Ghost Stories - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min

Ghost Stories Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

Preisvergleich

jpc Logo 14,99 € jetzt kaufen
Amazon Logo 9,99 € jetzt kaufen4010324042798
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Professor Philip Goodman (Andy Nyman) glaubt nicht an übernatürliche Phänomene. Als der bekannte Skeptiker die Gelegenheit erhält, drei verblüffende paranormale Fälle zu untersuchen, sagt er deshalb zu, sie als Schwindel zu entlarven. Doch stattdessen kommt er Geheimnissen auf die Spur, die jenseits seiner Vorstellungskraft liegen und geradewegs in einen persönlichen Alptraum führen…

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making-of, Interviews, Deutscher Trailer und Original-Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Ghost Stories

Blu-ray
Ghost Stories Ghost Stories
Blu-ray Start:

FSK:
Ghost Stories Ghost Stories
Blu-ray Start:
06.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Ghost Stories Ghost Stories
DVD Start:

FSK:
Ghost Stories Ghost Stories
DVD Start:
06.09.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 94 min.

Blu-ray Kritik - Ghost Stories

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Atome, Moleküle. Nichts weiter. Es gibt Menschen, für die alles Gegenwärtige durch verschiedene Wissenschaften belegt werden kann. Alles, was darüber hinaus geht, sind wilde Eigenproduktionen der menschlichen Phantasie oder Hoffnung. Für diese Menschen sind Okkult und Esoterik Fremdwörter. Genauso geht es auch der Hauptfigur in GHOST STORIES, die ihre Grundeinstellung bald schneller überdenken muss als ihr lieb ist.

GHOST STORIES startet am 06.09.2018 in den deutschen Heimkino-Markt, ist ab 16 Jahren freigegeben und basiert auf der gleichnamigen Theaterproduktion, die 2010 in Liverpool seine Premiere feierte.

Martin Freeman in Ghost Stories
Martin Freeman in Ghost Stories © Concorde Home Entertainment
GHOST STORIES von Beginn an als klassischen Episodenfilm zu betiteln, wäre vage. Er verbindet in seiner Gesamtheit drei thematisch ähnlich ausgerichtete Episoden miteinander und fügt diese dann vor dem Hintergrund eines großen Haupthandlungsstranges, der gegen Ende der Handlung noch viel maßgeblicher wird, zusammen. Somit ist GHOST STORIES insgesamt eher als gewöhnlicher Spielfilm einzuordnen. Beginnen tut dieser mit der Zeichnung des Professors Phillip Goodman (Andy Nyman; THE COMMUTER), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den hinter Wahrsage und übersinnlichen Phänomenen steckenden Schwindel oder Missglaube zu entlarven. Seine Überzeugung wird dem Zuschauer durch seinen ersten Auftritt im Film klar, in dem er einen Showmaster bloßstellt, der gerade Kontakt zum verstorbenen Sohn einer Zuschauerin aufnehme. Wieder zu Hause findet er einen größeren Umschlag vor, auf dem sein Name zu lesen ist. Die Kassette, die sich darin befindet, spielt er sofort ab und hört eine persönliche Nachricht von seinem totgeglaubten früheren Mentor Charles Cameron (Leonard Byrne; DEAD MAN’S SHOES). Im darauffolgenden Gespräch in seinem Wohnwagen wird Goodman von ihm darum gebeten, sich drei seiner Fälle zu widmen, die er nie klären konnte. Dies verkörpert den Startschuss für die Handlung und sodann beginnt der Professor damit, systematisch alle genannten Fälle näher zu betrachten.

