Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen - Blu-ray

Blu-ray Start: 18.06.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 128 min

Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

In der Verfilmung der erfolgreichen Romantrilogie von E L James spielt Dakota Johnson (The Social Network) die junge Collegestudentin Anastasia Steele und Jamie Dornan den 27-jährigen Milliardär Christian Grey.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
DTS-HD Master Audio 5.1 (GB)
DTS Digital Surround 5.1 (D, I, TR)
Untertitel:
GB, D, I, GR, TR, RO, AR, HIN
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.40:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
- Hinter den Kulissen
- E.L. James & Fifty Shades
- Fifty Shades: Die Lust am Schmerz
- Musikvideos
- 360°-Set-Tour
- Hinter den Kulissen von “Earned it”
- Die Welt von Fifty Shades of Grey

DVD und Blu-ray | Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen

Blu-ray
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
Blu-ray Start:
18.06.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 128 min.

zur Blu-ray Kritik
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen (Digibook) (Limited Edition) Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen (Digibook) (Limited Edition)
Blu-ray Start:
18.06.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 128 min.
DVD
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen
DVD Start:
18.06.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min.
Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen (Digibook) (Limited Edition) Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen (Digibook) (Limited Edition)
DVD Start:
18.06.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 123 min.

Blu-ray Kritik - Fifty Shades of Grey - Geheimes Verlangen

Blu-ray Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Kaum ein Film wurde dieses Jahr weltweit bevölkerungsübergreifend so enorm gehyped wie die von Fans heiß ersehnte Verfilmung von E.L. James massiv kontroversem Bestseller „Fifty Shades of Grey“. Der erst 2011 veröffentlichte Roman entwickelte sich zum einzigartigen kulturellen Phänomen und war für viele vornehmend weibliche Leser ein sofortiger moderner Klassiker. Doch bei der Kritik ging das aus „Twilight“ Fan Fiction (!) entstandene Werk gnadenlos unter, der renommierte Autor Salman Rushdie ging sogar soweit zu sagen, dass er „noch nie etwas so schlecht Geschriebenes gelesen hat, das veröffentlicht wurde.“ Andere Kritiker, sahen das nicht unähnlich und bemängelten den Schreibstil von James, doch manch einer erkannte insgeheim, dass der Stoff auch etwas Anziehendes hat, ein „guilty pleasure“ ist. Es hat natürlich nicht lange gedauert, bis Filmproduzenten die offen liegende Goldgrube für sich entdeckt haben: Nach einem intensiven, heiß umkämpften Casting-Prozess und der nicht minder ausgeprägten Suche nach passenden Filmemachern ging „Fifty Shades of Grey“ unter der Regie der Britin Sam Taylor-Johnson („Nowhere Boy“) mit den bis dato noch relativ unbekannten Hauptdarstellern Dakota Johnson (Tochter von Melanie Griffith und Don Johnson, bekannt aus kleinen Rollen in „The Social Network“ und „21 Jump Street“) und Jamie Dornan (aus der TV-Serie „The Fall“) vor die Kamera. Schon im Vorfeld erreichte der Film enorme Resonanz beim Publikum, der Trailer war nicht nur der meistgesehene im letzten Jahr, er wurde sogar der am häufigsten angeklickte in der Geschichte. So wurde „Fifty Shades of Grey“ der erwartungsgemäß riesige Erfolg und spielte bis heute weltweit 569 Millionen Dollar ein. Dieser für einen erotischen, nicht jugendfreien Film bemerkenswerte Umsatz wird nun sicher noch zwangsläufig massiv durch die frisch veröffentlichte DVD und Blu-ray gesteigert werden.

Die Geschichte ist nun wohl hinlänglich bekannt: Sie handelt von College-Studentin und Mauerblümchen Anastasia Steele, die für ihr Studentenblatt den exzentrischen und steinreichen Geschäftsmann Christian Grey interviewen soll. Die scheue, aber quirlige Anastasia verfällt der geheimnisvollen Aura des attraktiven und zurückgezogenen Mr. Grey sofort. Dieser entwickelt eine merkwürdige Obsession für Anastasia, folgt ihr überallhin und es entwickelt sich eine unerwartete gegenseitige Abhängigkeit, die durch Greys dunkles Geheimnis auf eine Probe gestellt wird.

