Green Book - Eine besondere Freundschaft - Blu-ray

Blu-ray Start: 19.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 129 min

Green Book - Eine besondere Freundschaft Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Der begnadete Pianist Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) geht 1962 auf eine Konzert-Tournee von New York bis in die Südstaaten. Sein Fahrer ist der Italo-Amerikaner Tony Lip (Viggo Mortensen), ein einfacher Mann aus der Arbeiterklasse, der seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsjobs und als Türsteher verdient. Der Gegensatz zwischen den beiden könnte nicht größer sein. Dennoch entwickelt sich eine enge Freundschaft. Gemeinsam erleben sie eine Zeit, die von wahrer Menschlichkeit, aber auch Gewalt und Rassentrennung geprägt ist. So müssen sie ihre Reise nach dem „Negro Motorist Green Book“ planen, einem Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer, der die wenigen Unterkünfte und Restaurants auflistet, die auch schwarze Gäste bedienen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment / Entertainment One
Tonformate:
Deutsch (DTS-HD Master Audio 7.1)
Englisch (Dolby Audio™ - Dolby Atmos)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.00:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Eine virtuose Darbietung
- Unvergessliche Freundschaft
- "The Green Book": Damals und Heute

DVD und Blu-ray | Green Book - Eine besondere Freundschaft

Blu-ray
Green Book - Eine besondere Freundschaft Green Book - Eine besondere Freundschaft
Blu-ray Start:
19.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 129 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Green Book - Eine besondere Freundschaft Green Book - Eine besondere Freundschaft
DVD Start:
19.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 124 min.
Green Book - Eine besondere Freundschaft (Mediabook) Green Book - Eine besondere Freundschaft (Mediabook)
DVD Start:
19.06.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 124 min.

Blu-ray Kritik - Green Book - Eine besondere Freundschaft

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


Die Thematik zu GREEN BOOK war mir lange Zeit nicht bekannt und im Grunde genommen auch egal, denn schon das Filmplakat mit seinen Darstellern Viggo Mortensen („Herr der Ringe“-Trilogie, „Captain Fantastic“) und Mahershala Ali („Moonlight“) reichte aus, um mein Interesse zu wecken.
Unter anderem je drei Auszeichnungen bei den Golden Globes und Oscars (Mahershala Ali als bester Nebendarsteller, sowie bester Film und bestes Original Drehbuch) folgten und befeuerten die Vorfreude auf den Film.

Tony Lip (Viggo Mortensen) findet, dass Don Shirley (Mahershala Ali) sich einen neuen Anzug zulegen sollte
Tony Lip (Viggo Mortensen) findet, dass Don Shirley (Mahershala Ali) sich einen neuen Anzug zulegen sollte © eOne Germany
Dass der Film so extreme Wellen geschlagen hat, verwunderte mich dann schon. Mit jedem Preis, den der Film gewann, wurden die kritischen Stimmen lauter: Beispielsweise wurde bemängelt, dass der Film die Thematik nicht ernst nehme. Dem kann ich nur widersprechen. Sicherlich zieht der Film keinen so tragischen sowie ernsten Bogen wie „BlacKkKlansman“ von Spike Lee („Malcom X“), der den Film besonders kritisierte. Dennoch ist GREEN BOOK zugänglich und unmissverständlich für den Beobachter und gerade deswegen in meinen Augen so gelungen. Der Zuschauer bekommt keine einfache schwarz-weiß Geschichte serviert, sondern eine Erzählung vermittelt die wesentlich mehr Tiefe besitzt, ohne gedanklich abzuschweifen oder dass der Zeigefinger besonders erhoben wird. Ob die Botschaft nun bei jedermann einwandfrei ankommt und der richtige Weg ist, sei mal dahingestellt. Aber im Stil eines „Gegen jede Regel“ oder „Miss Daisy und ihr Chauffeur“, die beide Spaß mit Dramatik vereinten und meist weniger von ihrer Dramatik lebten als mehr von ihrer Leichtigkeit und dem Wohlgefühl, schafft auch GREEN BOOK den Balanceakt zwischen Heiterkeit und unangenehmen Augenblicken. Ein sehr ernstes und immer noch aktuelles Thema wird hier mit etwas Frische und mit einem Schmunzeln herübergebracht, wodurch ein Feel Good Movie der anderen Sorte zustande kommt.

