Grandma - Blu-ray

Blu-ray Start: 17.03.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 79 min

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Inhalt

Elle Reid (Lily Tomlin) hat sich gerade von ihrer Freundin getrennt, als ihre Enkelin Sage unerwartet auftaucht und vor Sonnenuntergang 600 Dollar braucht. Grandma Elle ist gerade knapp bei Kasse, und so versuchen die Rentnerin und Sage alles, um an Bares zu kommen. Dabei wirbeln ihre unangekündigten Besuche bei alten Flammen und Freunden viel Staub und Geheimnisse auf.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch, Italienisch)
Dolby Digital 5.1 (Spanisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Kommentare, Making-Of, Featurette, Trailer

Video on demand - Grandma

DVD und Blu-ray | Grandma

Blu-ray
Grandma Grandma
Blu-ray Start:
17.03.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 79 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Grandma Grandma
DVD Start:
17.03.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 75 min.

Blu-ray Kritik - Grandma

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


„Grandma“ ist eine dieser kleinen Indie-Perlen, die im großen Meer der Studioproduktionen leicht untergehen kann. Und klein ist hier wirklich ernst gemeint, denn der Film kam gerade mal mit einem Minimal-Budget von 600.000 Dollar und einer Drehzeit von 19 Tagen aus, Regisseur Paul Weitz ließ in seinem eigenen Haus filmen, die großartige Lily Tomlin stellte ihren eigenen Oldtimer zur Verfügung und Nebendarstellerin Judy Greer brachte ihre eigenen Kleider mit. Grandma SzenenbildDoch trotz kleinen Mitteln ist hier ein Film mit ganz großem Herz entstanden, der in gerade mal 78 Minuten ein Musterbeispiel in ökonomischer Erzählweise ist. Die Tragikomödie und Charakterstudie über eine überraschend liebenswerte Misanthropin ist eine wunderbar knackig und rasant inszenierte kleine Geschichte, an der kein Gramm Fett zu viel ist. Vor allem ist „Grandma“ aber ein Vorzeigeprojekt für die umwerfende Robert Altman-Veteranin Lily Tomlin, die hier eine ihrer feinsten Darstellungen und auch einzigen Hauptrollen zeigt, für die sie mit einer Golden Globe-Nominierung und viel gerechtfertigter Aufmerksamkeit geadelt wurde. Leider erschien der Film in Deutschland nicht im Kino und wird leider nur für den Heimkinomarkt verwertet.

Elle (Lily Tomlin) ist eine vor vielen Jahren erfolgreich gewesene Autorin, die nun den Tod ihrer großen Liebe Violet verarbeiten muss, mit der sie über 30 Jahre zusammen war. Eines Tages erhält sie spontanen Besuch ihrer 18-jährigen Enkelin Sage (Julia Garner), die ihr offenbart, dass sie unfreiwillig schwanger geworden ist und nun eine Abtreibung will. Dafür fehlt ihr jedoch das nötige Kleingeld und ihre herrische Workaholic-Mutter Judy (Marcia Gay Harden) darf auf keinen Fall etwas von ihrer Schwangerschaft erfahren. Mit ihrer Großmutter, die gerade all ihre jahrelang angehäuften Schulden getilgt hat und nun auch pleite ist, begibt sie sich auf einen Road Trip, um die für die Abtreibung nötigen 650 Dollar einzusammeln.

Der Film ist in sechs Kapitel aufgeteilt und folgt dem ungleichen Paar auf ihrer Odyssee, bei der sie unter anderem auf Sages affigen Freund und Vater ihres Kindes Cam (Nat Wolff) und später Elles Ex-Mann Karl (Sam Elliot) treffen und dabei in kleinen Schritten versuchen, ihrem Ziel näher zu kommen. Das ist oft herzerfrischend lustig, denn Elle ist einfach eine umwerfende Präsenz, die kein Blatt vor den Mund nimmt und ihre Gegenüber immer wieder mit entwaffnender Schlagfertigkeit in die Schranken weist. Großartig der Moment mit dem arroganten und verzogenen Faulpelz Cam, über den Elle meint (O-Ton) „Some people just shouldn’t grow a beard. Your face looks like an armpit!“ „Grandma“ ist voller solcher fabelhafter Dialoge, die Lily Tomlin mit ihrer einzigartigen Art schlichtweg unwiderstehlich vorträgt und ihren Charakter voll und ganz mit Authentizität und hintersinniger Komplexität ausfüllt. Sie zieht durch den Film förmlich wie ein Wirbelwind und Tomlin ist so gut, dass man sich niemand anderen in der Rolle vorstellen kann. Grandma SzenenbildDas kommt auch nicht von ungefähr, denn Regisseur und Autor Paul Weitz („American Pie“, „About a Boy“, „Reine Chefsache“), der bereits 2012 bei „Zugelassen“ mit Tomlin gearbeitet hat, hat der wundervollen Charaktermimin die Rolle förmlich auf den Leib geschrieben.

