Free State of Jones - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.11.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 140 min

Free State of Jones Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nach einer wahren Begebenheit – 1862, der einfache Farmer Newton Knight (Matthew McConaughey) kämpft im Amerikanischen Bürgerkrieg als Sanitätssoldat an der Front für die Südstaaten gegen die Union. Doch mit den Werten der Konföderierten, Sezession und Sklavenhaltung, will er sich nicht identifizieren. Für ihn sollte jeder Mensch gleich behandelt werden. Er wendet er sich ab, desertiert und ruft eine Rebellion ins Leben. Zusammen mit entflohenen Sklaven und Deserteuren gründet er den „Free State of Jones“, in dem alle gleichberechtigt leben und zusammen gegen die Südstaaten kämpfen. Die Liebe zur Sklavin Rachel (Gugu Mbatha-Raw) ist dabei eine zusätzliche Motivation. Einer seiner stärksten Mitstreiter ist der entflohene Sklave Moses Washington (Mahershala Ali), dessen Frau und Sohn in Texas in Sklaverei leben.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Trailer

DVD und Blu-ray | Free State of Jones

Blu-ray
Free State of Jones Free State of Jones
Blu-ray Start:
10.11.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 140 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Free State of Jones Free State of Jones
DVD Start:
10.11.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 134 min.

Blu-ray Kritik - Free State of Jones

Blu-ray Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


„Free State of Jones“ eröffnet ein wichtiges und faszinierendes historisches Kapitel der amerikanischen Geschichte, das bislang gerne verschlossen blieb: Der Widerstand innerhalb der Konföderierten Staaten während und nach des Amerikanischen Bürgerkriegs. Free State of Jones SzenenbildIm Fokus steht die reale historische Figur Newton Knight (Matthew McConaughey), ein Farmer und Sanitäter, der während des Amerikanischen Bürgerkriegs in der Confederate States Army gedient hat und schließlich desertiert ist. An der Seite einiger geflüchteter Sklaven führte er eine Bürgerwehr an, die gegen die Konföderierten Staaten rebellierten und für ihre Rechte kämpften. Regie führte der Oscar-nominierte Routinier Gary Ross („Pleasantville“, „Die Tribute von Panem“), für den die Geschichte von Newton Knight schon lange ein leidenschaftliches Anliegen war. Produziert wurde der aufwändige und angeblich 65 Millionen Dollar teure Film vom noch sehr jungen Studio STX Entertainment, das bei einem Einspiel von knapp über 20 Millionen Dollar leider einen Flop hinnehmen musste. Trotz des Prestiges, das den Film umgibt, war für Deutschland so kein Kinostart vorgesehen, weshalb man sich nur mit einer Heimkinoverwertung begnügen muss.

Das ist schade, aber auch irgendwie verständlich. Wenn ein Film über den Amerikanischen Bürgerkrieg in seinem Heimatland keine Zuschauer und auch nur wenig Resonanz bei der Kritik findet, warum dann in Europa? Zudem ist „Free State of Jones“ trotz aller überaus noblen Absichten und unbestreitbaren Qualitäten als detailverliebter Historienfilm nur bedingt gelungen. Man spürt dem Film zweifelsohne Gary Ross große Ambition an, hier einen historisch akkuraten und politisch aussagekräftigen Film abzuliefern, der die damaligen Verhältnisse sachlich und präzise wiederspiegelt (auch wenn es durchaus gewisse Kontroversen um die historische Figur Newton Knight gibt), doch gelingt es ihm leider nur in Ansätzen, eine spannende und vor allem emotional packende Erzählung zu erschaffen.

Der Beginn des Films, der die Schlacht von Corinth im Jahr 1962 darstellt, erweist sich als überraschend grafisch explizit und brutal: In nüchternen und mit unbarmherziger digitaler Klarheit dargestellten Bildern zeigt die Kamera hier ausgehöhlte Gesichter, Amputationen und andere Operationen im Kriegslazarett. Benoît Delhommes („Lawless“, „The Theory of Everything“) Kamera ergötzt sich nicht an den zerstörerischen und blutigen Effekten des Krieges, sie zeigt sie nur ganz sachlich auf geradezu dokumentarische Weise. Die Realität und Sinnlosigkeit der damaligen Kriegssituation wird bei dieser nüchternen Betrachtungsweise direkt überdeutlich, auf artifizielle filmische Elemente wie Musik wird zusätzlich völlig verzichtet. Free State of Jones Szenenbild

Der sinnlose Tod seines jungen Neffen Daniel (Jacob Lofland, „Mus“) auf dem Schlachtfeld macht aus dem Sanitäter Newton Knight einen desillusionierten Mann. Als er dann auch noch feststellen muss, dass Konföderierte Truppen die Ernte und das Vieh von Zivilisten gewaltsam aus Steuergründen beschlagnahmen und die Menschen mittellos zurücklässt, ist für ihn das Kapitel Wehrdienst endgültig abgeschlossen. Er desertiert und muss vor wildernden Truppen in die Sümpfe von Mississippi flüchten, wobei er auch seine Frau Serena (Keri Russell) und seinen Sohn Davis (Brian Lee Franklin) zurücklassen muss. Gemeinsam mit einer immer größer werdenden Gruppe entflohener Sklaven, darunter Moses Washington (Mahershala Ali) und seine zukünftige Frau Rachel (Gugu Mbatha-Raw), und weiteren Deserteuren startet er schließlich eine bewaffnete Rebellion und gründet den „Free State of Jones“, der sich gegen die Konföderierten Staaten auflehnt und für gleiches Recht für alle kämpft.

Das klingt alles auf dem Papier packend und sicher ist die Thematik auch überaus faszinierend und facettenreich, doch trotz aller Ernsthaftigkeit, Aufrichtigkeit und handwerklich kompetenter Inszenierung springt der Funke einfach nie richtig über. Entscheidend dafür ist sicher der Umstand, dass man nie wirklich einen echten emotionalen Bezug zur Hauptfigur aufbauen kann. Mit fettigen Haaren, Zauselbart und gelben Zähnen ähnelt McConaughey seinem historischen Vorbild erstaunlich stark und bietet auch eine gewohnt starke und integre Performance, wer die Figur ist, was sie wirklich antreibt, wird aber nie völlig deutlich. Für den Zuschauer bleibt diese etwas geheimnisvolle Robin Hood-artige Persönlichkeit immer ein wenig auf Distanz, man lernt sie nicht ausreichend kennen. Trotz zahlreicher an seine Mitmenschen appellierender Motivationsreden entwickelt „Free State of Jones“ einfach nie den mitreißenden und aufwühlenden Sog, den das Thema verdient, viel mehr kommt der Film dramatisch überraschend flach und müde daher. Bei einer Laufzeit von 139 Minuten ist das schon ein gewisses Problem.

Hinzu kommt eine eher verwirrende erzählerische Struktur, die oft weite Sprünge in der Chronologie macht und zusätzlich eine Jahrzehnte später spielende Handlungsebene einbaut. Im Film vergehen viele Jahre, neben einigen Texttafeln spürt man davon aber recht wenig. Die Ereignisse wirken oft aneinandergereiht und ohne dramatischen Fluss und erzählerische Schlüssigkeit. Man spürt dem Film dennoch an, dass Ross seine Hausaufgaben intensiv gemacht hat: Er packt zahlreiche historische Details ein, es gibt sogar gelegentlich Archivfotos und erklärende Texttafeln, die oft als wichtiges Bindeglied zwischen den Ereignissen im Film fungieren. Free State of Jones SzenenbildDarüber hinaus fügt Ross noch eine weitere erzählerische Ebene hinzu, die immer wieder die Haupthandlung unterbricht: Hier zeigt der Film das 85 Jahre nach dem Krieg stattgefundene Gerichtsverfahren um Knights Groß-Groß-Großenkel, der nach damalig geltendem Gesetz im Bundesstaat Mississippi mit einem Achtel schwarzer Abstammung als schwarz galt und aus diesem Grund nicht mit seiner weißen Frau zusammen sein durfte. So erhält man auch ein wenig das Gefühl, das Ross letztlich mehr erzählen wollte, als in den Film passt. Tatsächlich hätte sich auch hier womöglich das Format einer Miniserie fürs Fernsehen eher angeboten.