Peter Farrelly der gemeinsam mit seinem Bruder Bobby durch Filme wie „Dumm und Dümmer“ und „Verrückt nach Mary“ bekannt wurde, führte nicht nur Regie, sondern war als Produzent beteiligt und schrieb auch gemeinsam mit seinen Mitproduzenten Brian Hayes Currie (eher bekannt als Schauspieler in kleinen Nebenrollen, u.a. „Armageddon“) und Nick Vallelonga (Sohn der von Mortensen gespielten Figur des Tony Lips) das Drehbuch. Inspiriert von einer wahren Geschichte, ist GREEN BOOK ein Film, der ein ernstes Thema mit etwas Schwung und Humor bietet und weit entfernt ist vom derben Klamauk den Farrelly sonst in Szene setzte.

Der gefeierte Künstler Don Shirley (Mahershala Ali) kann im Süden der USA nicht in jedem Hotel übernachten. Oft sind es nur einfache Unterkünfte, die schwarzen Reisenden zur Auswahl stehen.
Der gefeierte Künstler Don Shirley (Mahershala Ali) kann im Süden der USA nicht in jedem Hotel übernachten. Oft sind es nur einfache Unterkünfte, die schwarzen Reisenden zur Auswahl stehen. © eOne Germany
Zeitlich begibt sich der Film ins Jahr 1962, noch vor der Bürgerrechtsbewegung, wo es noch das namensgebende „Negro Motorist Green Book“ gab - eine Art Ratgeber für Farbige, die durch die Südstaaten reisen. 1936 schrieb es der Postangestellte und Gewerkschafter Victor Hugo Green, da er nie wusste, wo er übernachten und essen konnte, was der zu dieser Zeit starken Rassentrennung zugrunde lag. Daher notierte er seine Erfahrungen und erwähnte alle Orte im Land, wo man keine Probleme bekam.
Obwohl die Tour nach dem Buch geplant wird, stoßen die beiden immer mal wieder auf Widerstand. Auch wenn die gewichtigen Situationen oftmals hintergründig ablaufen, sind sie prägnant und schaffen es die Ernsthaftigkeit des Moments zu vermitteln. Rassistische Handlungen verstärken immer wieder dieses Gefühl, wenn beispielsweise die beiden bei ihrer Reise mitten in der Nacht bei strömenden Regen ohne triftigen Grund angehalten werden und sich der Willkür der damaligen Autoritäten unterwerfen müssen. Und hier finde ich, kommt die Botschaft richtig an, denn man ertappt sich selber dabei, dass man sagt, „warum ist das so?“.

Ich bin mit den Grundsätzen aufgewachsen, dass du was Schlimmes oder Regelwidriges getan haben musst, um bestraft zu werden und umso nachdenklicher wird man in jenen Momenten, wenn man merkt, dass das größte Verbrechen von Shirley (Mahershala Ali) war, dass er als farbiger Mensch in diese Welt geboren wurde. Das erzeugt Wut und Trauer zugleich und lässt einen noch mehr mit der Figur des Tony Lips (Viggo Mortensen) verschmelzen, der zunächst selber Vorurteile gegenüber Farbigen hat und nur für seinen Geldbeutel sich für seinen Arbeitgeber einsetzt, später aber immer mehr Sympathie und Respekt entwickelt für den Mann, der seine Beherrschung nie verliert und dem Hass die Stirn bietet, indem er mit Ruhe reagiert und dem Hass nicht mehr Zündstoff bietet. Es ist diese starke Message, die der Film hat, dass man manchmal den Hass und die Wut nehmen muss und sie herunterschlucken, um über eben diese zu siegen.

