Footsoldier - Blu-ray

Blu-ray Start: 04.06.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 114 min

Footsoldier Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

England in den 80er Jahren. Mit seiner Schlagkraft steigt der Jugendliche Carlton Leach schnell zum Anführer der organisierten Hooligans seines Vereins auf. Erwachsen geworden lässt er in der aufkommenden Raverszene als Rausschmeißer und Schläger seine Muskeln spielen. Als gefürchteter Drogen-Gangster steigt er 20 Jahre später nach einem Massaker an seinen engsten Unterwelt-Freunden schließlich aus.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 5.1 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Interviews, Making of, Outtakes, Originaltrailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Footsoldier

Blu-ray
Footsoldier Footsoldier
Blu-ray Start:
04.06.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 114 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Footsoldier - Special Edition (2 DVDs) Footsoldier - Special Edition (2 DVDs)
DVD Start:
17.04.2008
FSK: 16 - Laufzeit: 109 min.

Blu-ray Kritik - Footsoldier

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Das Thema ist wahrlich kein neues - Filme wie „The Football Factory“, „Awaydays“ oder „Hooligans“ weisen auf den ersten Blick ein sehr ähnliches Handlungsgerüst auf wie der nun auf Blu-ray veröffentlichte Film „Footsoldier“. Leider werden alle der hier aufgeführten Hooligan-Filme auch noch dadurch vereint, dass sie nicht besonders gut waren. Viel zu oft wurden die „Schlachten“ ihrer Protagonisten auf abstoßende Art und Weise als Actionfeuerwerk abgefilmt und daher zwangsläufig glorifiziert. Sicherlich sollte eine gewisse Härte eine Standardvoraussetzung bei diesem Thema darstellen, aber es darf sich dabei nur um eine abstoßende Härte handeln und nicht um eine eindeutig voyeuristische, die beispielsweise Lexi Alexander mit seinem Film „Hooligans“ 2005 an den Tag legte. Der auf wahren Begebenheiten basierende Film „Footsoldier“ ist der bis dato brutalste Film über diese Untergrundszene und ein knüppelharter Gangsterfilm zugleich, der das Anschauen zu einer durchaus schockierenden Erfahrung macht. Zum Glück!

Carlton Leach (Ricci Harnett) war schon in seiner Jugend ein Problemkind. Da sein bevorzugtes Kommunikationsmedium seit jeher die körperliche Gewalt war, konnte er sich schnell in den Kreisen der Londoner Hooliganszene etablieren und zu deren Anführer aufsteigen. Diese Position diente ihm daraufhin als Sprungbrett, um in die organisierte Kriminalität einzusteigen und verschaffte ihm darüber hinaus die Chance, ein einflussreicher Gangster zu werden. Heute stehen Drogenhandel und Mord für Leach an der Tagesordnung, er selbst gehört inzwischen zu den gefährlichsten Gangstern Londons. Allerdings muss er auch erkennen, dass ein kriminelles Leben mit einer Vielzahl von Opfern einhergeht, die er unweigerlich erbringen muss...

Es ist wirklich bemerkenswert, wie unangenehm „Footsoldier“ stellenweise geworden ist. Obwohl es wie in vergleichbaren Produktionen eine ganze Menge an intensiven Actionszenen gibt, sind diese niemals beschönigend oder gar faszinierend inszeniert.
Julian Gilbey setzt mit seiner Inszenierung auf ein gnadenloses Tempo, das über die gesamte Laufzeit von 115 Minuten keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Was „Footsoldier“ ebenfalls positiv von anderen Hooliganfilmen abhebt, ist die Entwicklung der Handlung hin zu einem reinen Gangsterfilm. So wird die Hooliganszene nur zu Beginn, ja beinahe beiläufig thematisiert und dient lediglich als Einstieg in die düstere Gangsterwelt. Mit fortlaufender Spieldauer kommt es daher zu einer Steigerung (Coverspruch: Hooligan, Gangster, Legende) der Kriminalität und Gewalt, die irgendwann soweit ausartet, dass man am liebsten ausschalten würde. Es ist eine weise Entscheidung gewesen, den Zuschauer in einer bedrückend nüchternen Art und Weise (Stilisierungen und „Gewaltästhetik“ sucht man hier vergebens) mit dieser schockierenden Gewalt zu konfrontieren, da nur so ihre vernichtende Wirkung offenbart wird.
Die Darsteller machen ihren Job ziemlich gut und passen sich dem rauen Ton des Drehbuches bestens an. Der Gossenslang zu Beginn wirkt authentisch und auch die harte Gangsterwelt wird von den Darstellern glaubhaft zum Leben erweckt. Hervorzuheben ist die sehr eindringliche darstellerische Leistung von Ricci Harnett, der die lakonisch, bedrohliche Hauptfigur sehr authentisch und ambivalent zu spielen versteht. Auch die abschließende Wandlung von Carlton Leach bringt er sehr plausibel auf die Leinwand und überzeugt durch ein feines Gespür für subtile mimische Gesten. Eine interessante Idee des Regisseurs wertet den Film zusätzlich auf: Da mit Carlton Leach ein klassischer Antiheld im Zentrum des Filmes steht, fällt dem Zuschauer eine Identifikation mit dem Charakter natürlich sehr schwer und eigentlich will man gar nicht so recht mitfiebern. Dieses Problem umschifft Julian Gilbey allerdings sehr gekonnt, indem er des Öfteren einen älteren, inzwischen scheinbar geläuterten und daher deutlich sympathischeren Carlton Leach aus dem Off die Geschehnisse auf der Leinwand kommentieren lässt. Das führt zwar zu zahlreichen merkwürdigen Situationen, da zwischen dem Habitus des brutalen Carlton Leach auf der Leinwand und dem beinahe sympathischen Erzähler eine unglaubliche Diskrepanz herrscht, obwohl es sich ja um ein und dieselbe Figur handelt. So wird es dem Zuschauer aber ermöglicht, dem Charakter näher zu kommen und mitzufiebern. Die Spannung des Films profitiert also deutlich von dieser Entscheidung.

Leider hat die FSK den Film zu Zeiten seiner Erstveröffentlichung in ungekürzter Form abgelehnt, was dazu geführt hat, dass die hier besprochene FSK 18 Fassung um ganze 4 Minuten und 12 Sekunden (!) gekürzt wurde. Es handelt sich bei den fehlenden Szenen zwar nur um die Gewaltspitzen, die für das Verstehen der Handlung nicht weiter relevant sind, ein Ärgernis ist es aber dennoch. Denn die rohe, düstere Atmosphäre leidet spürbar unter der Zensur, weshalb man durchaus von einer „Stimmungsverzerrung“ sprechen könnte. Außerdem sind manche Schnitte relativ klar als solche zu erkennen, ja sie wirken beinahe schlampig und halbherzig angefertigt. Ich empfehle allen Interessierten daher die Spio/JK – Fassung, die man im Internet bestellen kann. Darüber hinaus gibt es auch noch einen Extended-Cut, der in Sachen Gewalt noch einmal eine Steigerung zu bieten hat, aber ehrlich gesagt keine Notwendigkeit darstellt. Ansonsten liefert die mir vorliegende, gekürzte Blu-ray aber eine ordentliche Bild- und Tonqualität und schneidet auch in Sachen Extras sehr gut ab. Die aufschlussreichen Interviews mit dem Regisseur und den Darstellern (Gesamtlänge: beinahe 2 Stunden!) und das gut gemachte Making-of (45 Minuten) dürften eigentlich kaum Wünsche offen lassen. Vorbildlich!

Fazit:
„Footsoldier“ ist eine unglaublich temporeiche, bedrückend brutale Gangsterballade, die wie die konsequentere Version anderer Hooliganfilme wirkt. Die Darsteller wissen ebenso zu überzeugen, wie das düstere Drehbuch und machen „Footsoldier“ zu einem sehr ordentlichen Hooligan-/Gangsterfilm-Hybriden. Wer mit sehr graphischer filmischer Gewalt umgehen kann, sollte daher unbedingt einen Blick wagen. Alle andere lassen aber besser die Finger davon!
Als Erinnerung: Interessierte sollten allerdings unbedingt zur ungekürzten Fassung greifen!

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by Jonas Hoppe
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment