Fahrenheit 451 - Blu-ray

Blu-ray Start: 06.09.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min

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Inhalt

451 Grad Fahrenheit, das ist die Temperatur, bei der Bücher verbrennen in Ray Bradburys legendärer Sci-Fi-Dystopie. In einer dem puren Hedonismus verschriebenen Zukunft aus medialer Dauerberieselung und Glückspillen, ist es die Aufgabe des Feuerwehrmannes Guy Montag, Bücher zu verbrennen, die als unglücksstiftend samt und sonders verboten sind. Als er sich in die Lehrerin Clarisse verliebt, lernt er die gefährliche Welt der Bücher kennen und wird zum Staatsfeind, dem nur die Flucht in den literarischen Untergrund bleibt.

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Blu-ray Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
DTS-HD 2.0 Master Audio (Deutsch, Englisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 Widescreen (1,85:1) 1080p HD
Bonusmaterial:
Audiokommentar mit Julie Christie, Making of (ca. 45 Minuten), Featurette „Der Roman – Diskussion mit Autor Ray Bradbury“ (ca. 12 Minuten), Featurette zur Musik (ca. 17 Minuten), zeitgenössische Nachrichten, Trailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

DVD und Blu-ray | Fahrenheit 451

Blu-ray
Fahrenheit 451 Fahrenheit 451
Blu-ray Start:
06.09.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

zur Blu-ray Kritik
DVD
Fahrenheit 451 Fahrenheit 451
DVD Start:
27.06.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 112 min.

Blu-ray Kritik - Fahrenheit 451

Blu-ray Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 10/10


Neben der Dystopie „Brave New World“ von Aldous Huxley und George Orwells visionärem Roman “1984”, gehört auch Ray Bradburys “Fahrenheit 451” in den Kanon der wichtigsten literarischen Zukunftsvisionen. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten Werken, wurde der Stoff jedoch erst ein einziges Mal mit einer Verfilmung gewürdigt. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da niemand Geringeres als François Truffaut auf dem Regiestuhl saß und ein beeindruckendes Endresultat abgeliefert hat, das in seinem Stil durchaus an Hitchcock erinnert und der literarischen Vorlage in allen Belangen gerecht wird.

Die düstere Zukunftsvision erzählt die Geschichte des Feuerwehrmannes Guy Montag (Oskar Werner), dessen Job nicht darin besteht Brände zu löschen, sondern –ganz im Gegenteil - darin Bücher zu vernichten. Diese Verbrennungen dienen dem Zweck eine Bevölkerung zu generieren, die auf Hochkultur gänzlich verzichten muss und deswegen auch die gegebenen Umstände nicht hinterfragt. Der totalitäre Machtapparat kann somit tun und lassen was er will – mit Widerstand ist nicht zu rechnen. Eines Tages beginnt Montag jedoch einige der Bücher aufzubewahren und in der Nacht still und heimlich zu lesen. Sein Bewusstsein ändert sich durch die Literatur erheblich und entfacht eine rebellische Seite in ihm, die vorher nicht zu existieren schien. Doch als seine staatstreue Ehefrau Linda (Julie Christie) erfährt, dass er die herrschenden Regeln unterläuft, droht ihm ein Leben als geächteter Dissident...

