Hidden in the Woods - Blu-ray

Blu-ray Start: 23.06.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 100 min

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Inhalt

Zwei Schwestern wurden in absoluter Isolation großgezogen. Sie waren den Misshandlungen ihres drogendealenden Vaters ausgesetzt. Als die Polizei auf die verwahrlosten Kinder aufmerksam wird und einschreitet, tötet er zwei Polizisten mit einer Kettensäge und kommt ins Gefängnis. Aber die zwei Mädchen fliehen zusammen mit ihrem Bruder in eine Hütte im Wald. Dort kommen sie vom Regen in die Traufe. Ihr Onkel Costello, ein psychotischer Drogenbaron, taucht auf. Er will seine Ware wiederhaben – und er ist bereit, dafür auch zu töten.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / Maritim Pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,78:1) 1080p HD

Video on demand - Hidden in the Woods

DVD und Blu-ray | Hidden in the Woods

Blu-ray
Hidden in the Woods Hidden in the Woods
Blu-ray Start:
23.06.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 100 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Hidden in the Woods Hidden in the Woods
DVD Start:
23.06.2015
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.

Blu-ray Kritik - Hidden in the Woods

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 5/10


Gewalt, Missbrauch, Inzest, Kannibalismus: Nach dem Motto „Wenn schon, denn schon“ nimmt Regisseur Patricio Valladares (32) den Zuschauer in seinem Schocker „Hidden in the Woods“ (2012), der nun fürs Heimkino vorliegt, mit in eine Familien-Hölle im chilenischen Hinterland. Dort erleben die von der Außenwelt isolierten Schwestern Ana und Anny von klein auf ein grauenhaftes Martyrium. Dass sie ihren Vater nur als Boogeyman bezeichnen, kommt nicht von ungefähr. Dabei deutet schon die erste Einstellung an: Blut wird fließen – und der Nervenkitzel nicht wohldosiert und subtil eingestreut, sondern mit dem Holzhammer serviert – oder der Pumpgun. Effekthascherei in Rot.

„Hidden in the Woods“ umreißt das Schicksal von Ana (als Erwachsene: Siboney Lo) und Anny (Carolina Escobar) in kurzen Ausschnitten von 1987 bis zum Zeitpunkt der Haupthandlung im Jahr 2010. Natürlich werden dabei nur die krassesten Vergehen des Familien-Oberhauptes (ein Gesicht zum Fürchten: Daniel Antivilo) angedeutet und erklärt, was es mit dem missgebildeten Bruder Manuel auf sich hat, der offensichtlich kein Vegetarier ist. Eher zufällig gelingt dem Trio die Flucht, als der kriminelle Vater zwei Polizisten mit der Kettensäge tötet (etwa eine Anspielung auf Tobe Hooper?) und anschließend als waidwunder, um sich schießender Irrer festgenommen wird. Ana, Anny und Manuel fliehen in eine einsame Waldhütte und bekommen es alsbald mit den tumben Häschern des Drogenbosses Costello zu tun. Wer von ihnen wird im finalen Blutbad untergehen?

Das alles muss man mögen – und „Hidden in the Woods“ macht es einem nicht leicht. Es gibt, sieht man vom plakativen Schlussbild einmal ab, eigentlich nichts, was einem hier Hoffnung machen könnte. Vielmehr delektiert sich Valladares’ Werk an der eigenen Maßlosigkeit, trägt vor allem am Ende deutlich zu dick auf und ist daher letztlich nicht viel mehr als stumpfe, zeitig ermüdende und nach oberflächlichen Schocks gierende Exploitation-Ware.

