Fantastic Four - Blu-ray

Blu-ray Start: 10.12.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min

Fantastic Four Blu-ray Cover -> zur Blu-ray Kritik

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Inhalt

THE FANTASTIC FOUR erzählt von vier jungen Außenseitern, die in ein gefährliches Paralleluniversum teleportiert werden. Die neue und ungewohnte Umgebung hat immense Auswirkungen auf die physische Konstitution des Teams. Ihr Leben wird unwiderruflich auf den Kopf gestellt und die vier müssen nicht nur lernen mit ihren neuen, angsteinflößenden Fähigkeiten umzugehen, sondern auch Seite an Seite zu kämpfen, um die Welt vor einem neuen Feind zu retten.

Michael B. Jordan, Jamie Bell, Kate Mara und Miles Teller übernehmen in der Neuverfilmung die vier Titelrollen. Neben Toby Kebbell, der Dr. Doom spielt, sind auch Reg E. Cathey als Dr. Franklin Sturm und Tim Blake Nelson als Harvey Elder, aka The Mole Man, mit von der Partie. Die Regie übernimmt Josh Trank.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Paramount Home Entertainment / Constantin Film
Tonformate:
DTS-HD High Resolution 5.1 (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 Widescreen (2.39:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Making of (ca. 9 Min.), Die Superkräfte der Fantastic Four (ca. 20 Min.), Die Quanten-Portale (ca. 11 Min.), Planet Zero (ca. 8 Min.), Die Filmmusik (ca. 5 Min.), Interviews (ca. 35 Min.), Deutscher Trailer (ca. 3 Min.), Englischer Trailer (ca. 3 Min.)

DVD und Blu-ray | Fantastic Four

Blu-ray
Fantastic Four Fantastic Four
Blu-ray Start:
10.12.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Fantastic Four Fantastic Four
DVD Start:
10.12.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

Blu-ray Kritik - Fantastic Four

Blu-ray Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 5/10


Die Prämisse für den erneuten Reboot von Marvels „Fantastic Four“ war vor Produktionsbeginn durchaus vielversprechend: Mit Josh Trank, der 2012 mit dem großartigen und unkonventionellen Superheldenfilm „Chronicle“ überrascht hat, wurde ein junger und talentierter Regisseur verpflichtet, die Superheldenfamilie wurde mit Miles Teller, Kate Mara, Michael B. Jordan und Jamie Bell spannend und dynamisch besetzt. Auch Tranks Vision eines geerdeten „Fantastic Four“ Films, der um Realismus und einen ernsteren Ton bemüht und ästhetisch von David Cronenberg und Steven Spielberg inspiriert ist, klang nach den eher enttäuschenden, wenn auch ziemlich werkgetreuen Verfilmungen von 2005 und 2007 erfrischend anders und mutig. Doch heraus kam wohl die problembehaftetste Produktion und einer der schwächsten Filme des Jahres 2015, wo so ziemlich alles schief ging, was schief gehen konnte. Schon früh wurde von Schwierigkeiten mit Trank am Set berichtet, der wohl mit einigen Crewmitgliedern und Schauspielern aneinandergeriet und auch das Verhältnis des Regisseurs mit dem Studio war Berichten zufolge permanent angespannt. Das Drehbuch wurde zudem immer wieder umgeschrieben und als die Produktion schließlich beendet war, zeigte sich 20th Century Fox so unzufrieden mit dem Resultat, dass Nachdrehs angeordnet wurden. Diese gingen ohne das Mitwirken von Trank vonstatten, der ebenso auch nicht mehr am Schnitt des Films beteiligt war. Tranks zukünftiger Regieauftrag, das „Star Wars“-Spinoff „Rogue One, hat er zu allem Übel durch die desaströse Produktion ebenfalls verloren. Einen Tag vor Veröffentlichung des Films im Sommer twitterte Trank dann frustriert, dass er „vor einem Jahr einen eine fantastische Version“ dieses Films hatte, die „großartige Kritiken bekommen hätte“, aber leider nie von einem Publikum gesehen werden wird. Dieser Tweet war schnell wieder gelöscht, doch der Schaden durch schlechte Publicity und vor allem desaströse Kritiken war zu groß: „Fantastic Four“ legte eine große finanzielle Bauchlandung hin, denn mit schließlich knapp 170 Millionen Dollar weltweitem Einspielergebnis blieb man weit unter den Produktions- und Marketingkosten, wodurch hier am Ende ein kräftiges Minus stand. Diese paar Hintergründe, die nur einen kurzen Einblick in das Chaos der Produktion des Superheldenfilms gibt, sind wichtig, um zu verstehen, warum aus „Fantastic Four“ ein derartiges kreatives Debakel wurde.

