Head Full of Honey - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.09.2019
Digital VoD: 05.09.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 131 min

Head Full of Honey Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Das humorvolle, geschätzte Familienoberhaupt wird zunehmend vergesslich und kommt mit dem alltäglichen Leben nicht mehr alleine klar. Es wird unausweichlich, dass er von den USA zu seinem Sohn Nick (Matt Dillon) und seiner Frau Sarah (Emily Mortimer) und seiner Enkelin Matilda nach London zieht und obwohl es Niko das Herz bricht, muss er bald einsehen, dass für Amadeus der Weg in ein Heim unausweichlich ist. Doch Matilda will sich auf keinen Fall damit abfinden. Kurzerhand entführt sie ihren Großvater auf eine chaotische und spannende Reise, um ihm seinen größten Wunsch zu erfüllen: Noch einmal Venedig sehen!

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Musikvideo
Trailer

Video on demand - Head Full of Honey

DVD und Blu-ray | Head Full of Honey

Blu-ray
Head Full of Honey Head Full of Honey
Blu-ray Start:
05.09.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 131 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Head Full of Honey Head Full of Honey
DVD Start:
05.09.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 126 min.

Blu-ray Kritik - Head Full of Honey

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Nach dem Tod seiner Oma bemerkt Nick (Matt Dillon), dass sein Vater Amadeus (Nick Nolte) nicht mehr alleine leben kann. Er vergisst zunehmend mehr Dinge und zeigt viele Verhaltensauffälligkeiten, die auf die Krankheit Alzheimer schließen lassen. Nick nimmt seinen Vater bei sich auf, was zwar seine Tochter Matilda (Sophie Lane Nolte) erfreut, aber gleichzeitig seine Ehefrau Sarah (Emily Mortimer) missbilligt. Anfangs läuft noch alles gut, doch Amadeus Alzheimer verschlimmert sich und es treten immer mehr Probleme auf. In Streitgesprächen der gestressten Eheleute fällt ziemlich oft das Wort „Pflegeheim“, weshalb sich Matilda mit ihrem Opa auf eine lange Reise nach Venedig begibt, damit er noch einmal ein großes Abenteuer erleben kann.

Matilda (Sophie Lane Nolte) und Amadeus (Nick Nolte)
Matilda (Sophie Lane Nolte) und Amadeus (Nick Nolte) © Warner Bros.
„Head Full of Honey“ ist das englischsprachige Remake des deutschen Films “Honig im Kopf“. Da bei beiden Filmen Til Schweiger Regie führte und das Drehbuch schrieb, ist der grundlegende thematische Aufbau der gleiche. Viele Szenen wurden 1:1 übernommen und nur die Schauspieler und das Setting hat sich geändert. Das Remake zeigt hingegen viel mehr Gesellschaftskritik. Im Original lag ein starker Fokus auf die Moralität der Beanspruchung eines Platzes im Pflegeheim und es wurde oftmals Kritik an der Polizei geübt. Aber auch der Alltagsrassismus wurde in verschiedenen Szenen behandelt. In dem Remake ist der Rassismus komplett weggefallen, die Pflegefallproblematik ist ebenfalls eine wichtige Thematik, aber der Hauptfokus liegt auf der Polizei und an den politischen Zuständen in Amerika. Natürlich ist aber immer noch ein wichtiges Thema der Umgang und die Sensibilisierung für die Krankheit Alzheimer. Der Film führt epochenweise durch die schreckliche Krankheit und macht die Gefühle für die betroffene Person, aber auch für die beteiligten Familienmitglieder, sehr greifbar. Der Film versucht dabei die Waage zwischen den tragischen und komödiantischen Aspekten zu halten, wird aber gerade gegen Ende zu einem tiefschweren Drama. Dieser Wandel ist wichtig, da in den humorvollen Stellen oftmals ein extrem positives Bild vom Leben gezeichnet wird, welches wahrscheinlich nicht bei jedem Krankheitsbild so entsteht.

Die Frage nach der Notwendigkeit eines anderssprachigen Remakes ist sehr kontrovers. Jeder sollte die Frage für sich selbst beantworten, sich aber im gleichen Zug tolerant gegenüber eines solchen Films stellen. Man merkt diesem Film die Amerikanisierung sehr an. Nicht nur das Setting und die einzelnen Gesten unterscheiden sich deutlich vom Vorgänger, sondern vor allem die Dialoge. In der deutschen Synchronvariante hören sich etliche Dialoge sehr fremd an. Bei diesem Film ist das Schauen in der originalen Sprachfassung sehr sinnvoll, da die Dialoge zwar gut geschrieben sind, aber nur in der englischen Sprache optimal funktionieren.

