Hard Powder - Blu-ray

Blu-ray Start: 11.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 119 min

Hard Powder Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Willkommen in Kehoe! Das Thermometer zeigt Minus 10 Grad in dem glitzernden Skigebiet in den Rocky Mountains. Der Schneepflugfahrer Nels Coxman (Liam Neeson) führt mit seiner Familie ein beschauliches Leben, bis sein Sohn sich mit dem schillernden Drogenboss Viking (Tom Bateman) einlässt – und auf dessen Befehl ermordet wird. Rasend vor Wut legt sich Nels mit dem mächtigen Kartell an. Und auch wenn sein Wissen über Mord und Totschlag bislang nur aus Krimis stammt: Ein Drogengangster nach dem anderen fällt seiner Rache zum Opfer. Während Nels immer mehr Männer verschwinden lässt, macht Viking seinen langjährigen Rivalen White Bull (Tom Jackson) verantwortlich. Die Situation eskaliert in einen wahnwitzigen Bandenkrieg, und die strahlenden Hänge der Kleinstadt leuchten bald blutrot.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, Englisch, Französisch (Dolby Atmos)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurette "Willkommen in Kehoe", Interviews mit Liam Neeson und Hans Petter Moland, Geschnittene Szenen, Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Hard Powder

Blu-ray
Hard Powder Hard Powder
Blu-ray Start:
11.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 119 min.

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DVD
Hard Powder Hard Powder
DVD Start:
11.07.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 114 min.

Blu-ray Kritik - Hard Powder

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Hans Petter Moland ist nicht der erste Regisseur, der dem Ruf Amerikas nicht wiederstehen konnte, als es um ein Remake des eigenen Films ging: Schon George Sluizer wurde mit seiner Neufassung von „The Vanishing“ schwach, später adaptierte Ole Bornedal seinen „Nightwatch“ mit Ewan McGregor neu, während auch Michael Haneke „Funny Games“ ein zweites Mal für den US-Markt aufgelegt hat. Wer Molands Geheimtipp und Berlinale-Publikumserfolg „Einer nach dem anderen“ bereits sehen konnte, weiß schon mal, dass man es mit dem Remake „Hard Powder“ sicher nicht mit einem herkömmlichen Liam Neeson-Rachevehikel zu tun hat. Genau diejenigen, die sich ohne Vorwissen die hochbudgetierte US-Version ansehen, könnten wohl noch am ehesten ihren Spaß mit dem Film haben. Während Moland mit seinem herrlichen Original noch ein vorzügliches Gespür für schwarzen Humor und eine perfekt ausgewogene Tonalität hatte, enttäuscht er mit dem zweiten Anlauf mit einem etwas unentschlossen wirkenden Genremix.  Nels Coxman (Liam Neeson) ist nicht nur ein Mann mit einem außergewöhnlichen Namen, ihm wird auch die Ehre zuteil als „Bürger des Jahres” des verschneiten Skiorts Kehoe in Colorado ausgezeichnet zu werden. Der wortkarge und etwas biedere Schneepflugfahrer wird aus seinem tristen Trott gerissen, als sein Sohn Kyle (Micheál Richardson) an einer angeblichen Heroin-Überdosis stirbt. Der Zuschauer weiß es, Coxman ahnt es: Hier steckt mehr dahinter. Tatsächlich wurde Kyles Tod von Gangstern des ansässigen Drogenkartells orchestriert, die von dem jungen, selbstverliebten und gesundheitsbesessenen Trevor 'Viking' Calcote (Tom Bateman) angeführt werden. Mit kruden Mitteln macht sich der lebensmüde Coxman auf, um einen nach dem anderen zur Rechenschaft zu ziehen, die mit dem Tod seines Sohnes zu tun haben... 

Nels Coxman (Liam Neeson) vor seinem Schneepflug
Nels Coxman (Liam Neeson) vor seinem Schneepflug © Studiocanal Home Entertainment
Schon von Beginn an mutet „Hard Powder“ nicht gerade wie „Taken 4“ an. Der Film strahlt eine gewisse schläfrige Ruhe aus und versprüht trotz US-Setting eine nordische Atmosphäre, die angesichts Molands norwegischer Herkunft sicher nicht von ungefähr kommt. Coxman ist anders als Neesons rachelüsterner CIA-Agent in den „Taken“-Filmen eben auch kein Mann mit besonderen Fähigkeiten, sondern ein wenig eloquenter Normalo, der seiner entfremdeten Frau Grace (eine völlig verschwendete Laura Dern) nach dem Tod des gemeinsamen Sohnes keine tröstenden Antworten oder gar Beistand liefern kann. Einen wirklichen Einblick in das Innenleben dieser wenig sympathischen und greifbaren Figur liefert der Film jedenfalls nicht.  

