Fences - Blu-ray

Blu-ray Start: 03.08.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 139 min

Fences Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

Nachdem der junge Afroamerikaner Troy seine Baseballkarriere aufgrund rassistisch motivierter Ausgrenzungen beenden muss, versucht er als Müllmann seine Familie über Wasser zu halten. In Zeiten der jungen Bürgerrechtsbewegung im Amerika der 1950er Jahre kämpft er immer wieder gegen Diskriminierung und die Herausforderungen des Lebens.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
DTS HD Master Audio 7.1 (GB)
Dolby Digital Surround 5.1 (D, FR, IT, ES, JA)
Untertitel:
D, GB, DA, FI, FR, IT, JA, NL, NO, SV, ES
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Ein grösseres Publikum: Von der Bühne auf die Leinwand
Die Gemeinschaft von Fences
Die Umsetzung von Fences: Denzel Washington
Die Rolle spielen: Rose Maxson
August Wilsons Hill District

DVD und Blu-ray | Fences

Blu-ray
Fences Fences
Blu-ray Start:
03.08.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 139 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Fences Fences
DVD Start:
03.08.2017
FSK: 6 - Laufzeit: 133 min.

Blu-ray Kritik - Fences

Blu-ray Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Der Film Fences beschäftigt sich mit mehreren schwierigen Themenkomplexen: Rassismus, Enttäuschung, Familie, Beziehung, Selbstaufgabe, Widerstand, Veränderung, Hoffnung. Er spielt im amerikanischen Nordosten, genauer in Pittsburgh, Pennsylvania in den 50er Jahren. Eine Zeit, die von offenem Rassismus geprägt war. Der amerikanische Traum war ausschließlich den weißen Amerikanern vorbehalten. Fences SzenenbildDennoch entwickelte sich langsam eine Bürgerrechtsbewegung, die die geltenden Zustände verändern wollte. Denzel Washington führte bei dem Film Regie und spielte auch die Hauptrolle. An seiner Seite ein grandioses Ensemble, dass das Stück Fences bereits in ähnlicher Form zusammen am Broadway aufführte. Drehbuch und Theaterstück stammen aus der Feder eines der bedeutendsten afroamerikanischen Bühnenautoren, des inzwischen verstorbenen August Wilson. Entstanden ist ein furios gespielter, faszinierender, auf Grund seiner Monolog und –Dialoglast jedoch auch hohe Aufmerksamkeit erfordernder Film.

Troy Maxson (Denzel Washington) arbeitet als Müllmann zusammen mit seinem besten Freund Jim (Stephen Henderson) hinten auf dem Müllwagen. Das Highlight seiner Woche ist der Freitagabend und die damit verbundene Flasche Gin. Troy wird von den Enttäuschungen seiner Vergangenheit verfolgt. Er konnte nie verkraften, dass ihm aufgrund seiner Hautfarbe eine große Karriere im Baseball versagt blieb. Trotz seines herausragenden Könnens. Seinem ehelichen Sohn Cory (Jovan Adepo), der ein großes Talent im American Football ist, verbietet er eine Karriere im Sport (ganz langsam lockern sich bereits die Regularien in Bezug auf Schwarze in den großen Sportligen). Allerdings ist Troys Beweggrund dabei nicht nur der, seinem Sohn dieselben Enttäuschungen zu ersparen, die er hinnehmen musste, sondern auch die Angst davor, dass dieser ihn übertreffen könnte. Zur Eskalation innerhalb der Familie kommt es, als er seiner treuen und aufopferungsvollen Frau Rosie (Viola Davis) eine Affäre gesteht.

Fences Szenenbild Man merkt dem Film sehr schnell die Nähe zum Theater an. Hauptschauplatz ist der Hinterhof der Familie Maxson. Hier soll der titelgebende Zaun im eigenen Hof gebaut werden, der das minimale symbolische Stück Freiheit noch eingeschlossener wirken lässt, als es durch die geistige und rassistische Gefangenschaft dieser Zeit ohnehin der Fall ist. Die Dialoge sind scharf und sehr pointiert geschrieben. Troys teilweise größenwahnsinnige, altpatriachalische Monologe sind auf Grund ihrer Intensität und ihrer Dauer manchmal etwas anstrengend, was aber nicht ausschließlich negativ gemeint ist. Fences ist nun mal ein Film, der volle Aufmerksamkeit erfordert und diese auch verdient. Es ist ein unbequemer Film, genau wie sein männlicher Protagonist eine unbequeme Persönlichkeit ist, und wie es auch das Thema heute noch ist.