Dass es sich bei dem dunklen Geheimnis um Greys BDSM-Neigung handelt, ist natürlich allgemein bekannt. „Fifty Shades of Grey“ präsentiert hier im Grunde eine dysfunktionale Beziehung zwischen einem gestörten, schwer traumatisierten Mann zu einer neugierigen, unerfahrenen jungen Frau. Viele negative Meinungen zu dem Film schienen schon vorm Ansehen des Films gemacht geworden zu sein, viele Vorbehalte schienen für manche eine ernsthafte und ehrliche Auseinandersetzung unmöglich zu machen. Bei geringer, aber offener Erwartungshaltung erweist sich der Film letztlich als angenehme Überraschung, was sicherlich der Verdienst von Regisseurin Sam Taylor-Johnson, Drehbuchautorin Kelly Marcel („Saving Mr. Banks“) und einem Team aus hochkarätigen Top Talenten hinter der Kamera ist, die aus einer eher trashigen Vorlage etwas eigenartig Interessantes geschaffen haben.

So ist hier mindestens ein enorm stylischer, elegant inszenierter und ästhetisch sehr ansprechender Film entstanden, dank wundervoller Kameraarbeit vom zweifach Oscar-nominierten Seamus McGarvey („Abbite“, „Anna Karenina“, „The Avengers“, „The Hours“) und prachtvoller und detailfreudiger Ausstattung von David Wasco („Inglourious Basterds“, „Collateral“, „Pulp Fiction“) sieht „Fifity Shades of Grey“ wirklich hochkarätig aus. Für die Kostüme zeigte sich mit Mark Bridges („The Artist“, „Magnolia“, „There Will Be Blood“) ein weiterer Oscar-Gewinner verantwortlich und die atmosphärisch-romantische Musik stammt von Komponisten-Ikone und Tim Burton-Kompagnon Danny Elfman. Hinzu kommt ein wahnsinnig illustrer Soundtrack von Künstlern wie Annie Lennox, Beyoncé, Elie Goulding, Sia, Jessie Ware und The Weeknd, die allesamt neue Songs für den Film produziert haben.

Der Start des Films ist in der Tat sehr holprig. Die aus dem Buch gefürchteten Dialoge klingen auch im Film oft sehr hölzern und gestellt, die Situationen wirken teilweise gekünstelt und erzwungen. So gestaltet sich das erste Aufeinandertreffen zwischen Anastasia und Christian als einer der schwächsten Momente des Films. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine wenig subtile direkte Anziehungskraft, die enorm erzwungen und unecht wirkt. Zudem erscheint gerade Jamie Dornan ziemlich blass und bemüht, was aber sicher auch an den undankbaren Dialogen liegt. So ist Anastasias unmittelbare Schwärmerei für Greys geheimnisvolle und vor allem reiche Aura wenig glaubwürdig, wodurch der Film auf einem wackligen Fundament steht. Auch dass sich Grey nach und nach in Anas Leben schleicht und ihr sich scheinbar aufzwingt, aber gleichzeitig vor sich selbst warnt und betont, dass er keine emotionalen Bindungen eingehen kann, macht die Sache nicht leichter. Wie dem auch sei, Anastasia ist von dem von inneren Konflikten zerrissenen Mann mit akutem Beschützerinstinkt fasziniert und es beginnt eine ungewöhnliche Romanze, die tatsächlich eine gewisse verführerische Sogkraft entwickelt. „Fifty Shades of Grey“ spielt nur zum Teil in der realen Welt, er funktioniert größtenteils wie eine Erfüllungsfantasie oder ein modernes, wenn auch verdrehtes Märchen für vornehmlich junge Frauen. Das ist alles zweifelsohne ziemlich absurd und nicht ganz ernst zu nehmen, aber letztlich auch irgendwie spaßig, unterhaltsam und sexy.

