Hotel Artemis - Blu-ray

Blu-ray Start: 03.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min

Hotel Artemis Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Im Los Angeles des Jahres 2028 versinken die Straßen der Stadt im Chaos eines außer Kontrolle geratenen Bürgeraufstands: Für Waikiki (Sterling K. Brown) und seine Kumpanen die perfekte Gelegenheit eine Bank zu überfallen. Als ihr Raubzug vom Kugelhagel der Polizei unterbrochen wird, bleibt der schwerverletzten Gang nur ein Ort, an den sie sich retten kann: Hotel Artemis – ein längst zum Mythos erklärtes, geheimes Krankenhaus für Schwerverbrecher. Unter der Obhut der Schwester (Jodie Foster) und ihrem Assistenten (Dave Bautista) glaubt sich Waikiki zunächst sicher. Doch der wahre Ärger beginnt, als plötzlich weitere Outlaws im Hotel einchecken...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews mit Hauptdarsteller und Regisseur, Audiokommentar mit Regisseur Drew Pearce und Produzent Adam Siegel, Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Hotel Artemis

Blu-ray
Hotel Artemis Hotel Artemis
Blu-ray Start:
03.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.

zur Blu-ray Kritik
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Blu-ray Start:
03.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 95 min.
DVD
Hotel Artemis Hotel Artemis
DVD Start:
03.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - Hotel Artemis

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Eigentlich ist „Hotel Artemis“ genau das, wonach man als mit Sequels, Remakes und Reboots übersättigter Filmliebhaber dürstet: Ein sehr gut besetztes, hübsch ausgestattetes, ideenreiches und vor allem originelles und ambitioniertes Genre-Kleinod, das aus dem immer wieder aufgewärmt scheinenden Blockbuster-Einerlei herausragt. Das Regie-Debüt von „Iron Man 3“-Co-Autor Drew Pearce hat zwar einige tolle Ansätze zu bieten, kommt aber letztlich nicht über eine solide Genre-Fingerübung hinaus, die leider nie wirklich zu packen weiß.

Das Hotel Artemis ist der Ort, auf den alle Filmgangster gewartet haben, die angeschossen oder sonst wie verletzt werden und „Bringt mich nicht ins Krankenhaus!“ schreien. Ähnlich wie bei den „John Wick“-Filmen handelt es sich hier um einen exklusiven Rückzugsort mit eigenen Regeln für zahlende kriminelle Mitglieder, die jedoch nicht nur dort wohnen können, sondern professionell verarztet werden. Der von der Krankenschwester Jean Thomas (Jodie Foster) geleitete Hauptschauplatz des gleichnamigen Films befindet sich im Herzen von Downtown Los Angeles, das im Jahre 2028 von schlimmen Ausschreitungen gebeutelt wird. Grund dafür ist die mangelnde Verfügbarkeit von Wasser, das mittlerweile von einem Großkonzern privatisiert wurde.

Jodie Foster und Dave Bautista in Hotel Artemis
Jodie Foster und Dave Bautista in Hotel Artemis © Concorde Home Entertainment
„Hotel Artemis“ beginnt mit einem hektisch inszenierten Banküberfall, der von den beiden Brüdern Sherman (Sterling K. Brown) und Lev (Brian Tyree Henry) und den beiden Gangstern P-22 (Josh Tillman alias Father John Misty) und Buke (Kenneth Choi) begangen wird. Nachdem Sherman leicht und Lev schwer verletzt werden, führt es die Kriminellen ins Artemis, wo die Gäste einen nach Städten benannten Zimmernamen als Codewort erhalten. Dort befinden sich auch die nur als „Nice“ (Sofia Boutella) und „Acapulco“ (Charlie Day) bekannten Outlaws, während Thomas Assistent Everest (Dave Bautista) für Ordnung sorgt – eine der größten Regeln lautet nämlich, dass die Gäste sich nicht gegenseitig umbringen dürfen. Unruhe droht jedoch durch die Ankündigung des gefürchteten, die halbe Stadt beherrschenden und nun verletzten Gangsterbosses Orian „The Wolf King“ Feanklin (Jeff Goldblum), dem das Artemis und viele ähnliche Etablissements gehören.

Die Prämisse von Pearces Neo Noir-Science-Fiction-Thriller lässt sicherlich einiges erhoffen, der Film zahlt das jedoch nur bedingt ein. Nach einem sehr rasanten und etwas wirren Beginn, bei dem der Zuschauer nach und nach mit Hintergrundinformationen zu dieser düsteren Zukunftsdystopie gefüttert wird und die Figuren etabliert werden, kommt „Hotel Artemis“ recht schnell zum Stillstand. Eine richtige ereignisreiche Erzählung will Pearce scheinbar gar nicht bieten, viel lieber hängt er sich an die einzelnen Figuren und schwelgt in der gelungenen Atmosphäre seines großartig ausgestatteten Art Deco-Hotels. Beiläufig eingestreute Ideen wie ein 3D-Drucker, der menschliche Organe erzeuge kann, machen den Film jedoch lebendig und interessant.

