Im Netz der Versuchung - Blu-ray

Blu-ray Start: 13.09.2019
Digital VoD: 13.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min

Im Netz der Versuchung Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Baker Dill (Matthew McConaughey) hat sich auf eine scheinbar paradiesische Insel zurückgezogen, wo er mit seinem Boot, unterstützt von seinem Maat Duke (Djimon Hounsou), Touristen zum Hochseefischen rausfährt. Zurück an Land stattet er meist seiner Geliebten Constance (Diane Lane) einen Besuch ab und beschließt die Abende in der örtlichen Hafenspelunke. Dies findet unerwartet ein Ende, als eine neue Figur in dem täglichen Spiel aufkreuzt: Baker Dills mysteriöse Ex-Frau Karen (Anne Hathaway). Verzweifelt bittet sie ihn um Hilfe. Baker soll ihren gewalttätigen neuen Ehemann Frank (Jason Clarke) umbringen. Karen fleht Baker an, Frank mit auf sein Boot zu nehmen und ihn für eine großzügige Entlohnung auf hoher See über Bord zu werfen. Um ihres gemeinsamen Sohnes willen …

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, B-Roll

DVD und Blu-ray | Im Netz der Versuchung

Blu-ray
Im Netz der Versuchung Im Netz der Versuchung
Blu-ray Start:
13.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 113 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Im Netz der Versuchung Im Netz der Versuchung
DVD Start:
13.09.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 109 min.

Blu-ray Kritik - Im Netz der Versuchung

Blu-ray Wertung:
Film: | 2/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 4/10


„Im Netz der Versuchung“ ist ein problematischer Film. Einerseits muss man dem Regisseur und Autor Steven Knight seine Ambitionen, welche sich bereits in Filmen wie „No Turning Back“ auszahlten, hoch anrechnen. Andererseits entsteht durch eine enorm mutige, aber auch vollkommen bizarren Entscheidung einer der wohl abstrusesten und offen gesagt schlechtesten Twists der jüngeren Kinogeschichte. Dieser wird im Drehbuch derartig miserabel vorbereitet, dass so zwei vollkommen unterschiedliche Hälften entstehen, die nicht einmal thematisch wirklich miteinander verknüpft sind. Dies erklärt wohl auch den kommerziellen Misserfolg, den dieser Film verbuchen konnte. Trotz großer Stars wie Mathew McConaughey, Anne Hathaway, Jason Clark und Diane Lane spielte „Im Netz der Versuchung“ bei einem Production Budget von 25 Mio. US-Dollar gerade mal 12 Mio. wieder ein. Schließlich wurde hier ein Film beworben, den das Publikum lediglich in der ersten Hälfte erhielt, während in der zweiten ein Publikum bedient wurde, das sich wegen dem Marketing keineswegs in den Film wagt. So erklärt sich auch die negative Reaktion vieler Filmkritiker. Doch dass die schlechten Bewertungen nicht nur auf das Untergraben vieler Erwartungen zurück zu führen sind, wird Zuschauern im Laufe des Films deutlich. Denn gerade das Drehbuch, allen voran die Geschichte, werden von zahlreichen Problemen geplagt.

 Karen (Anne Hathaway) sucht Baker Dill (Matthew McConaughey) auf
Karen (Anne Hathaway) sucht Baker Dill (Matthew McConaughey) auf © Universum Film
Der zynische Baker Dill (Mathew McConaughey) lebt zurückgezogen auf der paradiesischen Insel Plymouth Island. Mithilfe von Touristen, die er zusammen mit seinem Maat Duke (Djimon Hounsou) zum Fischen aufs Meer hinausfährt, schlägt er sich mehr schlecht als recht durchs Leben. Doch sein eigentliches Ziel ist es aus mysteriösen Gründen einen bestimmten Thunfisch zu fangen, der ihm allerdings stets entwischt. An Land besteht seine Freizeit vor allem aus zahlreichen Besäufnissen in der örtlichen Kneipe, sowie gelegentlichen Besuchen seiner Geliebten Constance (Diane Lane). Doch dieser Alltag gerät aus den Fugen als seine frühere Ehefrau Karen (Anne Hathaway) nach Jahren urplötzlich wieder in sein Leben tritt. Diese hat inzwischen erneut geheiratet, wird allerdings von ihrem neuen Mann Frank Zariakis (Jason Clarke) körperlich missbraucht. So entschließt sie sich Baker 10 Mio. Dollar zu zahlen und so dessen finanzielle Probleme zu lösen, sollte dieser Frank bei einer jener Angeltouren zu ermorden. So wird Baker vor einen moralischen Konflikt gestellt, während im Hintergrund mysteriöse Geschehnisse ihren Lauf nehmen.

