Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

Neue Worte, radikale Ideen – für Lektor Maxwell Perkins (Colin Firth) ist klar, was einen grandiosen Roman ausmacht: Im New York der 1920er Jahre nimmt er gegen alle Widerstände seines Verlagshauses „Scribner’s Sons“ noch unbekannte aber höchst talentierte Autoren wie Ernest Hemingway oder F. Scott Fitzgerald erstmals unter Vertrag. Als der junge Thomas Wolfe (Jude Law) mit einer losen, tausendseitigen Blättersammlung in Perkins' Büro auftaucht, sagt ihm sein Instinkt sofort: Hinter diesem Chaos verbirgt sich ein literarisches Genie! Perkins versucht, die überschäumenden Texte des exzentrischen Künstlers zu bändigen, Lektor und Autor kämpfen um jede Formulierung. Es entsteht eine Freundschaft, die sowohl Wolfes Geliebte Aline (Nicole Kidman), als auch Perkins' Ehefrau Louise (Laura Linney) eifersüchtig macht und ihre Geduld strapaziert. Dabei gerät Perkins selbst in den Bann von Wolfes faszinierendem Geist. Als der Roman „Schau heimwärts, Engel“ dann tatsächlich ein durchschlagender Erfolg wird, verändert sich die Freude des Schriftstellers jedoch in eine böse Paranoia: Ist es wirklich sein Buch, das die Begeisterungsstürme der Kritiker auslöst? Oder hofiert die Presse statt dessen Perkins' „untrügliches Gespür“ für das Neue?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Wild Bunch
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Trailer


DVD und Blu-ray | Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft

Blu-ray
Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft
Blu-ray Start:
06.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft
DVD Start:
06.01.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 100 min.

Blu-ray Kritik - Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft

Blu-ray Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Das poetisch-impressionistische Werk von Autor Thomas Wolfe, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vier autobiografisch geprägte Romane schuf, erwies sich als großer Einfluss für spätere Schriftsteller wie Jack Kerouac oder Philip Roth. Dennoch ist Wolfe mittlerweile in Literaturkreisen etwas in Vergessenheit geraten und steht im Schatten von weitläufig bekannteren Zeitgenossen wie F. Scott Fitzgerald, William Faulkner oder Ernest Hemingway. Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Szenenbild„Genius“ versucht sich nun dieser interessanten Figur zu nähern, die zu Lebzeiten besonders durch ihre überaus extrovertierte Persönlichkeit auffiel. Hierfür wählten Drehbuchautor John Logan („Gladiator“, „Aviator“, „Skyfall“) und Regiedebütant Michael Grandage A. Scott Bergs preisgekröntes Buch über Wolfes Verleger Max Perkins als erzählerische Basis. In „Genius“ wird die freundschaftliche und sich gegenseitig ergänzende Beziehung zwischen dem introvertierten Perkins (Colin Firth) und dem überlebensgroßen Egomanen Wolfe (Jude Law) auf oft einsichtsreiche, aber trotz ehrbarer Absichten insgesamt etwas leblose und biedere Art beleuchtet.

Der eigensinnige Nachwuchsschriftsteller Thomas Wolfe schlägt sich in den 20er Jahren mehr schlecht als recht durch seine Autorenexistenz in New York City, nachdem sämtliche Verlage sein tausendseitiges Manuskript abgelehnt haben. Als Lektor Max Perkins vom Verlag Charles Scribner‘ Sons das ambitionierte und wilde Werk in die Hände fällt, ist er direkt von der Originalität und einzigartigen Stimme von Wolfe angetan und nimmt ihn unter Vertrag. Zwischen dem arroganten und selbstverliebten Wolfe und dem zurückhaltenden Perkins entwickelt sich in der Folge eine tiefe Freundschaft, aber auch eine fruchtvolle Arbeitsbeziehung, die jedoch das Privatleben der beiden Männer strapaziert. Die ständigen Treffen, bei denen Perkins versucht die ausschweifenden Formulierungen von Wolfe einzudampfen, um dem Kern der Erzählung näher zu kommen, sorgen zunehmend für Eifersucht bei Aline Bernstein (Nicole Kidman), der Freundin von Wolfe. Aber auch das geregelte Familienleben von Perkins kommt ins Wanken, denn seine Frau Louise Saunders (Laura Linney) kann es nicht länger gutheißen, dass ihr Ehemann sie und ihre fünf Töchter zu kurz kommen lässt.

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Szenenbild Auf dem Papier hat „Genius“ alles, was einen hochkarätigen Prestige-Film ausmacht, der sich bei den großen Preisverleihungen üblicherweise großer Beliebtheit erweist: Mit Michael Grandage verfügt der Film über einen anerkannten Theater-Regisseur, mit John Logan über einen mehrfach Oscar-nominierten Autor und mit Colin Firth, Jude Law, Nicole Kidman, Laura Linney, Guy Pearce und Dominic West über eine absolute A-Klasse-Besetzung. Umso enttäuschender fällt dann das Ergebnis aus: „Genius“ gelingt es nicht aus seinem durchaus interessanten Subjekt einen spannenden Film zu machen, im Großen und Ganzen fällt Grandages Regiedebüt eher flach aus und kratzt nur an der Oberfläche, ohne wirklich tiefer einzudringen. Es gelingt Grandage nur bedingt den Film mit echtem Leben zu erwecken, auch wenn „Genius“ auf wahren Begebenheiten basiert, erscheint das ganze Schauspiel merkwürdig klischeehaft und von erzählerischen Konventionen geplagt. Hinzu kommt eine bisweilen recht dick aufgetragene Theatralik sowohl in den Darstellungen als auch den oft arg gestelzt und aufgesagt wirkenden Dialogen, wodurch möglicherweise Grandages Bühnen-Herkunft auf unvorteilhafte Weise deutlich wird.

