Gingerbread Man - Gefährliche Träume - Blu-ray

Blu-ray Start: 22.10.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min

Gingerbread Man - Gefährliche Träume Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Ein vermeintlicher One-Night Stand mit der schönen Mallory hat verhängnisvolle Folgen für den erfolgreichen Anwalt Rick Magruder. Denn die junge Frau wird von ihrem durchgedrehten Vater bedroht. Einmal in die Begebenheiten verstrickt setzt Rick seine ganze juristische Macht ein, den gefährlichen Mann in eine psychiatrische Anstalt zu verbannen. Als dem Psychopathen während eines Unwetters die Flucht gelingt, hat dies nicht nur lebensbedrohlichen Folgen für Magruder, sondern auch für alle die ihm nahestehen ...

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer, Audiokommentar von Robert Altman, Interviews mit Cast & Crew, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial und Fotos vom Set

DVD und Blu-ray | Gingerbread Man - Gefährliche Träume

Blu-ray
Gingerbread Man - Gefährliche Träume Gingerbread Man - Gefährliche Träume
Blu-ray Start:
22.10.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Gingerbread Man - Gefährliche Träume Gingerbread Man - Gefährliche Träume
DVD Start:
22.10.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 109 min.

Blu-ray Kritik - Gingerbread Man - Gefährliche Träume

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Durch die Neunziger Jahre hindurch gab es neben Michael Crichton nur einen Autor, der es zu ähnlichen literarischen Erfolgen gebracht hat. John Grisham, ehemaliger Anwalt, veröffentlichte einen Mega-Bestseller mit juristischem Hintergrund nach dem anderen, die nahezu alle mit großem Aufwand und vielen Stars erfolgreich für ein Mainstream-Publikum produziert wurden. Solche Titel waren „Die Firma“ mit Tom Cruise, „Die Akte“ mit Julia Roberts, „Der Klient“ mit Susan Sarandon oder „Die Jury“ mit Matthew McConaughey. „Gingerbread Man“ hingegen basiert auf einem nicht veröffentlichten Manuskript von Grisham, das dann anstatt als Roman in Drehbuchform umgesetzt wurde. Federführend dabei war New Hollywood-Ikone Robert Altman, der auch die etwas unkonventionelle Wahl auf den Regieposten war. Es entstand eine Art Anti-Grisham, der letztlich völlig am Zuschauergeschmack vorbeiging und eher ein Avantgarde-Film ist als funktionierender Thriller. Altmans eigenwillige, eher figuren- und stimmungsbezogene Sensibilität als Filmemacher war vielleicht nicht die richtige Wahl für das Material, das auch so schon eher durchschnittlicher Grisham ist. Die Geschichte über einen schürzenjagenden Südstaaten-Anwalt, der sich in eine Liebschaft mit einer Kellnerin mit geisteskrankem Vater verstrickt und sich in einem Netz aus Paranoia und Verwirrung wiederfindet, ist insgesamt sehr verworren, der Film selbst ist langsam inszeniert und letztlich einfach nicht besonders interessant. Auch die Figuren sind größtenteils unsympathisch, ihr Schicksal lässt einen eigentlich kalt. Gerettet wird der Film ein wenig durch die sehr dichte Atmosphäre, denn der Film spielt in Savannah während eines immer stärker wütenden Hurricanes. Dank der exzellenten und kunstvollen Kameraarbeit von Chengwei Gu („Lebewohl, meine Konkubine“) und dem düsteren Soundtrack von Mark Isham entsteht so immerhin ein sehr stimmungsvoller Film, der aber ganz sicher nicht zu den besten von Robert Altman gehört.

Rick Magruder (Kenneth Branagh) ist ein erfolgreicher und arroganter Anwalt in Savannah, Georgia. Er lebt getrennt von seiner Frau Leeanne (Famke Janssen), ihre beiden Kinder sieht er aber regelmäßig. Mit seiner Kanzleikollegin Lois (Daryl Hannah) hat er ein Verhältnis. Bei einer Überraschungsparty, die Lois für Rick wegen eines gewonnenen Prozesses veranstaltet, lernt er die Kellnerin Mallory (Embeth Davidtz) kennen. Ihr Auto wird vor ihrer Nase gestohlen und Rick bietet seine Hilfe an, indem er sie nach Hause fährt. Dort steht überraschenderweise ihr Wagen und sie vermutet, dass ihr geisteskranker Vater Dixon (Robert Duvall) dahintersteckt. Mallory schildert Rick unter Tränen, was für ein traumatisiertes Verhältnis sie zu Dixon hat, der wegen seines gewalttätigen und unvorhersehbaren Verhaltens eine zunehmende Gefahr für ihr Leben darstellt. Rick und Mallory beginnen eine Affäre und Rick fühlt sich verpflichtet, einen Prozess gegen Dixon zu starten. Dieser wird gefasst und schließlich zu einem Aufenthalt in einer Nervenheilanstalt verurteilt. Dixon schwört Rache und nachdem es ihm gelingt, aus der Psychiatrie auszubrechen, wird nun auch das Leben von Rick und seinen Kindern bedroht.

„Gingerbread Man“ ist letztlich eher ein interessantes Kuriosum als ein funktionierender Film. Interessant wird der Film durch die Fusion zweier sehr unterschiedlicher Sensibilitäten, der von John Grisham und der von Robert Altman. Während ersterer es wie kaum ein anderer in den Neunziger Jahren schaffte, Justiz-Thriller für ein größtmögliches Publikum enorm packend und spannend zu verpacken, versteht sich Altman besonders darauf, an herkömmlichen Storykonventionen eher weniger interessiert zu sein. Ihn reizen viel mehr Figuren und Stimmungen, weniger ein dramatischer Aufbau. So geht „Gingerbread Man“ in der Folge irgendwie am Publikum vorbei, wie auch damalige Testvorführungen zeigten. Dort schnitt der Film so mager ab, dass Produktionsfirma Polygram den Film Altmans Händen entzog und eine neue Schnittfassung erstellte. Als dieser in weiteren Tests noch schlechter abschnitt, brachte man schließlich doch Altmans Fassung ins Kino, viel Vertrauen hatte man dabei aber nicht.