Der erste Fall ist der von Tony Matthews (Paul Whitehouse; THE DEATH OF STALIN). Diese erste Episode weist handlungstechnisch ein typisch okkultes Horrorszenario auf, das mit ebenso bekannten Horrorelementen gespickt wird. Inhaltlich bleibt sie trotzdem über ihre zirka zwanzig Minuten interessant und schließt nach zwar nicht immer akkuratem Tempo, aber schönen Kameraeinstellungen mit einer eher atypischen Moral ab, die die konventionellen Grundzüge teilweise aufwiegen kann. Whitehouse liefert in seiner Episode eine sehr ansehnliche schauspielerische Leistung ab, mit der sich auch der restliche Cast inklusive Jungdarsteller neidlos schmücken kann. Lediglich Nyman fällt etwas aus dem Raster, da man ihm als Zuschauer wenig Freude in seiner Rolle ansehen kann und sich dies in seiner Leistung bemerkbar macht. Möglicherweise wäre er besser beraten gewesen, neben seinem Freund Jeremy Dyson auf dem Regiestuhl sitzen zu bleiben und für seine zweite Funktion einen adäquaten Ersatz zu suchen. Sicherlich ist auch seine Zeichnung behindernd, die seine charaktereigene Entwicklung zu überzogen und rasch darstellt und seinen Fortschritt auf investigativer Ebene vernachlässigt. Dies lässt sich bereits in der folgenden Zwischenszene erahnen, in der sich für Goodmans erste überreife Entwicklung zu wenig Zeit genommen wird, was sich auch in späteren Zwischenszenen fortsetzt.

Andy Nyman in Ghost Stories
Andy Nyman in Ghost Stories © Concorde Home Entertainment
Simon Rifkind (Alex Lawther; THE IMITATION GAME – EIN STRENG GEHEIMES LEBEN) ist das Opfer des Okkults im zweiten Fall. Dieser ist inhaltlich fesselnder als der erste und überzeugt durch eine ausgewogene Spannungskurve und technisch durch einen tollen Schnitt, der sich übergeordnet aufgrund der chronologischen Gliederung des Streifens, des Übergangs zwischen Einstellungen durch vereinzelte Blendeffekte oder einen zeitversetzten Tonschnitt und der Unterstützung des gewählten Storytellings auch für den gesamten Film als ambitioniert ansehen darf. Nach erneut sehr kurz ausfallenden Nachforschungen kommt der Film zu seinem letzten Fall, der Mike Priddle (Martin Freeman; DER HOBBIT-Franchise) in den Mittelpunkt stellt. Hier sticht insbesondere die ausnehmende Herangehensweise hervor, die durch eine ausgeklügelte Soundkulisse vervollständigt wird.

Nachdem Goodman nun alle Kurzgeschichten selbst überprüft hat, kehrt er zu seinem früheren Mentor zurück. Ab hier greift wieder der übergeordnete Hauptstrang des Films und wirft einen überraschenden Plottwist ein, der durch seine Wendung technisch und visuell einiges zu bieten hat und der bisher auf Horrorfilm-Ebene gut zuarbeitenden Kamera noch mehr abverlangt. „Ghost Storeis“ – wie der Streifen in britischen TV-Trailern in Anlehnung an seine Catchline ‚The brain sees what it wants to see.‘ in der Promotion-Phase fälschlicherweise geschrieben wurde – beendet seine Erzählung schließlich auf eine schon fast surreale Weise und lässt den Zuschauer noch ein paar weitere Minuten nachdenken ohne überintelligent wirken zu wollen.

Alex Lawther in Ghost Stories
Alex Lawther in Ghost Stories © Concorde Home Entertainment
Alle drei Kurzgeschichten erfinden das Rad selbstverständlich nicht neu und weisen Qualitätsunterschiede auf, können überwiegend aber trotzdem Schauwerte einfahren. In erster Linie liegt das daran, dass jede Episode in ihrem inneren Aufbau bei einer gewissen Ahnungs- und Orientierungslosigkeit beginnt und erst langsam seine relevanten Storydetails preisgibt. Außerdem findet keine Überschneidung der Plots statt und Fans des Creature-Horrors werden ebenso bedient wie Verfechter des klassischen Poltergeist-Spuks. Allerdings stellt sich die Frage, weswegen vor dem Hintergrund der Verzwicktheit der Fälle (vgl. Aussage Camerons) gerade diese drei Geschehnisse von den Drehbuchautoren ausgewählt wurden. Sie weisen keine besondere Abstraktheit auf oder enthalten Elemente, die die Sachverhalte komplizierter machen als bei anderen Geistergeschichten. Insgesamt hätten diese drei wichtigen Episoden also noch einen abrundenden Feinschliff vertragen können, indem man sie dichter schreibt und optisch durch mehr charaktergetreue Effekte wie auch dramaturgisch intensiviert, auch wenn das Storytelling erfrischt und nur selten versagt (vgl. Einführung von Goodman). Klug wäre dies auch gewesen, da der Streifen keine heftigen Gänsehaut-Momente hervorruft, wodurch er sich selbst ein Stück weit ins eigene Fleisch schneidet, da das zugrundeliegende Theaterstück für seine Warnung bekannt ist, für Menschen unter 15 Jahren ungeeignet zu sein, und der Film selbst nicht mit Szenen, sondern mit Bildern des schockierten Publikums warb – mehr Marketing als Sein. Abgesehen davon lässt sich der Handlung in der Summe nachsagen, hin und wieder etwas sehr konstruiert aufzufahren und sich etwas in ihrem Bestreben zu verlieren.