Nach dem Lesen dieser Inhaltsangabe, dürfte den meisten klar sein, dass der Film (bzw. das Buch) heute aktueller denn je geworden ist und wie ein guter Whiskey mit jedem Jahr an Relevanz und Qualität gewonnen zu haben scheint. Der prognostizierte Medienstaat, der die Bevölkerung durch stupide Fernsehprogramme bespaßt und zu entmündigen versucht, existiert schon lange und scheint durch Facebook, NSA und Co. seinen vorläufigen, sehr beängstigenden Höhepunkt erreicht zu haben. Und nicht einmal in seinen schlimmsten Albträumen dürfte Ray Bradbury mit solch schrecklichen Fernsehformaten gerechnet haben, wie sie beispielsweise Nachmittags im Programm eines jeden deutschen Privatsenders zu finden sind. Doch im Grunde ist der Inhalt (oder besser gesagt der „Nicht-Inhalt“) dieser Formate nichts anderes, als die konsequente Fortführung der verblödenden Fernsehprogramme, die Guy Montags Ehefrau Linda jeden Tag aufs Neue konsumiert und sich von ihnen in ihre illusorische Traumwelt befördern lässt, wo sie so lange wie möglich gefangen gehalten wird. Hochkultur wird in dieser Welt (wie teilweise auch in der unseren) strengstens gemieden, ja sogar verboten! Und auch in unserer Welt herrscht bereits eine sehr stark ausgeprägte Intellektuellenfeindlichkeit, die man auch sehr gut anhand des Fernsehprogramms ablesen kann (Kultursendungen wandern ins Nischenprogramm oder verschwinden komplett).
Mit etwas Geistvollem dürfen die Menschen in „Fahrenheit 451“ nicht konfrontiert werden, da sie so zu selbstständigen Individuen reifen, Sachverhalte hinterfragen und den bestehenden Konsens zum Einsturz bringen könnten, was wiederum den Staat bedrohen würde. Kants Ideen der Aufklärung, vor allem „der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, werden in Bradburys Zukunftsvision ad absurdum geführt und grotesk ins Gegenteil verkehrt. Mit eigenständigen Wesen hat die gleichgeschaltete Bevölkerungsmasse seines Romans nämlich nichts mehr zu tun. Sicherlich korrespondieren seine bedrückenden Zukunftsideen mit den Schrecken der unmittelbaren Vergangenheit (der Roman erschien 1953 – ironischerweise zunächst im „Playboy“), weshalb auch hier ein totalitärer Staat, der sich u.a. verräterischer Mundpropaganda bedient, die Bevölkerung in Schach hält. Und der Umstand, dass im letzten Jahrhundert in der Tat schon einmal Bücher verbrannt worden sind, dürfte dem einen oder anderen Leser bzw. Filmzuschauer auch geläufig sein.

All diese Elemente weiß Truffaut durch seine kongeniale Inszenierung, atmosphärische Sets und durch seine guten Darsteller zu einem beeindruckenden Film zu verbinden. Truffaut verändert die literarische Vorlage dabei nur äußerst selten – etwa um durch Raffungen Leerlauf zu vermeiden oder um aus Gründen der Komposition die Reheinfolge einiger Szenen zu vertauschen – was alle Fans des Romans zufrieden stellen sollte. Doch der Film entwickelt auch eine gewisse Eigenständigkeit, da er durch seine Inszenierung und die bedrückende Visualisierung von Bradburys Zukunftsideen sogar noch einen Tick gelungener als der Roman ausgefallen ist. Getragen wird der Film zusätzlich vom beeindruckenden Spiel seiner beiden Hauptakteure. Oskar Werner spielt den Montag zunächst als prinzipientreuen Staatsdiener, der sich jedoch nach und nach in einen waschechten Rebellen verwandelt, was von Oskar Werner zu jeder Sekunde glaubhaft dargestellt wird und von allerhand subtilen Untertönen begleitet wird. Julie Christie hat den etwas schwereren Part zu spielen und liefert mit ihrer Doppelrolle zwei vollkommen unterschiedliche Performances ab. Die Gegensätzlichkeit ihrer beiden Figuren bringt sie äußerst facettenreich und überzeugend auf die Leinwand, was ihrer schauspielerischen Interaktion mit Oskar Werner eine unglaubliche Dynamik verleiht und den Film noch ein Stück sehenswerter macht, als er ohnehin schon ist.

Technisch gibt’s nichts zu bemängeln: Der mittlerweile über 50 Jahre alte Film erwacht in gestochen scharfen Bildern und mit einer tollen Soundqualität zu neuem Leben. Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl an Extras - vom ausführlichen Making-of, über Infomaterial zum Soundtrack und zum Roman , bis zum Interview mit dem Regisseur ist so ziemlich alles dabei, was sich der interessierte Zuschauer nur wünschen kann. Diese Heimkinoveröffentlichung ist ihr Geld wirklich wert!

Fazit:
Die Thematik von „Fahrenheit 451“ ist heute aktueller denn je und Truffauts Adaption des düsteren Science Fiction Romans von Ray Bradbury kann somit auch 47 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch beeindrucken. Regie, Schauspiel und Inhalt hinterlassen einen geradezu perfekten Eindruck, weshalb der Film nicht nur Science Fiction Fans und Cineasten wärmstens zu empfehlen ist.

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by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media Home Entertainment