Altman gab an, vor allem deswegen an dem Material interessiert zu sein, da er noch nie einen Thriller inszeniert hat. Unter dem Pseudonym Al Hayes schrieb er Grishams Vorlage um, der Anti-Anwalt-Tonfall des Films sorgte dann zusätzlich für ein angespanntes Verhältnis zwischen dem Regisseur und John Grisham, der auch insgesamt von dem Film enttäuscht war. In der Tat kam so eine Art Anti-Thriller heraus, ein Thriller ohne Thrills sozusagen. Das Tempo des Films ist Altman-typisch langsam und gemächlich, geradezu schwerfällig. Die Charaktere, vor allem Branaghs Magruder, sind unsympathisch und lassen einen damit eher kalt, wodurch der Film den Zuschauer auf Distanz hält. Der spannungsarme und zugegebenermaßen recht absurde Plot hilft dann auch nicht, den Film schmackhafter zu machen. Bei den wenigen Thriller-Elementen, seien es kurze Verfolgungsjagden oder eine fast schon unfreiwillig komische finale Konfrontation, wird insgesamt deutlich, dass Altman außerhalb seines Elements agiert. Die weitgehend statischen Einstellungen sind kunstvoll von dem chinesischen Kameramann Chengwei Wu komponiert, sein Spiel mit kräftigen Farben, Licht und Schatten machen den Film zumindest zu einem optischen Highlight. Durch den Hintergrund des sich passend zum Plot immer stärker werdenden Hurricanes regnet es nahezu ununterbrochen in dem primär bei Nacht spielenden Film, wodurch eine leicht unweltliche und apokalyptische Atmosphäre entsteht, die wundervoll von Komponist Mark Isham mit düster-brodelnden Klängen untermalt wird.

Für Cineasten bietet der Film so durchaus einiges an Interesse. Ein Robert Altman-Thriller ist ein durchaus faszinierendes Konzept, es ist spannend zu sehen, was er mit den gängigen Genre-Konventionen anstellt. Der Film funktioniert so zwar nicht als packender Thriller, doch als Stimmungsfilm wird er fast wieder interessant. Letztlich liegt hier aber eine Schundroman-Story vor, die zwar kunstvoll aufgepeppt ist, aber nie richtig lebendig wird. Da hilft auch eine sehr gute Besetzung nichts, bei der jedoch großartige Akteure wie Robert Downey Jr. und vor allem Robert Duvall in kleinen Rollen etwas verschwendet werden.

Bild
Der technische Eindruck der Blu-ray ist insgesamt solide und dem Alter des Films entsprechend. Eine HD-Referenz braucht man jedenfalls nicht zu erwarten. Der Farbeindruck ist natürlich, die Kontraste sind gut, ebenso die Schwarzwerte, beides schwankt aber stellenweise. Die Schärfe ist leider nur mittelmäßig, in dunklen Szenen oft auch recht schwach. In manchen dunklen Szenen liegt ein recht deutliches Rauschen vor, gerade bei der anfänglichen Überraschungsparty. Bei der Blu-ray erwartet einen insgesamt eine Filmästhetik, die ohne digitale Postproduktion entstanden ist und auf den fotochemischen Prozess baut. So hat der Film einen recht besonderen Look, der auf der Blu-ray adäquat ohne große Schwächen präsentiert wird, wenn auch mehr drin gewesen wäre.

Ton
Akustisch gibt sich die Disc keine große Blöße. Der Film ist primär dialogbasiert, doch gerade da er während eines Hurricanes spielt, gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für sehr atmosphärische Surroundeffekte, die sich durch den gesamten Film ziehen. Aber auch neben Regeneffekten u.ä. Entsteht insgesamt ein überraschend räumliches Gefühl. Auch der Subwoofer wird relativ kräftig hier und da angesteuert. Dialoge im Original sind aufgrund nicht allzu lauter Abmischung und vor allem wegen dem heftigen Südstaatenakzent nicht immer gut verständlich. Die deutsche Version hat diesen Nachteil natürlich nicht.

Extras
Das Bonusmaterial fällt insgesamt sehr spärlich aus und entspricht wohl der ursprünglichen DVD. Neben dem soliden, wenn auch wenig redseligen Audiokommentar von Robert Altman findet sich hier das übliche Promomaterial in Form von Trailern, Bildergalerie und sehr kurzen und sehr oberflächlichen EPK-Interviews.
Audiokommentar von Robert Altman (nicht untertitelt)
Deutscher Kinotrailer (02:14 Min.)
US-Kinotrailer (02:21 Min.)
Vollbildfassung
Bildergalerie (03:26 Min.)
Interviews
- Robert Altman (03:04 Min.)
- Kenneth Branagh (03:27 Min.)
- Embeth Davidtz (01:45 Min.)
- Robert Downey Jr. (00:35 Min.)
- Daryl Hannah (00:39 Min.)


Fazit:
Die beiden sehr unterschiedlichen Sensibilitäten von Mainstream-Autor John Grisham und Avantgarde-Filmemacher Robert Altman erzeugen in „Gingerbread Man“ einen zwar sehr atmosphärischen und kunstvoll bebilderten Film, der aber nur sehr wenig packt. Die unsympathischen Figuren und der schwache Plot lassen den Zuschauer so letztlich auf der Strecke.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media