Dolores (Linda Cardellini) freut sich über die regelmäßigen Briefe, die sie von ihrem Mann Tony bekommt.
Dolores (Linda Cardellini) freut sich über die regelmäßigen Briefe, die sie von ihrem Mann Tony bekommt. © eOne Germany
Getrieben von seinen zwei brillanten Darstellern, erlebt man wie diese zwei kompletten Gegensätze aus unterschiedlichen Welten kommend auf ihrer Reise irgendwie eine gemeinsame Basis finden - was ein wenig an „Rain Man“ mit Dustin Hoffmann und Tom Cruise erinnert. Die beiden Figuren des Dr. Don Shirley, den Mahershala Ali mimt und wie bereits erwähnt entsprechend prämiert wurde als bester Nebendarsteller, und des Tony „Lips“ Vallelonga, dargestellt von Viggo Mortensen, der ebenfalls nominiert wurde für Preise, aber bei den meisten leer ausging, sind äußerst dynamisch und einnehmend dargestellt und kommen erst so richtig durch die tolle Chemie der beiden Darsteller zutage.
Ali bietet eine sehr zurückhaltende Darbietung eines besonnenen und kultivierten, aber auch fragilen, Mannes, der mit seinem Umfeld häufig hadert. Hin und wieder zeigt er kleine emotionale Nuancen, die eine gewisse Wärme ausstrahlen und die Figur charmant wirken lässt. Den Diskriminierungen entgegnet er mit Ruhe und Beherrschung, aber mit jeder weiteren Widrigkeit, werden die zuvor unterdrückten Emotionen mehr und mehr in seinen Konzerten rausgelassen, was sich an den ansteigend frustriert wirkenden Gesichtszügen und dem aggressiveren Klavierspiel erkennen lässt. Natürlich hat Ali sich schulen lassen, um zumindest einfache Phasen des Klavierspiels zu beherrschen. Der Großteil, auch wenn er nicht mehr selber spielt, wirkt aber immer sehr authentisch und untermalt sein einnehmendes Schauspiel.

Das Gegenstück ist Tony Lips, der manchmal sehr tölpelhaft daherkommt und wie ein kleines Kind redet und dabei so überzeugt ist von dem, was er sagt. Er trägt seine Emotionen auf der Zunge und vorzugsweise in seinen Fäusten und wirkt deswegen auch sehr stark und robust. Auf der anderen Seite ist er aber auch verständnisvoll, da er weiß das die Welt und das Leben in ihr kompliziert ist.
Mortensen gewinnt den Zuschauer praktisch in jedem Moment, in dem er im Bild zu sehen ist, allein durch seine Gegenwart. Das liegt zum einen an dem trockenen Humor, der immer wieder eine besondere Situationskomik erzeugt, aber auch aufgrund seiner enorm authentischen Darstellung.
Der Versuch der beiden sich gegenseitig in gewisser Weise zu erziehen und der Weg der Annäherung der beiden, wenn der eine kultivierter und der andere lockerer wird, lassen GREEN BOOK warmherzig und im gleichen Maße tragisch-komisch werden. Untermalt wird das Gesamtbild dann noch von der Filmmusik von Kris Bowers und dem Soundtrack.

Tony (Viggo Mortensen) ist an dem Job interessiert, aber noch nicht ganz überzeugt
Tony (Viggo Mortensen) ist an dem Job interessiert, aber noch nicht ganz überzeugt © eOne Germany
Kleine Trivia zum Ende:
Tony Lips Sohn Nick, der wie bereits erwähnt auch Produzent war und das Drehbuch mit verfasste, ist auch in einer kleinen Rolle als Augie zu sehen. Sein Bruder Frank spielt Tony Lips Bruder Rudy, welcher wiederum Tonys Vater Nicola spielt.

Bild:
Das Bild ist scharf und klar und selbst bei den häufig auftretenden dunkleren Szenen immer klar zu erkennen.

Ton:
Während die original englische Tonspur Dolby Atmos bietet, gibt es bei der deutschen Fassung „nur“ DTS-HD Master Audio 5.1. Der Ton ist mehr als sauber und der sehr häufig musikalisch unterlegte Film, klingt immer sauber und verständlich.

Extras:
Die Extras sind recht überschaubar mit drei kurzen Hintergrund Informationen, die immer zwischen vier und fünf Minuten liegen. Ein bisschen mehr hätte es sein dürfen.


Fazit:
GREEN BOOK nimmt alles andere als die ihm zugrunde liegende ernste Thematik locker, aber versucht sie mit Schwung und Humor zu erleichtern. Der Film ist trotz seines unterhaltsamen Charakters sehr tiefgründig und regt zum Nachdenken an und ist dabei einfach außerordentlich sympathisch, vor allem dank der beiden so brillierenden Darsteller.

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by Christian Willach
Bilder © 20th Century Fox Home Entertainment / Entertainment One




Green Book - Eine besondere Freundschaft - Trailer