Sofia Boutella und Sterling K. Brown in Hotel Artemis
Sofia Boutella und Sterling K. Brown in Hotel Artemis © Concorde Home Entertainment
Jodie Foster ist jedoch sicher das herausragende Element der sehr guten Besetzung und auch des Films: Sie gibt ihrer Rolle überraschend viel Dimensionalität, offenbart mehr und mehr tragische und zerbrechliche Tiefe unter ihrer zunächst schnell redenden und toughen, wenn auch agoraphobischen Hülle. Die viel zu selten gesehene Ausnahme-Akteurin unterstreicht hiermit eindrucksvoll, dass sie immer noch zu den Besten ihres Fachs gehört. Ansonsten überzeugt auch „This is Us“-Darsteller Sterling K. Brown in einer interessanten Rolle des einfühlsamen und innerlich zerrissenen Gangsters, die dank Browns Präsenz über stereotype Charakterzeichnung hinausgeht.

Ansonsten gelingt es Pearce jedoch nur bedingt, den Nebenrollen interessante Facetten zu geben. Sofia Boutella gibt erneut überzeugend die Kampfamazone mit mysteriösem Motiv, während Charlie Day die in Maschinengewehrsalven plappernde Nervensäge spielt und Dave Bautista der gewohnte wortkarge Mannberg mit harter Schale und weichem Kern zum Besten gibt. Jeff Goldblums Obergangster „The Wolf King“ wird lange in großen Tönen als gefährlichster und gefürchtetster aller Gangster angekündigt, am Ende ist er aber doch der gewohnt augenzwinkernde Goldblum, der gerade durch seine entspannte Art vielleicht nochmal gefährlicher wirkt. Man spürt zu jeder Zeit die Mühe von Pearce und den Darstellern an, ihren Figuren Tiefe zu geben, was auch durchaus stellenweise gelingt. Jedoch schafft es Pearce nur in Ansätzen, um gute Einzelteile zu einem packenden Ganzen zu formen. Neben den Darstellern gefällt vor allem die dichte Atmosphäre, die vom großartigen südkoreanischen Kameramann Chung-hoon Chung („Oldboy“, „Die Taschendiebin“, „Es“), dem Szenenbildner Ramses Avery („10 Cloverfield Lane“) und den gewohnt pulsierenden Klängen von Cliff Martinez Soundtrack erzeugt wird.

Jeff Goldblum und Zachary Quinto in Hotel Artemis
Jeff Goldblum und Zachary Quinto in Hotel Artemis © Concorde Home Entertainment
„Hotel Artemis“ ist also durchaus ein interessanter und origineller Film, der viele gute Ansätze und gelungene Szenen aufweisen kann (z.B. Sofia Boutellas Kampsequenz gegen Ende). Das ist durchaus charmant, gerade weil der durchaus mit eigenen Härten ausgestattete Film (Tod durch 3D-Drucker) mit seinem an Carpenter-Klassiker wie „Die Klapperschlange“ oder „Sie leben“ erinnerndem Stil fast schon ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Auch an thematischer Vielschichtigkeit angesichts der gar nicht mal abwegigen Dystopie mangelt es „Hotel Artemis“ nicht. Umso bedauerlicher ist es dann, dass der Film schlichtweg so wenig Spannung und Dringlichkeit aufbaut, sodass sich die eigentlich knackige Netto-Laufzeit von 86 Minuten doch deutlich länger anfühlt.

Bild
Insgesamt überzeugt das digital auf Arri Alexa XT aufgezeichnete Bild von „Hotel Artemis“. Schärfe- und Detaillevel sind insgesamt auf sehr gutem Niveau. Das Bild ist mit leichtem Filmkorn versehen, was dem Film einen recht hübsch texturierten und nicht glattgebügelten digitalen Eindruck verleiht. „Hotel Artemis“ ist ein eher dunkler Film. Während Details nicht wirklich verschluckt werden, sind die Schwarzwerte nur solide. Die intensiven Farben wissen dafür jedoch wieder zu gefallen, ebenso sind auch die Kontrastwerte auf einem guten Niveau.

Ton
Sehr ansprechend gestaltet sich die akustische Umsetzung der Blu-ray. Immer wieder begeistert die Tonspur mit sehr starken Surroundeffekten und generell präzisem Raumklang. Auch in Sachen Dynamikumfang und druckvollen Effekten mangelt es der Tonspur nicht. Ansonsten ist der Film sehr sauber und verständlich abgemischt, was sich dann vor allem bei der klaren Dialogwiedergabe bezahlt macht.

Extras
Das Bonusmaterial besteht aus handelsüblichen EPK-Interviewschnipseln und den obligatorischen Trailern. Eindrücke vom Set sucht man leider vergebens.
Interviews (18:42 Min.)
Deutscher Trailer (02:12 Min.)
Original-Kinotrailer (02:26 Min.)
Programmtipps


Fazit:
„Hotel Artemis“ ist eine willkommene Abwechslung zum Blockbuster-Allerlei, die spürbar ambitioniert und originell ist. Eine dichte Atmosphäre, viele gute Ansätze und eine starke Besetzung täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass Regie-Debütant Drew Pearce keinen stärkeren und packenden Film um vielversprechende Einzelteile gebaut hat.

by Florian Hoffmann
Bilder © Concorde Home Entertainment