Moland etabliert nur das Nötigste, bis Coxman mit seinem Rachefeldzug beginnt. So bekommt man nur zu verstehen, dass auch die Beziehung zu seinem Sohn distanziert war, lediglich eine Szene teilen die Beiden bis zu seinem plötzlichen Ableben. Grace steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch, Nels versucht sich selbst mit dem Gewehr in den Kopf zu schießen, als er von Michaels Freund Dante (Wesley MacInnes) aufmerksam gemacht wird, dass Kyle getötet wurde. Die Entwicklung vom biederen Langweiler über den selbstmordgefährdeten Trauernden zum kaltblütigen Killer erzählt Moland jedoch kaum glaubwürdig und nachvollziehbar. Viel mehr wirkt der Film ein Stück weit mechanisch, als würde das Drehbuch eine leblos umgesetzte Bedienungsanleitung sein. Die Einzelteile sind da, sie wurden aber nicht organisch zusammengefügt. 

Nels Coxman (Liam Neeson) am Lenkrad seines Schneepflugs
Nels Coxman (Liam Neeson) am Lenkrad seines Schneepflugs © Studiocanal Home Entertainment
Das liegt möglicherweise an der Besetzung von Neeson, der mittlerweile so fest in diesem Action-Rollentypus verankert ist, dass man ihm dem Part des Normalos, der zu außergewöhnlichen Maßnahmen greift, kaum noch abkaufen kann. Auch wenn sich das Remake tonal kaum vom Original unterscheidet, hat der weit glaubwürdigere Stellan Skarsgård dort wohl den entscheidenden Unterschied gemacht. Moland versucht dem Film wie auch schon in „Einer nach dem anderen“ eine mal unterschwellige, mal deutlichere skandinavisch-trockene Tonalität zu verleihen. Das gelingt auch immer mal wieder in Ansätzen, wirkt aber längst nicht mehr so frisch wie in dem Original von 2014. Während dort nach jedem Tod eine kurze Einblendung des Namens des gerade Verstorbenen noch ein herrlich schwarzhumoriger Running Gag war, erscheint dieselbe Vorgehensweise hier merkwürdig aufgesetzt. Auch viele andere subtile Momente trockenen Humors, die es exakt so schon im Original gab, wirken hier, als stammen sie aus einem anderen Film, wirken deplatziert. 

   Neesons Figur wird auch immer wieder etwas aus dem Fokus verloren, denn Moland erforscht zahlreiche Nebenfiguren mit fast gleichgesetzter Aufmerksamkeit, wodurch der Film jedoch erheblich an Momentum verliert. Da ist natürlich der arrogante Gangsterboss, der sich nicht nur mit dem mysteriösen Verschwinden seiner Schergen konfrontiert sieht, sondern auch in einem Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Frau Aya (Julia Jones) steht, der er einen strengen Ernährungsplan für ihren Sohn aufzwingen will. Cholerische Anfälle, bei denen der überraschend junge und aalglatte Viking etwa auf der Suche nach der Tasche seines Sohnes Gymnastikbälle durch sein Hochglanz-Haus tritt, sind schrullige Momente, die das Klischee des Gangsterbosses auf die Schippe nehmen wollen, lebendig werden sie aber kaum. Viel zu bemüht wirkt Tom Bateman etwa, was zwar Teil der Rolle ist, aber längst nicht so organisch und inspiriert wirkt wie das weit bessere Portrait von Pål Sverre Hagen als „Graf“ in Molands Original. 