Das Setting befindet sich über die gesamte Lauflänge von 98 Minuten auf einer überraschenden Höhe. Man findet trotz des geringen Budgets hübsch und voll ausgestaltete Szenenbilder vor und hat sich dem Anschein nach beim Setdesign gründliche Gedanken gemacht. Von modernen Anwesen bis zu kalten Lagerhäusern findet man eine Bandbreite an unterschiedlichen ansehnlichen Plätzen vor, die natürlich auch durch die drei Episoden verantwortet wird. Der Score ist musikalisch passend gewählt. Man stürmt zwar nicht sofort in den nächsten Musikladen, um ihn nach Sichtung ununterbrochen im heimischen Musikplayer ertönen lassen zu können, doch zeichnet er sich durch ein sehr gutes Timing aus. Einsetzen und Enden des Scores sind genauso clever eingebracht wie gänzliches Fernbleiben oder die Wahl unterschiedlicher Lautstärken. Dialoge werden fast immer nur zart oder gar nicht von Musik begleitet, um den Fokus noch mehr auf das gesprochene Wort zu legen.

Die deutsche Synchronisation ist wertig und der Titel glänzt durch seine verspielte Einfachheit, hinter der sich dann doch ein Film verbirgt, der entgegen dessen keine Leichtigkeit versprüht.
Andy Nyman und Martin Freeman in Ghost Stories
Andy Nyman und Martin Freeman in Ghost Stories © Concorde Home Entertainment


Bild
GHOST STORIES zeigt sich in seinem 1.080p HD durchaus stilbewusst und punktet durch eine vordergründige starke Bildschärfe, die in der Tiefe leider etwas nachlässt. Konturen sind gut erkennbar und auch die Details werden auf der Blu-ray meist sauber gezeichnet.

Ton
Der deutsche Ton liegt in einem DTS-HD 5.1 Master Audio ebenso wie der englische vor. Wahlweise ist auf Deutsch auch ein DD 2.0 vorhanden. Ersteren spürt man deutlich durch die Klarheit der Dialoge und das Balancing zwischen Score und Wort. Die wenigen Soundeffekte werden ebenfalls hinreichend transportiert, jedoch hätte eine oberflächlich basslastigere Orientierung hier nicht geschadet.

Extras
Auf der Blu-ray finden sich an Extras zwei Trailer, zwei Interviews mit Freeman und dem Regisseurpaar Jeremy Dyson und Andy Nyman sowie ein Making-Of. Dieses wird zu Beginn freudig angenommen, da es sich kurz der Score-Produktion widmet und interessante Details über die Technik des Spielens der Streichinstrumente offenbart. Im weiteren Verlauf geht es dann um die verschiedenen Szenarien und die dortige Aufnahmearbeit, was durchschnittliche extra Kost bildet. Das halbstündige Interview mit den befreundeten Regisseuren ist für Fans des Streifens sicherlich ebenfalls einen Blick wert.


Fazit:
GHOST STORIES ist ein sich abhebender und frischer Genrebeitrag, der in seiner letzten Konsequenz zu unausgegoren bleibt.

9,99 € jetzt kaufen4010324042798

by Denis L. Klemm
Bilder © Concorde Home Entertainment




Ghost Stories - Trailer