Ein ganz großer Gewinner und größter Pluspunkt des Films ist Dakota Johnson, die aus ihrer Figur Anastasia eine lebendige, komplexe Figur macht. Ihre Anastasia ist quirlig, klug, humorvoll und eigenständig. Zunächst wirkt sie unbeholfen, mädchenhaft und unschuldig, dann reift sie zu einer experimentierfreudigen und entschlossenen Heldin, die sich nicht einfach willenlos den diskutablen Absichten von Grey hergibt. Gerade diese anfängliche Unbeholfenheit und eine auch nicht unbedingt makellose Schönheit machen sie zu einem nachvollziehbaren Charakter, mit dem sich wohl gerade junge Frauen leicht identifizieren können. Sie bringt zudem glaubhaft ihren inneren Konflikt und die Furcht vor dieser ihr unbekannten Welt rüber, die trotzdem so anziehend auf sie wirkt. Eine weniger fesselnde Präsenz ist allerdings leider Dornan, dessen Christian Grey zwar das nötige Aussehen mitbringt, aber dem Charakter nicht so recht Leben einhauchen kann. Grey ist eine schwer traumatisierte Figur, die unter der glatten Oberfläche verletzlich ist, wodurch er sowas wie der tragische Held des Films ist. Die psychologische Begründung seines BDSM-Triebs und Kontrollwahns ist aber letztlich arg vereinfacht.

Die umstrittenen Sex-Szenen sind zwar recht zahlreich, aber schließlich weitestgehend harmlos und wenig riskant, für einen amerikanischen Mainstreamfilm aber dennoch ungewohnt freizügig. Während sie anfangs etwas mechanisch wirken, sind sie letztlich durchaus sexy und vor allem von Taylor-Johnson mit stilvoller Eleganz und nicht ausschlachtend inszeniert. Ikonisch wie in dem mit vielen inhaltlichen Parallelen ausgestatteten 80er-Jahre-Klassiker „9 ½ Wochen“ sind die Szenen aber letztlich nicht. Bei dem BDSM-Aspekt schaut der Film etwas beschämt weg und spielt ihn herunter (anders als die Indie-Perle „Secretary“ mit Maggie Gyllenhaal). Sie sind eindeutig nicht der Fokus hier, Taylor-Johnson ist viel interessierter daran, von der manchmal unerklärlichen Anziehungskraft zwischen Mann und Frau und von scheinbar irrationaler Liebe zu erzählen. So ist die Verfilmung von „Fifty Shades of Grey“ trotz immer wieder schlimmer Dialoge wie „I don’t make love. I f***. Hard.“, oft erzwungen wirkender Chemie, unglaubwürdiger Situationen und psychologischer Vereinfachung vor allem dank Dakota Johnson eine erstaunlich leidenschaftliche und tatsächlich spielerische Liebesgeschichte geworden. Wer den Film ganz offen und unvoreingenommen sieht, könnte vielleicht ähnlich empfinden. So bringt „Fifty Shades of Grey“ das erwachsene Mainstream-Kino zurück, das dank Leichtigkeit und etwas augenzwinkernder Inszenierung viele Schwächen ausmerzen kann.