Amadeus (Nick Nolte) Matilda (Sophie Lane Nolte) und Nick (Matt Dillon)
Amadeus (Nick Nolte) Matilda (Sophie Lane Nolte) und Nick (Matt Dillon) © Warner Bros.
Til Schweiger („Keinohrhasen“/„Kokowääh“) hat seinen ganz eigenen Stil, wie er Filme inszeniert. Dieser Stil wird nicht für jeden Zuschauer positiv aufgenommen. Er setzt viel auf Zeitlupen und löst seine Einstellungen erst mit der Pointe auf. So kommt es, dass sich vor allem lange Szenen wie eine Witze-Show anfühlen, aber genau bei diesem Film und dieser Thematik passen sie wundervoll dazu, um die meist bedrückende Atmosphäre zu lockern. Bei den Schauspielern setzt er bei dem Film auf einen Mix zwischen sehr erfahrenen Menschen, aber auch etlichen Schauspielneulinge. Bei den Erwachsenen handelt es sich teilweise um preisgekrönte Schauspieler, sodass sich neben einem Nick Nolte („Tropic Thunder“/„Angel Has Fallen“), in einer wundervollen Synergie, ein Matt Dillon („The House That Jack Built“/„L.A. Crash“) befindet. Die beiden passen sehr gut zusammen und man könnte fast meinen, dass sie im echten Leben verwandt wären. Tatsächlich ist aber die Tochter von Nick Nolte im Film dabei und zwar Sophie Lane Nolte, welche im Film die Enkelin spielt. Sie ist eine wahrhaftige Neuentdeckung, da sie mit einer riesigen Tiefe und vielen Emotionen diese schwere Rolle bewältigt. Aber auch die Rolle von Emily Mortimer („Shutter Island“/„Hugo Cabret“) ist positiv zu erwähnen, da sie ihr, im Vergleich zum Original, viel mehr Tiefe gegeben wurde und sie dementsprechend ein größeres Laster zu tragen hat.

Matilda (Sophie Lane Nolte) und Amadeus (Nick Nolte)
Matilda (Sophie Lane Nolte) und Amadeus (Nick Nolte) © Warner Bros.
Bild:
Das Bild ist in vielen warmen Farben gehüllt und es kommt kaum zu dunklen Stellen. Wenn das Bild doch mal dunkler wird, dann kommt aber zu keinem Rauschen. Der deutsche Kameramann René Richter versucht diesen Film in langen Einstellungen zu erzählen, welche aber im durch das Umschneiden zu Pointen unterbrochen wird. Er nutzt viele Zeitlupen, um besonders deutlich auf die Emotionen zu verweisen.

Ton:
Wie das Original setzt auch der Film viel auf die musikalische Untermalung, sodass die emotionalen Momente immer passend unterstützt sind. Der Komponist Martin Todsharow („Der Hauptmann“/„Unfriend“) schafft es stets mit einer bunten Auswahl an Musik eine perfekte Stimmung zu erzeugen. Die ganze Blu-ray wurde auf DTS-HD 5.1 abgemischt, sodass es zu keinen Überlappungen der einzelnen Tonspuren kommt.

Extras:
Bei den Extras befindet sich leider nur das Musikvideo des wunderschönen Titelsongs „Airborne“ und der Trailer.


Fazit:
Wenn man die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines englischsprachigen Remakes ausblendet, wird man „Head Full of Honey“ sehr viel Spaß haben. Es wird eine sehr emotionale Geschichte erzählt, die durch die richtige Mischung aus tieftragischen und sehr humorvollen Passagen durch das Leben eines Alzheimer-Erkrankten führen. Unterstützt wird die Handlung von wunderbaren Schauspielern, die den ganzen Film über die schwere Thematik tragen können und mit Bravour meistern. Leider funktioniert der Film in der deutschen Sprache beziehungsweise generell im Deutschen eher weniger, da er stark auf amerikanische Konzepte und dem Wertesystem zurückgreift.


by René Fischell
Bilder © Warner Home Video




Head Full of Honey - Trailer