas diffuse Look stört aber nicht wesentlich und ist möglicherweise schlichtweg Teil des gewünschten Looks. Die Farbanamutung geht grundsätzlich etwas in kühlere Töne, jedoch werden immer wieder auch reichhaltig nuancierte Farbakzente (besonders in Form der toll aussehenden Essenskreationen) gesetzt. Im Rausch der Sterne Szenenbild

Ton
Die Original-Tonspur präsentiert sich insgesamt etwas zurückhaltend. Dialoge ertönen klar und gut verständlich, könnten womöglich aber etwas präsenter und lauter abgemischt sein. Primär handelt es sich hierbei um eine frontlastige Tongestaltung, Räumlichkeit kommt nur sehr subtil auf, akustische Dynamik ist anständig.

Extras
Die Sonderausstattung der DVD fällt sparsam aus. Interessant und informationsreich ist das 20-minütige Making-of, bei dem die Beteiligten sich wie üblich gegenseitig beweihräuchern. Hinzu kommen lediglich ein paar gar nicht schlechte nicht verwendete Szenen, der Trailer und fünf Programmtipps. Die US-Version liefert zusätzlich einen Audiokommentar und eine Q+A-Session.
In der Küche mit Bradley Cooper (22:52 Min.)
Nicht verwendete Szenen
- Breakfast of Champions (02:48 Min.)
- Den Restaurantkritiker vergiften (01:14 Min.)
- Danke, dass Sie im Langham gegessen haben (01:29 Min.)
- Helenes Ex (02:23 Min.)
- Kochen bei Helene (01:37 Min.)
Filmtrailer (01:51 Min.)
Filmtipps


Fazit:
„Im Rausch der Sterne“ hätte ein richtig guter und vor allem interessanter Film werden können. Hier steht ein ätzendes Scheusal im Mittelpunkt, das zwar eine Identifikation verwehrt, aber bei richtiger Handhabe durchaus eine faszinierende Figur hätte sein können. Dafür sind die Hintergründe der Figur zu unklar definiert und der Handlungsbogen des Films insgesamt zu vorhersehbar. Dank solider Regie und guten Schauspielleistungen könnte der Film aber einen Blick wert sein.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Wild Bunch