Apropos Fernsehen: In ästhetischer Hinsicht hat man den Eindruck, dass „Free State of Jones“ ohnehin fürs Fernsehen produziert wurde. Das ist sicherlich ungewollt und rührt von der gewünschten digitalen Ästhetik von Ross und Kameramann Delhomme, der auch schon das Prohibtions-Drama „Lawless“ auf ähnliche Art und Weise bebilderte. Der Film ist großartig ausgestattet und wirkt sehr eingelebt und authentisch, die Drehorte wirken originalgetreu, sein Budget von 50 bis 65 Millionen Dollar spürt man aber dennoch wegen einer fehlenden filmischen Qualität nur bedingt. So bleibt am Ende ein interessanter und ambitionierter Film, der anstatt mitreißend eher eintönig und träge geworden ist und somit viel Potential verschenkt. Dennoch: Hier liegt im Herzen ein sehr ernsthafter, anspruchsvoller und gewichtiger Film vor, der mit etwas mehr erzählerischem Drive richtig gut geworden wäre – Edward Zwicks „Glory“ bleibt so weiter Referenz der Filme über den Sezessionskrieg. Für Geschichtsinteressierte und Schulklassen sollte „Free State of Jones“ aber allemal von Interesse sein.

Bild
Der digitale Look des auf Arri Alexa aufgezeichneten Films wurde bereits erwähnt. Man kann über die gerade für Historienfilme ungewöhnliche Ästhetik sagen was man will, die Umsetzung auf Blu-ray ist jedenfalls hervorragend. Hier präsentiert sich ein oft nahezu unbarmherzig detailreiches und sehr scharfes Bild, das sich keine Fehler leistet. Nur an wenigen Stellen erkennt man minimales Rauschen, was aber nicht störend auffällt. Naturalismus ist hier ansonsten das Schlüsselwort, die Farbpalette des Films zeigt sich entsprechend natürlich und nur geringfügig spürbar verfremdet. Kontraste und Schwarzwerte sind durch die Bank hervorragend.

Free State of Jones Szenenbild Ton
Auch wenn im Original die Stimmen manchmal etwas lauter abgemischt sein könnten, präsentiert sich hier eine überaus vitale und detailreiche Tonspur, die von allen Lautsprechern dauerhaft Gebrauch macht. Durchweg ertönen hier präzise platzierte atmosphärische Geräusche, gerade in Schlachtszenen tobt das Wohnzimmer aber. Schüsse jedweder Art ertönen mit intensiver und oft markerschütternder Wucht, die durch den sehr aktiven Subwoofer mit Nachdruck erzeugt wird. Auf den Surroundkanälen ist in solchen Momenten richtig viel los, sodass man sich mitten im Gefecht wiederfindet.

Extras
Weniger berauschend als die technische Umsetzung erweist sich allerdings das dünne Bonusmaterial. Hier haben es nur vier kurze Interviews und zwei Trailer auf die Disc geschafft, was gerade angesichts des historischen Hintergrunds enttäuschend ist. Dokus zur Vertiefung des Stoffes wären hier ebenso schön gewesen wie auch etwa ein Audiokommentar eines Geschichts-Experten oder vom sichtlich enthusiastischen Gary Ross.
Interviews mit Gary Ross (03:54 Min.), Matthew McConaughey (03:45 Min.), Gugu Mbatha-Raw (03:14 Min.), Mahershala Ali (03:18 Min.)
Trailer 1 (01:02 Min.)
Trailer 2 (02:39 Min.)


Fazit:
Ein ambitioniertes, aber letztlich leider recht fades Historiendrama über eine wichtige, aber einer breiten Masse bislang noch weitestgehend unbekannten historischen Figur und der Bewegung, die sie angeführt hat. So ist der Film eher bemühte Geschichtsstunde als mitreißendes und packendes Drama.

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by Florian Hoffmann
Bilder © Eurovideo