Das mag noch zu verschmerzen sein, wenn einen wenigstens die Charaktere berühren würden. Aber da sind, zumindest auf männlicher Seite, nur Totalausfälle zu konstatieren. Sämtliche Figuren leiden nicht nur am Overacting ihrer Darsteller, sondern sind brutale Hinterwälder, Drogendealer, schießwütige Dumpfbacken oder notgeile Säcke ohne jeden Sympathiewert. Selbst ein Familienvater, der sich den Flüchtenden zwischendurch als Mitfahrgelegenheit anbietet, hat später nichts Besseres zu tun, als Ana obszön zu bedrängen. Und die beiden Rucksack-Touristen, die zufällig in der einsamen Hütte aufkreuzen, sind auch nur aufs Pussy-Lecken aus. Sind Chiles Männer wirklich so arme, frauenfeindliche Würstchen? Oder tummeln sie sich alle bloß in diesem Landstrich? OK, wollen wir ehrenhalber den Polizisten nicht vergessen. Aber der kann nach seiner Begegnung mit der Kettensäge auch nichts mehr rausreißen.

Bleiben die Frauen-Figuren, die eigentlich das emotionale Zentrum der Geschichte bilden müssten. Leider gelingt es aber weder den beiden Aktricen noch dem Drehbuch, großes Mitgefühl zu erzeugen. Dazu ist Regisseur Patricio Valladares viel zu wenig an den seelischen Schäden interessiert und legt lieber den Fokus auf die nächste durchbissene Halsschlagader. Diese Einlagen verstören besonders, zumal der Film nicht nur hier mit Erklärungen geizt. Und wenn Papa (der mal eben so aus dem Gefängnis ausbricht) dann zum großen Finale aufschlägt und seinem Widersacher allen Ernstes den Satz „Niemand vergreift sich an meinen Babys.“ entgegenbrüllt, kommt man aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus. Sollte hier (in der deutschen Synchronisation) Ironie durchklingen, wird sie mit der nächsten Blutlache weggeschwemmt. Apropos deutsche Synchronisation. Die verdient sich kein Ruhmesblatt, klingt eher nach Fließbandarbeit. Streckenweise wirkt sie unglaublich aufgesetzt, platt und lieblos. So erschöpfen sich die Wortbeiträge von Costellos Handlangern gegen Ende fast ausschließlich in „Nutte“ und „Schlampe“. Die Blu-ray fängt die zuweilen fiebrigen Bilder, die in ihrer Atmosphäre durchaus gekonnt an das legendäre „Texas Chainsaw Massacre“ erinnern, im Hintergrund manchmal etwas unscharf und glasig ein. Zudem ist nicht zu übersehen, dass die besonders heftigen Szenen (Kettensäge-Attacken, Angriff im Knast) trotz FSK ab 18 geschnitten sind – sodass die absoluten Hardgore-Freaks diesbezüglich auch den Kürzeren ziehen.

Die Extras der Blu-ray mögen interessant sein – sofern man des Spanischen mächtig ist. Denn neben Trailern gibt es Deleted Scenes und ein Behind the Scenes, beides aber OoU. Nicht mal ein englischer Untertitel wurde hier spendiert, sodass es schon ein wenig befremdlich ist, eine blutüberströmte Schauspielerin Menschenfleisch kauen und dabei Witze mit der Crew drum herum reißen zu sehen, die man nicht versteht. Immerhin: Die Statements wurden Englisch untertitelt, wobei die Erkenntnisse aus den Aussagen von Regisseur Patricio Valladares vom Fantasia Film Festival 2012 auch überschaubar ausfallen. Dazu gibt es ein Telefon-Interview (in schlechter Tonqualität) mit Schauspieler Michael Biehn („Der Terminator“) und Kollegin Jennifer Blanc, in dem sie über ihre Remake-Pläne (Valladares drehte das gleichnamige Werk 2014) plaudern. Biehn ist nach eigener Aussage übrigens kein „Saw“-Fan und war von „Hidden in the Woods“ so begeistert, weil die Gewalt hier keinen Selbstzweck erfülle, sondern ganz im Dienst der Handlung stehe. Jedem seine Sichtweise.


Fazit:
Blutig, böse, brutal: „Hidden in the Woods“ will die Gewalt zeigen, die es in unserer Welt gibt, schießt dabei aber zuweilen übers Ziel hinaus und weiß vor allem mit seinen Charakteren wenig anzufangen. Wäre dieser Film im chilenischen Heimkinomarkt verborgen geblieben, kaum einer hätte ihn vermisst.


by Florian Ferber
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / Maritim Pictures