Good Time - Blu-ray

Blu-ray Start: 09.03.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min

Good Time Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Bei einem missglückten Banküberfall wird Constantines jüngerer Bruder von der Polizei gefasst und ins Gefängnis gebracht. In einer Nacht voller Adrenalin beginnt für Constantine (Robert Pattinson) eine Odyssee durch New Yorks Unterwelt und ein spannungsgeladenes Spiel auf Zeit, bei dem Versuch, seinen Bruder gegen die Zahlung einer Kaution aus dem Gefängnis zu holen.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Interviews
- Deutscher Trailer
- Trailershow

DVD und Blu-ray | Good Time

Blu-ray
Good Time Good Time
Blu-ray Start:
09.03.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 102 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Good Time Good Time
DVD Start:
09.03.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

Blu-ray Kritik - Good Time

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Ein Krimidrama in New York mit Elektro-Soundtrack, Porträt eines Kleinkriminellen und seines geistig behinderten Bruders mit Robert Pattinson in der Hauptrolle - was auf dem Papier klingt wie ein Rezept für komplettes Desaster, ist in der Umsetzung einer der besten Filme des Jahres 2017. Nach einem recht spärlichen Kinostart in Deutschland, sollte ein besonderes Auge auf die BD-Veröffentlichung von „Good Time“ geworfen werden.

Robert Pattinson in Good Time
Robert Pattinson in Good Time © Ascot Elite Home Entertainment
Zentrale Figuren des Films sind die Brüder Nikas, namentlich Connie (Robert Pattinson) und der mental etwas behinderte Nick (verkörpert von Regisseur Benny Safdie), die beide nur noch ihre Großmutter als Elternersatz haben. Nick geht durch seinen geistigen Status bei einem Therapeuten ein und aus, während Connie versucht sich als Kleinkrimineller durchzuschlagen und für seinen Bruder das einzige ist, was an einen Vormund herankommt, da sich die Heimeligkeit bei ihrer gewalttätigen Großmutter in Grenzen hält. Nachdem die beiden einen missglückten Bankraub durchführen, landet Nick vorerst im Gefängnis und schon bald im Krankenhaus, was Connie in größte Sorge treibt. Stetig auf der Flucht vor den Behörden, versucht er seinen Bruder aus der Gefangenschaft zu befreien, fällt dabei aber immer weiter in ein unkontrollierbares Chaos aus irrwitziger Gewalt.

Was „Good Time“ so besonders macht, ist seine schlichte Menschlichkeit. Zu keiner Zeit wird versucht, dem Dasein eines Großstadt-Kriminellen eine Form der Romantik abzugewinnen. Es gibt weder spektakuläre Überfälle, noch groß angelegte Action-Sequenzen. Safdie portraitiert seine Figuren in einem engen Rahmen bodenständiger Leute, die alle auf ihre eigene Weise auf die Schiefe Bahn gerieten oder geraten mussten. Durch die extreme Nähe an den Charakteren kreiert „Good Time“ aus den eigentlich schlichtesten Situation eine Dramatik und Spannung, an die selbst große Bombast-Knaller nicht heranreichen; und das, ohne seine Leichtigkeit oder seinen Unterhaltungswert zu verlieren. Der Spagat zwischen den Kriminalelementen, echtem menschlichen Drama und einer absurden Komik wird ideal gelöst. Safdie zieht Elemente aus den Stilen der Coen-Brüder, Tarantinos und Nicolas Winding Refn und inszeniert das Geschehen insgesamt eleganter, als es alle diese großen Namen in den letzten Jahren fertig brachten.

Robert Pattinson und Taliah Webster in Good Time
Robert Pattinson und Taliah Webster in Good Time © Ascot Elite Home Entertainment
Besondere Erwähnung gilt dabei vor allem den Schauspielern. Robert Pattinson präsentiert in „Good Time“ mit Abstand seine bisher beste Performance und auch die Nebendarsteller, wie Regisseur Benny Safdie und Oscar-Nominee Jennifer Jason Leigh, schaffen authentische und mitreißende Leistungen, die dem Film nicht nur eine ganze Spur an Glaubwürdigkeit verleihen, sondern auch maßgeblich an der Dramatik der Geschichte mitwirken. Die Taten und Einstellungen der Nikas-Brüder sind dadurch immer in einem spannenden Zwiespalt des Mitgefühls und massiven Zweifeln, die sich im Zuschauer breitmachen.

Absolut passende und malerische Untermalung finden die Bilder von „Good Time“ von einem pumpenden, aber atmosphärischen Elektro-Soundtrack, der bereits in sich eine erste Subversion darstellt. Denn die Musik entfernt sich von der Moderne und einer berechenbaren Club-Atmosphäre und verbindet die zeitgenössischen Elemente mit dem Sound der späten Siebziger und 80er Jahre und lässt dabei manchmal an die Scores von Tangerine Dream zu Filmen wie Michael Manns „Thief“ erinnern. Dieser „altmodische“ Ansatz mit all seinen spacigen und dröhnenden Stücken rundet „Good Time“ als ein in sich quasi makelloses Schauspiel ab und lässt auf mehr Werke der Safdie-Brüder in naher Zukunft hoffen.

Connie Nikas (Robert Pattinson)
Connie Nikas (Robert Pattinson) © Ascot Elite Home Entertainment
Bild:
Die extreme Nähe der Bilder kommt auf der Blu-Ray absolut perfekt rüber und kontrastiert die großen Gesichter, die in ihrer Kadrierung selbst zu Landschaften werden mit den Großaufnahmen des dunklen New York, mit tollen Schwärzen und satten Farben. Ab und an wird mit einem leichten Rauschen zu rechnen sein, aber das fällt nicht weiter schwer ins Gewicht.

Ton:
Englischer und deutscher Ton in 5.1 Surround Sound, der zwar nicht immer perfekt abgemischt ist, aber selbst auf einem handelsüblichen Fernseher eine überwältigende Erfahrung darstellt - alleine wegen der Musik. Leider keine Untertitelspur in Originalsprache, sondern nur auf Deutsch, was eigentlich immer schade ist.

Extras:
Die Extras fallen sehr mau aus. Ein paar Interviews sind vorhanden - das war’s. Viel mehr muss auch nicht unbedingt auf einer Standard-Blu-Ray sein, aber ein klein wenig hätte man da schon draufsetzen können, wenn man schon drei Trailer vor dem Hauptfilm zeigt.


Fazit:
Ein kleiner, aber dafür umso besser inszenierter Film der Safdie-Brüder, der ohne Zweifel ganz weit oben an der Spitze des letzten Jahres steht. Eigentlich ein Muss.

by Janosch Steinel
Bilder © Alive / Ascot Elite Home Entertainment