Free Solo - Blu-ray

Blu-ray Start: 19.07.2019
Digital VoD: 19.07.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min

Free Solo Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Jeder Fehler, jede kleinste Unaufmerksamkeit kann den Tod bedeuten: Free-Solo-Kletterer Alex Honnold bereitet sich im Sommer 2017 auf die Erfüllung seines Lebenstraums vor. Er will den bekanntesten Felsen der Welt erklimmen, den 975 Meter hohen und fast senkrechten El Capitan im Yosemite-Nationalpark in Kalifornien. Free Solo bedeutet: im Alleingang, ohne Seil und ohne Sicherung. Die mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin Elizabeth Chai Vasarhelyi und ihr Kameramann, Profi-Bergsteiger Jimmy Chin, durften Honnold begleiten und fesseln die Zuschauer mit sensationellen Naturaufnahmen in schwindelerregenden Bildern.
Herausgekommen ist das atemberaubende und zugleich intime Portrait eines der ungewöhnlichsten Athleten unserer Zeit. FREE SOLO erzählt von den Opfern, die Honnold erbringen muss, um körperliche Perfektion zu erreichen, von Rückschlägen und Verletzungen. Was treibt Alex an, sein Leben zu riskieren und wie gehen seine Eltern, Freunde und Lebensgefährtin damit um?

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / capelight pictures
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD

DVD und Blu-ray | Free Solo

Blu-ray
Free Solo Free Solo
Blu-ray Start:
19.07.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min.

zur Blu-ray Kritik
Free Solo - Limited Collector's Edition Mediabook (4K Ultra HD) Free Solo - Limited Collector's Edition Mediabook (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
19.07.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 98 min.
DVD
Free Solo Free Solo
DVD Start:
19.07.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

Blu-ray Kritik - Free Solo

Blu-ray Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Bei Dokumentationen erwarte ich persönlich immer ein Thema etwas näher kennenzulernen, dass ich bislang kaum oder nur grob kannte. Im Idealfall werde ich davon emotional gepackt werden, sei es durch schockierende Dinge, die dabei zu Tage kommen, oder ich einfach nur durch Bilder oder die Geschichten hinter dem Thema bzw. den Menschen. Der Oscargewinner in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“ schafft es irgendwie alle diese Punkte abzudecken und glänzt darüber hinaus mit faszinierenden Aufnahmen.

Beim Titel FREE SOLO handelt es sich nicht etwa um eine Dokumentation über die Freilassung der „Star Wars“-Figur Han Solo in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“, sondern bezieht sich auf eben jene risikobehaftete Nische des Klettersports (weniger als 1% aller Kletterer versuchen einen Free Solo), in der man nicht nur alleine und ohne Begleitung, sondern ohne jegliche Sicherung oder andere technische Hilfsmittel klettert. Und dabei reden wir nicht von den kleinen Wänden in den diversen Kletterparks, sondern von nahezu senkrechten Felsformationen, die eine Strecke zwischen 500 und 1000 Meter mit sich bringen. Und was das für schwindelerregende Anhöhen sind, sieht man unmittelbar in der ersten Einstellung des Films, wenn die Kamera über Protagonist Alex Hunnold schwebt und steil nach unten filmt. Ein Ausrutscher und das war es für ihn. Für jemanden mit Höhenangst können vermutlich schon diese kurzen Aufnahmen zu Schweißausbrüchen führen. Es werden nicht die letzten sein …

Alex Honnold schaut über den Rand des Glacier Point im Yosemite Nationalpark. Er hat gerade einen Aufstieg von über  600 Ho?henmetern bewältigt
Alex Honnold schaut über den Rand des Glacier Point im Yosemite Nationalpark. Er hat gerade einen Aufstieg von über 600 Ho?henmetern bewältigt © National Geographic / Jimmy Chin
Wer jetzt denkt, dass dies nur eine Beweihräucherung eines Mannes ist, der sein Leben riskiert, der irrt sich gewaltig. Die beiden Filmemacher Jimmy Chin und Elizabeth Cai Vasarhelyis widmen sich nicht nur Hunnolds nächsten Projekt - die Besteigung des „El Capitan“ im Yosemite Park in Kalifornien - sondern beleuchten die Person hinter diesem risikoreichen Extremsport und was ihn überhaupt dazu antreibt.
Nach und nach entwickelt man gar ein Verständnis dafür, nachdem man ein wenig die Kindheit von Alex beleuchtet bekommt und ein paar kurze Szenen aus Alex Alltag sieht, der bereits seit neun Jahren in einem Van haust.

Die Vorbereitung für den Aufstieg ist natürlich weiterhin das Hauptthema und nichts wird dem Zufall überlassen. Alex klettert nicht die ganze Zeit ohne Absicherung, sondern zunächst gemeinsam mit seinem Freund und Kletterer Tommy Caldwell und vor allem mit Sicherung den Weg ab. Dabei wird jeder Griff, jede Abfolge bis ins kleinste Detail durchdacht und auswendig gelernt. Anders wäre vermutlich sonst die Bezwingung der Granitwand und den ca. 975 Metern kaum zu bewältigen. Denn laut Alex Aussage ist das FREE SOLO-Klettern nur „ein kleines Risiko“, aber es hat „große Konsequenzen“. Daher die Vorbereitung, die das Risiko so gering wie möglich halten soll, damit es nicht zu den großen Konsequenzen kommt. Das macht es umso interessanter, wenn Alex mit seinen Kumpels eine Strategie nach der anderen für die verschiedenen Schikanen entwickelt. Besonders das sogenannte „Boulder-Problem“ ist ein heikles Thema, dass bis zum Ende für Anspannung sorgt.

Alex Honnold hält  seine gesamte Kletterausrüstung auf der Spitze des El Capitan. Er ist der erste Mensch, der El Capitan ohne Seil und Sicherung bezwungen hat
Alex Honnold hält seine gesamte Kletterausrüstung auf der Spitze des El Capitan. Er ist der erste Mensch, der El Capitan ohne Seil und Sicherung bezwungen hat © National Geographic / Jimmy Chin
Neben den Problemen beim Klettern selber kommen vor der Besteigung immer wieder weitere neue Hindernisse hinzu. Alex ist in einer frischen Beziehung, was ihn zwar nicht unbedingt stört bei seinem Vorhaben bzw. davon abhält, aber doch etwas ablenkt. Zudem passieren ihm bei den Trainingsläufen Unfälle, die er so vorher noch nicht hatte und ihn zusätzlich handicapen. Dies geht sogar soweit, dass Alex irgendwann das Risiko zu hoch ist und er sogar zwischenzeitlich das Vorhaben abbricht.
Das besondere hierbei ist, dass die nervliche Anspannung der Menschen nicht gespielt ist und man so die Aussagen und Befürchtungen mehr als nur nachvollziehen kann. FREE SOLO macht nämlich kein Geheimnis daraus, dass schon einige bei dieser Art des Kletterns verstorben sind. Alleine die Angst der Filmcrew, dass wenn es ihm misslingt, sie vermutlich die Konsequenzen seines Scheiterns auf Kamera hätten, lässt einen den Druck und die Furcht der Menschen spüren, wodurch FREE SOLO den Zuschauer zunehmend in seinen Bann zieht.
Die Angst ist allgegenwärtig und wird durch Zufall noch befeuert, nachdem während der Dreharbeiten ein befreundeter Free Solo-Kletterer anderenorts verstirbt.
Diese emotionalen Aspekte lassen FREE SOLO erst richtig rund wirken. Das Dilemma, dass seine Mutter beschreibt, dass sie um die Gefahr weiß, aber nicht ihm das wegnehmen kann, was ihn so glücklich macht, stimmt nachdenklich.

Der Höhepunkt wird dann erreicht, wenn Alex tatsächlich den Versuch startet, besonders steigt die Anspannung an jedem zuvor besprochenen Problem, wo er ohne die vorhandene Sicherung abgestürzt wäre. Die Intensität, die auch durch den starken Score von Marco Beltrami („Logan – The Wolverine“, „A Quiet Place“) entsteht, hebt die Spannung auf ein völlig neues Niveau und kommt gewissermaßen der eines Thrillers gleich.

Alex Honnold am Fuß des El Capitan im Yosemite Nationalpark
Alex Honnold am Fuß des El Capitan im Yosemite Nationalpark © National Geographic / Jimmy Chin
Bild:
Gestochen scharfe und atemberaubende Aufnahmen. Wie bereits im Fazit erwähnt, sucht FREE SOLO was die Bildqualität angeht seinesgleichen und muss sich nicht hinter irgendwem verstecken.

Ton:
Der Film lebt wenig von seinem Ton, aber besonders der Score von Marco Beltrami sitzt zu jeder Zeit und kitzelt zum richtigen Zeitpunkt an den Nerven.

Extras:
Ein Making of oder Featurette bei einem Dokumentarfilm wirkt natürlich etwas merkwürdig, da beides im Grunde einer Dokumentation gleichkommt. Beim hier vorhandenen Featurette bekommt man allerdings mehr von den Leuten hinter der Kamera zu sehen und zu hören, was ein sehr schöner Aspekt ist und das Ganze noch weiter abrundet. Neben dem Featurette sind noch zwei Interviews, unter anderem mit Alex Hunnold selber, und ein Kinotrailer vorhanden. Der Inhalt ist top, wenn auch die Extras mit knapp 18 Minuten recht spärlich sind.


Fazit:
Mit der Aussage, ob ein Film den Oscar verdient hat, da tue ich mich gerne schwer, aber sicherlich ist er nicht unverdient. FREE SOLO ist ein absolut packender Dokumentarfilm, der sich von seinem ruhigen Start kontinuierlich bis zum großen Finale steigert. Die Bildaufnahmen suchen ihresgleichen und sind alleine schon eine Sichtung wert.

by Christian Willach
Bilder © Alive / capelight pictures