Es ist Paul Weitz wirklich hoch anzurechnen, mit welcher Leichtigkeit er diesen Film geschrieben und inszeniert hat. Neben der zentralen und so menschlich und tiefgründig portraitierten Hauptfigur ist der Film vollgepackt mit ebenso klar gezeichneten Charakteren, die oft nur für wenige Momente auftauchen, aber immer einen großen Eindruck hinterlassen. Da wäre Elles viel jüngere Freundin Olivia (Judy Greer), mit der Elle direkt zu Beginn des Films nach nur vier Monaten Schluss macht. Greer ist immer eine gern gesehene Präsenz und glücklicherweise hat sie später weitere Auftritte, um ihrer Figur mehr Spielraum zu geben. Das Herzstück des Films ist jedoch vermutlich das Aufeinandertreffen von Elle und Karl, den sie seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Tomlin und Elliot glänzen hier mit wunderbar subtilem und andeutungsreichem Spiel, das ihre vergangene Beziehung und die unausgesprochen Dinge zwischen ihnen enorm glaubhaft und berührend macht. Hinter Elles lauter und bissiger Fassade, die auch keinen Hehl davor macht, dass sie die meisten Menschen nicht besonders mag, lässt Tomlin stets eine unübersehbare aufrichtige Warmherzigkeit durchblicken. Ihre Beziehung zu Sage ist dynamisch und glaubhaft dargestellt und Elles Liebe zu ihrer Enkelin macht aus „Grandma“ am Ende einen subtil berührenden Film.

Es zeigt sich hier einfach ein selten lebendiger und unprätentiöser Film, dem es gelingt große Themen mit Feingefühl und vor allem überraschender Leichtigkeit einzubauen, ohne störenden Ballast zu geben. Hier geht es natürlich um den Prozess des Alterns, der Trauer, es geht um verpasste Chancen, um Liebe, Familie und um die Kluft zwischen Jung und Alt, das Zusammenleben zwischen sexuell unterschiedlich orientierten Menschen. Grandma SzenenbildAuch das Thema Abtreibung behandelt der Film mit großer Klasse, ohne jemals in Richtung schwermütiger und sich selbst unangenehm wichtig nehmender Themenfilm zu gehen. „Grandma“ ist letztlich ein leiser Film voller feiner Melancholie, der ganz ohne manipulative Sentimentalität und dick aufgetragene Thematik auskommt.

Bild
In technischer Hinsicht gibt sich die Blu-ray keine Blöße, vor allem die kristallklare Bildqualität überzeugt auf ganzer Linie. Das auf Arri Alexa aufgezeichnete Bild entspricht in ästhetischer Hinsicht seiner digitalen Aufnahmequelle, d.h. es präsentiert sich ein außerordentlich reiner und extrem detailreicher Bildeindruck. Dennoch wirkt das Bild nicht flach, es überzeugt viel eher durch seine helle und freundliche Qualität. Kontraste und Schwarzwerte sind auch tadellos, auch in den wenigen dunkleren Szenen werden Details nicht verschluckt.

Ton
Weniger spektakulär ist die akustische Umsetzung dieses natürlich primär dialogbasierten Films. Zu beanstanden gibt es hier aber nichts, denn Stimmen ertönen in bester Klarheit, hier und da werden sie auch im vorderen Bereich dynamisch auf die drei Lautsprecher verteilt. Die Musikunterstützung ist ruhig und nur minimal räumlich, auch Soundeffekte sind eher subtil abgemischt.

Extras
Grandma Szenenbild In Sachen Sonderausstattung kann die Blu-ray auch durchaus punkten. Neben einem soliden Audiokommentar mit Regisseur Paul Weitz und seinen drei Schauspielern gibt es hier außerdem ein anekdotenreiches Making-Of und eine Frage und Antwort-Runde, die insgesamt einen sehr guten und interessanten Einblick in diese kleine und charmante Low Budget-Produktion liefern.
Kommentar mit Lily Tomlin, Sam Elliot, Julia Garner und Regisseur Paul Weitz
Ein Familienportrait: Das Making-Of von Grandma (25:15 Min.)
Fragen und Antworten mit Lily Tomlin, Sam Elliot und Regisseur Paul Weitz (20:58 Min.)
Kinotrailer (02:06 Min.)


Fazit:
„Grandma“ ist eine echte Perle, eine warmherzige, intelligente und überaus menschliche Tragikomödie mit einer umwerfenden Lily Tomlin in der Hauptrolle. Regisseur und Autor Paul Weitz bevölkert sein sympathisches und oft sehr witziges Road Movie mit fein gezeichneten Charakteren, die den Film mit echtem und aufrichtig beobachtetem Leben ausfüllen. Ein Geheimtipp!


by Florian Hoffmann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment




Grandma - Trailer



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