Trank und seine Drehbuchautoren Simon Kinberg und Jeremy Slater erzählen hier natürlich erneut die Entstehungsgeschichte der Fantastic Four, denn es handelt sich ja um einen Reboot: Reed Richards (Miles Teller) ist ein junges Wissenschaftsgenie, das in seiner Garage jahrelang mit seinem Freund Ben Grimm (Jamie Bell) an einem Teleporter arbeitet, der von seiner Schule und seinem Umfeld aber nicht ernst genommen wird. Schließlich wird das wahnwitzige Projekt von Professor Franklin Storm (Reg E. Cathey) entdeckt, der ein wissenschaftliches Institut führt, in dem junge Talente an größeren, staatlich geförderten Projekten arbeiten können. Storm arbeitet ebenfalls schon lange ohne den letzten Erfolg an einem ähnlichen Projekt und glaubt, dass Reed die Funktionsweise des Teleporters geknackt hat. Mithilfe von Storms Adoptiv-Tochter Sue (Kate Mara), seinemem draufgängerischen Techniker-Sohn Johnny (Michael B. Jordan) und seinem begabten, aber arroganten Protegé Victor von Doom (Toby Kebbell) gelingt es Reed schließlich eine funktionstüchtige Teleportationsmaschine zu bauen, die Gegenstände und Lebewesen scheinbar auf einen bislang unerforschten Planeten transportieren kann. Als der Leiter des Instituts Dr. Allen (Tim Blake Nelson) plant, die NASA auf eine Expedition in die als „Planet Zero“ bezeichnete Paralleldimension zu schicken, reagiert die Truppe um Reed mit Ärger und Unverständnis. Ohne das Wissen von Sue, aber mit Reeds Freund Ben gelingt es den jungen Wissenschaftlern auf eigene Faust eine Expedition zu starten. Auf Planet Zero angelangt, kommt es zu plötzlichen Eruptionen, bei der eine grüne Lava-artige Substanz aus dem Boden schießt. In der Hektik der Evakuierungsmaßnahmen stürzt von Doom in die Tiefe und in seinen scheinbaren Tod, es kommt zu einer Explosion beim Wiedereintritt in die Erddimension, wodurch sich die molekulare Beschaffenheit von Reed, Johnny, Ben und Sue verändert: Reed kann seine Gliedmaßen scheinbar unendlich weit strecken, Johnny kann seinen Körper in einen brennenden Zustand versetzen, Ben hat sich zu einem steinernen und scheinbar unzerstörbaren Monster verwandelt und Sue kann sich unsichtbar machen und Kraftfelder erzeugen und kontrollieren.

Man darf Tranks Film durchaus attestieren, dass er recht vielversprechend, wenn auch nicht ohne frühe Wackler beginnt. Die Hintergründe von Reed und Ben als Schulkinder werden zunächst recht interessant etablierend dargestellt, doch ein früher Sprung sieben Jahre in die Zukunft wirkt etwas frappierend: Man soll hier abkaufen, dass sich innerhalb dieser recht kurzen Zeit aus zwei Kindern (gespielt von Owen Judge und Evan Hannemann) die ziemlich erwachsen und völlig verändert aussehenden Miles Teller und Jamie Bell entwickeln (Teller ist 28, Bell 29). Abgesehen davon bewegt sich der Film in einigermaßen flottem Tempo weiter und baut langsam Spannung auf. Sue und Victor werden noch kurz so knapp wie möglich mit gerade ausreichender Figurenzeichnung eingeführt, doch Johnnys Dazustoßen zu dem Team wirkt erzwungen und unmotiviert. Da er sein scheinbar vorhandenes Potential mit rücksichtslosen Aktionen wie illegalen Autorennen verschwendet, wird er dazu verdonnert, im Institut seines Vaters zu arbeiten. Im Nu ist er Teil des Teams, was ihn dazu wirklich befähigt, was letztlich seine Funktion ist, bleibt eigentlich unklar. Ganz entscheidendes Problem des Films: Eine Chemie, eine echte Dynamik bauen die Figuren untereinander nicht ansatzweise auf, ihre Interaktionen wirken mechanisch und erzwungen, die Charaktere bleiben schmerzhaft unterentwickelt. Genauer gesagt, finden sogar kaum Gespräche zwischen den Figuren statt. Sue wirkt regelrecht wie ein Außenseiter, da sie nicht mal mit auf die Expedition geht und sich auch sonst die meiste Zeit distanziert und kühl verhält. Abgesehen von ein paar angedeuteten Flirts zwischen ihr und Reed passiert absolut nichts zwischen den Figuren, auch so etwas wie eine geschwisterliche Dynamik mit Johnny sucht man vergebens. Ben bleibt vor seiner Transformation eigentlich ein einziges Fragezeichen, danach ist er ein innerlich gepeinigtes und grüblerisches Ungetüm, das im Konflikt mit sich und Reed steht. Erst ganz zum Ende wechseln Ben und Johnny die ersten, sehr kurzen Worte, die die aus den Comics bekannte spielerische Rivalität zwischen den Beiden minimal andeutet.

