Gold - Gier hat eine neue Farbe - Blu-ray

Blu-ray Start: 05.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 121 min

Gold - Gier hat eine neue Farbe Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Eine kühne Idee, ein unglaubliches Abenteuer, ein riesiger Skandal und ein brutaler Absturz: Der Kleinkriminelle Kenny Wells (Matthew McConaughey) giert nach Gold und nach dem großen Durchbruch. Als er auf den zwielichtigen Geologen Michael Acosta (Édgar Ramírez) trifft, starten sie ein waghalsiges Abenteuer. In den unerforschten Tiefen des Dschungels von Indonesien machen sie sich auf die Suche nach Gold. Was sie dort finden versetzt die Börsenwelt in Aufruhr und bringt ihnen den erhofften Reichtum, doch was steckt wirklich dahinter…

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Star im Fokus: Matthew McConaughey als Kenny Wells, Zwischen Dschungel & Skyline: Die Drehorte, Wie Gold entstand, Deleted Scenes, Audiokommentar von Regisseur Stephen Gaghan, Interviews mit Cast & Crew, Wendecover, Trailer

DVD und Blu-ray | Gold - Gier hat eine neue Farbe

Blu-ray
Gold - Gier hat eine neue Farbe Gold - Gier hat eine neue Farbe
Blu-ray Start:
05.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 121 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Gold - Gier hat eine neue Farbe Gold - Gier hat eine neue Farbe
DVD Start:
05.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 116 min.

Blu-ray Kritik - Gold - Gier hat eine neue Farbe

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Matthew McConaughey hat scheinbar ein Faible für Gold. Nach den Flops „Sahara“ und „Ein Schatz zum Verlieben“ begibt sich eine von ihm gespielte Figur erneut auf Goldsuche – mit dem Unterschied, dass McConaughey mittlerweile Oscar-Gewinner ist und in „Gold“ einen deutlich herausfordernderen Part spielen darf. Während McConaughey für seine Oscar-Rolle in „Dallas Buyers Club“ noch 20 Kilogramm abgenommen hat, nahm er für „Gold“ nun dasselbe Gewicht zu. Das zeigt unmissverständlich, wie ernst es dem nach zahlreichen hochkarätigen und bewunderten Rollen erstarkten Texaner ist, wenn es darum geht sich in einer Figur zu verlieren. „Gold“ ist eine klassische Aufstieg- und Fallgeschichte, die nach etwas holprigem Beginn immer mehr zu sich findet und schließlich zu einer richtig packenden Angelegenheit wird. Eines der Highlights und tragendes Element des Films ist sicher Matthew McConaughey, der einen von Gold besessenen Geschäftsmann spielt, der mit unbedingtem Willen auf Erfolg schließlich einen gigantischen Goldfund in Indonesien macht und gegen alle Widerstände steinreich wird. „Gold“ basiert lose auf einer wahren Geschichte und ist trotz unübersehbarer Schwächen facettenreich von Oscar-Gewinner Stephen Gaghan mit sichtbarem Aufwand und großen Schauwerten inszeniert.

Kenny Wells (Matthew McConaughey)
Kenny Wells (Matthew McConaughey) © Studiocanal Home Entertainment
Anfang der 80er Jahre arbeitet Kenny Wells (Matthew McConaughey) bei dem Bergbau-Unternehmen seines bewunderten Vaters (Craig T. Nelson), das sich mit dem Ausbeuten seltener Rohstoffe befasst. Sieben Jahre später ist Wells Vater tot und das von ihm geerbte Unternehmen ist mittlerweile runtergewirtschaftet. Wells ist alkoholabhängig, jedoch ist er immer noch von tief empfundenem Idealismus und purer Energie getrieben – er will den großen Goldfund machen, der ihn zur Legende macht und dem Vermächtnis seines Vaters entsprechen soll. Nach einer von Alkohol und durch unbestätigte Informationen getriebenen Vision sieht er sein Glück mitten im unerforschten Dschungel von Indonesien liegen, wo er ein bislang unentdecktes Goldvorkommen vermutet. Ohne Geld und rein mit purer Naivität ausgestattet reist er nach Asien, um den berühmt-berüchtigten Geologen und Goldgräber Michael Acosta (Edgar Ramirez) aufzusuchen. Der begegnet Wells Angebot zunächst erwartungsgemäß skeptisch, doch auch Acosta hat nach einigen Misserfolgen immer noch den Traum, den nächsten großen Fund zu machen. Wells gelingt es, einige Investoren zu finden, woraufhin er sich gemeinsam mit Acosta in den unerschlossenen Dschungel von Borneo begibt, um den großen Fund zu machen.

