Green Room - Blu-ray

Blu-ray Start: 07.10.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min

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Inhalt

Ein absolutes Worst-Case-Szenario: Mit dem letzten Tropfen Benzin und völlig abgebrannt, schafft es die Punkband „Ain't Rights“ gerade noch zu ihrem Gig in einer entlegenen Kneipe im amerikanischen Nirgendwo. Das Publikum besteht ausschließlich aus Nazi-Skinheads und der Plan, sofort nach dem Auftritt abzuhauen, scheitert, als sie unfreiwillig Zeuge eines brutalen Mordes werden. Der gnadenlose Anführer der Nazi-Gang, Darcy Banker (Patrick Stewart), befiehlt seiner Kampftruppe, alle Zeugen des Verbrechens zu eliminieren. Die Band verbarrikadiert sich gemeinsam mit der Skin-Braut Amber (Imogen Poots) im Backstageraum. Es folgt ein erbarmungsloser Showdown Skins vs. Punks. Als der Bodycount steigt, müssen sich die Überlebenden etwas einfallen lassen, um dem grausamen Katz-und-Maus-Spiel ein Ende zu bereiten...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Featurettes, Trailer

DVD und Blu-ray | Green Room

Blu-ray
Green Room Green Room
Blu-ray Start:
07.10.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Green Room Green Room
DVD Start:
07.10.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 91 min.

Blu-ray Kritik - Green Room

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Nachdem sich Regisseur Jeremy Saulnier mit seinem überraschenden und unkonventionellen Low Budget-Rachethriller „Blue Ruin“ als neue Stimme des Independent-Kinos einen Namen gemacht hat, unterstreicht er mit seinem neuen Film „Green Room“ eindrucksvoll seinen Status als einer der interessantesten neuen Filmemacher heutzutage. Green Room Szenenbild„Green Room“ ist ein handwerklich enorm selbstbewusst gemachtes, fieses Stück Genrekino, ein absolut kompromissloser Überlebensfilm, dessen dumpf-düstere Atmosphäre und Momente extremer, roher und an die Nieren gehender Brutalität für ein soghaftes und sehr beklemmendes Filmerlebnis sorgen. Saulnier gelang hier einer der besten Thriller des Jahres, dem zusätzliche Aufmerksamkeit zuteilwurde, da es sich hier um einen der letzten Auftritte des tragisch verstorbenen Anton Yelchin handelt.

Die „Ain’t Rights“ sind eine Punkband bestehend aus Pat, Sam, Reece und Tiger (Anton Yelchin, Alia Shawkat, Joe Cole und Callum Turner), die mit ihrem alten Bus durch den amerikanischen Pazifischen Nordwesten klappern und gerade so durch Auftritte in ein paar schäbigen Absteigen überleben. Nach einem Interview für einen kleinen Radiosender in Oregon, vermittelt ihnen Moderator Tad (David W. Thompson) einen Auftritt in einem Club seines Cousins Daniel (Mark Webber) irgendwo tief in der wäldlichen Provinz. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Club um einen Neo-Nazi-Treff handelt, was zunächst aber kein echtes Problem darstellt. Verkompliziert wird die Situation allerdings, als nach dem Auftritt der Band eine tote junge Frau in ihrem Backstage-Raum liegt. Die Nerven liegen schnell blank, denn die Frau wurde ermordet und die „Ain’t Rights“ sind ungewünschte Zeugen. Es gelingt der Band jedoch, sich in dem „Green Room“ zu verschanzen und mit den außen stehenden und überforderten Clubmitgliedern zu verhandeln – jedoch nur bis Darcy (Patrick Stewart), der Besitzer des Clubs eintrifft und entscheidet, dass die Band das Grundstück nicht lebendig verlassen dürfen…

Wie auch schon bei „Blue Ruin“ gelingt es Saulnier Genrekonventionen subtil zu unterwandern und eine überraschend effektive menschliche Ebene einzubauen, die aus „Green Room“ eine tief unter die Haut gehende Angelegenheit macht. Green Room SzenenbildEr lässt sich Zeit, die Figuren in der ersten halben Stunde zu etablieren, um den Zuschauern eine emotionale Grundlage zu schaffen. Auch in der Folge wirkt „Green Room“ nie hektisch oder reißerisch, das Erzähltempo ist eher langsam, doch die Spannung ist durchweg enorm hoch. Saulnier erweist sich als Meister im Aufbauen einer ernsthaft beklemmenden und glaubwürdig albtraumhaften Atmosphäre, er nutzt den dreckigen und engen Neo-Nazi-Club und vor allem den Backstage-Raum zur Erschaffung unangenehmer Klaustrophobie und Ausweglosigkeit. Hier wirkt alles überaus nachvollziehbar, man fühlt sich mit der Band gefangen und kann ihre Todesangst förmlich nachspüren. Die bedrückende Intensität des Films lässt keine Sekunde nach, was auch an den hervorragenden Schauspielleistungen der Bandmitglieder liegt, vor allem Anton Yelchin ist in seiner Rolle enorm glaubwürdig. Jedes Gesicht in „Green Room“ wirkt völlig glaubwürdig, alles wirkt eingelebt.

Neben der meisterhaft bedrückenden und beängstigenden Atmosphäre und der überaus effektiven menschlichen Ebene zeichnet sich „Green Room“ durch seine ungewöhnlich realistische und ungeschönte Gewaltdarstellung aus. Saulnier weiß, wie man Gewalt so authentisch und schmerzhaft wie möglich inszenieren kann, hier wirkt jeder Gewaltakt absolut nüchtern und sachlich, Saulnier ergötzt sich nicht an Brutalität, er zeigt sie, wie sie ist: Schmutzig, grausam und sehr, sehr unschön. Er ästhetisiert nicht, er ist nicht an sadistischem Selbstzweck interessiert. Saulnier starrt auch nie auf blutrünstige Details, es ist der Realismus und der Schmerz, der auch gerade durch die qualvollen Schreie der Figuren zum Vorschein kommt, wodurch die Brutalität so unangenehm ist. Gerade zwei besonders schmerzhafte Momente in „Green Room“ sollten alle auch noch so hartgesottenen Zuschauer nach Luft japsen lassen.

Zur Klasse von „Green Room“ gehört dann auch seine absolute Unvorhersehbarkeit, denn hier ist wahrlich keine Figur sicher. Green Room SzenenbildJederzeit kann es passieren, dass ein zuvor liebgewonnener Charakter, der in einem anderen Film vermutlich überleben würde, ohne jede Vorwarnung und fast als Nebensächlichkeit stirbt. Tode werden nie mit großen Fanfaren angekündigt, sie sind plötzlich und geschehen mit schockierender Direktheit. Selten wurde ein Überlebenskampf nachvollziehbarer und klischeefreier dargestellt wie hier. Dennoch lässt Saulnier hier auch Platz für staubtrockenen Humor, etwa in Form eines Running Gags mit den Lieblingsbands der Bandmitglieder. Hierdurch erhält der Film aber nur eine weitere menschliche Note, die das Überlebensszenario noch effektiver gestaltet.

„Green Room“ reiht sich ohne Zweifel zu den Größen des effektiven und intelligenten Überlebensfilms à la „Deliverance“ ein und manifestiert Saulnier als aufregenden Filmemacher, von dem man sicher noch Großes erwarten darf.

Bild
Bei dem digital auf Arri Alexa aufgezeichneten Film steht eine düstere Ästhetik im Vordergrund, bei der es gezielt darum geht, Dinge im Dunkeln zu lassen. So darf man hier keine glasklare HD-Optik erwarten, dennoch bewegt sich die Schärfe und der Detailumfang auf einem guten Niveau, in den oft nur minimal beleuchteten Sets geht jedoch viel verloren. Das passenderweise leicht grün colorierte Bild überzeugt jedoch durch sehr tiefe Schwarzwerte und gute Kontraste. An vielen Stellen ist leichtes Rauschen zu erkennen, ein Umstand, der aber nur zur etwas roheren Textur des Films beiträgt.

Green Room Szenenbild Ton
In Sachen Akustik ist „Green Room“ eine eher gemischte Angelegenheit. Gerade was Verständlichkeit der Stimmen in der Originalversion angeht, gibt es hier gewisse – scheinbar beabsichtigte Defizite – denn oft wirken Dialoge etwas gemurmelt und genuschelt und sind auch nicht allzu präsent abgemischt. Das wird besonders dann deutlich, wenn der sehr hohe Detailumfang der Tonspur bei den Musikszenen zum Vorschein kommt. Diese sind nämlich sehr laut, lebhaft und mit ordentlich Rumms abgemischt. Dasselbe gilt auch für die sehr gut abgemischte Geräuschkulisse insgesamt, die auch durch subtile Räumlichkeit überzeugt.

Extras
Das Bonusmaterial fällt leider enttäuschend aus. Hier versammeln sich leider nur fünf Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von gerade mal ungefähr sieben bis acht Minuten. Die Ansätze der Kurzdokus sind gut, doch bevor es wirklich interessant werden kann, sind sie auch schon wieder vorüber.
Featurettes (Patrick Stewart is a Very Bad Guy (01:26 Min.), Designing a Subculture (01:40 Min.), A Punkrock Standoff (01:40 Min.), A Harcore Horrorstory (01:15 Min.), A Backwoods Bloodbath (01:27 Min.))
Kinotrailer 1 (01:39 Min.)
Kinotrailer 2 (02:00 Min.)
Trailershow (Snowden, Mechanic: Resurrection, London Has Fallen, Eye in the Sky, Made in France, Eden Lake)


Fazit:
Nach „Blue Ruin“ liefert Jeremy Saulnier mit „Green Room“ eine weitere Genreperle, die durch eine konstant bedrückende Atmosphäre, schockierend realistische rohe Gewalt und Unvorhersehbarkeit in den Bann zieht. Saulnier holt alles aus einer simplen Prämisse raus und lässt das mittlerweile fast ausgelutschte Überlebensfilmgenre überraschend frisch und unvorhersehbar erscheinen.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film




Green Room - Trailer