Denzel Washington spielt Troys zwiespältigen Charakter furios. Einerseits ist er ein Mann, der hart für seine Familie arbeitet und zu recht enttäuscht und verbittert ist, da ihm sein großer eigener Lebenstraum aufgrund seiner Hautfarbe verweigert wurde. Man glaubt ihm, dass er seine Frau über alles liebt und für seine Söhne, insbesondere Cory, das Beste will. Andererseits scheint auch immer seine Verbitterung durch, indem er seine Söhne klein macht und auch klein zu halten versucht. Er versagt ihnen seine Anerkennung, spielt sich als Herr im Haus auf und jeder hat sich nach seinen Regeln zu richten. Trotz seiner Liebe zu seiner Frau beginnt er eine Affäre mit einer anderen Frau, der er auch noch ein Kind macht. Insgesamt gesehen scheitert er, neben allen ohnehin schwierigen Rahmenbedingungen, schlichtweg an sich selbst und an seiner Blindheit gegenüber den beginnenden Veränderung der Gesellschaft, Fences Szenenbilddie den Schwarzen in Amerika, trotz ihrem nach wie vor lebensbestimmenden Rassismus, langsam aber sicher auch immer mehr Aufstiegsmöglichkeiten einräumt. So soll sein Sohn Cory für ein College Football spielen, was ihm selbst als Baseballspieler versagt geblieben war. Diese innere Zerrissenheit und Verlorenheit prägen den Hauptteil des Films. Im Gegensatz zu Troy kann sich Rosie von ihrer eingefahrenen Rolle in der Beziehung mit ihm zum Ende hin emanzipieren. Sie entwickelt sich zum Sinnbild einer starken Frau, zeigt dabei aber auch selbst in ihrer stärksten Phase ihr Verletztsein, und demonstriert somit eine menschliche Größe, die für den egomanischen Troy nie zu erreichen wäre. Letztlich wird sie so zur vermeintlichen „Heldin“ des Films. Viola Davis spielte ihre Rolle ebenso grandios, wie ihr männliches Pendant und wurde zu Recht mit dem Oscar ausgezeichnet. Was das Schauspielerische betrifft, zeigt sich der ganze Film generell außergewöhnlich gut. Jede Nebenrolle weiß zu überzeugen.

Bildqualität
Das Bild der Blu-ray ist gestochen scharf und zeigt beste Qualität bei der Übertragung auf 1080p. Dadurch, dass auf Film gedreht wurde, wirken die Texturen voller und tiefer, als das so oft bei digitalen Produktionen der Fall ist. Die Farben und das Licht sind kraftvoll, aber immer natürlich und ohne dabei in den Vordergrund zu rücken. Auch die Gesichter in den Nahaufnahmen wirken natürlich und klar. Eine wirklich tolle Bildqualität.

Tonqualität
Der Ton ist sehr sauber und gut aufeinander abgestimmt. Die Dialoge sind immer gut verständlich und nicht übersteuert, was aber nicht weiter verwundert, da sowohl Geräusche als auch Musik immer im Hintergrund stehen. Das gesprochene Wort steht im Mittelpunkt der Audiospur. Fences Szenenbild

Extras
Die Extras sind solide und durchaus interessant, allerdings im Ganzen etwas kurz gehalten. Dennoch passend zum Film.
Ein Größeres Publikum: Von der Bühne auf die Leinwand (08:53): Bietet einen kurzen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Films und das Verhältnis zum Theaterstück
Die Gemeinschaft von Fences (09:17): Hier wird das Screenplay von Wilson beleuchtet, aber auch der Cast vom Bühnenstück/Film und wer neu dazugekommen ist.
Die Umsetzung von Denzel Washington (06:56): Dieses Extra zeigt die Ideen und das Engagement Washingtons als Regisseur.
Die Rolle spielen: Rose Maxson (06:57): beschäftigt sich ausführlich mit der Rolle und dem Spiel von Viola Davis.
August Wilsons Hill District (06:25): Eine kurze historische und filmrelevante Auseinandersetzung mit dem Drehort.


Fazit:
Viola Davis und Denzel Washington brillieren in diesem wichtigen Film von August Wilson. Rassismus in den USA ist nach wie vor ein aktuelles Thema. Zwar hat sich die USA seit den 50er Jahren verändert, trotzdem bleibt ein Film mit schwarzem Cast und schwarzem Ensemble auch heute noch eher eine Ausnahme. Nebenbei beschäftigt sich der Film auch mit der Enttäuschung vom eigenen Leben und dem Scheitern damit umgehen zu können. Der Film ist auch ein Sinnbild für die Illusion des amerikanischen Traums. Die Blu-ray glänzt durch technische Brillianz. Sehr empfehlenswert.

by Patrick Gerwien
Bilder © Universal Pictures