Bild/Ton
In Sachen technischer Umsetzung sollte die Blu-ray über jede Kritik am Film erhaben sein. Bild- und tontechnisch wurde hier sehr gute Arbeit geleistet, der digital aufgezeichnete Film sieht enorm scharf und detailreich aus. Die sehr bewusst gewählte reichhaltige Farbpalette kommt in intensiven und lebhaften Tönen daher, bleibt aber immer natürlich und nicht übermäßig korrigiert. Der Film sieht einfach super aus. Hinzu kommen tadellose Kontrast- und Schwarzwerte, die Blu-ray kommt außerdem auch in dunklen Szenen ohne jedes Bildrauschen aus. Auch akustisch macht „Fifty Shades of Grey“ eine astreine Figur. Es liegen vier Sprachfassungen vor: Deutsch, Italienisch und Türkisch in DTS-HD 5.1, der Originalton in DTS-HD Master Audio 5.1. Untertitel sind in Deutsch, Englisch, Italienisch, Griechisch, Türkisch, Rumänisch, Arabisch und Hindi vorhanden.
Die Dialoge sind klar und deutlich abgemischt, immer wieder werden die Surround-Kanäle mit Umgebungsgeräuschen bespielt. Bei den zahlreichen Musikmomenten kommt auch immer wieder der Subwoofer sehr druckvoll zum Einsatz. Kurz: Ein sehr gelungener, fehlerfreier Audio-Transfer.

Bonusmaterial
Die Sonderausstattung der „Fifty Shades of Grey“ Blu-ray ist zahlreich und qualitativ hochwertig ausgefallen. Hier die Übersicht:
Teaser: Fifty Shades Darker (0:29 Min.)
Die Welt von Fifty Shades of Grey: Mehrere Kurzfeaturettes

Christian:
Christian Grey Profil (02:46 Min.)
Jamie Dornan Profil (02:29 Min.)
Christians Wohnung (08:25 Min.)
Christians Kleidung (03:22 Min.)
Das Spielzeug eines reichen Mannes (02:49 Min.)

Ana:
Alles über Ana (02:18)
Dakota Johnson Profil (02:51)
Anas Welt (04:55 Min.)
Anas Kleidung (03:46 Min.)

Freunde und Familie:
Eloise Mumford (02:05 Min.)
Max Martini (01:34 Min.)
Marcia Gay Harden (01:58 Min.)
Luke Grimes (01:37 Min.)
Jennifer Ehle (01:54 Min.)
Victor Rasuk (01:44 Min.)
Rita Ora (01:46 Min.)

Hinter den Kulissen: Ein klassisches Making-Of (19.28 Min.)
E.L. James und Fifty Shades: Featurette über die Autorin und die Entstehungsgeschichte des Romans (05:45 Min.)
Fifty Shades und die Lust am Schmerz: Featurette über den BDSM-Aspekt des Films (08:42 Min.)
Christians Wohnung – 360° Set Tour: Interaktives Feature, bei dem man jeden Raum von Greys Wohnung in 360°-Ansicht mit Detailansprüngen erkunden kann
Musikvideos:
Skylar Green „I Earned It“ (05:05 Min.)
The Weeknd “Earned It (Fifty Shades of Grey)” (04:40 Min.)
Hinter den Kulissen von “Earned It” (04:49 Min.)

Das Bonusmaterial ist sehr hochwertig produziert und gibt einen detailreichen Einblick in alle Bereiche der Produktion. Es wird deutlich gemacht, wie enorm durchdacht alle Details des Films konzipiert sind. Ein Audiokommentar fehlt leider und auch die angespannte Situation zwischen James und Taylor-Johnson beim Dreh bleibt erwartungsgemäß unerwähnt. Zudem kann man noch zwischen der Kinofassung (2:05:12) und der unveröffentlichten Version (2:08:29) wählen. Noch mehr Bonusmaterial bietet die 2-Disc-Version im Digibook mit zusätzlichem achtseitigen Booklet.


Fazit:
Die Verfilmung von E.L. James Bestseller-Phänomen umschifft dank Sam Taylor-Johnsons stilvoller Inszenierung und Dakota Johnsons hingebungsvoller Performance einige, aber nicht alle der Schwächen des Buches. Trotz hölzerner Dialoge, unglaubwürdiger Situationen, oft mangelnder Chemie zwischen den Hauptdarstellern und einem Hang zum Kitsch ist „Fifty Shades of Grey“ stylisch, sexy und unterhaltsam und damit bei unvoreingenommener Betrachtung weit besser als erwartet. Die Blu-ray-Umsetzung ist absolut hochkarätig.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universal Pictures