Nach einer langen und beschwerlichen Reise erreichen Wells und Acosta den vermuteten Ort. Dort akquiriert Acosta Eingeborene, um die Bohrungen zu beginnen. Doch die ersten Funde erweisen sich nicht nur als negativ, die Eingeborenen verlieren zunehmend ihre Motivation und Wells erkrankt zusätzlich an Malaria und droht zu sterben. Als die Mission völlig ins große Unglück zu stürzen droht, findet Acosta schließlich unerwartet doch noch ein gigantisches, nie gesehenes Goldvorkommen…

Goldgräber Michael Acosta (Edgar Ramirez)
Goldgräber Michael Acosta (Edgar Ramirez) © Studiocanal Home Entertainment
Stephen Gaghan, der für sein brillantes Drehbuch zu Steven Soderberghs „Traffic“ einen Oscar gewann und für den von ihm inszenierten Politthriller „Syriana“ eine weitere Nominierung erhielt, meldet sich hier nach ganzen elf Jahren hinter der Kamera zurück. Das Projekt, das zunächst von Michael Mann und später Spike Lee entwickelt wurde, basiert auf der wahren Geschichte um (Achtung Spoiler!) den größten Goldminen-Schwindel der Geschichte, bei dem das kanadische Prospektor-Unternehmen Bre-X Mitte der Neunziger im Dschungel von Indonesien auf enormes Goldvorkommen gestoßen ist. Dieser Schwindel ist Mittelpunkt dieses großen Prestige-Projektes, das Ende letzten Jahres zum erweiterten Kreis der Oscar-Kandidaten gezählt wurde und schließlich floppte und nur eine Golden Globe-Nominierung für den besten Song erhielt. Das ist schade, denn „Gold“ bereitet eine faszinierende wahre Geschichte auf, die von Stephen Gaghan einsichtsreich und spannend erzählt wird.

Zugegebenermaßen beginnt der Film eher schleppend, denn es gelingt Gaghan nur schwer, seine Hauptfigur effektiv einzuführen. Fast hat man das Gefühl, als wäre man mitten in den Film geworfen worden, denn man muss sich hier erst etwas zurecht finden. McConaughey, der sich für seine Rolle einen Kugelbauch angefressen hat, ist zu Beginn der Inbegriff von Schmierigkeit. Mit falschen Zähnen und fettigen Haaren ausgestattet wirkt McConaughey fast schon abstoßend und rattenartig, was auch an seinem immer leicht wahnhaften und intensiven Blick liegt. Nach einer Rückblende, die Wells im bedeutungsschwangeren Gespräch mit seinem Vater zeigt, springt der Film in die Gegenwart des Jahres 1988, als er seine Freundin Kay (Bryce Dallas Howard) durch sein Unternehmen führt und ihr (und dem Zuschauer) seine Faszination für Gold erklärt.

Kenny Wells (Matthew McConaughey)
Kenny Wells (Matthew McConaughey) © Studiocanal Home Entertainment
Gaghan erwartet, dass man Sympathie für diese erbärmlich wirkende Figur aufbaut und zu ihrem Komplizen wird, was sich zunächst jedoch als schwierig gestaltet. Man will diesem Mann nicht so recht folgen, doch schon ist man mitten im auf Hochtouren laufenden Film, als er versucht Michael Acosta von seinem Traum zu überzeugen und schließlich auch schon im Dschungel von Indonesien steht. Trotz aller Schauwerte und grundsätzlich vorhandener Energie fehlt hier irgendetwas und man bleibt merkwürdigerweise auf passiver Distanz zu diesem Film, der Dringlichkeit vermitteln will, aber zunächst flach fällt. Die wilde Begeisterung des schwitzigen Protagonisten überträgt sich schlichtweg nicht auf den Zuschauer.

Doch zunehmend baut „Gold“ einen gewissen Sog auf, was wohl spätestens mit dem großen Goldfund geschieht. Mehr und mehr gewinnt man ein Gespür für diesen zunächst zwielichtig wirkenden Charakter, der sich tatsächlich als aufrichtiger Träumer entpuppt, der sich gegen das Establishment erwehren muss, um seinen großen Fund zu verteidigen. Wells geht es gar nicht mal ums Geld (anders als bei all den anderen Figuren um ihn herum, die ein Stück vom Kuchen abhaben wollen), er will im Grunde nur geachtet werden. Hier wird der Film zunehmend wendungsreich und packend. Auch wenn sich „Gold“ letztlich als recht konventionelle Aufstiegs- und Fallgeschichte um den amerikanischen Traum à la Scorsese oder David O. Russell entpuppt und dabei die erwartungsgemäßen und schon oft gesehenen Handlungspunkte und moralischen Werte abarbeitet, ist der Film sicher nie weniger als packend. Das liegt dann letztlich auch an der magnetischen Präsenz von Matthew McConaughey, der hier eine weitere hervorragende Schauspielleistung liefert, die weit über seine zu Beginn etwas bemüht wirkende Verwandlung hinausgeht. Es ist seine Intensität, sein getriebener Blick und die fiebrige Energie, die diese Performance faszinierend gestaltet, nicht der Bauch, die Zähne oder die Frisur. Auch wenn der Film trotz aller spürbarer Ambition in der ersten halben Stunde merkwürdig leer wirkt, gelingt es Gaghan schließlich den Zuschauer für sich zu gewinnen, auch wenn hier außer McConaugheys charismatischer Performance nicht allzu viel hängen bleibt. So bleibt ein guter Film über die Fallgruben des Kapitalismus und wilde Träumereien, bei dem man das Gefühl hat, das nicht allzu viel gefehlt hätte, um ihn zu einem großartigen Film zu machen.

Kenny Wells (Matthew McConaughey) und Kay (Bryce Dallas Howard)
Kenny Wells (Matthew McConaughey) und Kay (Bryce Dallas Howard) © Studiocanal Home Entertainment
Bild
Die Blu-ray überzeugt mit einem lebendigen und texturierten Bild, das von Meister-Kameramann und Oscar-Gewinner Robert Elswit sowohl auf analogen Filmkameras als auch mit digitalen Arri Alexas eingefangen wurde. So zeigt sich immer wieder auch feines Filmkorn, das dem Film gerade bei den Dschungel-Szenen einen spürbar reichhaltigen und farblich facettenreichen Look verleiht. In manchen anderen Szenen (etwa dem Verhör mit einem von Toby Kebbell gespielten FBI-Agenten) ist der visuelle Eindruck klarer und polierter. Die Farbpalette ist wie angedeutet reichhaltig, darüber hinaus überzeugt das Bild mit hohem Kontrast und intensiven Schwarzwerten. Manche Momente gestalten sich allerdings auch etwas softer, ebenso wie die Texturierung des Bildes von Szene zu Szene schwanken kann. Schärfe- und Detaillevel erweisen sich als durchgehend hoch.

Ton
Auch in akustischer Hinsicht überzeugt die Blu-ray von Beginn an. Die umliegenden Lautsprecher werden durchgehend sowohl mit präzise platzierten atmosphärischen Geräuschen als auch Musik gefüttert. So bezieht der Film den Zuschauer akustisch stark ein, was auch an der insgesamt erfreulich dynamischen und stellenweise auch druckvollen Tonspur liegt. Dialoge und Stimmen sind mit hervorragender Verständlichkeit und Klarheit abgemischt.

Extras
Beim Bonusmaterial sorgen drei Featurettes und vier Interviews für einen guten Überblick über die Hintergründe dieser Produktion. Vertieft wird diese erste Übersicht mit einem einsichtsreichen Audiokommentar von Regisseur Stephen Gaghan, der hier eine ernsthafte Faszination für seinen Film aufbringt. Hier schildert er zahlreiche, oft sehr detailreiche Hintergründe zu den wahren Hintergründen, aber auch zur technischen Umsetzung des Films.
Star im Fokus: Matthew McConaughey als Kenny Wells (03:45 Min.)
Zwischen Dschungel & Skyline: Die Drehorte (04:20 Min.)
Wie Gold entstand (04:37 Min.)
Audiokommentar von Regisseur Stephen Gsaghan
Interviews mit Cast & Crew (Matthew McConaughey (03:51 Min.), Edgar Ramirez (02:59 Min.), Bryce Dallas Howard (06:52 Min.), Regisseur Stephen Gaghan (04:36 Min.))
Deleted Scenes (05:17 Min.)
Trailer (01:46 Min.)


Fazit:
Auch wenn „Gold“ wie ein Film wirkt, den man so oder so ähnlich schon besser gesehen hat, erweist sich letzten Endes als packende Angelegenheit. Das liegt vor allem an Matthew McConaugheys engagierter und magnetisch-intensiver Performance, aber auch an der faszinierenden und facettenreich erzählten wahren Geschichte, die hier zu Grunde liegt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment