Flesh + Blood - Uncut - Blu-ray

Blu-ray Start: 30.08.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 128 min

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Inhalt

Söldneranführer Martin und seine Truppe stellen sich zu Beginn des 15. Jahrhunderts gegen ihren betrügerischen Auftraggeber Lord Arnolfini und entführen aus Rache die für dessen Sohn vorgesehene Prinzessin Agnes. Die findet nach schweren Misshandlungen doch noch zu Martin, der mit seinen Söldnern brandschatzend und mordend schließlich auf die finale Konfrontation mit Arnolfinis Mannen wartet.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.35:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar mit Regisseur Paul Verhoeven, deutscher Kinotrailer, englischer Kinotrailer, Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Flesh + Blood - Uncut

Blu-ray
Flesh + Blood - Uncut Flesh + Blood - Uncut
Blu-ray Start:
30.08.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 128 min.

zur Blu-ray Kritik
Flesh + Blood (Limited Collectors Edition) Flesh + Blood (Limited Collectors Edition)
Blu-ray Start:
30.08.2013
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DVD
Flesh + Blood - Uncut Flesh + Blood - Uncut
DVD Start:
30.08.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 123 min.

Blu-ray Kritik - Flesh + Blood - Uncut

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Wenn Paul Verhoeven in den Krieg zieht, wird’s deftig – das bekamen unter anderem die Killerinsekten seiner umstrittenen Sci-Fi-Schlachtplatte „Starship Troopers“ (1997) zu spüren. Doch schon bevor der Niederländer als Visionär („Robocop“, „Total Recall“) und Skandal-Regisseur („Basic Instinct“) zu Hollywood-Ehren kam, brachte er Mitte der 1980er Jahre ein Gemetzel in die Kinos, das die Filmaufsicht provozierte und für über 20 Jahre auf dem Index landete: „Flesh + Blood“. Erst im März 2013 wurde der Streifen von der Verbotsliste gestrichen und liegt nun, unter anderem als Blu-ray, erstmals seit einem Vierteljahrhundert wieder im freien Verkauf vor. Während Macher Paul Verhoeven nach seinem letzten Total-Flop „Hollow Man“ (2000) der Traumfabrik längst entnervt den Rücken gen Heimat gekehrt hat, verdient sein finsterer Trip ins Mittelalter durchaus eine genauere Betrachtung.

Die 6,5-Millionen-Dollar-Produktion „Flesh + Blood“ entwirft eine Hölle auf Erden. Es ist eine martialische Zeit im Jahr 1501 in Westeuropa, in der es für jeden nur ums nackte Überleben geht. Söldner Martin (so charismatisch wie böse: Rutger Hauer, der Replikant Roy Batty aus „Blade Runner“) ist darin besonders gut, hat schon 16 Kriege ohne persönliche Verluste überstanden. Mit seiner plündernden und brandschatzenden Horde lässt er sich überall dort anwerben, wo es eine Burg zu erstürmen gilt oder Schlachtfeldern der richtige Rot-Ton fehlt. Ihr jüngster Auftraggeber Lord Arnolfini spielt aber falsch und verweigert nach getaner Arbeit die Beute. Aus Rache entführen Martin und Kosorten kurz darauf die adlige Agnes (ohne Scheu vor nackter Haut: Jennifer Jason Leigh, „Road to Perdition“), eigentlich als Braut für Arnolfinis Sohn Steven vorgesehen. Das kann der nicht auf sich sitzen lassen und nimmt mit dem alternden Kriegsherrn Hawkwood die Verfolgung auf – bis zum brenzligen Finale.

Auf zarte Gemüter mag „Flesh + Blood“ auch fast 30 Jahre nach seiner Entstehung noch verstörend wirken. Regisseur Paul Verhoeven setzt auf die Gleichung brutal = realistisch und macht beim seinem Ausflug ins ausgehende Mittelalter keine Gefangenen. Da stechen Geistliche die Ungläubigen und Zweifelnden in den eigenen Reihen kaltblütig mit dem Schwerte nieder und Süßholz wird zu Füßen von erhängten, verwesten Männer-Leichen geraspelt (Stichworte letzter Erguss und Alraunen-Wurzel). Am kontroversesten erscheint aber auch heute noch die Vergewaltigung von Agnes durch Martin. Auf diese Szene geht Verhoeven unter anderem im Audiokommentar (auf Englisch mit putzigem niederländischem Akzent) ein und erklärt/verteidigt sie im Kontext der Handlung. Denkwürdig bleiben andere Stellen wie das vulgäre Fress-Gelage der Söldner-Truppe, die freizügige Plansch-Nummer von Martin und Agnes oder Martins blasphemische Hostien-Knabberei gleich zu Beginn des Films. Und den Mut, nahezu keinen einzigen sympathischen Charakter aufs Publikum loszulassen, muss man erst einmal haben.

Was man dem kruden Epos dagegen ankreiden kann, ist seine zuweilen etwas uninspiriert dahinplätschernde Handlung und ein teils gewollt wirkender Motiv-Mix. Wissenschaft (Steven entwickelt unter anderem in lächerlich kurzer Zeit eine Kampfkonstruktion aus Holz samt riesiger, ausfahrbarer Leiter) und religiöser Aberglaube, Pest, arrangierte Ehen – fast scheint es so, als hätten Verhoeven und Drehbuch-Kollege Gerard Soeteman eine Vorgabenliste aus dem Geschichtsbuch abarbeiten wollen.

Enttäuschend fällt die Bildqualität der Blu-ray aus. Sind die Panorama-Einstellungen von Kameramann Jan de Bont (drehte später „Speed“ als Regisseur) noch vertretbar, wirken etliche Innenraum-Aufnahmen und Dämmerungsszenen pixelig, scheinen zudem von einem Raster kleiner Quadrate übersät und dunkle Farbtöne wabern. Die Original-Tonspur ist solide, bei der deutschen muss man vor allem beim ständigen Durcheinander-Krakeelen von Martins Bande genau hinhören. Für die pompöse Musik ist übrigens Basil Poledouris zuständig, der sich mit Jerry Goldsmith („Basic Instinct“) auf den Soundtracks der Verhoeven-Filme abwechselt. Extras der „Flesh + Blood“-Blu-ray sind lediglich Trailer, eine Bildergalerie und der Audiokommentar des Regisseurs. Darin erfährt man zum Beispiel, wo er vor der Veröffentlichung in den USA überall die Schere ansetzen musste.

„Flesh + Blood“ ist ein blutrünstiges Ungetüm von einem Film, in dem es keinen Platz für strahlende Helden und holde Jungfrauen gibt. Das mag man deprimierend oder naturalistisch nennen. Egal ist auf jeden Fall was anderes.

by Florian Ferber
Bilder © Koch Media Home Entertainment