Es dauert also nicht lange bis man merkt, dass hier viel Material dem Schnitt zum Opfer gefallen ist (der Film dauert nur recht kurze 100 Minuten), ganze Handlungsstränge, die von Trank konzipiert waren, wurden aus dem Film aus unbekannten Gründen entfernt (der Trailer weist z.B. mehrere, teils groß angelegte Szenen auf, die es nicht in den Film geschafft haben). Es fühlt sich so an, als würde der Film nie so richtig in Fahrt kommen, viel Exposition bieten, ohne zum Punkt zu kommen. So wirkt das Ganze merkwürdigerweise behäbig und gehetzt gleichzeitig, denn auf 80 Minuten Einführung und Hintergrundgeschichte folgt ein circa zehnminütiges Finale, nach dem auch alles schon wieder vorbei ist. Bis zu einem gewissen Punkt ist „Fantastic Four“ dennoch gerade so ansehnlich, wenn auch sehr mittelmäßig, gegen Ende hin entgleist der Film jedoch völlig auf spektakuläre Weise. Der Showdown und ein kurzer Epilog entstammen wohl den Nachdrehs, wirken unfassbar uninspiriert, klischeehaft und hölzern, man glaubt seinen Augen fast nicht. Eine innere Logik wird hier komplett aus dem Fenster geworfen, man versteht kaum noch, was gerade passiert.

Hier präsentiert sich ein Film, der zu fast keinem Zeitpunkt zu funktionieren scheint, ein homogenes Ganzes ist hier nicht ansatzweise erreicht worden. Tranks ursprüngliche Vision, die „Fantastic Four“ düsterer und realistischer zu inszenieren, funktioniert womöglich angesichts des eben recht ausgefallenen Materials ohnehin nur bedingt, jedenfalls ist so ein völlig humor- und freudloser Film entstanden. In seinen besten Momenten deutet Trank seine Cronenbergschen Bezüge des Körperhorrors an, denn die vier „Freunde“ entdecken nicht mit spielerischer Begeisterung ihre Superkräfte, sondern gehen durch einen schmerzhaften Prozess. Doch kaum werden die Wissenschaftler angesichts ihrer körperlichen Veränderungen versorgt, macht der Film erneut einen verblüffenden Sprung, diesmal allerdings nur ein Jahr in die Zukunft. Ben wird scheinbar als unzerstörbare Superwaffe für das Militär eingesetzt, Johnny kann dank Spezialanzug seine Kräfte kontrollieren, ebenso Sue. Wie sie soweit gekommen sind, wird nur kurz angedeutet, mehr aber auch nicht. Das Potential die „Fantastic Four“ in Action zu zeigen und etwas Spaß zu erzeugen, nutzt der Film nicht ansatzweise. Dass hier ein tolles Team mit starkem Zusammenhalt zusammengekommen ist, spürt man im unglaublich dämlichen Finale überhaupt nicht, eine emotionale Verbindung oder so etwas wie Spannung oder Aufregung findet schlicht nicht statt und der Film fällt am Ende einfach regelrecht schmerzhaft flach. Man merkt, dass hier viele verschiedene Leute versucht haben, eigene und sehr unterschiedliche Ideen einzubringen, wodurch Tranks ursprüngliche Vision – ob sie nun gelungen war oder nicht – so sehr verwässert wurde, dass ein völlig leb- und weitestgehend identitätsloser Film entstanden ist. Auch die Darsteller, die alle bewiesen haben, dass sie zu großartiger Arbeit fähig sind, schlafwandeln die meiste Zeit ohne erkennbaren Bezug zum Material durch den Film. Dass ihre Figuren so schwach geformt sind, hilft natürlich nicht. Auch die visuellen Effekte, gerade auf Planet Zero sind mit wenigen Ausnahmen erschreckend schwach und künstlich geworden. Fantastisch ist das alles somit ganz und gar nicht, ob jemals ein richtig guter „Fantastic Four“ Film entstehen wird, steht wohl in den Sternen.

Bild
Zumindest die technische Präsentation erweist sich als weitestgehend sehr überzeugend. Das Bild verfügt insgesamt über eine exzellente Schärfe und hervorragende Kontrast- und reichhaltige Schwarzwerte. Der Film präsentiert sich insgesamt in einem sehr düsteren Look, viele Szenen spielen sich in sehr dunklen Innenräumen ab, in denen einiges an Details verloren geht. Vielleicht war das die gewünschte Ästhetik, dennoch hätte man dem Bild in diesen Szenen eine Spur mehr Definition geben können. In helleren Momenten ist das Bild jedoch erstklassig, auch die Farbwiedergabe ist natürlich und dynamisch. Bildfehler gibt es abgesehen von minimalen Nachzieheffekten keine.

Ton
Akustisch wird hier ein ausgewogenes, dynamisches und räumliches Bild geboten. Die Stimmwiedergabe ist in beiden Tonspuren hervorragend und sehr präsent. Die vielen Umgebungsgeräusche verteilen sich auf alle Boxen, ebenso die Musik. Eine etwas bessere Definition der einzelnen Geräusche wäre vielleicht wünschenswert gewesen, doch hierbei handelt es sich um Kritik auf hohem Niveau. Tiefere Töne werden gut vom Subwoofer wiedergegeben, etwas mehr Wumms an manchen Stellen wäre aber noch drin gewesen. Insgesamt aber eine sehr gute audiovisuelle Umsetzung, die kaum Grund zur Klage lässt.

Extras
An und für sich wird hier ein guter Blick hinter die Kulissen geboten, indem sich ernsthaft mit unterschiedlichen Aspekten der Produktionen beschäftigt wird – abgesehen davon, dass die Probleme der Produktion nicht ansatzweise erwähnt werden. Das deutsche Making-of ist noch typisches EPK-Material, bei dem man meinen könnte, dass die Beteiligten einen ganz anderen Film gesehen haben, die folgenden Feauturettes beleuchten zumindest etwas sachlicher und detaillierter die Herangehensweise und die ursprüngliche Vision hinter dem Film. Die Interviews, die in den Featurettes teilweise gezeigt werden, kann man dann zusätzlich noch in ganzer (doch immer noch kurzer Länge) bewundern, sind jedoch angesichts des finalen Films erwartungsgemäß nichtssagend.
Making-of (dt., 09:24 Min.)
Die Superkräfte der Fantastic Four (19:37 Min.)
Die Quanten-Portale (10:50 Min.)
Planet Zero (08:19 Min.)
Die Filmmusik (05:04 Min.)
Interviews
Miles Teller (03:46 Min.)
Michael B. Jordan (03:34 Min.)
Kate Mara (04:41 Min.)
Jamie Bell (04:22 Min.)
Toby Kebbell (02:18 Min.)
Reg E. Cathey (02:45 Min.)
Tim Blake Nelson (03:04 Min.)
Josh Trank (03:44 Min.)
Simon Kinberg (07:22 Min.)
Hutch Parker (01:31 Min.)
Deutscher Trailer (02:34 Min.)
Englischer Trailer (02:31 Min.)
DVD/BD-Empfehlung (Ender's Game) (02:00 Min.)
Trailershow mit 7 Trailern


Fazit:
Die „Fantastic Four“ Neuauflage ist eines der großen kreativen Debakel des Kinojahres 2015. Ereignislos, überraschungslos und am schlimmsten frei von jedem Gefühl von Spaß und Aufregung. Leider eine der schlechtesten Comicverfilmungen aller Zeiten.

by Florian Hoffmann
Bilder © Paramount Home Entertainment / Constantin Film