Liam Neeson in Hard Powder
Liam Neeson in Hard Powder © Studiocanal Home Entertainment
Darüber hinaus folgt „Hard Powder“ auch dem Strang des ungleichen lokalen Polizisten-Duos John (John Doman) und Kim (Emmy Rossum). Während ersterer ein alter Hase ohne großen Antrieb angesichts der Ereignislosigkeit seines Städtchens ist, versucht seine jüngere und weit motiviertere Kollegin den Fall ehrgeizig aufzuklären. Streng genommen benötigt der Film diesen Strang gar nicht, denn er läuft nahezu ins Leere und raubt dem Film auch jedes Erzähltempo, auch wenn das Zusammenspiel von Doman und Rossum ganz charmant ist. Auch beleuchtet Moland nahezu episodenartig verschiedene Gangsterduos, wobei hier der schwarze Humor in scheinbar losgelösten Episoden noch am besten zur Geltung kommt. Der Ton eines ernsthaft erzählten und realistisch eingefangen Thriller-Dramas über einen interessanten Antihelden reibt sich immer wieder mit den erzwungen wirkenden schwarzhumorigen Momenten und letztlich cartoonartigen Figuren.     „Hard Powder“ erzählt dann eben nicht nur von der Rachegeschichte, er spielt mit Missverständnissen, die dann schließlich zu einem ungewollten Bandenkrieg ausarten. Waren es im Original noch rivalisierte Serben, die von Bruno Ganz angeführt wurden, sind es nur indianische Gangster unter der Leitung von White Bull (Tom Jackson), die irrtümlicherweise als Urheber der zahlreichen Morde identifiziert werden. Angesichts der verschneiten und verschlafenen Kleinstadtidylle, die mit trockenem und schwarzem Humor und schließlich übertriebenen Gewaltexzessen garniert werden, wurde schon „Einer nach dem anderen“ als skandinavischer „Fargo“ betitelt. Durch das amerikanische Setting sollte dieser Vergleich eigentlich nochmal angebrachter sein, doch Moland wirkt diesmal unentschlossener. Gerade durch den amerikanischen Schauplatz gewinnt der Film natürlich an Dimension, wirkt aber gleichzeitig vertrauter und viel direkter wie ein Coen- bzw. Tarantino-Abklatsch als noch das wunderbar verschrobene Original.    

Nels Coxman (Liam Neeson) sinnt auf Rache
Nels Coxman (Liam Neeson) sinnt auf Rache © Studiocanal Home Entertainment
Bild 
Das digital auf Arri Alexa aufgezeichnete Bild überzeugt im Großen und Ganzen. Schärfe- und Detaillevel bewegen sich insgesamt auf sehr gutem Niveau, jedoch werden manche Feinheiten gerade in dunklen Szenen verschluckt. Immer wieder kommt es auch zu digitalem Rauschen, was jedoch auch ein bewusstes Stilmittel in Form von digitalem Filmkorn sein könnte. So gewinnt das Bild etwas an Textur und ist damit nicht so „clean“ wie viele andere digitale Produktionen. In manchen winterlichen Momenten werden zudem auch Farben leicht verfremdet. Insgesamt ist die Farbpalette jedoch natürlich und gut gesättigt gehalten, während Kontraste und Schwarzwerte insgesamt überzeugen.    

Ton 
In akustischer Hinsicht liefert die Blu-ray starke Ergebnisse. Die Surround-Kanäle des Dolby Atmos-Mix sind über die gesamte Laufzeit sehr aktiv und bieten viele Umgebungsgeräusche wie auch Musikunterstützung. Die wummernde Tonspur überzeugt mit starker Dynamik und tiefen Bässen. Dennoch wird aber Klarheit keineswegs eingebüßt. Stimmen kommen so jederzeit bestens verständlich zur Geltung.    

Extras 
Herzstück des Bonusmaterials ist ein gutes, fast halbstündiges Making of, das einen hintergründigen Blick auf die Produktion wirft. Hinzu kommen zwei solide EPK-Interviews mit Liam Neeson bzw. Regisseur Hans Petter Moland. Zusätzliche Szenen bieten darüber hinaus mehr Charaktertiefe, die dem Film gut getan hätte. 
• Geschnittene Szenen (05:12 Min.) 
• Willkommen in Kehoe (26:46 Min.) 
• Interview mit Liam Neeson (08:43 Min.) 
• Interview mit Hans Petter Moland (08:17 Min.) 
• Trailer (02:36 Min.)


Fazit:
Auch wenn „Hard Powder“ sicherlich ambitionierter und eigenständiger ist als die üblichen Liam Neeson Rachevehikel der letzten zehn Jahre, so wirkt der Film gerade im Vergleich zu seinem organischeren Original über weite Strecken seltsam mechanisch und tonal unfokussiert. Die einzelnen Bestandteile des Films sind durchaus interessant und „Hard Powder“ hat seine Momente, doch lässt er letztlich einfach zu kalt, um wirklich mitzureißen.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment




Hard Powder - Trailer