Schon in den ersten Momenten, als Jude Law auftritt und überlebensgroße Monologe aufsagt, baut der Film eine artifizielle Distanz auf, die er nie wirklich ablegen kann. Logan, Grandage und ihre Darsteller bemühen sich sichtlich, den leider recht stereotypischen und einseitig portraitierten Figuren die so wichtige Chemie zu geben, jedoch springt der Funke nie richtig über und ihre Beziehung existiert mehr auf dem Papier als in einer nachvollziehbaren (Film-)realität. Dennoch spürt man dem Film seine ernsthafte Ambition an, den künstlerischen Prozess eines Schriftstellers zu beleuchten, aber auch – und hier kommt eine in Filmen selten gesehene Perspektive zum Vorschein – die Arbeit eines Lektors. Hier hat „Genius“ gute und einsichtsreiche Momente zu bieten, die das ständige Hin und Her zwischen den beiden sich gegenseitig respektierenden Männern portraitieren. Während Wolfe – der inspirierte Künstler – seine Romane gerne poetisch-ausschweifend ausschmückt, drängt Perkins – der rationale Filter – zu prägnanterer Schreibweise. Ein Richtig oder Falsch gibt es aber nicht, wie der Film auf wahrhaftige Weise feststellt. Wolfe versteht Perkins Kritik, betont aber immer wieder das Tolstoi ohne seine poetischen Ausschmückungen eben nur „Krieg“ und nicht „Krieg und Frieden“ erschaffen hätte.

Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft Szenenbild Der ewige und gerne in Filmen portraitierte Kampf zwischen Beruf(ung) und Privatleben ist auch eines der immer wiederkehrenden Kernthemen in „Genius“: Als die (subtil homoerotisch angehauchte) Beziehung zwischen Wolfe und Perkins alles einnimmt, kommen immer mehr Konflikte in Form der beiden Frauen im Leben der Männer ins Spiel. Besonders einsichtsreich oder gar überraschend agiert der Film hier allerdings nicht, viel mehr hat man das Gefühl, ähnliche Szenen schon viele Male zuvor gesehen zu haben. Die großartigen Darstellerinnen Nicole Kidman und Laura Linney geben hier zwar ihr Bestes, sind im Großen und Ganzen aber eher Beiwerk. Auch dass die Arroganz von Wolfe dazu führt, dass ihm sein Ruhm zu Kopf steigt und die Beziehung zu Perkins anspannt, wirkt wenig unerwartet.

„Genius“ ist kein wirklich schlechter Film, dafür ist er zu kompetent und mit spürbarer Bewunderung für sein Thema gemacht. Angesichts des reichhaltigen Materials und dem Talent vor und hinter der Kamera ist der Film leider schmerzhaft fades Mittelmaß. Das Depressions-Ära New York der Zwanziger Jahre ist zwar in hübscher und detailfreudiger Ausstattung rekreiert worden, wobei aber gerade die Hintergründe in manchen Totalen dazu tendieren, recht künstlich und antiseptisch zu wirken – ein weiterer Faktor, der eher dafür sorgt, Distanz zum echten Leben aufzubauen. Was Wolfe als Autor ausmacht, bleibt trotz regemäßiger Rezitation seiner Texte auch ein eher abstraktes und schwer greifbares Konzept, wodurch „Genius“ letztlich eher ein Film für ein Nischenpublikum ist, das sich mit dem Autor und seinem Werk auskennt. Dass Wolfe und Perkins (und auch die Nebenfiguren, darunter Hemingway und Fitzgerald) zu Klischees reduziert werden, sollte aber auch Literaturfreunden eher bitter aufstoßen.

Bild
Das oftmals fast schon monochrom anmutende Bild weiß durch seine sehr knackigen Schärfewerte, hervorragenden Kontraste und Schwarzwerte zu gefallen. Hier dominieren eher dunkle Töne, die sich meist im schwarz-grau-braunen Farbbereich bewegen. Dennoch überzeugt die Farbpalette durch ihre Natürlichkeit und Authentizität – auch wenn sich nach einer Weile eine gewisse Eintönigkeit einstellt. Genius - Die tausend Seiten einer Freundschaft SzenenbildDas ist natürlich Sache der Filmästhetik, nicht der sehr überzeugenden Blu-ray-Umsetzung.

Ton
Wenig spektakulär aber effektiv erweist sich die akustische Umsetzung der Blu-ray. Das primär dialogbasierte Drama ist sehr frontlastig abgemischt, Räumlichkeit kommt nur geringfügig auf. Am ehesten findet sich an einigen Stellen die Filmmusik auf den Surround-Lautsprechern, atmosphärische Geräusche sind eher rar gesät. Dialoge und Stimmen könnten etwas lauter abgemischt sein, sind aber ansonsten sehr gut verständlich.

Extras
Außer diversen Trailern hat es leider kein Bonusmaterial auf die Disc geschafft.
Trailer (02:06 Min.)
Trailershow (Die Poesie des Unendlichen, The King’s Speech, Ewige Jugend, Mandela, Der Koch)


Fazit:
„Genius“ ist leider ein recht sprödes und lebloses Biopic, bei dem trotz mancher einsichtsreicher Momente der Funke nie wirklich überspringt. Hier kratzt man fast nur an der Oberfläche und dringt trotz spürbarer Ambitionen nie auf wahrhaftige Weise zu seinen Protagonisten vor.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Wild Bunch