So etabliert der Film in der ersten Hälfte eine am Subgenre des Neo-Noir Films orientierte Handlung und Atmosphäre, bis diese durch den bereits erwähnten Plot-Twist aufgebrochen wird und so den gesamten Film umkrempelt. Doch bis man als Zuschauer erst einmal das „Vergnügen“ erfährt den Twist zu erleben, hat sich der Film bereits vollständig von seinem Publikum entfremdet. Der Grund dafür liegt vor allem in den Figuren. Während Karen und Frank wandelnde Klischees ohne emotionale Tiefe sind, bleibt der vermeintliche Protagonist über die gesamte Laufzeit zu blass. Schlimmer noch, verweigert der Twist des Films diesem rückwirkend eine tatsächliche Motivation für sein Handeln, wodurch er zu keiner Sekunde als Identifikationsfigur funktioniert. So bleibt er lediglich als eindimensionales Schwein in Erinnerung, da er sich in zu vielen Momenten ohne ersichtlichen Grund überraschend unsympathisch verhält. Doch, dass es noch schlimmer geht, beweist die Figur der Constance. Wenn auch überzeugend verkörpert, hat diese Figur im gesamten Drehbuch keinerlei Zweck und zieht so einen Film, der ohnehin bis an den Rand gefüllt ist mit unnötigen Szenen, die weder Charaktere noch Handlung vorantreiben, noch mehr in die Länge.

 Duke (Djimon Hounsou) und Baker Dill (Matthew McConaughey)
Duke (Djimon Hounsou) und Baker Dill (Matthew McConaughey) © Universum Film
Während man sich anfangs zumindest bemüht eine funktionierende Geschichte zu erzählen, wird der Zuschauer durch die Geschehnisse in der zweiten Hälfte vollkommen entfremdet. Zudem wirkt das Drehbuch erschreckend verwirrt, was man hier eigentlich erreichen will. So entscheidet man sich hier auf einmal eine Geschichte zu erzählen, die urplötzlich existenzialistische Fragen aufwirft. Leider entsteht so eine Narrative, die in zwei vollkommen verschiedene Teile zerrissen wird. Tragischerweise funktioniert die Handlung aufgrund nicht vorhandener Vorarbeit hier kein bisschen. Auch da die existenzialistischen Elemente derartig oberflächlich und planlos behandelt werden, dass man sich als Zuschauer ernsthaft fragen muss, was die eigentliche Intention des Films ist. Ist dieser eine Hommage an den Neo-Noir oder Erotikthriller? Findet man hier eine Parodie vor? Das gelegentliche Over-Acting und die unnatürlichen Dialoge deuten eher auf letzteres hin, doch nimmt sich der Film dafür stets zu ernst.

Immerhin kann der Film auf visueller Ebene meist überzeugen. So kreieren die surrealen Kamerafahrten zwar eine atmosphärische Umgebung, entfremden leider mit einigen übertriebenen Bewegungen das Publikum immer wieder. Dennoch wird mit einem angenehmen Schnitttempo den talentierten Schauspielern stets genug Raum gegeben sich zu entfalten.

So schuf man hier einen Film, der sicherlich von einigen stets mit den Worten, dass man ihn nur nicht verstehen würde, verteidigt wird. Dass man sich allerdings konsequent weigert, einfachste Regeln des Drehbuchschreibens zu befolgen endet hier in einem der schlechtesten Filme 2019.

 Constance (Diane Lane) und ihre Katze
Constance (Diane Lane) und ihre Katze © Universum Film
Bild:
Die surreale Optik, vor allem die übernatürlich wirkenden Kamerafahrten, werden in scharfen und klaren Bildern stets treffend dargestellt. Die Umgebung der paradiesischen Insel wird wunderbar auf den Fernseher transportiert. So wird die überzeugende Optik des Films treffend dargestellt.

Ton:
Der Soundtrack und die Gespräche sind passend abgemischt. Zu keiner Sekunde überlappen sich die Tonspuren, was für ein klares akustisches Erlebnis sorgt. Die deutsche Synchronisation ist wie gewohnt zu jeder Zeit gelungen.

Extras:
Es sind beinahe 12 min Zusatzmaterial in Form von Interviews mit den Darstellern, für Einblicke in die Psychologie der Figuren und Prozesse hinter den Kulissen. Zudem ist der Trailer zum Film verfügbar.


Fazit:
Einer der schlechtesten Plot-Twist der jüngeren Kinogeschichte zerstört eine ohnehin klischeeüberladene Narrative und Figurenzeichnung vollends. Das versammelte Potenzial vor und hinter der Kamera wurde schmerzlich verschwendet.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Universum Film




Im Netz der Versuchung - Trailer